Staatsgeheimnisse. Russische Spionage in den USA während des Kalten Krieges


Hausarbeit, 2016

13 Seiten, Note: 1,7

Anonym


Leseprobe

Inhalt

1. Einleitung

2. (Staats-) Geheimnisse

3. Der Sowjetische Geheimdienst

4. Warum Agent werden?

5. Fallstudie: Robert Hanssen und Aldrich Ames

6. Geheimnisse in demokratischen und autoritären Regimen

7. Fazit

Literaturverzeichnis

Sofern sich die Bezeichnung nicht auf eine bestimmte Person bezieht, wird aus Gründen der besseren Lesbarkeit die männliche Form verwendet, die aber alle Geschlechter ein- schließt.

1. Einleitung

Sowjetische Spionage ist immer noch ein Mysterium und eine Faszi- nation für viele in der Forschung, aber auch im Alltäglichen. Viele Fil- me wurden bereits darüber gedreht und haben versucht die Sache mit Spannung anzuleiten. Doch welche Methoden nutzte eigentlich sowjetische Spionage? Was bedeutete es von Russland ausspioniert zu werden? Die Antwort darauf ist mannigfaltig und soll Ziel dieser Arbeit werden. Dabei soll der Zeitrahmen der Seminararbeit sich auf den Kalten Krieg konzentrieren. Die Spionage hat zu dieser Zeit mehr Präsenz eingenommen als heutzutage. Zudem ist der Stand der Lite- ratur deutlich besser als heutige Fälle. Dabei stellt diese Arbeit die Frage, ob sich sowjetische Spionage in gängige Theorien der Geheim- nisse und Staatsgeheimnisse einordnen lässt. Dazu ist diese Semi- nararbeit wie folgt aufgebaut.

Im ersten Teil werden die gängigen Theorien vorgestellt und ei- ne Literaturübersicht erstellt. Im weiteren Verlauf soll dann kurz ein Abriss sowjetischer Spionage im Zusammenhang mit dem Kalten Krieg erklären. Dabei werden im nächsten Schritt verschiedene Fälle aufgezeichnet, dargestellt um den Praxisbezug herzustellen. Die sow- jetische Spionage Taktik soll in diesem Teil detaillierter beleuchtet werden. Unterstützt wird dies an Beispielen von Maulwürfen oder Doppelagenten.

Im letzten Teil der Arbeit wird dann kurz der Vergleich gezogen zwischen Spionagetaktik und Motiven der Sowjetischen und der Amerikanischen Seite. Besonders hervorzuheben ist in diesem Teil die Wahrnehmung der Spionage als Bedrohung. Auf der anderen Seite aber auch die Bedeutung eines Staatsgeheimnis vor dem Hintergrund der zwei verschiedenen politischen Systeme.

2. (Staats-)Geheimnisse

Im ersten Schritt dieser Seminararbeit wird hier die Literatur reflek- tiert die sich mit dem Begriff des Geheimnisses auseinander setzt. Dabei wird ein soziologischer und sozialwissenschaftlicher Standpunkt angenommen. Um die sowjetische Spionage im späteren Verlauf bes- ser durchleuchten zu können, wird an dieser Stelle zunächst der Ver- such einer Zusammenfassung der gängigen Definitionen von Geheim- nis gewagt. Was ist also ein Geheimnis? Simmel sieht Geheimhaltung, in einer der ersten soziologischen Ausführungen zum Thema Geheim- nis, als eine "Form des Handelns, ohne die angesichts unsres sozialen Umgebenseins gewisse Zwecke überhaupt nicht erreichbar sind" (Simmel 1908, 273). Geheimnisse sind also nötig um bestimmte Ziele zu erreichen. Geheimnisse sind des Weiteren "eine Form des kommu- nikativen Handelns" (Schirrmeister 2004, 33). Dies ist einzuordnen in die Aussage, dass es immer Kommunikation gibt, auch wenn ver- meintlich geschwiegen wird. Zurückzuführen ist das auf Simmels Aus- sage unter anderem, weil ja Geheimnisse einen Zweck erfüllen. Und dies ist ebenfalls eine Art Kommunikation. Sievers hingegen sieht als zentrales Kriterium einer soziologischen Betrachtung von Geheimnis- sen das Nichtwissenlassen (vgl. Sievers 1974, 18). Ergänzend lässt sich anmerken, dass "Geheimnisse nicht (quantitativ) auf der Zahl jeweils Nichtwissender beruhen, sondern (qualitativ) auf der erfolg- reichen Verhinderung spezifischen Nachrichtenempfangs" (Wester- barkey 1991, 23). Westerbarkey bringt hier eine ganz zentrale Eigen- schaft eines Nachrichtendienstes zum Ausdruck. Darauf wird später nochmals eingegangen. Sievers hält fest, dass das "Geheimnis [...] einen wesentlichen Bestandteil aller sozialen Beziehungen dar[stellt], als es Voraussetzung der Wechselwirkung zwischen Wissenden und Nichtwissenden ist" (Sievers 1974, 11; vgl. Jütte 2011).

