Hat der Modernisierungsgrad eines Landes Einfluss auf die Generosität seines Wohlfahrtsstaates?


Hausarbeit, 2015
22 Seiten, Note: 2,3

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

I.Einleitung.

II. Theoretischer Rahmen.

III. Operationalisierung und Analysemethode

IV. Empirische Analyse
1) Deskriptive Analyse
2) Inferenzstatistik.
3) Bivariate Zusammenhangsanalyse
4) Bivariate Regressionsanalyse
5) Vergleich level difference
6) Multivariate Regressionsanalyse
7) Ergebnisse

V. Fazit

VI. Literaturverzeichnis

VII. Anhang.
1) Appendix.
2) Codebook.

Abbildungs- und Tabellenverzeichnis

Grafik 1: Gesamtübersicht Generositätsindex und Modernisierungsindex.

Grafik 2: Bivariate Regression Dekade 1.

Grafik 3: Bivariate Regression Dekade 2.

Grafik 4: Multivariate Regression Dekade 1.

Grafik 5: Multivariate Regression Dekade 2.

Tabelle 1: Vergleich Dekade 1 und 2.

Zusammenfassung – Einfluss der Modernisierungsgrades eines Landes auf die Generosität des Wohlfahrtstaates

Die Hausarbeit befasst sich mit dem Thema des Einflusses von Modernisierung auf die Ausgestaltung des Wohlfahrtsstaates. Es soll die Frage beantwortet werden, ob der Modernisierungsgrad eines Landes Einfluss auf die Generosität des Wohlfahrtsstaates hat. Es wird ein Modell getestet, welches den Einfluss eines neu gebildeten Modernisierungsindex auf den Grad der Generosität von 18 OECD-Staaten misst. Dazu werden zwei Querschnittsanalysen zweier Dekaden gebildet und anschließend miteinander verglichen. Weiterhin werden mittels drei Kontrollvariablen zusätzliche Hypothesen der vergleichenden Wohlfahrtsstaatsforschung getestet. Im Ergebnis läßt sich feststellen, dass der Grad der Modernisierung für die erste Dekade von 1981 bis 1990 einen leicht signifikanten Einfluss hat, aber für den späteren Zeitraum von 2001 bis 2010 dies nicht mehr zu beobachten ist. Weiterhin ist für beide Zeiträume zu beobachten, dass die Kontrollvariable der Summe von Importen und Exporten am Bruttoinlandsprodukt Signifikanz aufweist. Dies zeigt die Relevanz der These, dass Globalisierung zunehmend Relevanz als Erklärungsfaktor für Staatstätigkeit zugesprochen werden muss.

Abstract - Impact of modernisation on welfare state generosity

This paper is to concerned with the topic about the impact of modernisation on the organisation of welfare state. It should be answered if the grade of a country's modernisation has got an influence on the welfare state generosity. A model tests the impact of new created modernisation index on the welfare state generosity of 18 OECD-states. Two cross section analysies for 2 decades are built and compared in the following. Three further control variables are added to test additional theses about the welfare research. The results show that the grade of modernisation has a low impact on the first decade, but no influence on the generosity in the second decade. Furthermore the control variable share of imports and exports in GNP has an impact on the welfare state generosity over both periods. That shows the importance of the scientists' thesis about the international hypothesis, which focuses the leverage of globalisation.

