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Rezension des Buches Emmanuel Todd: Weltmacht USA - Ein Nachruf

Title: Rezension des Buches Emmanuel Todd: Weltmacht USA - Ein Nachruf

Literature Review , 2004 , 12 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Andreas Schiel (Author)

Politics - Political systems in general and in comparison
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Einleitung

„Die USA beherrschen längst nicht mehr die Welt, sie sind dabei die Kontrolle zu verlieren. Noch vor einem Angriff auf den Irak könnte die Auflösung des amerikanischen Systems beginnen.“1 schreibt Emmanuel Todd im Vorwort der deutschen Ausgabe seines 2002 veröffentlichten Buchs „Weltmacht USA – Ein Nachruf“. Die Entwicklungen in der USAußenpolitik der letzten Jahre - die verstärkte militärische Präsenz auf dem gesamten Planeten, der militärischen Konflikte in Afghanistan und Irak, das zunehmend kompromisslose Verhalten gegenüber den Verbündeten – für Todd liegt deren Ursache nicht in einer Übermacht der nunmehr einzig verbliebenen Supermacht USA, sondern in einer strukturellen Schwäche Amerikas. Der französische Historiker und Demograph geht davon aus, dass die einzigartige Machtstellung der USA ihrem Ende entgegen geht. In seinem Essay beschreibt er Amerika als ein untergehendes Imperium, das in wirtschaftliche Abhängigkeit geraten und als Weltmacht überflüssig geworden, die eigene Position weder ideell legitimieren noch militärisch ausreichend verteidigen kann. Den Krieg gegen den Terror und den Militäreinsatz im Irak sieht der Autor als verzweifelte Machtdemonstration eines de facto weit gehend machtlosen Amerikas, das ein bereits zum Untergang verurteiltes Weltreich zu retten sucht. In dieser Rezension sollen in einem ersten Teil die zentralen Thesen Todds dargestellt werden. Im Anschluss wird eine Einordnung seines Buches in den zeitgeschichtlichen und wissenschaftlichen Kontext vorgenommen, um dann im dritten Teil Hauptaussagen und Argumentationsweise zu diskutieren und zu bewerten.
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1 Todd, Emmanuel: Weltmacht USA – Ein Nachruf, Ungekürzte Taschenbuchausgabe, München 2004, S. 10

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

I Inhaltlicher Überblick

II Kontextualisierung

III Beurteilung

Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit setzt sich kritisch mit der These des französischen Autors Emmanuel Todd auseinander, welche den Niedergang der USA als Weltmacht postuliert. Ziel der Rezension ist es, Todds Argumente darzustellen, in den wissenschaftlichen Kontext einzuordnen und hinsichtlich ihrer methodischen Fundierung sowie inhaltlichen Plausibilität kritisch zu bewerten.

  • Analyse der strukturellen Schwäche der USA (ökonomisch und politisch)
  • Diskussion des Konzepts des „theatralischen Militarismus“
  • Kritische Würdigung der Prognose einer weltweiten Demokratisierung
  • Bewertung der wissenschaftlichen Argumentationsweise Todds
  • Einordnung der Arbeit in das Spannungsfeld transatlantischer Beziehungen

Auszug aus dem Buch

I. Inhaltlicher Überblick

Das heutige Amerika ist eine Supermacht im Niedergang, so Emmanuel Todds Eingangsthese. Nicht etwa unbegrenzte Machtfülle, sondern eine Existenz bedrohende Schwäche kennzeichne den Zustand der USA.

Um den Blick auf die von ihm konstatierte strukturelle Schwäche Amerikas freizulegen, macht sich Todd zunächst daran, das Bild der omnipräsenten und omnipotenten USA zu demontieren. Die weltweite Militärpräsenz Amerikas im Zuge des Kriegs gegen den Terror und der gegen den Widerstand zahlreicher Verbündeter und der UNO durchgeführte Irakkrieg sind seiner Ansicht nach kein Beweis der Unabhängigkeit und Stärke Amerikas, sondern Teil eines Konzepts des „theatralischen Militarismus“, der die Schwäche Amerikas durch die Demonstration militärischer Macht zu kaschieren sucht. Der weltweite Terrorismus werde als Bedrohung weit übertrieben und instrumentalisiert, um die jüngsten US-Militäreinsätze zu rechtfertigen. Diese, so Todd, richten sich bewusst gegen weit gehend wehrlose Staaten wie Afghanistan oder den Irak, um gefahrlos aber eindrucksvoll militärische Macht zu demonstrieren.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Die Einleitung führt in die Kernthese von Emmanuel Todd ein, wonach die USA als untergehendes Imperium agieren, das durch strukturelle Schwächen in eine imperiale Machtposition gezwungen wird.

