Vulkanismus. Gefahren und Nutzen für Mensch und Natur


Hausarbeit (Hauptseminar), 2003

22 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1.) Einleitung

2.) Vulkaneruptionen und damit verbundene Gefahren

3.) Vorhersagemöglichkeiten

4.) Vulkanismus und Klima

5.) Vulkane und Menschen: Der Nutzen

6.) Abschließende Gedanken

7.) Literaturverzeichnis

1.) Einleitung

Seit Menschengedenken üben Vulkane, Vulkaneruptionen und die damit verbundenen Folgen eine besondere Faszination aus. Der Mensch hat es verstanden, Vulkane und Vulkanauswurfprodukte für seinen eigenen Nutzen zu gebrauchen, wird allerdings immer noch häufig von ihnen überlistet, da mangelnde Vorhersageformen die Bestimmung einer Vulkaneruption immer noch nahezu unmöglich machen.

Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit den Gefahren, die durch Vulkaneruptionen für Menschen und Natur auftreten, soll aber auch den für den Menschen nicht unbedeutsamen Nutzen von Vulkanen und Vulkanauswurfprodukten aufzeigen. Ebenfalls ist eine Betrachtung eines möglichen Zusammenhangs von Vulkanismus und Klima vorgesehen, sowie ein Ausblick auf mögliche Vorhersagemethoden, um ein Zusammenleben zwischen Mensch und Vulkan noch zu verbessern.

Der Verfasser dieses Aufsatzes geht davon aus, dass dem Leser die rein physikalischen und chemischen Vorgänge bei Vulkaneruptionen bekannt sind, denn diese werden in dieser Arbeit nicht noch einmal gesondert aufgezeigt und geklärt. In erster Linie sollen hier die Folgen, die nach einem Vulkanausbruch auftreten, genauer untersucht werden.

Weiterhin stellte sich bei der Bearbeitung heraus, dass es in der Literatur teilweise sehr unterschiedliche Auffassungen bezüglich eines möglichen Zusammenhangs zwischen Vulkanismus und Klima gibt. Am plausibelsten erschienen mir die Ansichten von Hans-Ulrich Schmincke, auf die sich im Wesentlichen die meisten hier getätigten Aussagen stützen.

2.) Vulkaneruptionen und damit verbundene Gefahren

Seit der Entstehung der Erde vor ca. 4,6 Milliarden Jahre hat es immer wieder Vulkaneruptionen gegeben, mal in „kürzeren, teilweise aber auch in sehr langen Abständen“[1]. Viele Wissenschaftler nehmen an, dass „pro Jahr bis zu 60 der 550 aktiven Vulkane eruptieren.“[2] Diese Zahl wird sich in den kommenden Jahrhunderten wohl kaum in ihrer „Stärke, Frequenz und Art“[3] unterscheiden. Dabei ist festzuhalten, dass jeder sechste der noch auf der Erde aktiven Vulkane bei seinen Ausbrüchen Menschenleben fordert. „Insgesamt sind bei Vulkanausbrüchen seit dem Jahre 1700 über 260.000 Menschen umgekommen.“[4] Auch vor dieser Zeit gab es einige bedeutende und berühmte Vulkanausbrüche, bei denen sogar ganze Städte verwüstet wurden. Als Stichwort sei hier die legendäre Stadt Pompeji genannt, die 79 vor Christus durch den Ausbruch des Vesuvs vollkommen zerstört wurde.

Dass Vulkaneruptionen für den Menschen gefährlich sein können, kommt ebenfalls durch die bei Ausbrüchen auftretenden Begleiterscheinungen wie „Niedrigtemperaturen, Hohe Temperaturen, Schlamm- und andere Massenströme etc.“[5] In diesem Kapitel soll nun ein Überblick über die Gefahren für den Menschen durch Vulkanausbrüche gegeben werden.