I. Einleitung

Im Bereich der Wohlfahrtsstaatsforschung gibt es eine Vielzahl an verschiedenen Erklärungstheorien, die die internationale und historische Entwicklung der Staatstätigkeit in diesem Bereich zu erklären versuchen. Dabei werden teils grundverschiedene Ansätze verfolgt, welche unterschiedliche Teilbereiche untersuchen und differenzierte Ursachen für die Veränderungen des Wohlfahrtsstaats benennen. Die sozioökonomische Theorieschule, die Staatstätigkeit größtenteils mit der wirtschaftlichen Lage und der gesellschaftlichen Struktur erklärt (Schmidt, Ostheim 2007: 29) ,nimmt hierbei einen sehr wichtigen Platz ein. Harold Wilensky hat, als Vertreter dieser Schule, in den 1960er Jahren versucht, die großen Differenzen bei den Sozialausgaben verschiedener Länder zu erklären. Dabei hielt er fest, dass der ökonomische Entwicklungsstand eines Landes der entscheidende Faktor für die Entwicklung des Wohlfahrtsstaates ist. Es wäre von Interesse, ob sich die Ergebnisse von Wilensky für die nachfolgende Zeit ebenfalls bestätigen lassen würden. Demnach stellt sich die Frage, ob der Modernisierungsgrad eines Landes Einfluss auf die Generosität des Wohlfahrtsstaates hat. In den vergangenen Jahrzehnten haben sich die Wirtschaft und die Gesellschaft in den entwickelten Ländern stark verändert und die somit auch die Struktur der Wohlfahrtsstaatlichkeit der Länder beeinflusst. Deshalb kann man die Hypothese aufstellen, dass mit dem Grad der Modernisierung eines Landes die Generosität des Wohlfahrtsstaates steigt. Prüfbar ist diese Hypothese durch den Vergleich zweier Querschnittsanalysen, die jeweils die Generosität des Wohlfahrtsstaates und den Grad der Modernisierung von 18 OECD-Ländern von einer Dekade beinhalten. Die 2 Regressionsanalysen sollen hierbei den Einfluss des Modernisierungsgrades als unabhängige Variable auf die Generosität der Wohlfahrtsstaates als abhängige Variable messen. Der Grad der Modernisierung soll dabei mittels eines Index ermittelt werden. Weiterhin werden im Modell drei weitere Theorien anderer Theorieschulen durch die Ergänzung weiterer Kontrollvariablen überprüft. Im nächsten Kapitel werde ich den theoretischen Rahmen für die Untersuchung näher beleuchten, im 3. Kapitel Operationalisierung und Analysemethode erklären, im 4. Kapitel die Ergebnisse der empirischen Analyse erläutern und schließlich im 5. Kapitel ein Fazit ziehen.