Es wird des Weiteren noch zwischen einfachen, offenen und re- flexiven Geheimnissen differenziert. Bei einem einfachen Geheimnis, weiß derjenige dem etwas verschwiegen wird, dass jenes Geheimnis existiert. Reflexive Geheimhaltung hingegen, zieht eine aktivere Geheimhaltung mit sich, wenn die gegenüberliegende Seite mit dem Geheimnis nicht einverstanden sein sollte.

Zudem wird noch zwischen formaler und nicht formaler Geheimhaltung unterschieden. Sievers geht so vor:

"Unter formaler Geheimhaltung soll hier eine solche Geheimhaltung verstanden werden, deren Einhaltung innerhalb einer sozialen Organisation insofern generalisiert erwartet werden kann, als sie durch die Mitgliedschaftsregeln des sozialen Systems gedeckt ist und Konsens darüber besteht, daß im Falle des Geheimnisverrats, d. h. der Nichtanerkennung oder Nichterfüllung von Geheimhaltungserwartungen, die weitere Mitgliedschaft im System riskiert bzw. gekündigt wird" (Sievers 1974, 60f).

Was hier sehr formell ausgedrückt wird, lässt sich sehr gut am Bei- spiel Edward Snowdens festmachen. Die Mitgliedschaftsregel der USA in diesem Falle war, die Dokumente über die NSA nicht zu veröffent- lich. Dies hat Snowden umgangen und musste politisches Asyl ausge- rechnet in Russland suchen, da seine „Mitgliedschaft im System ge- kündigt“ werden könnte und in seinem Fall zur Inhaftierung in den USA führen kann.

Ist es jedoch notwendig, dass Staaten Geheimnisse haben? Ein jeder überzeugter Demokrat in der heutigen Zeit würde gegenteiliges behaupten. Westbarkey sieht Geheimhaltung als Zeichen für „bedroh- te oder expansive Herrschaftsansprüche“ (1991, 231) und daher als etwas Schlechtes, welches unweigerlich die Transparenz durch den Staat als fundamentales Menschenrecht werten kann. Es gibt jedoch in der soziologischen und politischen Theorie immer wieder Stimmen, die zwar der Notwendigkeit für Transparenz moralisch zustimmen, jedoch in der Realität diese für nicht tragbar halten. Wie etwa Max Weber, der feststellt, dass "Jede auf Kontinuierlichkeit eingerichtete Herrschaft an irgendeinem entscheidenden Punkt Geheimherrschaft [ist]" (Weber 2006, 987). Sarcinelli (2009) geht sogar so weit, dass Transparenz dysfunktional sei und zu politischer Machtlosigkeit führen könne (72).

3. Der Sowjetische Geheimdienst

An dieser Stelle soll kurz der Sowjetische Geheimdienst und seine Spionagetaktik eingeführt und erläutert werden. Dabei soll im weiteren Verlauf der Seminararbeit auf bekannte und erfolgreiche Agenten in den USA eingegangen werden.

Der KGB (Komitee für Staatssicherheit) ist wohl einer der be- kanntesten Geheimdienste der Welt. Er wurde 1954 gegründet und löste sich 1991 nach Zusammenbruch der Sowjetunion auf bzw. ging in die neuen russischen Geheimdienste über. Der KGB operiert als militärischer Dienst und als unilaterale Organisation. Das heißt, an- ders als in anderen Ländern der Welt, sind hier alle Geheimdienstsek- tionen unter einem Dach. Der KGB war verantwortlich für die Abtei- lungen Innerer Nachrichtendienst, Auslandsnachrichtendienst sowie Geheimpolizei. Dabei verlässt sich der KGB vielmals auf Informatio- nen von Agenten.

Innerhalb dieser Abteilungen waren die hauptsächlichen Aufga- ben Auslandsspionage, Gegenspionage, Überwachung von Regime- gegnern im Inland sowie Schutz von Mitgliedern der Partei. Ebenfalls waren die Aufgabenfelder unterteilt in verschiedene Arten wie etwa politische, wirtschaftliche oder militärische Spionage und Missinfor- mation (Andrew/Mitrokhin 1999, 31). Hier ist wie schon bereits ange- sprochen Westerbarkeys These über Geheimhaltung des Nichtwissens ganz klar im Vordergrund. Denn auch der KGB hat durch gezielte Ge- genspionage das Abschirmen von Informationen versucht.

Spione wurden in zwei Klassifizierungen eingeteilt: Agenten, welche die Informationen lieferten und Kontrolleinheiten, die die Informationen weiter geben.

[...]

Ende der Leseprobe aus 13 Seiten

Details

Titel
Staatsgeheimnisse. Russische Spionage in den USA während des Kalten Krieges
Hochschule
Humboldt-Universität zu Berlin
Note
1,7
Jahr
2016
Seiten
13
Katalognummer
V364761
ISBN (eBook)
9783668445062
ISBN (Buch)
9783668445079
Dateigröße
392 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Agent, Robert Hanssen, Aldrich Ames, Russland, Kalter Krieg, Spionage, Geheimnis, USA, Staatsgeheimnis
Arbeit zitieren
Anonym, 2016, Staatsgeheimnisse. Russische Spionage in den USA während des Kalten Krieges, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/364761

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