In der folgenden Hausarbeit sollen Parallelen zwischen Platons "Parmenides" und dem "Sophistes" gezogen werden. Hierbei soll sich mit der Frage auseinandergesetzt werden, wer der im "Sophistes" erwähnte Fremde aus Elea sein könnte und anhand dieser Vermutung gezeigt werden, dass "Parmenides", bzw. Zenon die Übereinstimmungen von eleatischen Ideen und den des Platons in dem Dialog Parmenides gesehen zu haben scheinen. Zudem soll darauf verwiesen werden, dass die Probleme, die bei einer genauen Analyse des „Eins-Seienden“, die von Parmenides, als Vertreter der eleatischen Schule, aufgeworfen worden, durch die Erklärungen im "Sophistes" aufgelöst werden können und dass dieselbe Lösung auch die Probleme zu lösen vermag, die sich für die platonischen Ideen ergeben.
Die Rahmenhandlung des platonischen Dialogs "Parmenides" ist sehr verworren. In dieser sucht der Kephalos den Adeimantos auf, der der Halbbruder des Antiphon ist. Diesen sucht er auf, da Antiphon von Pythodoros die Gespräche von Sokrates, Zenon und Parmenides überliefert bekommen hat. Denn Pythodoros hat als Freund des Zenon und als Gastgeber desselben die Gespräche vernommen. Der Liebling des hoch bejahrten Parmenides Zenon ist zum Zeitpunkt der Unterhaltung erst um die vierzig Jahre alt. Sokrates wird als sehr jung beschrieben. Aristoteles, Sokrates und neunundzwanzig weitere sind zu Zenon gekommen, um über seine Schrift zu hören. Während Parmenides, Aristoteles und Pythodoros erst gegen Ende der Vorstellung des Buches hereingekommen waren und deshalb nur sehr wenig davon mitbekommen haben, waren Sokrates und Zenon von Anfang an im selben Raum. Pythodoros behauptete aber, das Buch schon vorher vom Zenon gehört zu haben. In diesem Buch soll behauptet werden, dass Parmenides die These vertrete, dass das Ganze Eins sei. Laut Sokrates behauptet Zenon dabei die selbe These, nur mit anderen Worten. Denn dieser sagt, dass nicht Vieles sei, denn wenn das Seiende Vieles wäre, so müsste es ähnlich und unähnlich sein. Zenon behauptet, dass seine Schrift eine Hilfe für den Satz des Parmenides darstelle, ihm diese aber entnommen worden war, als er noch sehr jung gewesen sei.
Inhaltsverzeichnis
1) Einleitung
2) Der Fremde aus Elea
3)Die Übung des Parmenides
3.1) Im Dialog Parmenides
3.2) Im Dialog Sophistes
3.2.1) Das Nichtseiende ist
3.2.2) Das Sein ist Vieles
3.2.3) Vieles ist Eins
3.2.4) Das Sein in den Ideen und im Körper
3.2.5) Bewegung und Ruhe
4) Vergleich beider Dialoge
5) Das Verbot des Parmenides
6) Die eleatischen Ideen und die platonischen
7) Schlussbetrachtungen
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Parallelen zwischen Platons Dialogen „Parmenides“ und „Sophistes“, mit dem Ziel, die Identität des „Fremden aus Elea“ zu ergründen und aufzuzeigen, wie die in beiden Werken thematisierten Übungen zur Lösung aporischer Probleme führen. Dabei wird analysiert, inwiefern eleatische Ideen in den platonischen Dialogen verankert sind und wie die Erkenntnisreife des Sokrates eine Auflösung dieser Widersprüche ermöglicht.
- Identitätsanalyse des Fremden aus Elea
- Vergleich der Übungsmethodik in Parmenides und Sophistes
- Auflösung der Aporie bezüglich des „Nichtseienden“
- Untersuchung der eleatischen versus platonischen Ideenlehre
- Rolle des Alters und der Erkenntnisentwicklung bei Sokrates
Auszug aus dem Buch
3.2.5) Bewegung und Ruhe
Ergo sind Bewegung und Ruhe, analog zum Warmen und Kalten, laut dem Fremden voneinander verschieden, aber dennoch beide seiend und somit nicht bewegt, was zumindest bei der Bewegung widersprüchlich ist, sodass das Sein als drittes außer beiden gesetzt werden muss.
