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Sport und Bewegung bei depressiver Erkrankung

Titel: Sport und Bewegung bei depressiver Erkrankung

Examensarbeit , 2000 , 95 Seiten , Note: 1

Autor:in: Katrin C. Schiek (Autor:in)

Sport - Sportmedizin, Therapie, Ernährung
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Eine 38-Jährige Patientin, von Beruf Hausfrau, leidet seit 8 Jahren an depressiven Verstimmungszuständen und war wegen dieser Beschwerden bereits mehrfach in stationärer Behandlung. Zuletzt wurde sie zur Elektrokonvulsionsbehandlung „wegen einer therapieresistenten Depression“ eingewiesen. Seit einigen Monaten litt sie unter einer beständigen Verschlechterung ihres Befindens mit Antriebslosigkeit, starken Zukunftsängsten, Freudlosigkeit, niedergedrückter Stimmung, Konzentrationsstörung und suizidalen Gedanken. Frau H. begann 32 Tage nach ihrer Aufnahme mit einem Sporttherapieprogramm, das sich aus Gymnastik, Spielen, Stretching, Körperwahrnehmung und einem Ausdauerprogramm zusammensetzte. Die Patientin kam beim ersten Mal mit weinerlicher Stimmung in die Sporthalle, äußerte, sie hätte nie Sport getrieben und hätte davor auch besondere Angst. Ihr wurde vom Sporttherapeuten erklärt, sie hätte nichts zu tun, was sie nicht möchte, sie könne auch am Rand sitzen und zuschauen. Daraufhin nahm sie teil und setzte sich nach der Hälfte der Stunde zu einer kurzen Pause auf die Bank. Im Ausdauerbereich hatte sie aufgrund ihres starken Übergewichtes Schwierigkeiten, so daß es niedriger dosiert wurde, um das Erreichern der Pulsgrenze herauszuzögern. Bereits in der zweiten Woche berichtete die Patientin, daß sie keine Angst mehr vor dem Sport habe, daß ihre Kopfschmerzen viel weniger wurden und sie zudem besser schlafe. Nach dreieinhalb Wochen Sporttherapie ging es ihr so gut, daß sie nach Hause drängte. Sie konnte nach 4 Wochen in „gut gebessertem Zustand“ entlassen werden. Auch 24 Monate nach der Aufnahme äußerte sie, daß sie sich „sehr wohl und ausgeglichen“ fühle.
(Daten aus HUBER 1988, S. 227)

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

I. Depression

1.1 Terminologie

1.2 Historischer Hintergrund der Depression

1.3 Klassifikation/ diagnostische Einordnung

1.4 Epidemiologie

1.5 Ätiologie: verschiedene Ansätze

1.5.1 Psychologische Ansätze

1.5.1.1 Lerntheoretische Ansätze

1.5.1.2 Kognitive Ansätze

1.5.1.3 Psychoanalytische Ansätze

1.5.1.4 Psychosoziale/Psychogenetische Ansätze

1.5.2 Somatische Ansätze

1.5.2.1 Hereditäre (erbbiologische) Ansätze

1.5.2.2 Psychophysiologische Ansätze

1.5.3 Integrative Ansätze

1.6 Symptomatik

1.6.1 Onset

1.6.2 Verlauf

1.6.3 Heilungschancen

1.6.4 Sterblichkeitsrate

1.7 Probleme der Diagnostik

1.8 Therapieansätze

1.8.1 Pharmakotherapie

1.8.2 Psychotherapeutische Ansätze

1.8.3 Körpertherapien

1.8.3.1 Leib – Seele – Problematik

1.8.3.2 Psychosomatik

1.8.3.3 Körperorientierte Psychotherapien

II. Sporttherapie

2.1 Begriffliche Eingrenzung

2.2 Sporttherapie als integrierter Teil eines Behandlungskonzeptes für Depressionen

2.2.1 Physiologische Veränderungen durch Sport

2.2.2 Psychische Wirkung des Sports

2.2.3 Psychophysiologische Veränderungen

2.3 Inhalte

2.4 Der Sporttherapeut

2.5 Probleme

2.6 Konzeptentwurf

2.6.1 Ziel

2.6.2 Gruppenzusammensetzung

2.6.3 Umfang und Dauer

2.6.4 Aufbau

2.6.5 Inhalt

Diskussion/Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht auf Basis einer breiten theoretischen Grundlage die Möglichkeiten und Grenzen einer sporttherapeutischen Behandlung depressiver Erkrankungen. Im Zentrum steht dabei die Frage, wie Sport und Bewegung als adjuvante Methode bei der Behandlung von Depressionen integrativ eingesetzt werden können, um die therapeutische Versorgung zu optimieren.

