Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Theoretische Grundlagen zur Rezipientenforschung
2.1 Parasoziale Interaktion
2.2 Parasoziale Beziehung
2.3 Personae
3. Anwendung auf die Sportrezeption
3.1 Rolle der parasozialen Interaktion
3.2 Intensitätsstufen der parasozialen Interaktion
3.3 Parasoziale Beziehungen zu Sportlern
3.3.1 Unterschiedliche Beziehungsqualitäten und - funktionen
4. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht das Phänomen parasozialer Interaktionen und Beziehungen im Kontext der Sportrezeption. Ziel ist es, die wissenschaftlichen Konzepte von Horton und Wohl auf das Verhältnis zwischen Sportfans und prominenten Athleten (Sportstars) zu übertragen und zu analysieren, wie mediale Präsenz und sportliche Berichterstattung diese einseitigen sozialen Bindungen formen.
- Theoretische Fundierung parasozialer Konzepte
- Übertragung der Theorie auf Sportmedienakteure
- Determinanten und Intensitätsstufen parasozialer Bindungen
- Einfluss der Sportberichterstattung auf die Fan-Bindung
Auszug aus dem Buch
2.1 Parasoziale Interaktion
Das Konzept der parasozialen Interaktion wurde erstmals 1956 von den amerikanischen Kommunikationswissenschaftlern Richard Horton und Donald Wohl begründet. Die parasoziale Interaktion beschreibt die Illusion einer face-to-face Kommunikation zwischen Rezipient und einem Darsteller oder Performer in Massenmedien wie dem Fernsehen oder Radio (Horton & Wohl, 1956).
Die vorliegende Arbeit nimmt im Weiteren jedoch ausschließlich Bezug auf Sportler (und insbesondere Sportstars).
Eine Solche Illusion einer scheinbaren face-to-face Interaktion entsteht vor allem dadurch, dass der Performer sein Verhalten an die erwartete Reaktion des Zuschauers anpasst und den Zuschauer vielfach durch eine direkte Ansprache adressiert (Adelmann, 2002). Durch diese Illusion einer face-to-face Kommunikation ist dem Rezipienten die Möglichkeit gegeben zu interagieren, als ob er mit dem Performer in einer direkten personalen Interaktion stünde. Daher ist die parasoziale Interaktion in gewisser Weise vergleichbar mit sozialen Handeln in tatsächlichen personalen Interaktionssituationen (Gleich, 1996). Die Ähnlichkeit und gleichzeitig auch die Andersartigkeit aufgrund der medialen Vermitteltheit zur sozialen Interaktion wird durch die Vorsilbe „para“ im Konzept der parasozialen Interaktion signalisiert (Effinger, 2002). Außerdem kennzeichnet die Vorsilbe „para“ auch die Vermitteltheit der Interaktion (Wulff, 1996). Dieses Phänomen einer wechselseitigen Kommunikation haben Horton und Wohl als parasoziale Interaktion bezeichnet (Horton & Wohl, 1956).
Die parasoziale Interaktion zeichnet sich durch die Einseitigkeit und mediale Vermitteltheit aus. Im Vergleich zu einer normalen Interaktion, die von Wechselseitigkeit geprägt ist, ist die parasoziale Interaktion für den Rezipienten aufgrund der Einseitigkeit sehr angenehm, da er gegenüber dem Performer keinerlei Verpflichtungen oder Verantwortung eingeht. Dies ermöglicht dem Zuschauer, sich jederzeit ohne daraus folgenden Konsequenzen aus der Interaktion zu entziehen (Horton & Wohl, 1956). Dies kann zum Beispiel durch negative Kommentare auf Social Media Kanälen oder durch Pfiffe im Stadion geäußert werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung stellt die Forschungsfrage nach der emotionalen Bindung von Fans zu Sportlern anhand des parasozialen Interaktionskonzepts von Horton und Wohl vor.
2. Theoretische Grundlagen zur Rezipientenforschung: Dieses Kapitel erläutert die zentralen Begriffe der parasozialen Interaktion, der parasozialen Beziehung sowie die Rolle von Personae im medialen Kontext.
3. Anwendung auf die Sportrezeption: Hier erfolgt der Transfer der theoretischen Ansätze auf den Sportbereich, wobei Intensitätsstufen der Interaktion und die spezifischen Beziehungsqualitäten zu Athleten analysiert werden.
4. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, wie mediale Präsenz von Sportstars parasoziale Beziehungen intensiviert und welche Bedeutung dies für die Sportrezeption hat.
Schlüsselwörter
Parasoziale Interaktion, Parasoziale Beziehung, Sportrezeption, Sportstars, Rezipientenforschung, Medienpsychologie, Sportmanagement, Face-to-Face-Illusion, Personae, Fanbindung, Medienpräsenz, Kommunikationswissenschaft.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Entstehung und den Auswirkungen parasozialer Interaktionen und Beziehungen zwischen Medienkonsumenten und Sportstars.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die Schwerpunkte liegen auf den theoretischen Grundlagen der Rezipientenforschung nach Horton und Wohl sowie deren praktischer Anwendung auf die Sportberichterstattung.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist die Erklärung, wie und warum Zuschauer eine scheinbare soziale Bindung zu Sportlern aufbauen, die sie meist nur durch das Medium Fernsehen kennen.
Welche wissenschaftliche Methodik wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Literaturarbeit, die bestehende kommunikationswissenschaftliche Konzepte auf das spezifische Forschungsfeld der Sportrezeption überträgt.
Was wird im Hauptteil der Arbeit primär behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Herleitung der Konzepte (PSI/PSB) und die anschließende Analyse ihrer Wirkmechanismen bei der Wahrnehmung von Profisportlern.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Untersuchung?
Wesentliche Begriffe sind parasoziale Interaktion, parasoziale Beziehung, mediale Vermitteltheit, Sportstar-Status und Rezipientenverhalten.
Wie unterscheidet sich die parasoziale Beziehung von einer echten Freundschaft?
Im Gegensatz zu realen sozialen Kontakten ist die parasoziale Beziehung einseitig und frei von gegenseitigen Verpflichtungen, was sie für den Rezipienten psychologisch weniger belastend macht.
Welche Faktoren begünstigen laut Arbeit eine intensive parasoziale Beziehung?
Eine intensive Bindung (High-Level-PSI) wird durch Faktoren wie die Persistenz (Dauer) und Obstrusivität (Intensität der Wahrnehmung) der Medienpräsenz sowie die intrinsische Motivation des Rezipienten gefördert.
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- Ana Burg (Autor), 2017, Parasoziale Interaktionen und Beziehungen mit Sportstars, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/365661