Seinen Ursprung hatte die industrielle Revolution in England. Unter anderem mitverantwortlich dafür waren die technologischen Entwicklungen im industriellen Sektor zu dieser Zeit. Innerhalb dessen wiederum gilt die Textilindustrie als der antreibende Wachstumsmotor. In dieser Arbeit soll daher die folgende These untersucht werden: Die Textilindustrie war der entscheidende Schrittmacher für die industrielle Revolution im 18. Jahrhundert in England.
In diesem Zusammenhang wird zunächst definiert, was der Begriff „Industrielle Revolution“ überhaupt impliziert und wie er sich vom Begriff der „Industrialisierung“ abgrenzt. Diese Zuordnung soll zunächst klären, ob der Begriff „Industrielle Revolution“ in diesem Zusammenhang verwendet werden kann. Anschließend wird, um die Hauptthese begründen zu können, im Weiteren nach solchen Indikatoren und Determinanten gesucht, die dazu geeignet sind, den Führungsanspruch der Branche zu belegen und begründen zu können, warum sie möglicherweise zum Impulsgeber für die ganze folgende Epoche wurde. Finden lassen sollten sich Merkmale wie beispielsweise ein besonderer technischer Fortschritt innerhalb der Branche, ein herausragendes Wachstum, eine starke Zunahme der Zahl der Beschäftigten, eine deutlich erkennbare Bedeutung für die Gesamtwirtschaft oder auch Einflüsse der Branche auf andere Industriezweige.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Industrialisierung oder industrielle Revolution?
2.1 Industrialisierung
2.2 Industrielle Revolution
3 Textilindustrie
3.1 Die Textilherstellung in der vorindustriellen Zeit
3.2 Die technologische Revolution in der Textilindustrie
3.3 Der Siegeszug der Baumwolle
4 Rückkopplungseffekte auf die Chemie- und Eisenindustrie
5 Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht die These, dass die Textilindustrie der entscheidende Schrittmacher für die industrielle Revolution im 18. Jahrhundert in England war. Dabei wird analysiert, wie technologische Innovationen und wirtschaftliche Faktoren die Branche zum Wachstumsmotor machten und welche wechselseitigen Abhängigkeiten zu anderen Sektoren bestanden.
- Abgrenzung der Begriffe Industrialisierung und industrielle Revolution
- Analyse der vorindustriellen Textilfertigung und des Verlagswesens
- Technologische Revolution im Textilsektor (Spinnmaschinen, mechanischer Webstuhl)
- Bedeutung der Baumwolle als Wachstumstreiber
- Rückkopplungseffekte auf die Chemie- und Eisenindustrie
Auszug aus dem Buch
3.1 Die Textilherstellung in der vorindustriellen Zeit
Die Produktion der Textilwirtschaft in der „Frühen Neuzeit“ (ca. 1500-1800) war vor allem geprägt durch das Handwerk und dem damit verbundenen Verlagswesen. Dabei handelte es sich um eine Organisationsform, die betriebswirtschaftlich zwischen dem Handwerk und der Industrieproduktion einzuordnen war und einzelne Merkmale dieser beiden miteinander verknüpfte. Im Zentrum stand ein Verleger, zumeist ein Kaufmann, der mit seinem Kapital oder seinen Rohstoffen, welches bzw. welche er sich auf dem Beschaffungsmarkt besorgte, zunächst bei verschiedenen Handwerkern in Vorlage trat. Die verlegten Handwerker wurden also vom Verleger mit Rohstoffen beliefert und produzierten anschließend in dessen Auftrag die gewünschten Fertigerzeugnisse. Sie blieben damit zwar rechtlich selbstständig, waren jedoch über die Abnahme des Produktes ökonomisch an ihren Auftraggeber gebunden. Dieser bezahlte die Handwerker in der Regel auf Basis eines Stücklohns und trug im Anschluss das Vertriebsrisiko der Erzeugnisse. Ihre Arbeit verrichteten die Handwerker typischerweise von zu Hause aus. Eine Trennung von Wohn- und Arbeitsstätte fand hier nicht statt. Bezogen auf das Handwerk lassen sich für die beiden Organisationsformen, in Abgrenzung zur Industrieproduktion, somit folgende Gemeinsamkeiten extrahieren: Bei beiden wurden die Erzeugnisse manuell hergestellt, woraus sich das Erfordernis einer hohen Spezialisierung in dem entsprechenden Gewerk ergab. Ferner erfolgte keine Trennung von Wohn- und Werkstätte, sodass die Produkte typischerweise am Wohnort, also in Heimarbeit und mit eigenen Werkzeugen gefertigt wurden.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung stellt die Forschungsfrage auf, ob die Textilindustrie als entscheidender Schrittmacher für die industrielle Revolution in England im 18. Jahrhundert fungierte.
