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Identitätsentwicklung im Jugendalter. Welchen Einfluss hat das Konzept von James E. Marcia auf die Arbeit mit Jugendlichen?

Titel: Identitätsentwicklung im Jugendalter. Welchen Einfluss hat das Konzept von James E. Marcia  auf die Arbeit mit Jugendlichen?

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2015 , 27 Seiten , Note: 1,4

Autor:in: Katja Zimmermann-Schneider (Autor:in)

Psychologie - Entwicklungspsychologie
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Zu Beginn der Beschreibung der Identitätsentwicklung im Jugendalter wird die Entwicklung der Persönlichkeit heranwachsender Jugendlicher und die Frage „Wer bin ich?“ in den Fokus genommen. Die Fragestellung der Seminararbeit lautet: Welchen Einfluss hat das Konzept von James E. Marcia auf die Arbeit mit Jugendlichen?

Die Psychologen Robert J. Havighurst, Eric H. Erikson und James E. Marcia setzen sich intensiv mit den Entwicklungsaufgaben auseinander, die junge Menschen bewältigen müssen. Daher bietet diese Arbeit eine kurze Biografie der Entwicklungspsychologen. Im Folgenden wird der Identitätsbegriff nach Erikson
erläutert und führt über die Erörterung des Selbst und des Selbstwertes der Jugend zur Vorstellung
der Identitätsentwicklung von Marcia. Grundlegend sind die drei Dimensionen Krise, Erkundung und
Verpflichtung. Die vier Formen des Identitätsstatus nach Marcia – die diffuse Identität, das
Moratorium, die übernommene Identität und die erarbeitete Identität, sind die Grundlage der
Arbeit Marcias. Aus weiteren Untersuchungen resultierten vier Formen diffuser Identität, wobei die kulturell adaptive Identität weitere Spezifikationen hervorbrachte. Es wird folglich erörtert, dass Marcia einen starken Anstieg diffuser Identitäten feststellte und welche Auswirkungen diese Entwicklung auf unsere Gesellschaft hat.

Jugendliche befinden sich in unterschiedlichen Identitätsstadien und haben dadurch verschiedenste Ansprüche an ihre Umwelt. Auch benötigen sie je nach Entwicklungsgrad differenzierte Hilfe seitens der Eltern, Lehrer oder sonstiger Bezugspersonen. Es wird aufgezeigt, wie man junge Menschen in ihrer Identitätsentwicklung positiv unterstützen kann, es folgt eine Auseinandersetzung mit Marcias Konzept der vier Identitätsformen. Es wird Klaus Hurrelmanns (deutscher Sozial-, Bildungs- und
Gesundheitswissenschaftler) Sichtweise auf die Entwicklungsaufgaben früher und heute dargestellt. Er fasst die von Havighurst 1940 postulierten Entwicklungsaufgaben in vier aktuelle Entwicklungsaufgaben zusammen. Beschrieben werden vier Typen von Bewältigungsproblemen, die nach Intensität und Dauer eingeteilt werden. Was getan werden muss um das Risiko von Bewältigungsproblemen in den anschließenden Lebensphasen zu senken, wird am Schluss erörtert.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Identität : Das zentrale Thema des Jugendalters

