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Soziale Diskriminierung. Ursachen und Theorien

Title: Soziale Diskriminierung. Ursachen und Theorien

Seminar Paper , 2003 , 16 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Anna Badstübner (Author)

Psychology - Social Psychology
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Einleitung

Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit dem Thema „Soziale Diskriminierung“. Nach der Klärung des Begriffs soll es zunächst um sozialpsychologische Ansätze gehen, die die Ursache von Diskriminierung in der Persönlichkeit von Individuen suchen. Da diese Ansätze aber nur in einem begrenzten Maße der Erklärung von diskriminierendem Verhalten dienen, möchte ich anschließend auf wesentliche Theorien und Paradigmen der Psychologie der Gruppe eingehen; diese sind die Theorie des realistischen Gruppenkonflikts, das Paradigma der minimalen Gruppen und die Theorie der sozialen Identität. Am Schluss stehen verschiedene Möglichkeiten des Abbaus der Diskriminierung zwischen Gruppen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Definition von Diskriminierung

3. Ursachen von Diskriminierung in der Persönlichkeit der Individuen

3.1 Das Vorurteil als Persönlichkeitsmerkmal – Die „autoritäre Persönlichkeit“

3.2 Die Frustrations-Aggressions-Hypothese

3.3 Interindividuelles vs. Intergruppenverhalten

4. Die Theorie des realistischen Gruppenkonflikts

4.1 Sherifs Ferienlagerexperimente

4.2 Wichtige Folgerungen

4.3 Kritik

5. Das Paradigma der minimalen Gruppen (MGP)

5.1 Grundlage des experimentellen Designs (eingeführt von Tajfel et al., 1970, 1971)

5.2 Vorgehen

5.3 Ergebnisse

6. Die Theorie der sozialen Identität

6.1 Soziale Kategorisierung

6.2 Soziale Identität

6.3 Sozialer Vergleich

6.4 Soziale Distinktheit

7. Möglichkeiten des Abbaus der Diskriminierung zwischen Gruppen

7.1 Kontakthypothese

7.2 Übergeordnete Ziele

7.3 Dekategorisierung

7.4 Rekategorisierung (Das common ingroup identity model)

7.5 Das Modell der wechselseitigen Differenzierung

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Diese Arbeit untersucht die sozialpsychologischen Grundlagen der sozialen Diskriminierung, indem sie individuelle Persönlichkeitsansätze mit modernen Gruppentheorien kontrastiert, um zu klären, wie Diskriminierung entsteht und durch welche Interventionsstrategien sie abgebaut werden kann.

  • Psychologische Ursachen und Persönlichkeitsmerkmale bei Diskriminierung
  • Die Theorie des realistischen Gruppenkonflikts und ihre experimentelle Fundierung
  • Mechanismen der sozialen Identität und soziale Kategorisierung
  • Effekte der Gruppenkonstellation auf das Entscheidungsverhalten
  • Strategien zur Reduktion von Intergruppenkonflikten

Auszug aus dem Buch

3.3 Interindividuelles vs. Intergruppenverhalten

Verschiedene Autoren, die sich mit Theorien über das Verhalten zwischen Gruppen beschäftigen, bestehen auf grundlegende Unterschiede zwischen dem Verhalten zwischen Individuen einerseits und als soziale Gruppenmitglieder andererseits (nach Mummendey, 1985). Ein wichtiger Vertreter dieser Auffassung ist Sherif (1966): „Wir werden den Ereignissen nicht gerecht, wenn wir unkritisch von den Gefühlen, Einstellungen und Verhaltensweisen eines Menschen, die er im Zustande der Isolation äußert, auf Verhalten extrapolieren, das er als Mitglied einer Gruppe zeigt. Ein Gruppenmitglied zu sein und sich als ein Gruppenmitglied zu verhalten hat psychologische Konsequenzen“ (S.8f.; zitiert nach Mummendey, 1985, S.188). Das bedeutet, dass die einfache Übertragung der Theorien interpersonalen Verhaltens auf das Verhalten zwischen Gruppen als unzulässig erachtet wird. Daraus resultiert die Notwendigkeit, gesonderte Theorien über intergruppales Verhalten zu entwickeln (vertiefend siehe auch Mummendey, 1985; Brown, 2002). Interpersonales Verhalten heißt also als Individuum mit bestimmten persönlichen Eigenheiten und Vorlieben und auf dem Hintergrund einzigartiger persönlicher Beziehungen zu anderen zu handeln. Dagegen bezeichnet Intergruppenverhalten das Handeln als Gruppenmitglied (vgl. Brown, 2002) oder wie Sherif (1966) es definiert: „Whenever individuals belonging to one group interact, collectively or individually, with another group or its members in terms of their group identification, we have an instance of intergroup behavior“ (p.12; zitiert nach Mummendey & Otten, 2002, S.96).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die Thematik der sozialen Diskriminierung und Überblick über die behandelten psychologischen Theorien.

