Jugendliche Vereinsmitglieder. Sportvereinszugehörigkeit in Abhängigkeit von sozialstrukturellen Merkmalen


Seminararbeit, 2003

14 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Inhalt

1 Einleitung

2 Quellen

3 Problemstellung

4 Annahme

5 Gleich oder ungleich? – Wie man soziale Ungleichheit messen kann
5.1 Die wichtigsten sozialstrukturellen Merkmale
5.2 Auswahl und Operationalisierungen der sozialstrukturellen Merkmale

6 Überblick über die wichtigsten Befunde
6.1 Einzelne Befunde
6.1.1 Geschlecht
6.1.2 Alter
6.1.3 Schulkarriere
6.1.4 soziale Schicht
6.1.5 Siedlungsstruktur/Wohnregion
6.2 Untersuchungsergebnisse bei der Kombination bestimmter Merkmale
6.2.1 Alter und Geschlecht
6.2.2 Alter und Schulkarriere
6.2.3 Geschlecht und Wohnregion

7 Interpretation und weiterführende Fragestellungen

8 Resümee

Literaturverzeichnis

1 Einleitung

Das Thema dieser Arbeit ist der Einfluss der sozialstrukturellen Merkmale auf die Sportvereinsmitgliedschaft von Jugendlichen. Vor dem Hintergrund der Individualisierungsthese (vgl. u.a. Brinkhoff, 1998; Heim, 2002) soll der Frage nachgegangen werden, ob im Sport die propagierte Angleichung stattgefunden hat (exemplarisch für die Sportvereine).

Zunächst werden die Quellen vorgestellt (Abschnitt 2), auf die sich die Arbeit stützt. In zwei weiteren Schritten werden die Problemstellung skizziert (Abschnitt 3) und die zu überprüfende Annahme formuliert (Abschnitt 4). Bevor die einzelnen Befunde (Abschnitt 6) vorgestellt werden, wird auf die wichtigsten Indikatoren sozialer Ungleichheit eingegangen (Abschnitt 5). Den abschließenden Teil bilden die Interpretation der Ergebnisse und ein kurzes Resümee (Abschnitte 7 und 8).

2 Quellen

Fragt man nach den sozialen Determinanten hinsichtlich der Vereinszugehörigkeit von Jugendlichen, darf man sich auf der Suche nach einer Antwort nicht ausschließlich auf die jetzigen Vereinsmitglieder beschränken. Auch die Ehemaligen und die (noch) Nie-Mitglieder sind bei einer umfassenden Betrachtung zu berücksichtigen. Im Rahmen dieser Arbeit kann dies jedoch aus Gründen des Umfangs nicht geschehen. Vielmehr möchte ich einen Überblick über den Teilaspekt der Jetzt-Mitglieder geben.

Als Grundlage für diese Arbeit beziehe ich mich im Wesentlichen auf die nachfolgend angeführten Quellen, wobei ich bewusst auf eine ausführliche Darstellung der Untersuchungsanlagen verzichte, da sie den Rahmen dieser Arbeit sprengen würden. Die Untersuchungen basieren auf Fragebogenerhebungen, bei denen Effekte der sozialen Erwünschtheit nicht auszuschließen sind. Diese dürften aber keine entscheidende Rolle spielen.

Eine Quelle ist der Abschlussbericht der Jugendsportstudie NRW von 1992 (Kurz, Sack & Brinkhoff, 1996) und hier besonders das Kapitel über die Jetzt-Mitglieder (Kurz & Sonneck, 1996). Eine weitere Quelle ist die auf dieser Studie aufbauende Veröffentlichung „Sport und Sozialisation im Jugendalter“ (Kapitel 7) von Brinkhoff aus dem Jahr 1998 (Brinkhoff, 1998). Zusätzlich stütze ich mich auf zwei Arbeiten von Baur, Burrmann und Krysmanski: Erstens auf das Kapitel vier der Veröffentlichung „Treibt Hermine auch Sport? Sportengagements von Mädchen und jungen Frauen“ (Baur, Burrmann & Krysmanski, 2002), basierend auf dem Brandenburgischen Jugendsportsurvey von 1998; zweitens auf ihren Beitrag „Sportengagements Jugendlicher in ländlichen Regionen Ostdeutschlands“ (Baur, Burrmann & Krysmanski, 2002).

