Die vorliegende Untersuchung widmet sich der Straßennamensgebung als „Erinnerungskultur im deutschen Sport“ und versucht damit einen Beitrag zum ständigen Prozess der Selbstreflektion der deutschen Sportgeschichte zu leisten.
Die Ergebnisse entwerfen ein sehr traditionelles, „klassisches“ Bild von der Traditionspflege im deutschen Sport bezogen auf die Benennung von Straßen: (1) männlich, soldatisch, heldenhaft; (2) weitestgehend unkritische Rezeption der Persönlichkeiten; (3) stark regionaler Charakter der Namensvergabe (z.B. Jahn und Wolker); (4) insgesamt ein „populäres“ manchmal zweckorientiertes Erinnern (als Mittel zur Selbstdarstellung).
Diese Arbeit zeigt auch, dass es ein bisher wenig bearbeitetes, sportgeschichtlich jedoch durchaus lohneswertes Forschungsfeld ist, von dem aus sich die deutsche Sportgeschichte reflektieren lässt.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Problemstellung
- Quantitative Untersuchung
- Untersuchungsanlage
- Darstellung der Ergebnisse
- Zwischenfazit
- Qualitative Untersuchung (Internetrecherche)
- Untersuchungsanlage
- Darstellung der Ergebnisse
- Zwischenfazit
- Zusammenfassende Interpretation der Ergebnisse
- Ausblick
- Literatur
- Links
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht im Kontext des Seminarthemas „Erinnerungskultur im deutschen Sport“ die Verwendung von Straßennamen als eine Form des Erinnerns. Sie fokussiert dabei auf die Frage, wie der deutsche Sport mit seiner Geschichte umgeht und ob Straßenbenennungen ein öffentliches Erinnern an wichtige Persönlichkeiten des Sports repräsentieren.
- Analyse der Straßenbenennungen von Persönlichkeiten des deutschen Sports als Form der Erinnerungskultur
- Untersuchung des Umfangs und der Art der Straßenbenennungen im Internet
- Bewertung des Erinnerns im Kontext des Internets als moderne Kommunikationsform
- Bewertung der Bedeutung von Straßenbenennungen als Ausdruck von Wertschätzung und Anerkennung im Sport
- Einordnung der Straßenbenennungen in den Diskurs der Aufarbeitung der deutschen Sportgeschichte
Zusammenfassung der Kapitel
Die Arbeit beginnt mit einer Einleitung, in der die Problemstellung der Aufarbeitung der deutschen Sportgeschichte und die Rolle von Straßennamen als Erinnerungsform erläutert werden. Im zweiten Kapitel werden die Fragen nach dem Umfang und der Art des öffentlichen Erinnerns mittels Straßenbenennungen im Internet formuliert.
Kapitel 3 widmet sich der quantitativen Untersuchung, die mittels eines digitalen Straßenkartenprogramms den Ist-Zustand der Straßenbenennungen in Deutschland ermittelt. Hierbei werden die Ergebnisse der Untersuchung in Tabellenform dargestellt und analysiert. In Kapitel 4 erfolgt eine qualitative Untersuchung im Internet, die die Ergebnisse der quantitativen Analyse durch weitere Erkenntnisse aus dem Internet ergänzt.
Das vorliegende Preview enthält keine Inhalte aus dem letzten Kapitel und der Schlussfolgerung.
Schlüsselwörter
Die Arbeit beschäftigt sich mit den Themen Straßenbenennungen, Erinnerungskultur, deutscher Sport, Internetrecherche, quantitative und qualitative Analyse. Die Untersuchung konzentriert sich auf die Bedeutung von Straßennamen als Form des Erinnerns und ihre Relevanz im Kontext der Aufarbeitung der deutschen Sportgeschichte.
Häufig gestellte Fragen
Was verraten Straßennamen über die deutsche Sportgeschichte?
Die Untersuchung zeigt ein traditionelles Bild: Die Geehrten sind meist männlich und werden oft unkritisch als soldatische oder heldenhafte Vorbilder rezipiert.
Welche Sportlerpersönlichkeiten finden sich häufig in Straßennamen?
Häufig genannt werden Namen wie Friedrich Ludwig Jahn oder Karl Wolker, wobei die Vergabe oft einen starken regionalen Charakter hat.
Wird die Vergangenheit der geehrten Sportler kritisch hinterfragt?
Die Recherche ergab, dass die Rezeption der Persönlichkeiten in der Straßennamensgebung weitestgehend unkritisch erfolgt und oft der Selbstdarstellung dient.
Wie wurde die Untersuchung durchgeführt?
Es wurde eine quantitative Analyse mittels digitaler Straßenkarten und eine qualitative Internetrecherche zur Bedeutung der Namen durchgeführt.
Sind auch Sportlerinnen in Straßennamen angemessen vertreten?
Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass das Bild der Traditionspflege im deutschen Sport weiterhin stark männlich dominiert ist.
- Citar trabajo
- Sebastian Rosenkranz (Autor), 2003, Straßennamen von Menschen des deutschen Sports. Eine quantitative und qualitative Internetrecherche, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/36538