Die Frau als ‚Produzentin‘ von Kämpfernachwuchs – war das die essentielle Aufgabe der Frau zur Zeit des Nationalsozialismus? War ihr Beitrag für die Nation im zweiten Weltkrieg nur auf die reine
Reproduktion von Nachkommen reduziert? Diese Frage nach der Rolle der Frau im Nationalsozialismus soll die folgende Arbeit beantworten.
Auch, wie es geschafft wurde, dass die Mädchen und Frauen jener Zeit die Muster und Vorstellungen einer vollkommenen arischen Frau ohne Hinterfragen annahmen und lebten. Welche Ideale wurden vom System angestrebt und welche Mittel verwendet, um frühestmöglich mit ihrer Manipulation zu beginnen?
Um dem nachzugehen soll im ersten Kapitel meiner Arbeit verdeutlicht werden, welche Ideale der vollkommenen Frau angestrebt wurden, welchen Einfluss sie auf deren Leben hatten aber auch, wieso die meisten Frauen widerstandslos und ohne kritisches Hinterfragen dieses Rollenbild annahmen. Welche gewaltige und mitreißende Wirkung muss Hitler auf diese Frauen gemacht haben, welche Hoffnungen steckten sie in seine Prophezeiungen einer utopischen Zukunft? Das Vermitteln als Teil einer Gemeinschaft zu fungieren und als etwas Besonderes gesehen zu werden spielte bei dieser Manipulation eine wichtige Rolle. Ebenso der Zeitpunkt der Beeinflussung. Das Einprägen der Werte wurde keinem bloßen Zufall überlassen, genauso wie der Beginn. Das zweite Kapitel demonstriert, welche Erziehungsbilder zur Zeit des Nationalsozialismus herrschten und wie sich diese zwischen den Geschlechtern unterschieden. Im Fokus liegt hier die Erziehung der Mädchen und wie der Bund Deutscher Mädel – im Folgenden BDM – dazu verwendet wurde um die vorgegebenen Ziele zu erreichen. Im Mittelpunkt der Arbeit stehen die Jahre vor dem zweiten Weltkrieg (ab den dreißiger Jahren) bis zu den ersten Jahren des Weltkrieges, da in diesem Zeitraum die Forderungen an die Mädchen und Frauen im Besonderen propagiert und ausgelebt wurden. Die Arbeit schließt mit einem Fazit, dass das Rollenbild im Allgemeinen zusammenfasst und sich damit auseinandersetzt, wofür Hitler dieses Ideal anstrebte und wie sehr sich dieses von dem der Jahre vor der Machtergreifung Hitlers unterschied.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- 1. Die Rolle der Frau im Nationalsozialismus
- 2. Erziehungsziele
- 2.1. BDM: Organisation zur weiblichen Erziehung
- Fazit
- Literaturverzeichnis
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Arbeit befasst sich mit der Rolle der Frau im Nationalsozialismus, insbesondere mit den Rollenerwartungen und Erziehungsmaßnahmen, die während der faschistischen Herrschaft galten. Sie untersucht die Ideale der vollkommenen arischen Frau, die propagiert wurden, und wie diese in die Lebenswirklichkeit von Frauen implementiert wurden. Die Arbeit analysiert die Strategien und Mittel, die eingesetzt wurden, um Mädchen und Frauen zu manipulieren und ihnen die vorgegebene Rolle zu vermitteln.
- Die Ideale der vollkommenen Frau im Nationalsozialismus und deren Einfluss auf das Leben von Frauen
- Die Rolle der Frau als "Produzentin" von Kämpfernachwuchs und ihre Aufgabe, den Rassenkampf voranzutreiben
- Die Erziehungsbilder zur Zeit des Nationalsozialismus und die Unterschiede zwischen der Erziehung von Jungen und Mädchen
- Die Rolle des Bundes Deutscher Mädel (BDM) bei der Vermittlung der nationalsozialistischen Erziehungsziele
- Die Propaganda und Durchsetzung des Rollenbilds der Frau im Nationalsozialismus
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung führt in das Thema ein und stellt die zentralen Fragen der Arbeit dar. Das erste Kapitel beleuchtet die Rolle der Frau im Nationalsozialismus und analysiert die Ideale, die an sie gestellt wurden. Es wird gezeigt, wie Frauen in die Rolle der "Mutter" und "Hüterin der Familie" eingeordnet wurden und wie diese Rolle mit dem Rassenkampf verbunden war. Das zweite Kapitel beschäftigt sich mit den Erziehungszielen des Nationalsozialismus und der Rolle des BDM bei der Vermittlung dieser Ziele. Das Kapitel beleuchtet die Unterschiede zwischen der Erziehung von Jungen und Mädchen und die Strategien, die eingesetzt wurden, um Mädchen zu "arischen Frauen" zu erziehen.
Schlüsselwörter
Nationalsozialismus, Frau, Rolle, Erziehungsziele, BDM, arische Frau, Rassenkampf, Mutterschaft, Familie, Propaganda, Manipulation.
Häufig gestellte Fragen
Welches Frauenbild propagierten die Nationalsozialisten?
Die Frau wurde primär als Mutter und „Produzentin“ von Kämpfernachwuchs gesehen, deren Hauptaufgabe in der Erhaltung der „arischen Rasse“ und der Familie lag.
Was war die Aufgabe des Bundes Deutscher Mädel (BDM)?
Der BDM diente der ideologischen Erziehung von Mädchen zu „deutschen Frauen und Müttern“, die dem NS-Staat loyal ergeben waren.
Warum leisteten so wenige Frauen Widerstand gegen dieses Rollenbild?
Durch geschickte Propaganda, das Gefühl von Gemeinschaft und soziale Anreize (wie das Mutterkreuz) gelang es Hitler, viele Frauen für seine Ideologie zu gewinnen.
Wie unterschied sich die Erziehung von Jungen und Mädchen im NS-Staat?
Während Jungen zu Soldaten und Kämpfern erzogen wurden, lag der Schwerpunkt bei Mädchen auf Hauswirtschaft, Kinderpflege und rassenbiologischem Wissen.
Spielte die Erwerbstätigkeit von Frauen im Nationalsozialismus eine Rolle?
Anfänglich sollten Frauen aus dem Berufsleben gedrängt werden; mit Beginn des Krieges wurden sie jedoch verstärkt als Arbeitskräfte in der Rüstungsindustrie benötigt.
- Arbeit zitieren
- Jessica Wientzek (Autor:in), 2015, Die Frau im Nationalsozialismus. Rollenerwartungen und Erziehungsmaßnahmen zu der Zeit der faschistischen Herrschaft, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/365718