3 Problemstellung

Mit dieser Arbeit werde ich versuchen, einen Überblick über die Frage nach sozialen Ungleichheiten im Vereinssport zu geben: Ob es tatsächlich zutrifft, wenn allgemein von einer „tendenziellen Angleichung der Lebensbedingungen“ (Brinkhoff, 1998, S. 153) gesprochen wird, und ob sich diese auch im Hinblick auf die Vereinsmitgliedschaft von Jugendlichen in der Form beobachten lässt, dass eine Selektion über sozialstrukturelle Merkmale heute nicht oder nur noch kaum nachzuweisen ist.

Kurz, Sack und Brinkhoff (1996, S. 6) formulieren zwei wesentliche Zielinteressen für ihre Studie. Sowohl aus sportpädagogischer Sicht (Funktionen für die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen) wie aus sportpolitischer (Die Existenz von Vereinen hängt von der „Bindung ihrer Mitglieder“ ab, welche sich vermutlich entscheidend in Kindheit und Jugend ausprägen.) muss man nach der vielfältigen Verantwortung von Sportvereinen fragen, und ob sie diese erfüllen bzw. was zur Erfüllung nötig wäre (vgl. dazu auch Baur, Burrmann & Krysmanski, 2002). Die Formulierung der Konsequenzen (aus sportsoziologischer Sicht), die sich für die Praxis aus den Ergebnissen ergeben, stützt sich hauptsächlich auf diese beiden Zieldimensionen.

4 Annahme

Die Grundannahme, welche zu überprüfen gilt, stellt sich etwa folgendermaßen dar: Vor dem Hintergrund der Individualisierungsthese nähern sich die Lebensbedingungen der Jugendlichen immer weiter an (vgl. Brinkhoff, 1998, S. 17 ff. und S.153 ff.). Dies macht sich auch anhand sozialstruktureller Merkmale bezogen auf die Sportvereinszugehörigkeit der Jugendlichen insofern bemerkbar, als die Differenzen nicht oder nur noch minimal nachzuweisen sind. Kurz: Es bestehen nur noch geringfügige Abhängigkeiten der Sportvereinszugehörigkeit Jugendlicher von sozialstrukturellen Merkmalen, da sich die Lebensbedingungen immer weniger unterscheiden.

5 Gleich oder ungleich? – Wie man soziale Ungleichheit messen kann

5.1 Die wichtigsten sozialstrukturellen Merkmale

In der heutigen Forschung wird, wenn man „Analysekriterien für soziale Lebensbedingungen und soziale Ungleichheitsrelationen“ (Brinkhoff, 1998, S. 155) sucht, nicht mehr nur auf die sog. vertikalen Merkmale der sozialen Schichtzugehörigkeit zurückgegriffen, sondern sie werden durch die horizontalen Merkmale ergänzt. Diese differenzieren die vertikalen Merkmalen jeweils über einen weiteren Aspekt und lassen eine komplexere Bestimmung der sozialen Lebenslage (vertikale und horizontale Betrachtung) zu. Die Ergänzung der klassischen Kriterien wurde notwendig, weil diese alleine die soziale Realität nicht mehr abbilden. Aufgrund der „Pluralisierung von Lebenslagen und Lebensformen“ (Brinkhoff, 1998, S. 154 f.) kommt es zu einer „zunehmenden Ausdifferenzierung“ (Brinkhoff, 1998, S. 154), welche sich nicht mehr nur mit den Strukturmerkmalen der sozialen Schicht darstellen lässt. Brinkhoff formuliert es als Schichten, die „wesentlich vielschichtiger werden“ (Brinkhoff, 1998, S. 155).

