Einleitung
Besonders in Zeiten schwachen Wirtschaftswachstums sind Unternehmen gezwungen, den Profit durch Effizienzsteigerung aufrechtzuerhalten bzw. zu erhöhen. Zeit, Qualität und Kosten sind drei Erfolgsfaktoren, die über Erfolg oder Misserfolg von Unternehmen entscheiden können. Die Logistik beeinflusst diese Faktoren stark. Sie hat wesentlichen Anteil daran, dass den Kunden Produkte mit kundengerechter Funktionalität und Qualität zu marktgerechten Preisen und zum richtigen Zeitpunkt angeboten werden können. Die Ausrichtung der Unternehmen mit der Bestrebung zur Bestandssenkung und Reduzierung der Durchlaufzeiten, verbunden auf zeitnahe Kundewünsche, hat in ihrer Entwicklung zum Konzept des Supply Chain Management (SCM) geführt. SCM beschäftigt sich mit der Koordination des innerbetrieblichen Auftragsdurchlaufs und der überbetrieblichen Lieferkette und geht damit über die unternehmensbezogene Betrachtungsweise hinaus. Der Erfolg eines Unternehmens und seine Wettbewerbsfähigkeit hängen von der Zusammenarbeit mit den Unternehmen, die sich in derselben Wertschöpfungskette bzw. in demselben Netzwerk befinden, ab. Die Betrachtung von ausschließlich internen Organisations- und Prozessstrukturen allein, reicht für Unternehmen um marktfähig zu bleiben nicht aus.
Die vorliegende Arbeit gibt eine systematische Einführung in die wesentlichen Grundlagen des Supply Chain Management. Dabei sollen im ersten Teil das Prinzip und die Notwendigkeit des Managements und dessen Einordnung in die betriebswirtschaftlichen Prozesse geklärt werden. Wie Supply Chain Management in Unternehmen realisiert werden kann und welche Softwarelösung die SAP AG dafür anbietet, soll der zweite Teil der Arbeit zeigen. Abschließend wird noch einmal kurz auf den Entwicklungsstand und auf die derzeitigen Umsetzungsschwierigkeiten eingegangen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Erfolgsfaktor Supply Chain Management
2.1 SCM - Definition, Aufgaben und Ziele
2.1.1 Definition
2.1.2 Aufgaben und Ziele
2.2 Das SCM Konzept
2.2.1 Der Bull-Whip-Effekt als Herausforderung für Supply Chains
2.3 Einordnung in die betriebswirtschaftliche Logistikkonzeption
3 Referenzmodelle für das Supply Chain Management
4 Die Rolle der IT beim SCM
4.1 Anwendungssysteme des SCM
4.1.1 Von MRP zu SCM
4.1.2 Integration unternehmensinterner Softwaresysteme
4.1.3 Integration unternehmensexterner Softwaresysteme
4.2 Die Supply Chain Management Initiative der SAP AG
4.3 Supply Chain Prozesse mit SAP APO
5 Realisierungshürden im Supply Chain Management
6 Fazit zum SCM als Erfolgsfaktor
Zielsetzung und Themenbereiche
Die vorliegende Seminararbeit verfolgt das Ziel, eine systematische Einführung in die Grundlagen des Supply Chain Management (SCM) zu geben. Dabei wird die Notwendigkeit des Konzepts im modernen Wettbewerb analysiert, dessen Einordnung in die betriebswirtschaftliche Logistik erläutert sowie die zentrale Rolle der Informationstechnologie – insbesondere am Beispiel von SAP-Softwarelösungen – untersucht.
- Grundlagen, Definition und strategische Bedeutung des SCM
- Methodische Einordnung in betriebswirtschaftliche Logistikkonzepte
- Referenzmodelle für das Supply Chain Management (z. B. SCOR-Modell)
- Die Rolle der Informationstechnologie und Software-Architekturen (SAP APO)
- Herausforderungen und Realisierungshürden bei der SCM-Implementierung
Auszug aus dem Buch
2.1.1 Definition
Im Vergleich zur Entstehung vieler anderer Managementkonzepte wurde SCM nicht von der Wissenschaft initiiert, sondern entstand aus den Bedarfen in der Praxis. In den 1980er Jahren verwendeten amerikanische Beratungsunternehmen erstmals den Begriff des SCM. Im Jahr 1990 begann die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit dem SCM als erstmals Cooper/Ellram sich mit dem Unterschied traditioneller Logistikkonzepte des Materialflusses und dem damit verbundenen Informationsfluss auseinander setzten.
