Spanisch und Französisch als Brückensprachen. Morphologische Sprachphänomene im Vergleich


Hausarbeit (Hauptseminar), 2014

14 Seiten, Note: 2.0

Paula W. (Autor)


Leseprobe

Gliederung:

Einleitung:

I. Hauptteil
1. Sprachkontakt.
1.1 Sprachkontakt Definition..
1.2 Sprachforschung.
1.3 Sprachphänomene Auswirkung.
2. Sprachkontakt in den romanischen Sprachen..
2.1 Rahmenbedingungen für Sprachkontakt.
2.2 Die Nominalisierung deverbale Nomen als Beispiel für ein besonderes morphologisches Sprachphänomens.
2.3 Vergleich von morphologischer Wortbildung in Spanischen und Französischen Modellen
2.4. Die Funktion der Affixe in beiden Sprachmodellen..

II. Fazit.

Literaturliste:

Einleitung:

Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit der Analyse von einem ausgewählten Sprachphänomen und stellt dessen sprachlichen Vergleich im Spanischen und im Französischen dar.

Nach Coseriu ist die Sprache,„eine allgemeine Menschliche Tätigkeit“[1]die sich nach nach drei Ebenen richtet : eine universelle, eine historische und eine Textebene ([2]) Demgemäß wird die Sprache auf unterschiedlichen Wegen realisiert. Nach Coseriu werden ferner die Sprachen aufgrund „einer bestimmten historisch gewordenen Tradition des Sprechens“ gesprochen.[3]

So können die romanischen Sprachen für einander „Brückensprachen[4]bilden. Aus dieser Kategorisierung folgt, dass sie Ähnlichkeiten mit anderen Sprachen aufweisen. Wer Französisch kennt, kann bereits grundlegende Grammatik und Wortschatzbereiche des Spanischen oder des Italienischen. Durch diese Affinitäten[5]zwischen den Sprachen, wird der Zugang zu weiteren Sprachen für den Lernenden erleichtert. Zwischen dem Französischen und dem Italienischen bestehen Beispielweise viel mehr Ähnlichkeiten als zwischen Spanisch und Latein.

Aus diesem Grund wird der Begriff Sprachkontakt im Kapitel 1 definiert, um einen Einstieg in das Thema zu gewähren. Durch diesen ersten Kontakt zu den Sprachen, soll erstens ihre Interaktion verkörpert werden. Darüber hinaus sollen auch die potentiellen Folgen diesem gegenseitigen Einfluss der Sprachen signalisiert werden. Um die Auswirkungen von Sprachen herauszuarbeiten, soll zweitens ein Einblick in die Sprachforschung gegeben werden. Hinzu werden die wichtigsten Sprachphänomene eingeführt. Drittens, sollen einige dieser Sprachphänomene näher erläutert werden um die Auswirkungen von Sprachkontakt näher auszuführen. Zu diesem Zweck, wird der Unterschied zwischen Codeswitching und Entlehnungen gezeigt.

Das zweite Kapitel dient zum ersten zur Einführung der Rahmenbedingungen im Kontext von Sprachkontakt. Zum zweiten sollen auch verschiedene Methoden eingeführt werden, um ein besseres Verständnis von Sprachphänomenen darzustellen. Weiterhin soll nach dieser methodischen Erklärung ein besonders wichtiges grammatikalisches Sprachphänomen untersucht werden. Hierfür wird ein besonderes morphologisches Sprachphänomen anhand eines Vergleiches, zwischen zwei romanischen gewählten Sprachen ausführlicher untersucht. Diesbezüglich wird die Bildung von deverbalen Nomen durch Nominalisierung im Französischen und im Spanischen verglichen. Schließlich wird noch eine Zusammenfassung dieser Ergebnisse gegeben.

Ziel dieses Vergleiches ist es sowohl Unterschiede als auch Gemeinsamkeiten im Hinblick auf Sprachkontakt herausarbeiten zu können um die Auswirkungen von Sprachkontakt wiederzugeben. Dabei soll beleuchtet werden inwiefern sich Sprachen gegenseitig beeinflussen können.

