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Gender, Geschlecht und Klischees. Konstruktion von Weiblichkeit im Roman "Mandelkern" von Lea Singer

Titel: Gender, Geschlecht und Klischees. Konstruktion von Weiblichkeit im Roman "Mandelkern" von Lea Singer

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2013 , 33 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Birgit Goldbecker (Autor:in)

Germanistik - Sonstiges
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Faust ist ein Mann. Das scheint selbstverständlich zu sein, vor allem wenn davon ausgegangen wird, dass Goethes Faustfigur auch heute noch die populärste ist. Doch wie sieht es mit einer weiblichen Faustfigur aus? Einer Faustina, einer Fausta oder einer Faustine? Auch wenn sich die Faust-Forschung mit weiblichen Faustgestalten nicht in dem Maße auseinandergesetzt hat wie mit anderen Aspekten des Faust-Mythos, so hat Sabine Doering in ihrem Buch "Die Schwestern des Doktor Faust" aufgezeigt, dass es über die Jahrhunderte viele weibliche Faustgestalten gab.

Doch wie sieht es heute aus? Sind Fausts Probleme im 20. und 21. Jahrhundert noch aktuell? Gibt es noch eine Ordnung der Geschlechter, die mit Tabus für das jeweilige Geschlecht verbunden sind? Lea Singer geht diesen und anderen Fragen in ihrem Roman "Mandelkern" auf den Grund. Mit Grace Eder vollzieht sie eine Transformation der Faustfigur. Eine männlich konnotierte literarische Figur wird in die heutige Zeit versetzt und mit Problemen wie Wissenschaftsethik, Familien- sowie Geschlechterpolitik konfrontiert. Doch wie sieht diese weibliche Faustgestalt aus und wie reiht sie sich in den Faust-Mythos ein?

Als Neurowissenschaftlerin begibt sich Grace Eder in eine männlich dominierte Umgebung und muss sich durchzusetzen wissen. Was unterscheidet sie von ihren männlichen Kollegen? Was für ein Gesellschaftskonstrukt entwirft Singer und welche Rolle spielen die Kategorien Mann/Frau dabei? Um diesen und anderen Fragen auf die Spur zu kommen, wird im Theorieteil erörtert, was die Kategorien Mann/Frau bedeuten und wie sie zustande kommen. Welche Rolle spielt dabei der Begriff gender und wie sieht das heutige Bild der Frau aus? Ein kurzer Exkurs zeigt auf, was Goethes Faust und seine Begleiter*innen Mephisto und Margarete ausmacht, wie sich weibliche Faustgestalten in den Faust-Mythos eingliedern, damit ersichtlich wird, wie sich der Roman "Mandelkern" in den Mythos einreiht. Anschließend wird anhand der Figuren Grace Eder, Lucie Brinkmann und Friedrich Faltmeier aufgezeigt, wie gender in Mandelkern konstruiert wird, was für ein Gesellschaftsbild dadurch entsteht und welche Probleme damit einhergehen. Im Fazit werden die Ergebnisse zusammengefasst und gedeutet.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Spielt das Geschlecht (k)eine Rolle? – Geschlechterdifferenzierung und Gleichheitsnorm

3 Schubladen, Schablonen, Schema F – Die Frau im 21. Jahrhundert

4 Faust und das Faustische

5 Konstruktion von Weiblichkeit im Roman Mandelkern

5.1 Einordnung

5.2 Genderkonstruktion

5.2.1 Grace Eder – Erfolgreich, ledig sucht ...

5.2.2 Friedrich Faltmeier – Gärtner aus Leidenschaft

5.2.3 Lucie Brinkmann – Verführerin und Kritikerin

6 Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Konstruktion weiblicher Identität im Roman "Mandelkern" von Lea Singer unter Berücksichtigung der Transformation des klassischen Faust-Mythos in die moderne Zeit. Dabei wird der Frage nachgegangen, inwieweit das Geschlecht (gender) gesellschaftliche Strukturen prägt und welche Herausforderungen erfolgreiche Frauen in einem nach wie vor männlich dominierten Umfeld zu bewältigen haben.

  • Analyse der geschlechtsspezifischen Rollenbilder in der heutigen Gesellschaft.
  • Transformation der Faust-Figur in eine weibliche Neurowissenschaftlerin.
  • Untersuchung der gesellschaftlichen Konstruktion von Weiblichkeit und Männlichkeit (doing-gender).
  • Diskussion der Unvereinbarkeit von beruflicher Karriere und familiärer Erfüllung.

Auszug aus dem Buch

Grace Eder – Erfolgreich, ledig sucht ...

Grace Eder saß allein im Labor vor ihrem Computer. Sie wusste, dass im ganzen Institut jetzt gegen drei Uhr nachmittags an diesem 23. Dezember außer ihr keiner mehr arbeitete. Es war ein Samstag. Ungesehen würde sie das Haus verlassen und in ihr Auto steigen, ungesehen zu Hause in die Tiefgarage zum Lift gelangen, ungesehen ihre Wohnungstür aufschließen und ein Apartment betreten, in dem niemand wartete.

