Die Auseinandersetzung mit den Themen Soziale Einzelfallhilfe, Alter und Case Management geht der Frage, inwieweit lässt sich Case Management in der Sozialen Arbeit mit älteren Menschen umsetzen, auf die Spur. Die Seminararbeit ist untergliedert in einen theoretischen Teil und einen Theorie-Praxis Teil. Der theoretische Teil befasst sich mit dem Alter aus verschiedenen Perspektiven, da es auf die Frage, was Alter eigentlich ist, keine definitive Antwort gibt. Ich gehe auf die Frage ein, was die aktuellen Altersbilder der jungen Alten und der alten Alten bedeuten und welche Herausforderungen sich daraus ergeben.
Danach begeben Sie sich auf eine Zeitreise der Sozialen Arbeit und die Aufgaben in der Altenhilfe. Über drei Konzepte der Sozialen Einzelhilfe nähern Sie sich den Methoden der SEH (Soziale Einzelhilfe). Im Speziellen gehe ich auf die Soziale Beratung älterer Menschen ein, da sie ein Handlungskonzept in der SEH, wie im Case Management dargestellt, und von zentraler Bedeutung ist. Dem CM (Case Management) gebe ich als eigenes Konzept der Sozialen Arbeit und im Hinblick auf meine erkenntnisleitende Frage im Folgenden viel Raum. Es werden die Aufgaben, die Entstehung und das CM mit älteren Menschen beleuchtet. Im Anschluss erfolgt die Einbettung des CM in die Soziale Einzelhilfe. Im nächsten Kapitel werden ethische Aspekte in der Arbeit mit älteren und alten Menschen aufgegriffen und Spannungsfelder, die entstehen können, angesprochen. Die anschließende kritische Reflexion der Theorie führt über die verschiedenen Anwendungsfelder des CM zum zweiten Teil der Seminararbeit und befasst sich damit, wie sich die Theorie in die Praxis umsetzen lässt. In Verbindung mit einem alltagsnahen Fallbeispiel lernen Sie die sechs Phasen des CM kennen. In der darauffolgenden Reflexion der Praxis, gehe ich auf die Frage, inwieweit sich CM in der Arbeit mit älteren Menschen umsetzen lässt, ein. Im abschließenden Fazit stelle ich die Pflegestützpunkte in Berlin, als ein positives Beispiel für die Umsetzung des Case Managements in der Altenhilfe, heraus.
Inhaltsverzeichnis
1. Theoretische Grundlagen
1.1. Das Alter
1.1.1. Eine soziale Konstruktion
1.1.2. Biologisches, psychisches und soziales Alter
1.1.3. Vorstellung in Stufen
1.2. Altersbilder
1.2.1. Altersbilder in der Geschichte
1.2.2. Ein Soziales Muster
1.2.3. Vergänglichkeit und Verlust
1.2.4. Aktuelle Altersbilder
1.2.4.1. Junge Alte
1.2.4.2. Alte Alte
1.2.5. Kalendarische Gesichtspunkte
1.2.6. Defizitäres Alter
1.2.7. Abhängiges Alter
1.2.8. Altersbilder – Eine Herausforderung
1.3. Soziale Altenhilfe als Aufgabe Sozialer Arbeit – eine Zeitreise
1.3.1. Soziale Arbeit in der Geriatrie
1.3.2. Soziale Arbeit im Krankenhaus
1.4. Definitionen Soziale Einzelhilfe
1.5. Konzepte der Sozialen Einzelhilfe
1.5.1. Der psychosoziale Ansatz (Florence Hollis)
1.5.2. Der funktionale Ansatz (Ruth E. Smalley)
1.5.3. Der problemlösende Ansatz (Helen H. Perlman)
1.6. Methoden der Sozialen Einzelhilfe
1.6.1. Soziale Beratung älterer Menschen
1.6.2. Case Management
1.6.3. Definition Case Management
1.7. Das Konzept Case Management
1.7.1. Die Aufgaben des Case Managements
1.7.2. Entstehung von Case Management
1.7.3. Case Management für ältere Menschen
1.8. Einbettung in die Soziale Einzelhilfe
1.9. Ethische Aspekte, Spannungsfelder, Dilemmata
1.10. Kritische Reflexion der Theorie
1.11. Anwendungsfelder von Case Management
2. Theorie-Praxis-Teil
2.1. Falldarstellung – Was passiert im Ernstfall?
2.2. Die Phasen des Case Managements
2.2.1. Phase: Kontaktaufnahme und Erstgespräch
2.2.2. Phase: Assessment – Analyse, Profiling und Einschätzung
2.2.3. Phase: Individueller Hilfebedarf und Entwurf der Unterstützungsleistungen
2.2.4. Phase: Hilfeplanung
2.2.5. Phase: Durchführung, Controlling und Re-Assessment
2.2.6. Evaluation und Beendigung der Hilfen
2.3. Reflexion der Praxis
2.4. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Anwendbarkeit von Case Management als Methode der Sozialen Einzelhilfe in der Arbeit mit älteren Menschen. Ziel ist es, zu analysieren, wie durch ein strukturiertes Fall- und Systemmanagement die Lebenssituation älterer Personen verbessert und ihre Autonomie unterstützt werden kann.
- Theoretische Grundlagen zum Verständnis von Alter und Altersbildern.
- Entwicklung und Konzepte der Sozialen Einzelhilfe und des Case Managements.
