Beobachtungen zum Lernen am Fall Kaspar Hauser


Hausarbeit, 2004

18 Seiten, Note: 2,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Vorwort

2. Kurzbiographie Kaspar Hausers

3. „Lernen“
3.1. Was bedeutet eigentlich „etwas lernen“?
3.2. Entwicklungsstadien von Kindern

4. Kaspar Hausers Lernverhalten und dessen Erfolge

5. Literaturverzeichnis

1. Vorwort

Diese Hausarbeit thematisiert das Leben Kaspar Hausers, der trotz jahrelanger Isolation und fehlender menschlicher Kontakte viele andere Personen nach seinem Auffinden an Lernwillen, Ehrgeiz und unerschöpflicher Wissbegierde übertraf und dennoch für seine Fortschritte und seine enorme Entwicklung in der menschlichen Gesellschaft mit dem Tod bestraft wurde.

Zu Beginn dieser Arbeit werde ich die Person Kaspar Hauser anhand einer Kurzbiographie darstellen und einige Fragen bezüglich seines Lebenslaufs klären. Wer war er überhaupt, wie lebte er und wie kam es zu seinem Ausschluss von jeglichen sozialen Kontakten?

Des Weiteren möchte ich zum grundlegenden Verständnis der Lernerfahrungen von Kaspar Hauser darlegen, was Lernen überhaupt bedeutet, wie man lernt und welche Lernstadien Kinder durchlaufen, die in Kontakt mit anderen Menschen aufwachsen und positiv gefördert werden. Somit können diese Entwicklungsphasen mit denen Hausers verglichen werden und seine Rückstände nach der Befreiung aus dem Kerker verdeutlicht werden.

Abschließend werde ich auf das Lernen Kaspar Hausers an sich eingehen und über seine Fortschritte, Lernerfahrungen und Entwicklungen seit seiner Einführung in die damalige Gesellschaft berichten.

Die hauptsächlichen Quellen meiner Hausarbeit stammen aus dem Buch Kaspar Hauser, das Kind von Europa von Johannes Mayer, der die wichtigsten Schriften und Berichte von Personen, die Hauser nahe standen, zusammen getragen hat und somit umfassend über die Aufsehen erregende Geschichte erzählen konnte und mir mit seinem Buch eine große Hilfe war, um einen Überblick über die Fülle von Erzählungen zu erhalten.

2. Kurzbiographie Kaspar Hausers

Am 26. Mai 1828, es war der zweite Pfingsttag, entdeckte ein Bürger auf dem Unschlittplatz in Nürnberg einen Jungen, der „einem Betrunkenen ähnlich“[1], am Tor stand und schwankend versuchte, durch die Stadt zu gehen. Er war kaum in der Lage einen Fuß vor den anderen zu setzen und seine Beine unter Kontrolle zu halten. Für die Pfingsttage war dieses Verhalten nicht besonders auffällig, da viele Bewohner der Stadt Nürnberg zu dieser Zeit von den Kneipen nach Hause torkelten. Erst nach einer Weile näherte sich der erwähnte Bürger dem Jungen, der ihm sofort einen Brief entgegenhielt. Der Adressat war der Rittmeister des 4. Eskadron[2] mit Namen Wessenig, wo der Fremdling auch umgehend hingebracht wurde.

Dort angekommen wurde der Fremdling von den Bediensteten des Hauses Wessenig intensiv befragt, wo er herkomme, wer er sei und was er möchte. Doch sie bekamen keine Antwort außer die Worte: „Ä sechtene möchte ich wähn, wie mei Vottä wähn is.“[3] Übersetzt heißt dies so viel wie, „Ein Reiter möchte ich werden, wie mein Vater gewesen ist.“

Schließlich gaben sie die Befragung auf und versorgten ihn mit Brot und Wasser, da dies das Einzige war, was er als Nahrung zu sich nehmen wollte. Völlig erschöpft schlief er im Pferdestall ein.

Am nächsten Tag wurde der Findling zum Polizeipräsidium gebracht, da im Hause des Rittmeisters niemand mehr Verwendung für ihn hatte. Dort konzentrierte man sich auf den mitgegebenen Brief, der einige Aufschlüsse über die Herkunft des Jungen erbrachte. Er sei am 30. April 1812 geboren und einem Tagelöhner vor die Tür gelegt worden, der ihn zwar taufen ließ, aber selbst nicht über genügend finanzielle Mittel verfügte, um noch ein Kind groß zu ziehen. Der Findling trage des Weiteren den Namen Kaspar Hauser und sei seit 1812 nicht mehr aus dem Haus gekommen.

Daraufhin gaben ihm die Polizeibeamten einen Stift, da sie vermuteten, dass der Junge eventuell taub sei. In leserlicher Schrift schrieb er seinen Namenszug „Kaspar Hauser“ – sein nun offizieller Name.

Nach einigen Vernehmungen und Untersuchungen durch den Bürgermeister Jakob Friedrich Binder und den Stadtgerichtsarzt Dr. P. S. K. Preu beginnt Professor Georg Friedrich Daumer mithilfe der Vermittlung Gottlieb von Tuchers seinen Unterricht im Stadtgefängnis, wo sich Kaspar ab sofort aufhält. Erst am 18. Juli 1828 zieht er in Daumers Wohnung, in der nach einer Erkrankung Kaspars der Unterricht fortgesetzt wird.

[...]


[1] Mayer, Johannes: Kaspar Hauser, das Kind von Europa, Stuttgart: Urachhaus, 1984, Seite 19

[2] kleinste Truppeneinheit der Kavallerie, heute als eher Schwadron bezeichnet

[3] Mayer, Seite 19

Ende der Leseprobe aus 18 Seiten

Details

Titel
Beobachtungen zum Lernen am Fall Kaspar Hauser
Hochschule
Bergische Universität Wuppertal
Veranstaltung
Übung zur Vorlesung "Einführung in die allgemeine Pädagogik"
Note
2,0
Autor
Jahr
2004
Seiten
18
Katalognummer
V36296
ISBN (eBook)
9783638359610
ISBN (Buch)
9783638929738
Dateigröße
576 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Beobachtungen, Lernen, Fall, Kaspar, Hauser, Vorlesung, Einführung, Pädagogik
Arbeit zitieren
Julia Klewin (Autor), 2004, Beobachtungen zum Lernen am Fall Kaspar Hauser, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/36296

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