II. Theoretischer Rahmen

In diesem Abschnitt werde ich den aktuellen Forschungsstand näher beleuchten, die theoretischen Grundlagen klären und das eigene Forschungsmodell näher erleutern. Im Bereich der vergleichenden Wohlfahrtsstaatsforschung kann zwischen verschiedenen Theorieschulen unterschieden werden. Schmidt und Ostheim unterscheiden in ''Der Wohlfahrtsstaat. Eine Einführung in den historischen und internationalen Vergleich" von 2007 zwischen 6 Theorien. Diese unterscheiden sich zum Beispiel bei ihrem Fokus zwischen wirtschaftlichen Faktoren, der Unterschiedlichkeit von Regierungsparteien, der ,,Erblast" der Politik oder institutioneller bzw. internationalen Faktoren (Schmidt, Ostheim 2007: 115). Die Machtressourcentheorie geht davon aus, dass die Staatstätigkeit durch die Verteilung der Macht in Politik und Wirtschaft innerhalb der Bevölkerung definiert wird. Die wesentlichen Faktoren sind daher die Präsenz bestimmter Gruppen innerhalb und außerhalb der Parlamente, der Organisationsgrad der Gewerkschaften und deren Fähigkeiten aktiv zu werden (Ostheim, Schmidt 2007: 40). Als wichtigste Vertreter zählen unter anderem Walter Korpi und Gosta Esping-Andersen. Die Parteiendifferenztheorie untersucht ebenfalls die Machtverteilung verschiedener Akteure und die Auswirkungen auf die Staatstätigkeit. Jedoch wird hierbei der Blick verstärkt auf die Zusammensetzung legislativer und exekutiver Organe gerichtet. Untersucht wird primär, wie sich verschiedene Parteien bei Regierungsbeteiligung oder hinsichtlich potentieller Wiederwahlen verhalten (Schmidt, Ostheim 2007: 51). Wichtige Vertreter sind hier Douglas A. Hibbs, Edward R. Tufte, Alexander M. Hicks und Duane H. Swank. Politisch-institutionalistische Theorien führen die Staatstätigkeit auf die institutionellen Rahmenbedingungen der Länder her. Sie wird durch die Ausgestaltungs- und Handlungsmöglichkeiten der Demokratie erklärt, die z. B. auf der Verfassung, der Möglichkeit der Interessenvertretung, der Art des parlamentarischen Systems und direktdemokratischen Teilhabe beruhen (Schmidt, Ostheim 2007: 63). Als wichtige Vertreter dieser Schule gelten unter anderem Arend Lijphart und George Tsebelis. Die Theorieschule der Internationalen Hypothese besagt, dass die Staatstätigkeit von Faktoren außerhalb des Landes bestimmt wird. Dazu zählen alle ,,externen, intern- oder transnationalen Konstelationen oder Kräfte" (Ostheim 2007: 75), die auf die nationalen Regierungen und deren Politik Einfluss nehmen. Im Zuge der weltweiten Globalisierung, der zunehmenden Vernetzung des Welthandels und internationaler wechselseitiger Abhängigkeiten rückt diese Theorieschule weiter in den Vordergrund. Zu den Vertertern gehören zum Beispiel David Cameron und Fritz W. Scharpf. Die Vertreter der Politik-Erblast-Theorie, zu denen z.B. Richard Rode, Phillip L. Davis und Paul Pierson gehören, kennzeichnen die Staatstätigkeit als Folge zuvoriger politischer Handlungen (Ostheim, Schmidt 2007: 85). Sie gehen davon aus, dass die vergangenen politischen Entscheidungen eine hauptsächliche Größe sind und somit auch hinsichtlich versuchter Politikwechsel als hemmender Faktor als wesentlich betrachtet werden müssen (Ostheim, Schmidt 2007: 86). Als Grundlage für mein Forschungsinteresse liegen die Arbeiten und Forschungsergebnisse von Harold J. Wilensky und dabei primär sein Buch "The Welfare State and Equality" von 1975 zugrunde. Als Vertreter der sozioökonomischen Schule in der Wohlfahrtsstaatsforschung hat Wilensky Mitte der 1960er Jahre versucht, die Augestaltungen des Wohlfahrtsstaates von mehreren entwickelten Ländern anhand ökonomischer und wirtschaftlicher Faktoren zu erklären. Fokussiert hat sich Wilensky dabei auf eine Gruppe von 22 Staaten, bei denen untersucht werden sollte, weshalb die Sozialausgaben der Länder, gemessen an ihrem Bruttosozialprodukt enorm divergieren (Schmidt, Ostheim 2007: 33). Seine Ergebnisse zeigen, dass die wirtschaftlichen Faktoren und der demographische Wandel die wesentlichen Elemente hinsichtlich der Entwicklung des Wohlfahrtsstaates darstellen. Wirtschaftlicher Aufschwung ist daher als natürlicher Begleiter während Zeiten des Ausbaus wohlfahrtsstaatlicher Strukturen zu kennzeichnen (Wilensky 1975: 47). Untersucht wurden von Wilensky eine Vielzahl verschiedener Faktoren, die als mögliche Einflussfaktoren in Frage kommen, die Höhe der Sozialausgaben zu erklären. Zu diesen Faktoren gehören z.B. das Alter der sozialen Sicherungssysteme, die Altersstruktur der Bevölkerung, die Entwicklung der Schulabschlüsse, Militärausgaben und der Anteil des Bruttonationaleinkommens pro Kopf.

