Die Fußballvereine der deutschen Bundesliga werden unabhängig von der Rechtsform neben den sportlichen Zielen vor allem auch von ökonomischen Zielen geleitet. Die Profifußballvereine, welche sich in Bezug auf Unternehmensgröße und Jahresumsatz mühelos mit dem klassischen Mittelstand vergleichen lassen, sind regelmäßig auf Fremdfinanzierungen angewiesen, um Großprojekte und Spielertransfers zu realisieren.
Den Hauptbestandteil der Finanzierung solcher Projekte stellt immer noch der klassische Kredit bei der Hausbank dar. Bei dem Hausbankkredit erhält sich der Verein eine hohe Flexibilität, so kann er zwischen fester Laufzeit oder Einmalrückzahlung entscheiden sowie zwischen fester und variabler Nominalverzinsung wählen. Die Vertragsgestaltung zwischen den Parteien basiert zudem auf rein privatrechtlicher Basis. Der Kapitalmarkt als Quelle der Finanzierung wurde in der Vergangenheit relativ wenig von den Vereinen genutzt und erst in der jüngeren Vergangenheit durch sogenannte Fananaleihen als Finanzierungsquelle entdeckt. Borussia Dortmund hat hier einen anderen Weg eingeschlagen. Als einziger Verein in Deutschland hat Borussia Dortmund den Börsengang für die Unternehmensfinanzierung gewählt und ist seit 2000 börsennotiert. Somit gilt es zu hinterfragen, wie sich die Finanzierung des Vereins in den letzten Jahren entwickelt hat und ob die sich Kapitalstruktur von Borussia Dortmund als optimal und nachhaltig darstellt.
Diese Arbeit setzt sich zum Ziel, mithilfe der Kapitalstrukturanalyse die Zusammensetzung des Kapitals von Borussia Dortmund zu analysieren. Im Hinblick auf die Börsennotierung ist sich mit der Entwicklung des Eigenkapitals und der Entwicklung der Verbindlichkeiten über den Verschuldungsgrad auseinanderzusetzen, um in der Folge eine Einschätzung über die Finanzierung und Kreditwürdigkeit abgeben zu können. Dies beinhaltet ergänzend die Analyse der Anlagenfinanzierung über den Anlagendeckungsgrad, damit eine Einschätzung abgegeben werden kann, ob die Finanzierung von Borussia Dortmund als optimal anzusehen ist.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Problemstellung
- Zielsetzung
- Grundlagen zu Borussia Dortmund
- Der Verein
- Die Organisationsstruktur
- Grundlagen zur Finanzierung
- Optimale Kapitalstruktur
- Finanzierungsinstrumente
- Kapitalstrukturanalyse von Borussia Dortmund
- Eigenkapitalentwicklung
- Dynamischer Verschuldungsgrad
- Anlagendeckungsgrad
- Fazit
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Arbeit untersucht die Kapitalstruktur von Borussia Dortmund und analysiert die Entwicklung des Vereins in den letzten Jahren. Dabei soll geklärt werden, ob die Kapitalstruktur des Vereins als optimal und nachhaltig anzusehen ist.
- Analyse der Kapitalstruktur von Borussia Dortmund
- Bewertung der Eigenkapitalentwicklung
- Ermittlung des dynamischen Verschuldungsgrades
- Bewertung des Anlagendeckungsgrades
- Beurteilung der Finanzierung und Kreditwürdigkeit von Borussia Dortmund
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung stellt die Problemstellung dar, die sich aus der besonderen Finanzierungsstruktur von Borussia Dortmund als börsennotierten Fußballverein ergibt. Es werden die Ziele der Arbeit definiert, die sich auf die Analyse der Kapitalstruktur des Vereins konzentrieren.
Das Kapitel „Grundlagen zu Borussia Dortmund“ gibt einen Überblick über den Verein und seine Organisationsstruktur. Es werden die wichtigsten sportlichen Erfolge und die mediale Aufmerksamkeit des Vereins hervorgehoben.
Das Kapitel „Grundlagen zur Finanzierung“ beschäftigt sich mit den allgemeinen Prinzipien der optimalen Kapitalstruktur und den verschiedenen Finanzierungsinstrumenten, die für Fußballvereine relevant sind.
Das Kapitel „Kapitalstrukturanalyse von Borussia Dortmund“ analysiert die Entwicklung des Eigenkapitals, den dynamischen Verschuldungsgrad und den Anlagendeckungsgrad des Vereins. Diese Kennzahlen dienen dazu, die Finanzierung und Kreditwürdigkeit von Borussia Dortmund zu beurteilen.
Schlüsselwörter
Die Arbeit befasst sich mit der Kapitalstrukturanalyse von Borussia Dortmund, einem börsennotierten Fußballverein. Die wichtigsten Schlüsselwörter sind: Kapitalstruktur, Eigenkapital, Verschuldungsgrad, Anlagendeckungsgrad, Finanzierung, Kreditwürdigkeit, Börsennotierung, Fußballverein.
Häufig gestellte Fragen
Was ist das Besondere an der Finanzierung von Borussia Dortmund?
Borussia Dortmund ist der einzige deutsche Fußballverein, der den Weg an die Börse gewählt hat (seit 2000 börsennotiert), um Kapital für Großprojekte und Transfers zu generieren.
Was ist der "dynamische Verschuldungsgrad"?
Diese Kennzahl gibt an, in wie vielen Jahren ein Unternehmen seine Schulden aus dem Cashflow zurückzahlen könnte. Sie dient zur Beurteilung der Kreditwürdigkeit.
Was sagt der Anlagendeckungsgrad aus?
Er zeigt an, inwieweit das langfristige Anlagevermögen (z.B. das Stadion) durch langfristiges Kapital (Eigenkapital oder langfristige Kredite) gedeckt ist. Eine Deckung von über 100% gilt als solide.
Warum nutzen Fußballvereine oft Fananleihen?
Fananleihen sind ein Instrument des Kapitalmarkts, um direkt von den Anhängern Kapital zu leihen, oft zu Konditionen, die flexibler als klassische Bankkredite sind.
Ist die Kapitalstruktur von Borussia Dortmund nachhaltig?
Die Arbeit analysiert die Entwicklung des Eigenkapitals und der Verbindlichkeiten, um zu bewerten, ob die Finanzierung des Vereins langfristig optimal und stabil aufgestellt ist.
- Quote paper
- Patrick Arndt (Author), 2016, Beurteilung der Finanzierung von Borussia Dortmund, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/365714