I. Hauptteil

1. Sprachkontakt

1.1 Sprachkontakt Definition

Laut Weinreich entsteht ein Sprachkontakt, wenn Sprachen miteinander verbunden sind und abwechselnd gebraucht werden[6]. Der Kontakt muss nicht zwingend durch eine Person erfolgen. Dieser kann auch bei verschiedenen Sprechenden bestehen. Interessant ist, dass der Sprechende selbst, der Ort des Sprachkontakts ist[7]. Somit gibt Weinrich eine anthropologische und psycho-linguistische Erklärung von Sprachkontakt(*). Für diese unterschiedlichen Gruppen können zunächst Sprachgrenzen genannt werden. In der bilingualen Bevölkerung werden diese Gruppen sich anders ausdrücken. Zum Beispiel werden Sie Ihre Muttersprache mit ihrer Familie bevorzugen. Jedoch, werden spanische Migranten auf Deutsch an ihrem Arbeitsplatz kommunizieren. (*)

Die Vorstellung, dass Sprachkontakt etwas Seltenes ist, wird oft vertreten. Nichts desto trotz, soll diese Einsicht nach Weinrich falsch sein. Um diese Annahme zu widerlegen, stellt er fest, dass sprachliche Phänomene heterogen sind. Zudem kann für Weinrich die Entwicklung der Sprache wie ein Phänomen interpretiert werden, das nie abgeschlossen sein kann[8]. Auch Schuchardt unterstützt Weinrichs Position, indem er behauptet, dass keine Sprache ungemischt sei[9]. Diese Vorstellungen werden von Müller widerlegt. Aus seiner Perspektive gesehen, kann es einfach keine Mischsprachen geben .[10]

Ferner existiert neben dieser psycholinguistischen Begriffsbestimmung auch eine soziolinguistische Definition von Sprachkontakt[11]. Aus dieser Erklärung ist nach Riehl zu entnehmen, dass der Sprechende selbst im Mittelpunkt steht. Dennoch werden durch diese Annahme, die Sprachen selbst ausgeschlossen[12]. In diesem Kontext vom Mehrsprachigkeit, wird zum Beispiel in Südtirol, sowohl Italienisch als auch Deutsch gesprochen.[13]

Stellt man sich das aktuelle Sprachbild vor, so spielt der Sprachkontakt Heute eine grundlegende Rolle. Durch die Interaktion zwischen den Sprachen, kann zunächst Ihre Entwicklung beobachtet werden. Infolgedessen kann sowohl das Entstehen und Vergehen von Sprachen verdeutlicht werden. Aufgrund dieser Varietäten von Sprachen, sind auch verschiedene Kontaktphänomene entstanden.

Laut Bechert[14], führt diese Entwicklung dazu, dass die Systeme dieser Sprachen nicht mehr klar unterscheidbar sind. Gleichzeitig wird auch angenommen, dass gerade durch diesen Sprachkontakt, neue Unterscheidungen vorgenommen werden können. Somit kann auch behauptet werden, dass erst durch diese gegenseitigen Einflüsse die Sprachen greifbar werden. Aus diesem Grund, kann durch diesen Einfluss die Struktur der Sprache verändert werden. Zusätzlich können diese Veränderungen auch die linguistischen und sozialen Rahmenbedingungen prägen[15]. Als Beispiel dieser Interaktion, können Sprachkompetenzen genommen werden. Wie bereits gesagt wurde, können Sprecher verschiedener Sprachen, zum Beispiel durch Entlehnung, eine verwandte Sprache verstehen.