2 Industrialisierung oder industrielle Revolution?: In diesem Kapitel werden die theoretischen Grundlagen sowie die definitorische Abgrenzung der Begriffe Industrialisierung und industrielle Revolution anhand der Literatur diskutiert.
3 Textilindustrie: Dieses Kapitel analysiert die technologischen Entwicklungen in der Textilbranche, angefangen bei den Produktionsformen der vorindustriellen Zeit bis hin zum Siegeszug der Baumwolle.
4 Rückkopplungseffekte auf die Chemie- und Eisenindustrie: Hier wird beleuchtet, wie der technologische Fortschritt der Textilindustrie durch Kopplungseffekte Impulse für die Chemie- sowie die Eisen- und Stahlindustrie lieferte.
5 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bestätigt die zentrale Rolle der Textilindustrie als bedeutenden Impulsgeber für die industrielle Revolution.
Schlüsselwörter
Industrielle Revolution, Industrialisierung, Textilindustrie, Baumwolle, England, Produktion, technischer Fortschritt, Spinnmaschine, Mechanisierung, Wachstumsmotor, Chemieindustrie, Eisenindustrie, Wirtschaftswachstum, Manufakturen, Fabriksystem.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Rolle der englischen Textilindustrie als zentraler Wachstumstreiber während der ersten industriellen Revolution im 18. Jahrhundert.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die Arbeit behandelt die definitorische Abgrenzung der Begriffe Industrialisierung und industrielle Revolution sowie die technologischen und wirtschaftlichen Veränderungen in der Textilfertigung.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es zu untersuchen und zu belegen, dass die Textilindustrie der entscheidende Schrittmacher für die industrielle Revolution in England war.
Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?
Der Autor führt eine literaturgestützte Analyse durch, indem er historische Standardwerke und statistische Kennzahlen zur Produktivitäts- und Beschäftigungsentwicklung nutzt.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil befasst sich detailliert mit der vorindustriellen Textilherstellung, den technologischen Innovationen im Spinn- und Webprozess sowie den Auswirkungen auf angrenzende Industriezweige.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Die zentralen Begriffe sind Industrielle Revolution, Textilindustrie, Baumwolle, Mechanisierung und wirtschaftlicher Strukturwandel.
Warum war gerade die Baumwolle für die industrielle Revolution so wichtig?
Die Baumwolle war elastischer im Angebot, günstiger im Unterhalt als Wolle und ließ sich effizienter mechanisieren, was sie nach anfänglicher Bedeutungslosigkeit zum Exportschlager machte.
Welchen Einfluss hatte die Textilbranche auf die Eisenindustrie?
Die Textilindustrie erzeugte durch größere Maschinen einen Innovationsdruck auf die Eisenindustrie, da die bisherigen Maschinen aus Holz den hohen Belastungen und Anforderungen nicht mehr standhielten.
- Arbeit zitieren
- Kai Wolfs (Autor:in), 2017, Industrie 1.0. Die Textilindustrie als Determinante der industriellen Revolution, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/365717