Wilensky hat für seine Analyse 22 Länder herangezogen, die nach einem Ranking für das Jahr 1966 das höchste Bruttonationaleinkommen pro Kopf aufweisen (Wilensky 1975: 121). Ich würde mich hingegen bei der Länderauswahl nicht an diesem Ranking oder der selben Länderauswahl orientieren, sondern mich auf eine Gruppe von 18 OECD-Ländern konzentrieren. Begründet wird diese Fallauswahl durch die Verwendung eines Index, welcher für die Analyse nur Daten für OECD-Länder bietet. Die Schnittmenge mit der Auswahl Wilenskys ist jedoch sehr groß, weshalb die Vergleichbarkeit dennoch möglich ist. Als abhängige Variable verwendet Wilensky den Anteil der Sozialausgaben der Länder prozentual an ihren Bruttonationaleinkommen (Wilensky 1975: 125), um die wohlfahrtsstaatlichen Bemühungen der Länder aufzuzeigen. Geeignet ist das dadurch, weil somit die Verhältnisse der Sozialausgaben aller Länder direkt verglichen werden kann und somit konkret aufgezeigt werden kann, welche Staaten mehr für wohlfahrtsstaatliche Politik investieren. Jedoch decken die direkten Sozialausgaben nur einen Teil der gesamten wohlfahrtsstaatlichen Aktivitäten ab. Sinnvoller ist es deshalb, als abhängige Variable einen Indikator zu nutzen, der in der Lage ist, allumfassender und genauer die Wohlfahrtsstaatlichkeit der Staaten zu messen. In Frage kommt dabei zum Beispiel die Verwendung eines Index, der die Generosität der Wohlfahrtsstaates messen kann und sich aus einer Vielzahl an Indikatoren zur Verfassung des Wohlfahrtsstaates des jeweiligen Landes zusammensetzt. Eine wichtige unabhängige Variable, dessen Einfluss von Wilensky getestet wird, ist das Alter der sozialen Sicherungssysteme. Mit dieser Variable soll getestet werden, welchen Einfluss die Dauer der wohlfahrtsstaatlichen Aktivitäten der verschiedenen Länder hat, da manche Länder deutlich früher mit wohlfahrtsstaatlichen Programmen begonnen haben (Wilensky 1975: 9). Für meine Analyse werde ich diese Variable aus pragmatischen Gründen vernachlässigen, weil der Umfang eine umfassende Untersuchung dieses Elements nicht zulässt. Eine weitere wichtige Variable stellt die Altersstruktur der Bevölkerung dar (Wilensky 1975: 10). Wilensky stellt einen eindeutigen Zusammenhang zwischen derm Alter der Bevölkerung und den Sozialausgaben fest. Untersucht hat er dabei den Anteil der Senioren innerhalb der Bevölkerung und zeigt infolge dessen, dass bei einem höheren Anteil der mindestens 65 Jährigen in der Bevölkerung die Sozialausgaben steigen. Sinkende Geburtenraten und ansteigende Seniorenquoten sind in fast allen westlichen Industriestaaten zu beobachten und sind als Merkmal moderner gesellschaftlicher Entwicklung zu kategorisieren. Die Seniorenquote bietet sich deshalb weiterhin an, um als Teilindikator, den Grad der Modernisierung eines Landes zu bestimmen. Ebenfalls relevant für Wilensky's Analyse sind