Zusammenfassend tritt Sprachkontakt auf, wenn verschiedene Sprachen untereinander in Kontakt stehen, im mehrsprachigen Kontext. Zum einem hat der Sprachkontakt zur Zwei- oder Mehrsprachigkeit beigetragen. Zum anderen, sind durch dieser Verbreitung der Sprachen, neue Fragen/Schwierigkeiten aufgetreten. Somit ist das Verständnis von den einzelnen Systemen der Sprachen schwerer geworden. Schließlich liegt der Fokus bei dem Sprachkontakt auf den Sprachen selbst; während er bei Mehrsprachigkeit auf den Individuen gelegt wird.[16]

1.2 Sprachforschung

Sprachwechsel und Sprachmischung gehören zu den wichtigsten Sprachphänomenen. Während sich der Sprachwechsel auf die Sprache selbst bezieht, handelt es sich bei Sprachmischung um die gleichzeitige Verwendung mehrerer Sprachen in verschiedenen Kontakt-Situationen.

Auch das ständige hin und her wechseln zwischen zwei oder mehreren Sprachen in Gespräche ist eine weitere Folge von Sprachkontakt. Gardner-Chloros bezeichnet dieses Sprachphänomen als „Code- switching“[17]. Eine genaue Definition von Code-switching ist nach der Sprachforschung problematisch.

Dieser Begriff wurde ursprünglich als eine Diskursstrategie[18]eingesetzt und durch die Grammatik weiterentwickelt. Aus diesem Grund soll dieser Begriff näher untersucht werden. Darüber hinaus sollen noch die Auswirkungen von Sprachphänomenen dargestellt werden und weitere Sprachphänomene vorgestellt werden.

1.3 Sprachphänomene Auswirkung

Das Code-switching als linguistisches Phänomen wird zunächst unbewusst von den Sprechenden konstruiert. Nach Milroy, wird Code -switching[19]als das Sprachwechseln bei bilingualen oder mehrsprachigen Sprechern innerhalb eines Gespräches bezeichnet. Fraglich ist inwiefern dieser Sprachwechsel eine Auswirkung auf die Sprache selbst haben kann. Somit stellt sich die Frage ob nur einzelne Wörter oder ganze Sätze beim Code-switching verwendet werden.

Um dieses Phänomenen genauer zu untersuchen, muss dieses zunächst mit weiteren Sprachphänomenen verglichen werden. Code-switching kann Beispielweise von Entlehnungen oder Interferenzen differenziert werden. Während die Entlehnung sich nur auf ein Wort bezieht, kann laut Riel, das Code-switching verschiedene Sprachebenen beeinflussen. Demzufolge, betont Savic, dass Code-swichting nicht als isoliertes Phänomen analysiert werden kann[20]. Vielmehr, lässt sich Code-swichting nur in Verbindung mit anderen Merkmalen untersuchen.Demzufolge, müssen verschiedene Arten von Beeinflussung von Sprachen dargestellt werden.

Um diese Auswirkungen von Sprachkontakt zu erläutern, wird zunächst die Entlehnung genommen. Sie wird als eine der grundlegenden Erscheinungen im Sprachkontaktkontext angesehen. Dieses Phänomen kann in verschiedenen Gruppen unterteilt werden. Der lexikalische Lehn-Einfluss[21]wird als erstes in der Sprachforschung dargestellt und wird dann in Unterkategorien aufgeteilt.

Der Sprachkontakt kann entweder zur Lehnwörter Lehnbildungen oder Lehnbedeutungen führen[22]. Zum ersten handelt es sich um Wörter die einfach in einer Sprache übernommen wurden und der Sprache angepasst wurden. Zum Beispiel, kann diese Anpassung durch die Anwendung morphologische Regeln erfolgen. Zum zweiten, werden fremdsprachige Wörter als Vorbilder für die entlehnte Sprache genommen. Zum dritten, werden einfach neue Bedeutungen zu bereits existierenden Wörtern zugefügt[23]. Als Beispiele für diese drei Fälle können folgende Wörter genommen werden. Das Wort Fensterkommt ursprünglich aus dem Lateinischen fenestra.Aus diesem Wort, wurde das WortWolkenkratzerentlehnt. Dieses führt im Englischen zur LehnbildungSky-craper. Auch das Verb,to realizehat im Deutschen verschiedene Bedeutungen, und wird sowohl mit erkennen, wahrnehmen oder verwirklichen übersetzt.[24]