Der Grund, warum bei Vulkanausbrüchen bislang über 260.000 Menschen ums Leben gekommen sind, ist die groteske Anziehungskraft, die Vulkangebiete auf die Menschheit ausüben. Durch die fruchtbaren Böden in unmittelbarer Nähe von Vulkanen, die sich für die extensive Landwirtschaft hervorragend eignen, nimmt generell die Bevölkerungsdichte in der Nähe von Vulkanen stark zu. Dies führt unvermeidlich dazu, dass es auch in Zukunft weiterhin viele Opfer durch Vulkanausbrüche geben wird.

Beträchtlich sind auch die unterschiedlichen Todesfälle über verschiedene Jahrhunderte und Jahrzehnte. Während zwischen den Jahren 1600 und 1899, also in einem Zeitraum von 300 Jahren, ca. 186.000 Menschen durch die Folgen von Vulkaneruptionen ums Leben kamen, lag die Zahl zwischen 1900 und 1986, einem Zeitraum von 86 Jahren, schon allein bei 76.000. Im letztgenannten Zeitraum gab es auch zeitlich sehr unterschiedliche Feststellungen. Während in den 70er Jahren des 20. Jahrhunderts kein Vulkanausbruch mehr als 1000 Todesopfer forderte, kamen bei Vulkaneruptionen in den 80er Jahren über 25.000 Menschen ums Leben.[6] Diese Untersuchung zeigt deutlich, dass man nicht von einer kontinuierlichen Abnahme der Todesopfer im Laufe der Zeit sprechen kann.

Durch die bereits erwähnte groteske Faszination von Vulkangebieten und die dadurch hohe Bevölkerungsdichte hat sich im Laufe der Jahre in der Nähe von Vulkanen eine sehr gute Infrastruktur, auch in den Entwicklungsländern, entwickelt. Strom- und Kommunikationsmasten, Pipelines etc. sind bei Vulkanausbrüchen ebenfalls stark gefährdet und sorgen für zusätzliche Wiederaufbaumittel, die nach einer Eruption erbracht werden müssen. Trotzdem ist nicht unbedingt die Mächtigkeit eines Vulkanausbruchs entscheidend, wenn es um die zu beklagenden Todesopfer geht. Beim bislang größten Vulkanausbruch mit dem bislang größten Magmavolumen von 13 km³ in diesem Jahrhundert, dem Katmai 1912, kamen kaum Menschen zu Schaden, weil sich der Vulkan in fast unbewohntem Gebiet in Alaska befindet. Dagegen kamen beim Ausbruch des Mt. Pelée auf Martinique im Jahre 1902 oder bei der Eruption des Nevado del Ruiz in Kolumbien 1985 jeweils über 20.000 Menschen ums Leben, obwohl je ein vergleichsweise minimales Magmavolumen von weniger als 1 km³ ausgestoßen wurde.[7] Das bei der gewaltigen Explosion des Mt. St. Helens im Jahre 1980 vergleichsweise sehr wenige Menschen ums Leben kamen, lag nicht nur an den rechtzeitig getroffenen Absperr- und Evakuierungsmaßnahmen, sondern auch daran, dass es im Umkreis von 50 Kilometern um den Vulkan nur sehr wenige besiedelte Gebiete gibt. Besondere Gefahr geht daher für die Menschen von Vulkanen, die unmittelbar in der Nähe von Großstädten stehen, aus. Beispiele hierfür sind u.a. der Fuji-san vor der Toren der japanischen Hauptstadt Tokio, der Popocatépetl in der Nähe von Mexiko-City (Mexiko), Neapel (Italien) am Fuße des Vesuvs oder Seattle (USA), welches in der Nähe des Mt. Rainier liegt.[8]

