Die Zeit der Aufklärung war die Entstehungszeit von vielen geheimen Gesellschaften. Diese Arbeit befasst sich mit verschiedenen Gesellschaften, Orden und Verbindungen im Deutschen Raum. Die Entstehung, Entwicklung und deren Ende werden betrachtet.
In jeder Epoche der Menschheitsgeschichte gab es in sich geschlossene Gesellschaften. Manche verfolgten politische Ziele, andere entstanden aus Arbeitsbedingungen heraus und wiederum andere entwickelten sich aus der Not heraus, um die Existenz einer Volksgruppe oder ethnischen „Minderheit“ zu gewährleisten. Diese Proseminararbeit befasst sich mit verschiedenen Gesellschaften und Verbindungen im deutschen Raum im 18. und frühen 19. Jahrhundert. Zu dieser Zeit wurden besonders viele Verbindungen und Gesellschaften gestiftet. Zu sehen ist dies an den Gesetzen, welche erlassen wurden um gegen diese „Geheimbündelei“ vorzugehen. Teilweise stand auf diesbezügliche Vergehen die Todesstrafe. Da dies ein sehr komplexes Thema ist, werden die einzelnen Gesellschaften nur überblickshaft behandelt. Alles andere würde den Rahmen dieser Arbeit bei weitem sprengen. [...]
Inhaltsverzeichnis
Einleitende Worte
Gesellschaften und Verbindungen
Jüdische Gemeinden
Knappen, Berg- und Hüttenleute
Kriminelle Verbindungen
Freimaurer
Studentenorden und Landmannschaften
Rosenkreutzer
Illuminaten
Deutsche Union der XXII
Die Vereinigten
Verbindungen unter genauer Betrachtung
Die Freimaurer
Die Studentenorden
Die Illuminati
Konklusion
Literatur
Quellen
Zielsetzung & Themen
Die Proseminararbeit verfolgt das Ziel, einen Überblick über verschiedene geheime und geschlossene Gesellschaften im deutschen Raum während des 18. und frühen 19. Jahrhunderts zu geben und deren Rolle als prägende Parallelgesellschaften zu beleuchten.
- Historischer Kontext der Geheimbündelei im 18. und 19. Jahrhundert.
- Differenzierung zwischen verschiedenen Gesellschaftsformen wie Freimaurern, Studentenorden und Illuminaten.
- Analyse der sozialen Struktur und der rituellen Praxis dieser Vereinigungen.
- Untersuchung des Einflusses dieser Gruppen auf die damalige gesellschaftliche Entwicklung und Aufklärung.
- Kritische Auseinandersetzung mit Mythen und der Wahrnehmung durch die Öffentlichkeit.
Auszug aus dem Buch
Die Freimaurer
Die Gründung der Freimaurer erfolgte 1723 in Großbritannien. Eine Loge hatte ursprünglich eine dreistufige Gliederung. Die Aufnahme erfolgte nach Anfrage und einem strengen Ritual mit Entkleidung, einer Zeit der Selbsterkenntnis und einem Schwur. Danach trat man in die erste Stufe. Diese erste Stufe war die des Lehrlings. Dieser bekam einen rauen Stein und einen Flachmeißel zur Bearbeitung. Dies sollte die Arbeit an dem eigenen Ich zeigen. Die nächste Stufe, wenn man als würdig erachtet wurde, war der Geselle. Dieser hatte die Verpflichtung sich mit den „Septem Artes“ auseinanderzusetzen, also den sieben Künsten der Antike. Weiters musste er auf Reisen gehen und andere Logen kennenlernen. Danach erfolgte die Ernennung zum Meister vom Stuhl. Diese Ernennung erfolgte mittels Meisterbrief. Interessant ist, dass diese Meisterbriefe bereits vorgedruckt waren und nur der Name handschriftlich ergänzt wurde. Dieser Grad steht für die Vergänglichkeit des Seins. Der Meister trug Verantwortung für seine Mitmenschen. Die dreistufigen Logen werden auch blaue oder St. Johannis-Logen genannt. Im Laufe der Zeit entwickelten sich noch mehrere andere Hochgrade. Dies führte soweit, dass es Schwindler gab, die ahnungslosen Menschen versprachen, sie, für Investitionen, in dubiose Grade einzuführen. Der Zuwachs an Graden hatte den Grund, dass sich höhere Kreise abgrenzen wollten. So wurde der aufklärerische Gedanke untergraben. Die Struktur der Freimaurer selbst dient vielen anderen Verbindungen jener Zeit als Grundaufbau. Die Grundsätze der Freimaurer sind Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit, Toleranz und Humanität. Eines der bekanntesten Mitglieder der Großloge von Österreich war der Komponist Wolfgang Amadeus Mozart.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitende Worte: Die Einleitung definiert den zeitlichen Rahmen der Untersuchung und stellt die Basisliteratur sowie das Verständnis der Arbeit als Überblick über Parallelgesellschaften vor.