Die klassischen (vertikalen) Kriterien der sozialen Schichtzugehörigkeit sind Schulbildung, beruflicher Status und das Einkommen. Diese Schichtparameter werden für die Kinder und Jugendlichen in den vorliegenden Studien über die Angaben über die Eltern ermittelt (Kurz, Sack & Brinkhoff, 1996; Brinkhoff, 1998). Für die weitere Betrachtung kommt noch die eigene Bildungskarriere (aktuell besuchte Schulform) hinzu.

Von den horizontalen Merkmalen sollen nur die drei wichtigsten interessieren. Diese sind Geschlecht, Alter und (Wohn-)Region. Im thematischen Zusammenhang spielen weitere Merkmale wie Haushaltskonstellation und Religionszugehörigkeit zunächst nur eine untergeordnete Rolle, und werden im Weiteren nicht berücksichtigt.

Betrachtet man die Merkmale etwas genauer, so wird schnell klar, warum die Unterscheidung in „horizontal“ und „vertikal“ so bedeutend ist. Es wird dabei deutlich, dass die Merkmalsgruppen untereinander nicht isoliert auftreten können, d.h. man muss zu der sozialen Schicht auch immer z.B. das Alter berücksichtigen. Daraus ergibt sich die besondere Bedeutung der „Kombination dieser einzelnen Parameter, die wechselseitig und in sehr unterschiedlicher Kombinatorik in Erscheinung treten, sich zum Teil gegenseitig bedingen, aufheben oder auch verstärken“ (Brinkhoff, 1998, S. 156). Eine umfassende Darstellung würde den Rahmen dieser Arbeit weit übersteigen, weswegen nur auf einige interessante Einzelbefunde eingegangen wird.

5.2 Auswahl und Operationalisierungen der sozialstrukturellen Merkmale

Bei der Darstellung wurde die Auswahl und Reihenfolge, wie sie bei Brinkhoff (1998) zu finden ist, übernommen: Geschlecht, Alter, Schulkarriere, soziale Schicht und (Wohn-) Region.

Die Altersstruktur für die Jugendlichen (Kurz, Sack & Brinkhoff, 1996; Brinkhoff, 1998; ebenso Baur, Burrmann & Krysmanski, 2002) wird über die Zugehörigkeit zu den Klassenstufen 7, 9, 11 und 13 operationalisiert (3. und 5. Klasse werden der Kindheit zugeordnet.), die Schulkarriere über die gängigen Schulformen, Hauptschule, Realschule und Gymnasium. Bei der sozialen Schichtzugehörigkeit wurden die Bildungsabschlüsse und die aktuelle Berufstätigkeit der Eltern herangezogen (vgl. Brinkhoff, 1998, S. 157). Während die Wohnregion bei Brinkhoff (auch Kurz, Sack & Brinkhoff 1996) nach den speziellen Raum- und Siedlungsstrukturformen Nordrhein- Westfalens differenziert wird, gehen Baur, Burrmann und Krysmanski (2002) von der Gemeindegröße aus. Dabei unterscheiden sie zwischen Gemeinden mit unter 500, unter 2000, unter und über 10000 Einwohnern.

[...]

Ende der Leseprobe aus 14 Seiten

Details

Titel
Jugendliche Vereinsmitglieder. Sportvereinszugehörigkeit in Abhängigkeit von sozialstrukturellen Merkmalen
Hochschule
Universität Potsdam  (Institut für Sportwissenschaft)
Veranstaltung
Sportbeteiligungen unterschiedlicher Bevölkerungsgruppen
Note
1,7
Autor
Jahr
2003
Seiten
14
Katalognummer
V36558
ISBN (eBook)
9783638361507
ISBN (Buch)
9783638897082
Dateigröße
492 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Jugendliche, Vereinsmitglieder, Sportvereinszugehörigkeit, Abhängigkeit, Merkmalen, Sportbeteiligungen, Bevölkerungsgruppen
Arbeit zitieren
Sebastian Rosenkranz (Autor), 2003, Jugendliche Vereinsmitglieder. Sportvereinszugehörigkeit in Abhängigkeit von sozialstrukturellen Merkmalen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/36558

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