Es handelt sich um einen Unterrichtsentwurf für Schüler der 7. