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Montales Gedichte La Poesia und Le parole. Postmoderne Reflexionen über Lyrik.

Title: Montales Gedichte La Poesia und Le parole. Postmoderne Reflexionen über Lyrik.

Term Paper (Advanced seminar) , 2004 , 20 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Claudia Schnurbus (Author)

Romance Studies - Italian and Sardinian Studies
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Einleitung

Eugenio Montale ein postmoderner Dichter? Bisher wurde dieser Aspekt in Montales dichterischem Werk von Kritikern und Literaturwissenschaftlern nur wenig besprochen. Aufgrund seiner frühen Werke Ossi di seppia, Le Occasioni und La bufera e altro wird Montale als moderner oder hermetischer Dichter bezeichnet. Stil und Inhalte seiner späteren Werke wie Satura oder Diario del ’71 e del ’72 weisen jedoch deutliche Brüche mit seiner frühen Phase auf. Diese Wandlung wird zwar von der Kritik erkannt, die Parallelen und Ähnlichkeiten dieser Werke zu den Gedanken und Ideen postmoderner Theoretiker jedoch nicht hervorgehoben. So ist Rebecca West eine der wenigen, die Montale als „profeta del postmoderno“ bezeichnet, sich damit jedoch nicht auf sein dichterisches, sondern lediglich auf sein essayistisches, journalistisches Werk bezieht.1 In dieser Arbeit sollen hingegen die zwei poetologisch-reflexiven Gedichte La poesia und Le parole unter diesem Aspekt analysiert werden und die Reflexionen Montales mit denen verschiedener postmoderner und poststrukturalistischer Denker wie zum Beispiel Susan Sontag, Roland Barthes, Jacques Derrida und anderer verglichen werden.

Bevor die beiden Gedichte analysiert werden, ist es zunächst wichtig den Begriff „postmodern“ - so wie er in dieser Arbeit aufgefasst und verwendet wird – zu erläutern. In einer umfassenderen Arbeit wäre es darüber hinaus interessant die Entwicklung bzw. den Bruch in Montales Werk, nämlich zwischen hermetisch-moderner und postmoderner Phase (ab Satura) genauer zu erforschen. Zudem könnte man untersuchen, ob und wie Montale die poetologischen Reflexionen aus La poesia und Le parole in späteren Gedichten umsetzt und ob auch in anderen Gedichten weitere postmoderne Gedanken auftauchen, um die These „Montale - ein postmoderner Dichter“ zu untermauern.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Was ist „postmodern“?

3. La poesia

3.1. Die Frage nach der Inspiration

3.2. Der Leser als Produzent

3.3. Subjekt und Sprache

3.4. Kontingenz und Ereignishaftigkeit

3.5. „Sinnfrage“

3.6. Gegen Interpretation und für die Lust am Lesen

3.7. Der Tod des Autors

3.8. Form und Inhalt oder Form vs. Inhalt?

4. Le parole

4.1. Kritik an der Institutionalisierung der Literatur und elitärer Kunst

4.2. Die Überwindung vom „Ende der Literatur“

4.3. Arbeitsweise des (post-)modernen Dichters

4.4. Form und Struktur des Gedichts

5. Fazit

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die Arbeit untersucht die beiden poetologisch-reflexiven Gedichte "La poesia" und "Le parole" von Eugenio Montale unter dem Aspekt ihrer postmodernen Ausprägung. Dabei wird analysiert, wie Montale durch den Vergleich mit theoretischen Konzepten postmoderner und poststrukturalistischer Denker eine kritische Distanz zur Moderne aufbaut, ohne in resignatives Verstummen zu verfallen.

  • Analyse der postmodernen Züge in Montales später Lyrik.
  • Vergleich von Montales Texten mit Thesen von Denkern wie Roland Barthes, Jacques Derrida und Susan Sontag.
  • Untersuchung der Themen Sprache, Autorschaft, Inspiration und Literaturkritik.
  • Reflexion über die Rolle des Lesers und das Ende traditioneller Sinnkonzepte.

Auszug aus dem Buch

3.3. Subjekt und Sprache

Nach diesen negierenden Thesen folgt ein Erklärungsversuch. Bei der Poesie handele es sich vielmehr um unangenehme Wörter, die es eilig haben aus dem Ofen oder dem Tiefkühlfach zu kommen (V.6-9). Das Gegensatzpaar heiß/kalt wird letztlich aufgelöst, da sich nicht für eine dieser Möglichkeiten entschieden wird, sondern eine dritte aufgeführt wird, die weder heiß noch kalt ist. Die Inspiration – wenn man sie überhaupt noch so nennen kann – entsteht demnach durch die Wörter bzw. die Sprache selbst. Die Auflösung der binären Oppositionen steht bei postmodernen und im Besonderen bei dekonstruktivistischen Philosophen wie Derrida an oberster Stelle.