2. Definition von Diskriminierung: Erläuterung des Begriffs Diskriminierung anhand klassischer und moderner wissenschaftlicher Definitionen.

3. Ursachen von Diskriminierung in der Persönlichkeit der Individuen: Untersuchung individueller Erklärungsansätze für diskriminierendes Verhalten, wie die autoritäre Persönlichkeit und Frustrations-Aggressions-Modelle.

4. Die Theorie des realistischen Gruppenkonflikts: Analyse der Entstehung von Vorurteilen durch objektive Interessenskonflikte zwischen Gruppen.

5. Das Paradigma der minimalen Gruppen (MGP): Darstellung des Effekts reiner Kategorisierung auf das Verhalten zwischen Gruppen ohne reale Konfliktbedingungen.

6. Die Theorie der sozialen Identität: Untersuchung, wie die Identifikation mit einer sozialen Gruppe zur positiven Selbstbewertung und zur Abwertung anderer Gruppen führt.

7. Möglichkeiten des Abbaus der Diskriminierung zwischen Gruppen: Diskussion theoretischer Ansätze zur Reduktion von Vorurteilen und Konflikten, wie die Kontakthypothese und Rekategorisierung.

Schlüsselwörter

Soziale Diskriminierung, Sozialpsychologie, Ingroup, Outgroup, Vorurteil, Autoritäre Persönlichkeit, Frustrations-Aggressions-Hypothese, Realistischer Gruppenkonflikt, Minimalgruppen-Paradigma, Soziale Identität, Soziale Kategorisierung, Soziale Distinktheit, Kontakthypothese, Intergruppenverhalten.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der vorliegenden Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert die sozialpsychologischen Hintergründe von Diskriminierung und zeigt auf, wie diese sowohl aus individuellen Persönlichkeitsstrukturen als auch aus der Gruppendynamik heraus entstehen kann.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Zentrale Themen sind die Entstehung von Vorurteilen, die Wirkung von Gruppeninteressen, das Paradigma der minimalen Gruppen sowie Prozesse der sozialen Identitätsbildung.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie diskriminierendes Verhalten erklärt werden kann und welche theoretischen Ansätze existieren, um diese Diskriminierung zwischen Gruppen abzubauen.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse und theoretischen Aufarbeitung wichtiger sozialpsychologischer Paradigmen (u.a. Sherif, Tajfel, Mummendey).

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in drei zentrale Theoriekomplexe: die Theorie des realistischen Gruppenkonflikts, das Paradigma der minimalen Gruppen und die Theorie der sozialen Identität.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie soziale Identität, Ingroup-Begünstigung, Diskriminierung und Gruppenkonflikt geprägt.

Was unterscheidet das Intergruppenverhalten vom individuellen Verhalten?

Intergruppenverhalten ist nicht durch persönliche Merkmale, sondern durch die Identifikation mit der eigenen Gruppe und die Abgrenzung zu einer fremden Gruppe bestimmt.

Warum reicht eine bloße Kategorisierung oft aus, um Diskriminierung auszulösen?

Die Forschung zeigt, dass allein die Zuteilung zu einer Gruppe (auch bei minimalen Bedingungen) ausreicht, um eine Bevorzugung der eigenen Gruppe und eine Abwertung der Fremdgruppe zu erzeugen.

Wie wirkt sich die Theorie der sozialen Identität auf die Selbstbewertung aus?

Individuen streben nach einer positiven sozialen Identität, was sie dazu motiviert, ihre eigene Gruppe gegenüber anderen abzuwerten oder zu distanzieren, um sich selbst positiv hervorzuheben.

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Details

Title
Soziale Diskriminierung. Ursachen und Theorien
College
Martin Luther University  (Institut für Psychologie)
Course
Pro- und antisoziales Verhalten
Grade
1,3
Author
Anna Badstübner (Author)
Publication Year
2003
Pages
16
Catalog Number
V36263
ISBN (eBook)
9783638359313
ISBN (Book)
9783656630708
Language
German
Tags
Soziale Diskriminierung Pro- Verhalten
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Anna Badstübner (Author), 2003, Soziale Diskriminierung. Ursachen und Theorien, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/36263
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