Indikatoren, die den Bildungsstand der Bevölkerung verdeutlichen können. Dabei beobachtet er vor allem den Anteil der Einschreibungen von Personen zwischen 20 und 24 Jahren in höhere Bildungseinrichtungen anteilig an der Gesamtzahl der Bevölkerungsgruppe (Wilensky 1975: 12). Geeignet sind auch diese Variablen, da mit fortschreitender Modernisierung der Länder die Einschreibungen im sekundären und tertären Bildungssektor ansteigen müsste. Deshalb ist es sinnvoll, solche Variablen als Indikator für Modernisierung zu verwenden. Weiterhin untersucht Wilensky den Einfluss der wirtschaftlichen Faktoren auf die Sozialausgaben. Dafür zieht er das Pro-Kopf-Bruttonationaleinkommen zur Hilfe, um die Relevanz der Wirtschaftsstärke zu messen (Wilensky 1975: 22). Er zeigt auf, dass es einen großen Zusammenhang zwischen höheren Bruttonationaleinkommen pro Einwohner und höheren Sozialausgaben gibt. Damit zeigt er auf, dass die wirtschaftliche Verfassung eines Landes ausschlaggebend für die wohlfahrtsstaatliche Politik ist. Deshalb ist es sinnvoll, die Wirtschaftskraft der Länder weiterhin in die Untersuchungen miteinfließen zu lassen und zu prüfen, ob der Einfluss auch in den späteren Zeiträumen noch vorhanden ist. Wilensky läßt mehrere Fraktoren in sein Modell mit einfließen, die sich mit der ideologischen Ausrichtung politischer Parteien auseinandersetzen. Bei den 2 Indikatoren handelt es sich um Indizes, die die Positionierung der Parteien hinsichtlich verschiedener Thematiken auf einer Skala von -5 bis +5 festlegen (Wielnsky 1975: 43). Es zeigt sich jedoch, dass diese Indiaktoren in seinem Modell keinen relevanten Einfluss auf die Höhe der Sozialausgaben haben. Ein weiterer Teil von Wilensky's Untersuchungen betrifft die Militärausgaben. Er untersucht, ob Staaten, die einen unterschiedlich hohen Anteil an Ausgaben für das Militär haben, erkennbare Rückschlüsse auf die Sozialausgaben schliessen lassen (Wilensky 1975: 128). Es zeigt sich jedoch, dass es keinen signikanten Zusammenhang zwischen den beiden Variablen gibt. Wilensky kommentiert ebenfalls, dass es Entwicklungsindizes gibt, die Faktoren wie die Energienutzung, den Urbanisierungsgrad und die Alphabetisierungsrate hergezogen haben (Wilenksy 1975: 16). Diese Elemente können sehr viel über die Modernisierung eines Landes aussagen, aber haben für Wilensky Untersuchungsländer teils nur einen geringen Einfluss. Der Grad der Urbanisierung eines Landes ist jedoch ein geeigneter Faktor, da in industrialisierten Ländern der Anteil der Landbevölkerung abnimmt. Wilesky stellt auch die Frage, ob die Organisation der Arbeiterklasse eine Einfluss auf die wohlfahrtsstaatliche Politik haben kann (Wilensky 1975: 66). Dabei stellt er jedoch fest, dass es keine verfügbaren Daten für den Organisationgrad der Arbeiter gibt und es dadurch nur schwer möglich ist, diesen Faktor zu ergänzen.