  • Multikausale Ätiologie und Symptomatik depressiver Störungen
  • Integration sporttherapeutischer Ansätze in psychiatrische Gesamtkonzepte
  • Physiologische, psychologische und psychophysiologische Wirkmechanismen von Sport
  • Konzeptionelle Anforderungen an eine sporttherapeutische Behandlung bei Depressionen

Auszug aus dem Buch

1.8.3.1 Leib – Seele – Problematik

Alle Körpertherapien basieren auf der Vorstellung, daß Leib und Seele zwei nicht voneinander loszulösende Parameter sind, und daß daher bei der Behandlung von Krankheiten beide Größen gleichermaßen berücksichtigt werden müssen. Dieses ganzheitliche Verständnis war nicht immer selbstverständlich, sondern wurde von der klassischen Medizin über Jahre hinweg kategorisch abgelehnt. Die Trennung von Körper und Psyche in der modernen Medizin beruht auf der Vorstellung, daß Natur- und Geisteswissenschaft zwei unvereinbare Strömungen darstellen, deren Inhalte sich gegenseitig ausschließen. Das Studium geistiger und seelischer Vorgänge wurde in der Medizin lange seiner wissenschaftlichen Grundlage enthoben. Erst in den letzten Jahrzehnten kam es zu einer Annäherung und Akzeptanz des anderen Forschungszweiges durch die Erkenntnis, daß der Mensch rein physikalisch-chemisch nicht vermeßbar sei (FISCHER 1993, S. 2), und daß daher Strömungen, die von einer medizinischen – d.h. wissenschaftlichen – Sichtweise abweichen, ungerechtfertigterweise als mystisch, irrational – d.h. unwissenschaftlich – abqualifiziert werden.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Depression: Dieses Kapitel bietet einen umfassenden theoretischen Überblick über die Terminologie, Historie, Klassifikation und Ätiologie der Depression, einschließlich verschiedener psychologischer und somatischer Erklärungsansätze.

II. Sporttherapie: Dieser Abschnitt definiert die Sporttherapie als eigenständiges Verfahren und erläutert deren Integration in ein ganzheitliches Behandlungskonzept durch die Analyse physiologischer und psychischer Wirkweisen sowie konzeptioneller Überlegungen zur Durchführung.

Diskussion/Ausblick: Die Diskussion fasst den Stellenwert der Sporttherapie als kostengünstige, nebenwirkungsfreie Methode zusammen und unterstreicht die Notwendigkeit intensiverer Forschung zur Optimierung der sporttherapeutischen Praxis in der Psychiatrie.

Schlüsselwörter

Depression, Sporttherapie, Bewegungstherapie, Ätiologie, Körpertherapie, psychosomatische Medizin, psychophysiologische Veränderungen, körperliche Leistungsfähigkeit, Sozialkompetenz, Stressbewältigung, Kognition, Prävention, ganzheitliche Behandlung, Krankheitsverlauf, therapeutische Intervention.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Rolle von Sport und Bewegung als begleitende, adjuvante Therapieform bei der Behandlung von Patienten, die an depressiven Erkrankungen leiden.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder umfassen die theoretischen Hintergründe der Depression, die Analyse von Wirkmechanismen (physiologisch, psychisch, psychophysiologisch) sportlicher Aktivität und die praktische Konzeptualisierung von Sporttherapie in psychiatrischen Kontexten.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist die Untersuchung der Möglichkeiten und Grenzen sporttherapeutischer Maßnahmen, um Patienten eine ganzheitliche Unterstützung zu bieten, die über rein medikamentöse oder psychotherapeutische Ansätze hinausgeht.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?

Die Autorin stützt sich auf eine tiefgreifende Literaturanalyse und Synthese bestehender wissenschaftlicher Konzepte, Studien und theoretischer Modelle aus den Bereichen Psychiatrie, Psychologie und Sportwissenschaft.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Auseinandersetzung mit den Ursachen (Ätiologie) und der Symptomatik der Depression sowie in eine fundierte Herleitung der Sporttherapie als sinnvolles, ergänzendes Behandlungselement.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den wichtigsten Begriffen gehören Depression, Sporttherapie, psychosomatische Zusammenhänge, Wirkmechanismen, ganzheitliche Behandlung und körperorientierte Psychotherapie.

Wie beeinflusst Sport konkret das Krankheitsbild der Depression?

Sport kann laut Arbeit über verschiedene Mechanismen wie die Regulation von Botenstoffen (Monoamine, Endorphine), die Reduktion von Stresshormonen (HPA-Achse), die Verbesserung des Selbstwertgefühls und die soziale Interaktion eine positive Stimmungsaufhellung bewirken.

Warum ist die Integration von Sport in die psychiatrische Behandlung oft noch schwierig?

Trotz der positiven Evidenz wird Sport oft lediglich als Freizeitangebot missverstanden. Zudem mangelt es teilweise an einer einheitlichen theoretischen Verankerung und an spezifischen Forschungsergebnissen, die die psychiatrische Akzeptanz und systematische Implementierung erschweren.

Ende der Leseprobe aus 95 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Sport und Bewegung bei depressiver Erkrankung
Hochschule
Universität Hamburg  (Fachbereich Sportwissenschaften)
Note
1
Autor
Katrin C. Schiek (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2000
Seiten
95
Katalognummer
V36369
ISBN (eBook)
9783638360234
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Sport Bewegung Erkrankung
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Katrin C. Schiek (Autor:in), 2000, Sport und Bewegung bei depressiver Erkrankung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/36369
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Leseprobe aus  95  Seiten
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