I Inhaltlicher Überblick: Dieses Kapitel fasst Todds Argumente zusammen, insbesondere die Annahme einer ökonomischen Krise und den „theatralischen Militarismus“ als Versuch, die schwindende globale Vormachtstellung zu kaschieren.

II Kontextualisierung: Hier wird Todds Werk als politisches Essay eingeordnet, das in der Tradition amerika-skeptischer Gaullisten steht und eine Antwort auf die Debatten nach dem 11. September liefert.

III Beurteilung: In diesem Abschnitt erfolgt eine kritische wissenschaftliche Auseinandersetzung mit der methodischen Vorgehensweise des Autors, wobei insbesondere das fehlende theoretische Gerüst und die mangelnde empirische Belegung bemängelt werden.

Fazit: Das Fazit resümiert, dass das Buch zwar neue Perspektiven eröffnet, aber aufgrund der populistischen Komplexitätsreduktion und fehlender wissenschaftlicher Stringenz nicht als fundierte Fachpublikation gelten kann.

Schlüsselwörter

USA, Weltmacht, Niedergang, Emmanuel Todd, Demokratisierung, theatralischer Militarismus, Außenpolitik, transatlantische Beziehungen, ökonomische Abhängigkeit, Weltreich, Hegemonie, internationale Politik, Rezension, Imperium.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der vorliegenden Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit ist eine Rezension des Buches „Weltmacht USA – Ein Nachruf“ von Emmanuel Todd und prüft dessen Thesen über den vermeintlichen Niedergang der USA als Supermacht.

Welche zentralen Themenfelder werden in der Rezension behandelt?

Im Zentrum stehen die ökonomische Abhängigkeit der USA, die Rolle des Militärs im „War on Terror“ sowie die ideologische Legitimation der amerikanischen Vormachtstellung.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die Thesen von Todd darzustellen, sie in einen wissenschaftlichen Kontext einzuordnen und ihre Qualität als wissenschaftliche Analyse kritisch zu hinterfragen.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Rezensent?

Der Rezensent nutzt eine methodisch-kritische Textanalyse, um Todds Argumentation auf ihre innere Konsistenz, empirische Belegbarkeit und theoretische Fundierung hin zu untersuchen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit thematisiert?

Der Hauptteil gliedert sich in einen inhaltlichen Überblick, eine historische Kontextualisierung der Debatte und eine kritische Bewertung der Argumentationsstrategien des Autors.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Hegemonie, theatralischer Militarismus, Demokratischer Frieden und ökonomische Krise.

Wie bewertet der Autor die Prognosen von Emmanuel Todd bezüglich Russlands?

Der Rezensent sieht Todds Vorhersagen für eine „goldene, demokratische Zukunft“ Russlands als hoch spekulativ und kaum empirisch fundiert an, wobei er dem Autor eine verzerrte Wahrnehmung vorwirft.

Warum wird das Buch von Todd laut Rezension nicht als seriöse Fachpublikation eingestuft?

Das Buch wird als politisches Essay kritisiert, da es unpräzise Theorieansätze willkürlich kombiniert, empirische Belege vernachlässigt und die komplexen internationalen Beziehungen auf eine populistisch zugespitzte Schwarz-Weiß-Malerei reduziert.

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Details

Title
Rezension des Buches Emmanuel Todd: Weltmacht USA - Ein Nachruf
College
Free University of Berlin  (Otto-Suhr-Institut für Politikwissenschaft)
Grade
1,0
Author
Andreas Schiel (Author)
Publication Year
2004
Pages
12
Catalog Number
V36273
ISBN (eBook)
9783638359412
Language
German
Tags
Rezension Buches Emmanuel Todd Weltmacht Nachruf
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Andreas Schiel (Author), 2004, Rezension des Buches Emmanuel Todd: Weltmacht USA - Ein Nachruf, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/36273
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