Einleitung
„I want it all and I want it know!“ Queen
Diese Strophe, die einst die Popgruppe Queen sang, drückt die Lebenseinstellung vieler deutscher Jugendlicher in der heutigen Zeit aus. Die Lust auf Genuss, Spaß und Konsum prägen den Alltag. Seit den 1950er Jahren haben sich Werte und Einstellungen gravierend verändert. Aus diesen Veränderungen resultiert eine Zunahme von Entscheidungsmöglichkeiten in vielfältigen Lebensbereichen. Dadurch wurde eine Individualisierung und Pluralisierung von Lebensstilen ermöglicht1. Diese Wandlung schlägt sich auch in einer Veränderung des Lebensstils der heutigen Generationen nieder. Lebensstile werden insbesondere über den Konsum von Gütern und Dienstleistungen repräsentiert. Die symbolische Bedeutung des Konsums wächst stetig2. Besonders Jugendliche leben heute nach anderen Vorstellungen als ihre Eltern oder Großeltern. Diese Entwicklung wird verstärkt durch die gezielte Bewerbung von Kinder und Jugendlichen durch die Werbeindustrie. Werbestrategen haben aktuell nicht nur die sog. Skippies (schoolkids with income and purchase power) im Visier sondern auch schon jüngere Zielgruppen werden genau analysiert und beworben3. Doch zunehmende Ver- und Überschuldung von Jugendlichen lässt erahnen, dass eine Aufklärung über die Werbeindustrie, ebenso wie ein verantwortungsvoller Umgang mit Geld und Konsum derzeit nicht ausreichend vermittelt wird4.
Unsere Gesellschaft ist eine Konsumgesellschaft. Zumindest konsumieren alle kräftig mit: Die, die es sich erlauben können und die die es sich nicht erlauben können, aber mithalten wollen. „Ohne Moos nichts los“ lautet die Devise. Jugendliche haben es besonders schwer in unserer Konsumgesellschaft nicht vom richtigen, d.h. in diesem Falle vom schuldenfreien Weg abzukommen. In den Medien häufen sich in den letzten Jahren die Beiträge über ver- und sogar überschuldete Jugendliche. Die vorliegende Arbeit beleuchtet die Problematik der Verschuldung bei Jugendlichen und beschäftigt sich mit der Analyse der tatsächlichen finanziellen Situation der Jugendlichen in Deutschland. Welche finanziellen Mittel stehen Jugendlichen heute zur Verfügung und wofür verwenden sie diese? Wie groß ist der Anteil der verschuldeten Jugendlichen und für welche Güter begeben sich die Jugendlichen in die Verschuldung oder sogar die Überschuldung? All diese Fragen stellen sich in Verbindung mit dem in den Medien publizierten Bild der Jugendverschuldung in Deutschland...
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Finanzieller Status von Jugendlichen
2.1 Das Diskretionäre Einkommen
3 Wofür geben die Jugendlichen ihr Geld heute aus?
4 Verschuldung und Überschuldung von Jugendlichen
4.1 Ursachen für Verschuldung der Jugendlichen
4.2 Schuldenfalle Handy
4.3 Bei wem haben die Jugendlichen Schulden?
5 Auswege aus der Verschuldung
5.1 Schuldenprävention als Unterrichtsinhalt
6 Fazit
7 Literatur
Anhang
Zielsetzung und Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die finanzielle Situation deutscher Jugendlicher sowie die Problematik der Verschuldung und Überschuldung in dieser Altersgruppe. Dabei werden die Einkommensverhältnisse, Konsumgewohnheiten und die Hintergründe der Schuldenentstehung beleuchtet, um Ansätze für eine effektive Schuldenprävention aufzuzeigen.
- Analyse des finanziellen Status und des diskretionären Einkommens Jugendlicher.
- Untersuchung von Konsumverhalten und Konsumausgaben.
- Identifikation der Ursachen für die Entstehung von Verschuldung und Überschuldung.
- Betrachtung von Entschuldungsstrategien und Präventionsmaßnahmen im Bildungskontext.
Auszug aus dem Buch
1 Einleitung
„I want it all and I want it know!“
Queen
Diese Strophe, die einst die Popgruppe Queen sang, drückt die Lebenseinstellung vieler deutscher Jugendlicher in der heutigen Zeit aus. Die Lust auf Genuss, Spaß und Konsum prägen den Alltag.
Seit den 1950er Jahren haben sich Werte und Einstellungen gravierend verändert. Aus diesen Veränderungen resultiert eine Zunahme von Entscheidungsmöglichkeiten in vielfältigen Lebensbereichen. Dadurch wurde eine Individualisierung und Pluralisierung von Lebensstilen ermöglicht. Diese Wandlung schlägt sich auch in einer Veränderung des Lebensstils der heutigen Generationen nieder.
Lebensstile werden insbesondere über den Konsum von Gütern und Dienstleistungen repräsentiert. Die symbolische Bedeutung des Konsums wächst stetig. Besonders Jugendliche leben heute nach anderen Vorstellungen als ihre Eltern oder Großeltern. Diese Entwicklung wird verstärkt durch die gezielte Bewerbung von Kinder und Jugendlichen durch die Werbeindustrie. Werbestrategen haben aktuell nicht nur die sog. Skippies (schoolkids with income and purchase power) im Visier sondern auch schon jüngere Zielgruppen werden genau analysiert und beworben. Doch zunehmende Ver- und Überschuldung von Jugendlichen lässt erahnen, dass eine Aufklärung über die Werbeindustrie, ebenso wie ein verantwortungsvoller Umgang mit Geld und Konsum derzeit nicht ausreichend vermittelt wird.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik des Jugendkonsums ein und beleuchtet den Wandel der Lebensstile sowie die zunehmende Verschuldung Jugendlicher durch aggressive Werbestrategien.