2.1. Biografien

2.1.1. Robert J. Havighurst

2.1.2. Eric H. Erikson

2.1.3. James E. Marcia

2.2. Die Suche nach der eigenen Identität – Wer bin ich?

2.3. Der Identitätsbegriff nach E. H. Erikson

2.4. Das Selbst und der Selbstwert in der Jugend

2.5. Die einzig wahre Identität gibt es nicht

3. Identitätsentwicklung nach J.E. Marcia

3.1. Die Komplexität der Identität

3.2. Die drei Dimensionen – Krise, Erkundung und Verpflichtung

3.2.1. Formales Modell der Identitätsentwicklung

3.3. Die vier Formen des Identitätsstatus nach Marcia

3.3.1. Tabelle: Kennzeichen der vier Identitätszustände nach Marcia

3.3.2. Die diffuse Identität

3.3.3. Das Moratorium

3.3.4. Die übernommene Identität

3.3.5. Die erarbeitete Identität

3.4. Progression, Regression und Stagnation

3.5. Interviews zum Identitätsstatus

3.6. Erweiterung des Identitätsspektrums – Die vier Formen der diffusen Identität

3.6.1. Die Entwicklungsdiffusion

3.6.2. Die sorgenfreie Diffusion

3.6.3. Die Störungsdiffusion

3.6.4. Die kulturell adaptive Diffusion

3.6.4.1. Die Identitätssurfer

3.6.4.2. Alles-total-normal-und-egal-Gruppe

3.6.4.3. Patchworkidentität

3.7. Auswirkungen von Diffusität

4. Entwicklungsaufgaben früher und heute

4.1. Unterteilung in vier aktuelle Entwicklungsaufgaben

4.1.1. Qualifizieren

4.1.2. Aufbau sozialer Bindungen

4.1.3. Regenerieren

4.1.4. Partizipieren

5.2. Welcher Identitätstyp macht glücklich?

5. Die Bedeutung des Konzepts nach J.E. Marcia in der Sozialarbeit mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen

6. Was versteht man unter Bewältigungsproblemen?

6.1. Tabelle: Bewältigungsprobleme von Jugendlichen nach Dauer und Intensität

7. Fazit

7.1. Unterstützung der Jugendlichen

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Identitätsentwicklung von Jugendlichen auf Basis des Modells von James E. Marcia und analysiert dessen Bedeutung für die praktische Sozialarbeit. Ziel ist es, den Einfluss von Identitätsstadien auf das Erleben und Verhalten Jugendlicher zu beleuchten und daraus pädagogische Unterstützungsansätze abzuleiten.

  • Identitätskonzepte nach Erikson und Marcia
  • Differenzierung verschiedener Identitätszustände
  • Formen der Identitätsdiffusion (z.B. Identitätssurfer, Patchworkidentität)
  • Aktuelle Entwicklungsaufgaben im Jugendalter
  • Strategien für die professionelle Sozialarbeit zur Unterstützung in verschiedenen Identitätsphasen

Auszug aus dem Buch

3.6.4.1. Die Identitätssurfer

Zu dieser Gruppe zählten eher junge Männer aus größeren Städten und Ballungszentren, die ständig wechselnde Arbeitsstellen hatten und über ihre beruflichen Zukunftsvorstellungen, keine klaren Aussagen treffen konnten. Sie zeichnen sich aus durch Ruhelosigkeit und vielen Brüchen in ihrer Biografie. Sie gaben auf die Fragen Antworten wie, dass sie schon etwas finden werden, dass sie sich deswegen keinen Stress machen würden und immer irgendwie durchgekommen seien oder dass es Quatsch sei sich längerfristig zu binden und die Berufsausbildung sei out. Diese am ehesten als Lebenskünstler zu beschreibende Gruppe, legt sich nicht gerne fest, lässt sich schnell begeistern, folgt aktuellen Trends und hat häufig wechselnde Partnerschaften. Es fehlt eine klare Orientierung.

Sich schnell ändernde gesellschaftliche Situationen sind wie ein wackelnder, instabiler Untergrund, auf dem sich die Identitätssurfer bewegen. Es wird sich flexibel und schnell an neue Identitätsangebote angepasst, ohne sich zu verpflichten oder verbindlich zu sein. Identitäten werden übergestülpt wie Kleidung, die man wechselt. Mienert macht die Beschleunigung des gesellschaftlichen Wandels dafür verantwortlich, dass Jugendliche es schwer haben, einen Ausbildungsplatz oder Arbeitsplätze zu finden. Die Folge sind Kurzzeitjobs ohne Verpflichtung, ebenso schnelle Wechsel in Freundschaften oder Weltanschauungen. Um Enttäuschungen zu vermeiden, legt man sich nicht fest (Total Diffus 2008, S. 97-98).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Arbeit führt in die Thematik der Identitätsentwicklung ein und formuliert die Fragestellung bezüglich des Einflusses von Marcias Konzept auf die Arbeit mit Jugendlichen.

2. Identität : Das zentrale Thema des Jugendalters: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über biographische Hintergründe der Entwicklungspsychologen und beleuchtet den Identitätsbegriff sowie das Selbstkonzept Jugendlicher.