„Die Auflösung herkömmlicher binärer Oppositionsmuster [...] resultiert also nicht in einem einfachen Umkehrungsverfahren, sondern im Versuch, das Denken in Identitäten und Oppositionen von innen her zu überwinden.“

Mit dieser Haltung wendet sich Derrida gegen den Binarismus des Strukturalismus, der komplexe Sachverhalte anhand binärer Oppositionen beschreibe und klassifiziere und somit zu stark vereinfache.

Die Anthropomorphisierung der Wörter beinhaltet neben dem komischen Effekt einen postmodernen Gedanken: Es ist nicht der Dichter, der die Worte spricht, sondern es sind die Wörter selbst, die entscheiden herauszukommen. Für Roland Barthes „ist es die Sprache, die spricht, nicht der Autor“. Auch Jacques Derrida war der Meinung, dass alles, was gesagt werde, prekonditioniert sei durch die strukturellen Möglichkeiten dessen, was gesagt werden kann. Das gesamte Denken des Menschen und seine Sichtweise auf die Welt werden allein durch die Sprache konstituiert, z.B. auch durch sprachliche Binarismen. Das poststrukturalistische Subjekt kann nicht „außerhalb“ der Sprache stehen, denn es ist ein in der Sprache gefangenes und durch Sprache definiertes Wesen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die Fragestellung, ob Eugenio Montale als postmoderner Dichter zu betrachten ist, und Darlegung der methodischen Vorgehensweise.

2. Was ist „postmodern“?: Theoretische Verortung des Postmoderne-Begriffs unter Rückgriff auf Wolfgang Welsch und Abgrenzung gegenüber der Moderne.

3. La poesia: Analyse der poetologischen Reflexionen im Gedicht "La poesia" hinsichtlich Inspiration, Autorschaft und der Kritik an traditioneller Interpretation.

4. Le parole: Untersuchung der Themenkomplexe Institutionalisierung, Ende der Literatur und Arbeitsweise des Dichters anhand des Gedichts "Le parole".

5. Fazit: Zusammenfassende Einschätzung von Montales Position zwischen Moderne und Postmoderne sowie Bestätigung der These, dass Montale die Moderne durch Reflexion überwindet.

Schlüsselwörter

Eugenio Montale, Postmoderne, Poststrukturalismus, Lyrik, Sprachphilosophie, Tod des Autors, Roland Barthes, Jacques Derrida, Intertextualität, Dekonstruktivismus, Literaturtheorie, Subjektkonstitution, Signifikant, Signifikat, Satura.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht, ob und inwiefern der Lyriker Eugenio Montale in seinen späteren Werken – spezifisch in den Gedichten "La poesia" und "Le parole" – als postmoderner Autor eingeordnet werden kann.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Im Zentrum stehen die Konzepte von Sprache, die Rolle des Autors, das Verhältnis von Form und Inhalt sowie die Kritik an klassischen Interpretationsmustern der Literaturwissenschaft.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel ist es, die Reflexionen Montales über das Dichten mit theoretischen Ansätzen von Denkern wie Roland Barthes und Jacques Derrida zu verknüpfen, um Montales distanzierten und reflektierten Umgang mit der Moderne aufzuzeigen.

Welche wissenschaftliche Methode wird in dieser Arbeit verwendet?

Die Arbeit nutzt eine literaturwissenschaftliche Analyse, die poetische Texte direkt mit den Theorien des Poststrukturalismus und der Postmoderne-Diskussion vergleicht.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der Gedichte "La poesia" und "Le parole", wobei Themen wie die "Sinnfrage", der Leser als Produzent und die Kontingenz der Sprache detailliert diskutiert werden.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Postmoderne, Dekonstruktivismus, Tod des Autors, intertextuelle Verfahren, Signifikant-Signifikat-Verschiebung und die Selbstreflexivität der Lyrik.

Warum ist die Analyse der "Glossen" in "La poesia" für die Arbeit bedeutsam?

Die Ablehnung der Glossen durch die Poesie dient als Symbol für die Ablehnung einer dogmatischen, von außen aufoktroyierten Interpretation, die den literarischen Text auf einen festen Inhalt reduziert.

Wie begründet die Autorin die Einstufung Montales als postmodern?

Sie argumentiert, dass Montale die moderne Krise der Literatur nicht durch Verstummen löst, sondern durch ironische Selbstreflexion und die Erkenntnis, dass das Subjekt durch die Sprache konstituiert wird.

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Details

Title
Montales Gedichte La Poesia und Le parole. Postmoderne Reflexionen über Lyrik.
College
Ruhr-University of Bochum  (Romanisches Seminar)
Course
Die Lyrik Eugenio Montales
Grade
1,0
Author
Claudia Schnurbus (Author)
Publication Year
2004
Pages
20
Catalog Number
V36503
ISBN (eBook)
9783638361095
Language
German
Tags
Montales Gedichte Poesia Postmoderne Reflexionen Lyrik Eugenio Montales
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Claudia Schnurbus (Author), 2004, Montales Gedichte La Poesia und Le parole. Postmoderne Reflexionen über Lyrik., Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/36503
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