2 Finanzieller Status von Jugendlichen: Das Kapitel definiert den Begriff Jugend und bietet eine detaillierte Analyse der monatlichen Einkünfte sowie der Kaufkraft nach Status, Alter und Geschlecht.
2.1 Das Diskretionäre Einkommen: Hier wird untersucht, wie viel Geld den Jugendlichen nach Abzug notwendiger Fixkosten tatsächlich zur freien Verfügung steht und von welchen Faktoren diese Spielräume abhängen.
3 Wofür geben die Jugendlichen ihr Geld heute aus?: Dieses Kapitel differenziert zwischen rationalem, demonstrativem und kompensatorischem Konsumverhalten und erläutert die bevorzugten Konsumgüter der Jugendlichen.
4 Verschuldung und Überschuldung von Jugendlichen: Es werden die Hintergründe und Definitionen von Verschuldung und Überschuldung bei jungen Menschen sowie statistische Umfänge nach verschiedenen Kriterien dargestellt.
4.1 Ursachen für Verschuldung der Jugendlichen: Dieses Kapitel analysiert die Auslöser für Verschuldung, wobei der Einfluss von Werbung, veränderten Lebensstilen und mangelnder Wirtschaftsplanung im Vordergrund steht.
4.2 Schuldenfalle Handy: Hier wird die spezifische Rolle des Handys als möglicher Schuldenfaktor im Vergleich zu anderen Anschaffungen sowie die Reaktion der Anbieter auf diese Problematik beleuchtet.
4.3 Bei wem haben die Jugendlichen Schulden?: Dieses Kapitel gibt Aufschluss darüber, bei welchen Schuldenträgern – etwa Eltern, Freunden oder Kreditinstituten – Jugendliche ihre Verbindlichkeiten aufnehmen.
5 Auswege aus der Verschuldung: Es werden Strategien diskutiert, wie Jugendliche der Schuldenfalle entkommen können, wobei der Fokus auf Ausgabenreduzierung und Einnahmensteigerung liegt.
5.1 Schuldenprävention als Unterrichtsinhalt: Dieses Kapitel thematisiert die Notwendigkeit und Umsetzung von Präventionsprogrammen im schulischen Umfeld zur Förderung der Finanzkompetenz.
6 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und betont die Dringlichkeit, Jugendliche durch Bildung und Beratung zu einem bewussten Umgang mit Geld zu befähigen.
7 Literatur: Ein Verzeichnis der verwendeten Quellen und weiterführenden Literatur.
Anhang: Dieser Abschnitt bietet praktische Beispiele für Unterrichtseinheiten zur ökonomischen Bildung und zur Budgetplanung.
Schlüsselwörter
Jugendliche, Verschuldung, Überschuldung, Konsumverhalten, Kaufkraft, Finanzielle Bildung, Schuldenprävention, Taschengeld, Werbung, Konsumgesellschaft, Diskretionäres Einkommen, Haushaltsführung, Markenbindung, Handy, Budgetplanung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die finanzielle Lebenssituation deutscher Jugendlicher zwischen 15 und 24 Jahren, analysiert die Ursachen und Ausmaße ihrer Verschuldung und diskutiert Möglichkeiten der Prävention.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind der finanzielle Status, das Konsumverhalten, die Ursachen von Verschuldung sowie Strategien zur Entschuldung und zur schulischen Präventionsarbeit.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, ein Verständnis für das Zustandekommen der Verschuldung bei Jugendlichen zu schaffen und Wege aufzuzeigen, wie durch Bildung und Aufklärung das Überschuldungsrisiko minimiert werden kann.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Analyse von Literatur, Forschungsstudien und statistischen Daten, beispielsweise des Instituts für Jugendforschung und der Schuldnerberatungsstellen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil behandelt die Kaufkraft, die verschiedenen Formen des Konsums, die Faktoren der Verschuldung (wie Handy und Markenartikel), die Rolle der Kreditgeber sowie konkrete Strategien und Lehrmodule zur Prävention.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Jugendliche, Verschuldung, Konsum, Finanzielle Bildung, Prävention, Budgetplanung, Markenbindung.
Warum wird das Handy in einem eigenen Kapitel als Schuldenfalle thematisiert?
Das Handy nimmt eine Sonderstellung ein, da es für Jugendliche ein zentrales Kommunikations- und Statussymbol darstellt und durch unvorhersehbare Kosten, etwa bei Klingeltönen oder SMS, ein hohes Risiko für die Verschuldung bietet.
Warum gelten laut Arbeit Eltern als Hauptschuldenträger?
Da Jugendliche oft noch keine eigenen Kredite bei Banken aufnehmen können, greifen sie bei finanziellen Engpässen bevorzugt auf Unterstützung aus dem familiären Umfeld zurück, was die Eltern zu den primären Kreditgebern macht.
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- N. Hoffmeister (Author), 2005, Verschuldung bei Jugendlichen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/36286