Meine Motivation zu einer Arbeit in der die Anpassungsmöglichkeiten von Informationssystemen erörtert werden entstand aus meinem beruflichen Umfeld. Als Anbieter von Enterprise Resource Planning Systemen (ERP-Systemen) sind wir darauf angewiesen unsere Software möglichst flexibel zu gestalten, um sie in unterschiedlichen Unternehmen einsetzen zu können. Es ist für mich deshalb von hoher Bedeutung die einzelnen Anpassungsmöglichkeiten eines solchen Systems zu kennen. Wichtig dabei ist auch die jeweiligen Vor- und Nachteile der Möglichkeiten einzuschätzen, um somit für unterschiedliche Anpassungsbedarfe die richtigen Lösungen auswählen zu können.
Inhaltsverzeichnis
1 Motivation der Arbeit
2 Definition von Informationssystemen
3 Flexibilität von Informationssystemen
4 Hardwareanpassungen im Rahmen des Sizing
5 Anpassung durch Customizing und Schaltung von Modulen
6 Erweiterung der Funktionalität durch Programmierung
7 Fazit
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Das Hauptziel dieser Arbeit besteht darin, die verschiedenen Möglichkeiten zur Anpassung von Informationssystemen, insbesondere von ERP-Systemen, zu explorieren und deren Vor- und Nachteile sowie die damit verbundenen Risiken und Flexibilitätsgrade für Unternehmen zu bewerten.
- Grundlagen und Definitionen von Informationssystemen und ERP-Software.
- Methoden der Hardware-Dimensionierung (Sizing) zur Performancesteigerung.
- Anpassungsmöglichkeiten durch Customizing und modulare Systemstrukturen.
- Erweiterung der Funktionalität durch Programmierung, Modifikationen und User-Exits.
- Abwägung des Kompromisses zwischen Systemflexibilität und Komplexität.
Auszug aus dem Buch
6 Erweiterung der Funktionalität durch Programmierung
Wenn die Anpassungsmöglichkeiten des Customizing nicht mehr ausreichen besteht noch die Möglichkeit die Softwarekomponente eines IS durch Erweiterungsprogrammierung in seiner Funktionalität anzupassen. So bietet beispielsweise das ERP-System R/3 von SAP eine eingebettete Entwicklungsumgebung. Diese läßt mittels der systemeigenen Progrmmiersprache ABAP/4 kundenspezifische Änderungen zu.
Man unterscheidet bei einer Anpassung durch Programmierung nach Modifikation des Standardquellcode, der Programmierung von sogenannten Add-Ons und der Verwendung von leeren Unterprogrammen bzw. User-Exits.
Bei einer Modifikation des Standardquellcodes werden die Programme eines ERP-Systems entsprechend den Anforderungen des Unternehmens uberschrieben. Eine solche Modifikation wird auch als harte Codierung bezeichnet. Die Programmierung kann dabei vom Softwarehersteller, einem Dritten oder auch dem Unternehmen selbst vorgenommen werden.
Vorteil dieser Methode ist die nahezu grenzenlose Flexibilität, da das ursprunglichen System komplett verändert und somit genau an die Bedurfnisse des Unternehmens angepasst werden können. Der Softwarehersteller muss außerdem nicht voraussehen, in welchen Bereichen seiner ERP-Software Anpassungsmöglichkeiten sinnvoll wären. Er muss lediglich den Quellcode und eine Dokumentation ausliefern, damit der Endanwender seine eigenen Erweiterungen programmieren kann.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Motivation der Arbeit: Der Autor erläutert seine berufliche Veranlassung, die Flexibilität von ERP-Systemen zu untersuchen, um für unterschiedliche Unternehmensanforderungen optimale Anpassungslösungen zu finden.
2 Definition von Informationssystemen: Es werden grundlegende Begrifflichkeiten wie Daten, Informationen, Informationssysteme und der spezifische Managementansatz (Informationsmanagement) eingeführt.
3 Flexibilität von Informationssystemen: Dieses Kapitel thematisiert die Notwendigkeit, Standardsoftware an spezifische Unternehmensprozesse anzupassen, und diskutiert dabei auftretende Akzeptanz- und Prozessprobleme.
4 Hardwareanpassungen im Rahmen des Sizing: Es wird die Hardware-Dimensionierung (Sizing) als Mittel zur Sicherung der System-Performance beschrieben, wobei verschiedene Testmodelle wie der Customer-Performance-Test vorgestellt werden.
5 Anpassung durch Customizing und Schaltung von Modulen: Hier werden die Möglichkeiten der Konfiguration durch Parametereinstellungen und die Vorteile eines modularen Softwareaufbaus zur flexiblen Systemgestaltung dargestellt.
6 Erweiterung der Funktionalität durch Programmierung: Das Kapitel behandelt tiefgreifendere Anpassungsmethoden wie die Modifikation von Quellcode, die Nutzung von Add-Ons sowie den Einsatz von User-Exits.
7 Fazit: Abschließend wird empfohlen, bei Anpassungen stets den Kompromiss zwischen Flexibilität und Komplexität zu wahren und mit der jeweils geringsten notwendigen Komplexitätsstufe zu beginnen.
Schlüsselwörter
Informationssysteme, ERP-Systeme, Customizing, Sizing, Hardwareanpassung, Softwareflexibilität, Modulare Systeme, Programmierung, User-Exits, Standardsoftware, Geschäftsprozesse, Performancemanagement, Orgware, Manware, Unternehmensanpassung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die verschiedenen technischen und organisatorischen Möglichkeiten, wie Informationssysteme, insbesondere ERP-Systeme, an spezifische Unternehmensanforderungen angepasst werden können.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die zentralen Themen sind Hardware-Sizing, Customizing durch Parametrisierung, modularer Systemaufbau und tiefgreifende Software-Anpassungen durch Programmierung.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, dem Leser ein Verständnis für die Vor- und Nachteile verschiedener Anpassungsmethoden zu vermitteln, damit er für unterschiedliche Anpassungsbedarfe die richtige Lösung auswählen kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird primär verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturrecherche und der Analyse von betriebswirtschaftlichen und technischen Ansätzen zur Anpassung von Informationssystemen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in drei Stufen der Anpassung: Hardware-Dimensionierung, konfigurationsbasiertes Customizing und die direkte Erweiterung des Quellcodes.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den wichtigsten Begriffen zählen Informationssysteme, ERP-Systeme, Customizing, Sizing, Softwareflexibilität und Programmiererweiterungen.
Warum wird beim Hardware-Sizing zwischen verschiedenen Modellen unterschieden?
Verschiedene Modelle wie die benutzerbasierte oder durchsatzbasierte Dimensionierung werden unterschieden, da unterschiedliche Anforderungen an die Systemleistung (z. B. Antwortzeit vs. Transaktionsdurchsatz) unterschiedliche Genauigkeitsgrade erfordern.
Was ist der wesentliche Vorteil von User-Exits gegenüber einer direkten Quellcode-Modifikation?
Der entscheidende Vorteil ist, dass User-Exits vordefinierte Stellen für Erweiterungen bieten, wodurch das Risiko minimiert wird, dass eigene Anpassungen bei Software-Updates des Herstellers überschrieben werden (Releasefähigkeit).
- Quote paper
- Axel Domschke (Author), 2004, Anpassungsmöglichkeiten von Informationssystemen am Beispiel von ERP-Systemen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/36539