- Analyse ethischer Spannungsfelder in der Altenhilfe.
- Praktische Veranschaulichung des Case Management-Prozesses anhand einer Falldarstellung.
- Reflexion der Übertragbarkeit von Theorie in die professionelle Praxis.
Auszug aus dem Buch
2.1. FALLDARSTELLUNG – WAS PASSIERT IM ERNSTFALL?
Die Geschichte von Frau M. zeigt eine Situation, die man täglich in Deutschland vorfindet. Viele Familien sind mit denselben Fragen, wie sie sich Frau M. und ihre Tochter stellen, konfrontiert.
Der rechte Arm von Frau M. gehorcht nicht mehr. Plötzlich ist ein Auge blind. Frau M. kann im letzten Moment ihren Notfallpieper drücken, dann verliert sie das Bewusstsein und fällt zu Boden. Sie hat einen Schlaganfall. Die Nachbarin von Frau S. hat das Signal des Piepers gehört und reagiert sofort. Frau K. hat einen Ersatzschlüssel für die Wohnung der 75-jährigen Frau M. Sie öffnet die Wohnung und versteht sofort, was geschehen ist. Sie alarmiert den Rettungsdienst, der innerhalb 20 Minuten da ist und die Notversorgung vornimmt. Nach den ersten Tagen im Krankenhaus macht sich Frau M. große Sorgen. Sie wird zur Frührehabilitation in eine Rehabilitationsklinik eingewiesen. Sie ist vorläufig halbseitig gelähmt und sitzt im Rollstuhl, auf den sie auf unbestimmte Zeit angewiesen sein wird. Mit Hilfe einer Therapeutin ist sie in der Lage zu stehen und sich umzusetzen. Nachdem sie am Anfang ihre Sprache verloren hatte, kann sie wieder reden. Es fällt ihr aber noch schwer, die richtigen Worte zu finden. Ihre Gedanken kreisen sich immer wieder um die Fragen, wie es weitergehen soll und ob sie wieder in ihr früheres Leben zurückkehren kann. Frau M. macht ihre täglichen Übungen wie Physiotherapie, Ergotherapie und eine Therapie bei einer Logopädin. Ihre Angst wächst dennoch, was die Rückkehr nach Hause betrifft. Da sie alleine wohnt, hat sie Zweifel, ob ihre Angehörigen Zeit und Geduld für sie haben werden. Sie fragt sich, ob sie nun in ein teures Pflegeheim ziehen muss. Die Sozialarbeiterin des Sozialdienstes des Krankenhauses ist die Erste, die mit Frau M. über ihre Sorgen und Ängste spricht.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Theoretische Grundlagen: Dieses Kapitel erläutert das Altern als soziale Konstruktion und diskutiert verschiedene Altersbilder sowie die historische Entwicklung der Sozialen Altenhilfe.
2. Theorie-Praxis-Teil: Hier wird das Konzept des Case Managements anhand einer konkreten Falldarstellung in sechs Phasen angewendet und anschließend im Hinblick auf seine Praxisrelevanz reflektiert.
Schlüsselwörter
Case Management, Soziale Einzelhilfe, Altenhilfe, Altersbilder, Lebensqualität, Hilfeplanung, Versorgungsmanagement, Empowerment, Soziale Arbeit, Geriatrie, Fallsteuerung, Autonomie, Pflegeberatung, Pflegestützpunkte, Demografischer Wandel
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Seminararbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Frage, inwieweit das Konzept des Case Managements in der Sozialen Arbeit mit älteren Menschen sinnvoll und praktikabel umgesetzt werden kann.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die Schwerpunkte liegen auf theoretischen Alterskonzepten, der Historie der sozialen Altenhilfe, Methoden der Einzelhilfe und der praktischen Anwendung von Case Management bei Pflegebedürftigkeit.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Die Arbeit verfolgt das Ziel zu klären, wie Case Management als Instrument genutzt werden kann, um älteren Menschen trotz Einschränkungen ein selbstbestimmtes Leben in der eigenen Häuslichkeit zu ermöglichen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin kombiniert eine theoretische Literaturanalyse mit einer praxisnahen Falldarstellung, um die Phasen des Case Managements nachvollziehbar zu machen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische fundierte Einbettung von Case Management in die Soziale Arbeit und einen ausführlichen Theorie-Praxis-Teil, der den Ablauf von der Kontaktaufnahme bis zur Evaluation am Fallbeispiel von Frau M. aufzeigt.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind unter anderem Case Management, Soziale Einzelhilfe, Altenhilfe, Empowerment, Hilfeplanung und Autonomie.
Warum ist eine vertrauensvolle Beziehung im Case Management besonders für ältere Menschen wichtig?
Ältere Menschen tun sich oft schwerer damit, sich auf neue Situationen oder fremde Personen einzulassen; eine feste Bezugsperson verhindert hierbei Verunsicherungen und Vertrauensverluste im Hilfeprozess.
Welche Bedeutung haben die Berliner Pflegestützpunkte im Fazit der Autorin?
Die Autorin hebt die Pflegestützpunkte als positives praktisches Beispiel hervor, an dem sich die erfolgreiche Etablierung des Case Managements und der systemorientierten Beratung in der Altenhilfe messen lässt.
- Quote paper
- Katja Zimmermann-Schneider (Author), 2015, Wie lässt sich Case Management in der Sozialen Arbeit mit älteren Menschen umsetzen?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/365367