Im Rahmen dieser Forschungsarbeit möchte ich die Auswirkungen von Modernisierung auf den Wohlfahrtsstaat messen. Dazu soll ein Index erstellt werden, der viele, von Wilensky bereits geprüfte Elemente wieder aufgreifen soll. Zu diesen gehören die demographische Struktur des Landes, Bildungsfaktoren und wirtschaftliche Faktoren. Ergänzt werden soll er durch weitere Elemente der Modernisierung wie zum Beispiel Immunisationsrate, Kommunikation und Urbanisierung. Weiterhin sollen in dem Modell weitere 3 Theorieschulen miteinfließen. Dazu werden die Kontrollvariablen dienen, die die Machtressourcentheorie, die Parteiendifferenztheorie und die Internationale Hypothese testen sollen.

III. Operationalisierung und Analysemethode

In diesem Abschnitt werde ich erklären, wie die einzelnen Variablen operationalisiert sind und sich der Modernisierungsindex zusammensetzt. Weitherin wird die genaue Analysemethode näher erläutert. Ziel der Forschungsarbeit ist es, den Einfluss des Modernisierungsgrades der Länder auf die Generosität des Wohlfahrtsstaates zu prüfen. Es soll gemessen werden, ob die Generosität bei zunehmender Modernisierung ebenfalls steigt. Bei der Untersuchung beschränkt sich die Fallauswahl auf 18 OECD-Länder1, da die Verfügbarkeit von Daten für die abhängige Variable keine andere Länderauswahl zulässt. Weiterhin gibt es eine sehr große Schnittmenge mit den 22 Ländern, die von Wilensky untersucht wurden. Bei dem Modell handelt es sich um ein x- zentriertes Forschungsdesign. Es gibt 2 Analysezeiträume, die miteinander verglichen werden sollen. Einerseits eine Dekade in der 1980er Jahren von 1981 bis 1990 und andererseits eine Dekade in den 2000er Jahren von 2001 bis 2010.

Ich habe 2 Untersuchungszeiträume gewählt, da jeweils ein unterschiedlicher Grad an Modernisierung zu erwarten ist und somit mögliche Unterschiede vielleicht erst dann erkennbar sind. Relevant sind diese Zeiträume weiterhin, da im Hinblick auf Wilensky's Untersuchung für das Jahr 1966 dadurch die möglichen Auswirkungen mancher Aspekte für die nachfolgende Zeit geprüft werden. Als abhängige Variable wird die Generosität des Wohlfahrtsstaates gewählt, während als unabhängige Variable ein Index gebildet wird, der aus mehreren Variablen besteht und in der Summe die Modernisierung widerspiegeln soll. Für die abhängige Variable ziehe ich dabei den Generositätsindex "Combined Generosity Index" "totgen" von Lyle Scruggs, Detlef Jahn und Kati Kuitto zur Seite, der für alle 18 OECD-Länder die notwendigen Daten verfügt2. Der Index setzt sich aus Daten mehrerer wohlfahrtsstaatlicher Elemente zusammen. Dazu zählen vor allem die Arbeitslosenversicherung, Krankengeldversicherung und die Renten (Scruggs, Jahn und Kuitto 2014: 5). Er kann Werte zwischen 0 und 100 annehmen. Für beide Dekaden soll jeweils für alle Länder der Mittelwert gebildet werden. Der Modernisierungsindex setzt sich aus folgenden Indikatoren zusammen: Der Anzahl der Arbeitnehmer im tertiären Sektor, der Anzahl der Einschreibungen im tertiären Bildungssektor, der DTP-Immunisationsrate, der Kommunikationsinfrastrukur, der Seniorenquote und dem Urbanisierungsgrad. Die Werte aller Indikatoren sollen aufsummiert und anschließend durch die Anzahl der Variablen geteilt werden. Es wird keine Gewichtung der Variablen vorgenommen. Im Anschluss wird auch hier für jede Dekade und für jedes Land der Mittelwert gebildet. Daraus ergibt sich, dass für jedes Land genau ein Wert einem Untersuchungszeitraum, einer Dekade zugeordnet werden kann.

[...]


1 Diese Länder sind: Australien, Österreich, Beldien, Kanada, Schweiz, Deutschland, Dänemark, Finnland, Frankreich, Großbritannien, Irland, Italien, Japan, Niederlande, Norwegen, Neuseeland, Schweden und sie Vereinigten Staaten.

Ende der Leseprobe aus 22 Seiten

Details

Titel
Hat der Modernisierungsgrad eines Landes Einfluss auf die Generosität seines Wohlfahrtsstaates?
Hochschule
Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald  (Institut für Politik- und Kommunikationswissenschaft)
Veranstaltung
Forschungspraxis der Vergleichenden Politikwissenschaft
Note
2,3
Autor
Jahr
2015
Seiten
22
Katalognummer
V365254
ISBN (eBook)
9783668446236
ISBN (Buch)
9783668446243
Dateigröße
589 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Modernisierungsgrad, Generosität, Wohlfahrtsstaat
Arbeit zitieren
Moritz Harrer (Autor), 2015, Hat der Modernisierungsgrad eines Landes Einfluss auf die Generosität seines Wohlfahrtsstaates?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/365254

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