Die größten Gefahren für diese Städte, die sehr nah an vulkanischem Gebiet liegen, bestehen in den Eruptionsmechanismen, insbesondere den Massenströmen, die bei einem Vulkanausbruch vorherrschend sind. Denn alle Arten von Massenströmen besonders risikoreich und riskant, da sie sich jeweils in die Täler von Vulkanen hervorarbeiten, wo sich besonders gerne Menschen ansiedeln.[9] Bei explosiven Vulkanausbrüchen oberhalb der Subduktionszonen gibt es charakteristisch vier Arten von Auswurfprodukten. Die eigentliche AA-Lava, Ignimbrite, Pyroklastische Ströme und Lahars. Bei Ignimbrite handelt es sich um Ablagerungen von Staub und Gasen in über 800°C warmer Luft, die mit einem sehr hohen Druck und Geschwindigkeiten von mehr als 100 Metern pro Sekunde in das Tal fließen und dabei sämtliche Hindernisse wie Bäume, Häuser oder Felsen mit sich reißen können. Pyroklastische Ströme können als heiße Schlamm- und Geröllmassen definiert werden, die mit einer hohen Zerstörungskraft ebenfalls Bäume und Häuser mit sich reißen können. Die „größte und zerstörerischste Gefährdung für Menschen in Vulkangebieten geht von den Lahars aus.“[10] Lahars sind vulkanische Schutt- und Schlammströme, die im Durchschnitt noch ca. 60 Kilometer, in Ausnahmefällen sogar noch 300 Kilometer, vom eigentlichen Vulkan noch mit hohen Fließgeschwindigkeiten größere Schäden anrichten können. Das größte Gefahrenpotential liegt in der immer weiteren Aufnahme durch Wasser. Lahars bilden sich meistens dann, wenn Pyroklastische Ströme sich in Flussläufe ergießen und es zu einer Vermischung der heißen Geröll- und Schlammmassen kommt. Ca. 10 Prozent aller vulkanisch bedingten Todesfälle sind auf Lahars zurückzuführen. Besondere Gefahr besteht, wenn sich Lahars an gletscherbedeckten Vulkanen wie dem Mt. St. Helens bilden, da durch die schmitzenden Schnee- und Eismassen zusätzlich neues Fließmaterial geliefert wird.

[...]


[1] Schmincke, Hans-Ulrich: „Vulkanismus“; 2. überarbeitete Auflage, Darmstadt 2000

[2] Pichler, Hans et al.: „Vulkanismus – Naturgewalt, Klimafaktor und kosmische Formkraft“;

Heidelberg 1988

[3] Schmincke, Hans-Ulrich: „Vulkanismus“; 2. überarbeitete Auflage, Darmstadt 2000

[4] Schmincke, Hans-Ulrich: „Vulkanismus“; 2. überarbeitete Auflage, Darmstadt 2000

[5] Pichler, Hans et al.: „Vulkanismus – Naturgewalt, Klimafaktor und kosmische Formkraft“;

Heidelberg 1988

[6] Schmincke, Hans-Ulrich: „Vulkanismus“; 2. überarbeitete Auflage, Darmstadt 2000

[7] Schmincke, Hans-Ulrich: „Vulkanismus“; 2. überarbeitete Auflage, Darmstadt 2000

[8] König, Martin-Adolf: „Geologische Katastrophen und ihre Auswirkungen auf die Umwelt“; Thun

(Schweiz) 1984

[9] Schmincke, Hans-Ulrich: „Vulkanismus“; 2. überarbeitete Auflage, Darmstadt 2000

[10] König, Martin-Adolf: „Geologische Katastrophen und ihre Auswirkungen auf die Umwelt“; Thun

(Schweiz) 1984

Ende der Leseprobe aus 22 Seiten

Details

Titel
Vulkanismus. Gefahren und Nutzen für Mensch und Natur
Hochschule
Universität Duisburg-Essen  (Institut für Geographie)
Veranstaltung
Endogene Dynamik
Note
1,3
Autor
Jahr
2003
Seiten
22
Katalognummer
V36386
ISBN (eBook)
9783638360340
ISBN (Buch)
9783638653527
Dateigröße
396 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Vulkanismus, Gefahren, Nutzen, Mensch, Natur, Endogene, Dynamik
Arbeit zitieren
Jörn Finger (Autor), 2003, Vulkanismus. Gefahren und Nutzen für Mensch und Natur, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/36386

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