Mit diesen Worten wird die 40-jährige, attraktive, ehrgeizige und hoch angesehene Neurowissenschaftlerin in die Handlung eingeführt. Grace färbt sich die Haare blond, achtet auf ihr Aussehen und möchte sich von erfolgreichen Klischeewissenschaftlerinnen unterscheiden. Sie weiß ihr Aussehen und ihre weiblichen Reize in einer männerdominierten Umgebung einzusetzen und kleidet sich dementsprechend:

Sie trug wie fast immer halterlose Strümpfe mit Spitzenborte [...]. Die knapp geschnittene Bluse saß eng, der Büstenhalter darunter lieferte eine Silhouette, die für das, was er gekostet hatte, erwartet werden durfte. Der Slip, Tangaform, saß glatt, betonte die Gesäßbacken und schnitt nicht ein. Sie hatte früh beschlossen anders zu werden, als diese Frauen [...] generell schwarz oder grau angezogen, figurverhüllend, flache Schuhe, das Haar kurz geschnitten oder straff zusammengebunden, als hätten sie ihre Weiblichkeit auf dem Altar des Erfolgs geopfert.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Einführung in das Thema der weiblichen Faustgestalt und Darstellung der Forschungsabsicht sowie der Relevanz der Untersuchung.

2 Spielt das Geschlecht (k)eine Rolle? – Geschlechterdifferenzierung und Gleichheitsnorm: Theoretische Auseinandersetzung mit der sozialen Konstruktion von Geschlecht (gender) und den Auswirkungen auf gesellschaftliche Rollenbilder.

3 Schubladen, Schablonen, Schema F – Die Frau im 21. Jahrhundert: Analyse der strukturellen Benachteiligungen von Frauen im Berufsleben und der widersprüchlichen Erwartungen an ihre Lebensführung.

4 Faust und das Faustische: Historischer Überblick über die Faust-Rezeption und die Einordnung weiblicher Faustgestalten in diesen Mythos.

5 Konstruktion von Weiblichkeit im Roman Mandelkern: Zentrale Analyse des Romans, gegliedert in die Einordnung des Werks, die allgemeine Genderkonstruktion sowie die detaillierte Betrachtung der Hauptfiguren.

6 Fazit: Zusammenführung der Ergebnisse und Reflexion über das Scheitern bzw. die Identitätssuche der weiblichen Hauptfigur im modernen Kontext.

Schlüsselwörter

Gender, Geschlechterkonstruktion, Faust-Mythos, Lea Singer, Mandelkern, Weiblichkeit, Neurowissenschaft, Karriere, Vereinbarkeit, Rollenbilder, doing-gender, Identität, Patriarchat, Wissensdrang, Geschlechterforschung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit analysiert Lea Singers Roman "Mandelkern" und untersucht, wie darin das Geschlecht der Protagonistin und die Konstruktion von Weiblichkeit im Kontrast zum traditionellen Faust-Mythos dargestellt werden.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die zentralen Felder sind die Soziologie der Geschlechterrollen, feministische Literaturwissenschaft und die moderne Interpretation faustischer Strebensmotive im Kontext einer männlich dominierten Arbeitswelt.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie gesellschaftliche Erwartungen an das Geschlecht (gender) die Lebens- und Karrierewege von Frauen beeinflussen und wie Singer dieses Spannungsfeld in ihrer literarischen Faust-Transformation reflektiert.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Arbeit nutzt eine literaturwissenschaftliche Analyse in Verbindung mit gendertheoretischen Ansätzen, um die Figurenkonstellation und das Narrativ vor dem Hintergrund aktueller gesellschaftlicher Debatten zu deuten.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung zum Begriff "gender", eine Analyse des Faust-Mythos und eine detaillierte Untersuchung der Hauptfiguren Grace Eder, Friedrich Faltmeier und Lucie Brinkmann hinsichtlich ihrer Rollenkonstruktion.

Welche Schlüsselbegriffe definieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind Gender-Konstruktion, weibliche Faust-Figur, Karriere, strukturelle Diskriminierung und die Motivik des Gartens als Symbolraum.

Wie fungiert die Figur der Lucie Brinkmann im Roman?

Lucie Brinkmann wird als ein Äquivalent zu Mephistopheles interpretiert, die jedoch weniger eine klassische Teufelsfigur darstellt, sondern vielmehr eine Verführerin zu Oberflächlichkeit und eine kritische Projektionsfläche für Graces Ambitionen.

Warum spielt die Metapher des "Gartens" eine besondere Rolle?

Der Garten wird als Ort der Natur und Weiblichkeit gedeutet, der einen Kontrast zur technokratischen und rationalen Welt des wissenschaftlichen Labors bildet und ein mögliches Scheitern Graces an patriarchal strukturierten Systemen symbolisiert.

Welche Rolle spielt die Wissenschaftsethik in der Geschichte?

Wissenschaftsethik ist ein zentraler Konfliktpunkt, da die Protagonistin als Forscherin in einem männlich dominierten Bereich agiert und sich gezwungen sieht, ihre Weiblichkeit als Instrument einzusetzen oder ihre berufliche Identität gegen ihr Privatleben abzuwägen.

Ende der Leseprobe aus 33 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Gender, Geschlecht und Klischees. Konstruktion von Weiblichkeit im Roman "Mandelkern" von Lea Singer
Hochschule
Universität Paderborn
Note
1,3
Autor
Birgit Goldbecker (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2013
Seiten
33
Katalognummer
V365397
ISBN (eBook)
9783668447790
ISBN (Buch)
9783668447806
Sprache
Deutsch
Schlagworte
gender geschlecht klischees konstruktion weiblichkeit roman mandelkern singer
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Birgit Goldbecker (Autor:in), 2013, Gender, Geschlecht und Klischees. Konstruktion von Weiblichkeit im Roman "Mandelkern" von Lea Singer, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/365397
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Leseprobe aus  33  Seiten
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