Wenn es aber ein drittes ist, dann ruht es weder noch bewegt es sich. Jedoch ist es dann nicht möglich, sich vorzustellen, was es dann ist. So kann über das Sein also dieselbe Verwirrung ausgedrückt werden, da über dasselbe nicht gesagt werden kann, dass es nicht ist, wie über das Nichtseiende, da über selbiges nicht gesagt werden kann, dass es ist.
Zusammenfassung der Kapitel
1) Einleitung: Die Einleitung steckt den Rahmen der Arbeit ab, in dem Parallelen zwischen den Dialogen Parmenides und Sophistes gezogen und die Identität des Fremden aus Elea thematisiert werden.
2) Der Fremde aus Elea: Dieses Kapitel analysiert die komplexe Rahmenhandlung des Dialogs Parmenides und diskutiert verschiedene Vermutungen über die Identität des Fremden aus Elea.
3)Die Übung des Parmenides: Der Autor erläutert die von Parmenides geforderte dialektische Übung, die sowohl im Dialog Parmenides als auch im Sophistes angewandt wird, um das Verhältnis von Sein und Nichtsein zu untersuchen.
4) Vergleich beider Dialoge: Hier werden die dialektischen Methoden beider Dialoge gegenübergestellt, wobei die Lösung durch den Fremden im Sophistes als Auflösung der Aporie aus dem Parmenides verstanden wird.
5) Das Verbot des Parmenides: Es wird untersucht, warum Parmenides seinen Schülern das Verständnis der Aussage „Nichtseiendes seie“ untersagte und wie dies mit dem Entwicklungsstand des Lernenden zusammenhängt.
6) Die eleatischen Ideen und die platonischen: Dieses Kapitel widmet sich der Frage, wie eleatische und platonische Ideen in einem gemeinsamen theoretischen Rahmen vereinbart werden können.
7) Schlussbetrachtungen: Die Ergebnisse werden zusammengefasst, wobei betont wird, dass das Verständnis der behandelten Probleme stark mit der intellektuellen Reife des Sokrates korreliert.
Schlüsselwörter
Platon, Parmenides, Sophistes, Fremder aus Elea, Dialektik, Sein, Nichtseiendes, Aporie, Ideenlehre, Erkenntnistheorie, Sokrates, Zenon, Metaphysik, Ontologie, Philosophie der Antike.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit untersucht die philosophischen Verbindungen zwischen Platons Dialogen „Parmenides“ und „Sophistes“ und analysiert, wie beide Werke dieselben logischen Probleme behandeln.
Welche zentralen Themenfelder stehen im Mittelpunkt?
Im Fokus stehen die Ontologie, das Problem der Einheit und Vielheit sowie die Natur des Seins und Nichtseins innerhalb der eleatischen und platonischen Tradition.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, die Rolle des „Fremden aus Elea“ zu klären und zu zeigen, dass die in beiden Dialogen angewandten Übungen eine Lösung für die Aporie bieten, mit der Sokrates in seiner Jugend konfrontiert war.
Welche methodische Vorgehensweise wählt die Autorin?
Die Arbeit verwendet eine textanalytische Methode, bei der zentrale Textstellen aus den Dialogen verglichen und im Kontext der jeweiligen Rahmenhandlung interpretiert werden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil befasst sich detailliert mit der Übung des Parmenides, den spezifischen logischen Widersprüchen im Sophistes (wie Nichtseiendes, Sein als Vieles, Bewegung und Ruhe) und der Bedeutung dieser Erkenntnisse für die platonische Ideenlehre.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Zu den prägenden Begriffen zählen neben den Dialogtiteln vor allem Begriffe wie „Aporie“, „Nichtseiendes“, „Megista gene“ und die dialektische „Übung“.
Welche Bedeutung kommt dem Alter des Sokrates in der Argumentation zu?
Die Autorin argumentiert, dass Sokrates im Sophistes ein höheres Erkenntnisalter erreicht hat, was ihn befähigt, die philosophischen Rätsel zu lösen, die er als junger Mensch noch nicht durchdringen konnte.
Inwieweit wird der „Fremde aus Elea“ identifiziert?
Obwohl eine direkte Identifikation mit Pythodoros erwogen wird, legt die Arbeit den Schwerpunkt darauf, den Fremden primär als Vertreter einer fortgeschrittenen eleatischen Denktradition zu begreifen.
- Arbeit zitieren
- Saskia Janina Neumann (Autor:in), 2017, Parallelen zwischen Platons "Parmenides" und dem "Sophistes", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/365471