Die Definition des Begriffs SCM ist sehr problematisch. Die Diskussion vieler Autoren um die definitorische Einordnung des SCM als Bestandteil der Logistik oder als eigenständiges, über die Logistik und das Logistikmanagement hinausgehendes Konzept, verdeutlicht die Problematik. Die deutsche Literatur erkennt im Wesentlichen das Supply Chain Management als Objekt der Logistik an, was in Abschnitt 2.2 noch einmal verdeutlicht wird. Vertreter dieser Ansicht ist unter anderem Dietger Hahn:
„Supply Chain Management ist die Planung, Steuerung und Kontrolle des gesamten Material- und Dienstleistungsflusses, einschließlich der damit verbundenen Informations- und Geldflüsse, innerhalb eines Netzwerkes von Unternehmungen und deren Bereiche, die im Rahmen von aufeinanderfolgenden Stufen der Wertschöpfungskette an der Entwicklung, Erstellung und Verwertung von Sachgütern und/oder Dienstleistungen partnerschaftlich zusammenarbeiten, um Effektivitäts- und Effizienzsteigerungen zu erreichen.“
Supply Chain Management ist damit die bis heute umfassendste Art der Logistikplanung.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Bedeutung von Logistik und SCM als Erfolgsfaktoren in Zeiten wirtschaftlicher Herausforderungen ein und skizziert den Aufbau der Arbeit.
2 Erfolgsfaktor Supply Chain Management: Das Kapitel erläutert das SCM-Konzept als Antwort auf den globalen Wettbewerb und behandelt zentrale Aspekte wie den Bull-Whip-Effekt sowie die theoretische Einordnung.
3 Referenzmodelle für das Supply Chain Management: Hier werden übergeordnete Modelle wie das SCOR-Modell vorgestellt, die zur Standardisierung und effizienten Gestaltung von Supply-Chain-Prozessen dienen.
4 Die Rolle der IT beim SCM: Dieses Kapitel analysiert die technologischen Voraussetzungen, die Rolle von Anwendungssystemen wie SAP APO und die notwendige Integration interner und externer IT-Systeme.
5 Realisierungshürden im Supply Chain Management: Die Arbeit beleuchtet hier die praktischen Implementierungsschwierigkeiten, insbesondere hinsichtlich komplexer IT-Landschaften und fehlender Kooperationsbereitschaft.
6 Fazit zum SCM als Erfolgsfaktor: Das Fazit fasst die Potenziale von SCM zusammen, hebt die Bedeutung von IT-Lösungen hervor und identifiziert den zukünftigen Fokus auf CRM und SRM.
Schlüsselwörter
Supply Chain Management, SCM, Logistik, Wertschöpfungskette, SAP APO, SCOR-Modell, Bull-Whip-Effekt, Informationstechnologie, ERP, Prozessoptimierung, Unternehmensübergreifende Integration, Planung, Steuerung, Wettbewerbsfähigkeit, Implementierungshürden
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit bietet eine systematische Einführung in das Konzept des Supply Chain Management (SCM) und untersucht dessen Relevanz für den Unternehmenserfolg im Kontext der globalen Logistik.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zu den Schwerpunkten zählen die theoretischen Grundlagen des SCM, der Einsatz von Referenzmodellen wie SCOR, die Bedeutung der Informationstechnologie für die Prozesssteuerung sowie die Analyse von Realisierungshürden in der Praxis.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, das Prinzip und die Notwendigkeit von SCM zu verdeutlichen sowie aufzuzeigen, wie Softwarelösungen (insbesondere SAP) bei der Realisierung von SCM in Unternehmen unterstützen können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, die verschiedene wissenschaftliche Definitionen, Referenzmodelle und praxisorientierte Studien miteinander vergleicht und in einen betriebswirtschaftlichen Kontext setzt.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung des SCM, die Vorstellung von Referenzmodellen, die technische Rolle der IT inklusive SAP APO-Architekturen sowie die kritische Betrachtung von Implementierungsproblemen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die zentralen Begriffe sind Supply Chain Management, Logistik, Prozessoptimierung, IT-Integration, SAP APO, SCOR-Modell und Realisierungshürden.
Warum ist der "Bull-Whip-Effekt" für SCM so relevant?
Der Bull-Whip-Effekt beschreibt die Verstärkung von Nachfrageschwankungen entlang der Lieferkette. Das SCM ist genau darauf ausgelegt, durch Transparenz und verbesserte Informationsflüsse diesem Effekt entgegenzuwirken.
Warum setzt SAP bei SCM-Lösungen auf den "liveCache"?
Der liveCache wird genutzt, um planungsrelevante Daten im Hauptspeicher zu halten, wodurch zeitintensive Lese- und Schreibzugriffe auf die klassische Datenbank entfallen, was die Performance für komplexe Optimierungen steigert.
- Quote paper
- Jens Wohllebe (Author), 2004, Supply Chain Management, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/36311