Diese Entlehnungen müssen zunächst von Code- switching unterschieden werden[25]. Zum ersten werden diese einfach in der entlehnten Sprache integriert. Folglich werden sie wie Erbwörter an der Sprache mit Flexionsregeln angepasst. Anders als Code-swichting sind diese weit verbreitet und werden somit auch von vielen Sprechern verwendet[26]. Darüber hinaus, handelt es sich bei diesen Entlehnungen nicht um ein isoliertes Phänomen von Sprachkontakt. Nichts desto trotz können auch Lehnwörter als sozio-linguistische Phänomene mit Code-switching verglichen werden. Hierfür müssen diese Lehnwörter im Mehrsprachigen Kontext in einer Sprache auftreten. Ein anderer wichtiger Unterschied zwischen diesen beiden Phänomenen ist, dass Entlehnungen verschiedene Einflüsse auf die Sprache selbst haben können. Insofern können sie neben dem lexikalischen Einfluss, auch Auswirkungen auf Syntax, Morphologie, Phonetik und Phonologie haben.[27]

[...]


[1]Coseriu (2007 : 9)

[2]Vgl., Ebs., S. 10.

[3]Ebs., ( 2007 : 9).

[4]Vgl., Bossong G., Die romanischen Sprachen : eine vergleichende Einführung . Hamburg. (2008. S. 306).

[5]Vgl., Schmidt Radefeldt, J. :Sprachwandel und SprachgeschichteTübingen. (1993, S. 277).

[6].Vgl., Weinrich :Sprachen in Kontakt(1976, S. 15).

[7].Ebs.

[8]Vgl., Riel C.M.:Sprachkontaktforschung.(.2009, S. 11).

[9]Vgl., Schuchardt (1884), zit. nach Thomason/Kaufman (1988, S. 1)

[10]Vgl., Müller (1871), zit. nach Thomason/Kaufman (1988, S. 1)

[11]Vgl , Althaus, H. P. (Hrsg.) .Lexikon der germanistischen Linguistik(1980. S. 641).

[12]Vgl., Riel C.M.:Sprachkontaktforschung.(.2009, S. 11).

[13]Vgl., Krammer, J. :Deutsch und Italienisch in Südtirol. 1981.

[14].Vgl., Bechert.(1991, S. 12)

[15]Vgl., Kuße H.Kulturwissenschaftliche Linguistik.2012

[16].Vgl., Riehl 2009

[17]Gardner-Chloros (1995 : 86)

[18]Vgl., Gumperz J. J. Studies in interactional Sociolinguistics. 1978.

[19]Vgl , Milroy, L & P. – (Hgg.) : Onespeaker, two languages : cross disciplinary perspectives on code-switching,( 1999. S.7).

[20]Vgl., Savic (1996, S. 23)

[21]Vgl., Bechert (1991, S. 69)

[22]Vgl. Weinreich (1976, S. 73)

[23]Ebd.

[24]. Vgl mit dem Online Wörterbuch des Dudens.

[25]Vgl Bechert (1991, S. 81)

[26]Ebd.

[27]Ebd. S. 27.

Ende der Leseprobe aus 14 Seiten

Details

Titel
Spanisch und Französisch als Brückensprachen. Morphologische Sprachphänomene im Vergleich
Hochschule
Universität zu Köln  (Romanisches Seminar)
Veranstaltung
Sprachkontakt, Mehrsprachigkeit, Interkulturalität
Note
2.0
Autor
Jahr
2014
Seiten
14
Katalognummer
V364450
ISBN (eBook)
9783668443853
ISBN (Buch)
9783668443860
Dateigröße
1336 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Sprachkontakt/ Nominalisierung/ Französisch und Spanisch
Arbeit zitieren
Paula W. (Autor), 2014, Spanisch und Französisch als Brückensprachen. Morphologische Sprachphänomene im Vergleich, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/364450

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