Gesellschaften und Verbindungen: Dieser Abschnitt bietet eine kursorische Darstellung verschiedener Gruppierungen, von jüdischen Gemeinden bis hin zu kriminellen Vereinigungen, um deren Bedeutung als Parallelgesellschaften einzuordnen.
Verbindungen unter genauer Betrachtung: In diesem Hauptteil erfolgt eine detaillierte Analyse der Freimaurerei, der studentischen Orden sowie des Illuminaten-Ordens in Bezug auf ihre Entstehung, Struktur und gesellschaftliche Wirkung.
Konklusion: Das Resümee reflektiert die Rolle dieser Verbindungen für die Aufklärung und setzt sich mit der modernen Rezeption sowie den Mythen um diese Geheimbünde kritisch auseinander.
Schlüsselwörter
Geheimbünde, Freimaurer, Illuminaten, Studentenorden, Parallelgesellschaften, Aufklärung, 18. Jahrhundert, Geschichte, Symbolik, Gesellschaftsstruktur, Geheimbündelei, Geschichte der Juden, Corpswesen, Mythen, Tradition.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Entwicklung und dem Wirken geheimer und geschlossener Gesellschaften im deutschsprachigen Raum während des 18. und frühen 19. Jahrhunderts.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die zentralen Themen sind die Entstehung von Parallelgesellschaften, deren interne Struktur und Rituale sowie ihr Einfluss auf das soziale und politische Leben der Zeit.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das primäre Ziel ist es, einen überblickshaften Einblick in die Strukturen der genannten Geheimbünde zu gewähren und zu ergründen, warum diese als Parallelgesellschaften zur damaligen Zeit fungierten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine kompilatorische Methode, die auf der Analyse von Basisliteratur und historischen Quellen basiert, um eine Kurzbeschreibung und detailliertere Einordnung der wichtigsten Bünde vorzunehmen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden zunächst verschiedene Gruppen kurz vorgestellt und anschließend Freimaurer, Studentenorden und Illuminati einer tiefergehenden Analyse unterzogen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich am besten mit Begriffen wie Geheimbünde, Parallelgesellschaften, Aufklärung und dem zeitlichen Kontext des 18. Jahrhunderts beschreiben.
Welche Rolle spielten die Freimaurer für andere Geheimbünde?
Die Freimaurer dienten mit ihrer strukturellen Gliederung und ihrem Gradsystem vielen anderen Geheimbünden jener Zeit als organisatorisches Vorbild.
Wie endete der Illuminaten-Orden?
Der Orden wurde durch behördliche Verbote, die Rekrutierung unter Todesstrafe stellten, und die anschließende öffentliche „Illuminatenhysterie“ zerschlagen.
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- Andreas Schmidt (Author), 2016, Geheime Verbindungen und Gesellschaften im deutschen Raum im 18. und frühen 19. Jahrhundert. Jüdische Gemeinden, Freimaurer, Studentenorden, Illuminati, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/365380