3. Identitätsentwicklung nach J.E. Marcia: Hier wird das Modell von Marcia mit seinen drei Dimensionen (Krise, Erkundung, Verpflichtung) sowie die verschiedenen Identitätsstatus und Formen der Diffusion detailliert ausgeführt.

4. Entwicklungsaufgaben früher und heute: Das Kapitel vergleicht die klassischen Entwicklungsaufgaben nach Havighurst mit modernen Anforderungen und beschreibt die aktuellen Aufgabenbereiche junger Menschen.

5. Die Bedeutung des Konzepts nach J.E. Marcia in der Sozialarbeit mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen: Der praktische Teil der Arbeit diskutiert, wie Sozialarbeiter auf Basis von Marcias Identitätsstadien zielgerichtet intervenieren können.

6. Was versteht man unter Bewältigungsproblemen?: Es werden Typologien von Bewältigungsproblemen hinsichtlich Intensität und Dauer definiert, um Risiken für Jugendliche zu klassifizieren.

7. Fazit: Das Fazit fasst die Notwendigkeit breiter Unterstützung für Jugendliche zusammen und plädiert für das Gewähren von "zweiten Chancen" im Prozess der Identitätsfindung.

Schlüsselwörter

Identitätsentwicklung, James E. Marcia, Jugendalter, Identitätsstatus, Entwicklungsaufgaben, Sozialarbeit, Identitätsdiffusion, Selbstwertgefühl, Adoleszenz, Bewältigungsprobleme, Moratorium, erarbeitete Identität, Identitätssurfer, Patchworkidentität, Unterstützung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Identitätsentwicklung von Heranwachsenden und untersucht, wie diese Entwicklung verläuft und durch welche Faktoren sie beeinflusst wird.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zu den zentralen Themen gehören die Identitätskonzepte von Erikson und Marcia, die modernen Entwicklungsaufgaben sowie die verschiedenen Formen der Identitätsdiffusion.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Hauptziel ist es, aufzuzeigen, welchen Einfluss das Identitätskonzept von James E. Marcia auf die professionelle Arbeit mit Jugendlichen hat.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Analyse psychologischer Fachliteratur und der Auswertung von Forschungsergebnissen zur Identitätsentwicklung.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung des Identitätsbegriffs, die Vorstellung von Marcias Stufenmodell sowie eine Analyse der praktischen Anwendung dieses Wissens in der Sozialarbeit.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Identitätsentwicklung, Identitätsstatus nach Marcia, Jugendalter, Entwicklungsaufgaben und professionelle Sozialarbeit sind die prägenden Begriffe.

Was genau versteht man unter einem "Identitätssurfer"?

Identitätssurfer sind Jugendliche, die sich flexibel und oberflächlich an aktuelle Trends anpassen, ohne langfristige Verbindlichkeiten einzugehen, da ihnen eine feste Orientierung fehlt.

Warum ist die Unterscheidung der Identitätsstadien für Sozialarbeiter wichtig?

Sie ermöglicht es, Jugendliche in ihrer spezifischen Entwicklungsphase besser zu verstehen und differenzierte, passgenaue Unterstützungsangebote zu entwickeln.

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Details

Titel
Identitätsentwicklung im Jugendalter. Welchen Einfluss hat das Konzept von James E. Marcia auf die Arbeit mit Jugendlichen?
Hochschule
Duale Hochschule Baden-Württemberg, Villingen-Schwenningen, früher: Berufsakademie Villingen-Schwenningen
Veranstaltung
Entwicklungspsychologie
Note
1,4
Autor
Katja Zimmermann-Schneider (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2015
Seiten
27
Katalognummer
V365366
ISBN (eBook)
9783668448070
ISBN (Buch)
9783668448087
Sprache
Deutsch
Schlagworte
identitätsentwicklung jugendalter welchen einfluss konzept james marcia arbeit jugendlichen
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Katja Zimmermann-Schneider (Autor:in), 2015, Identitätsentwicklung im Jugendalter. Welchen Einfluss hat das Konzept von James E. Marcia auf die Arbeit mit Jugendlichen?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/365366
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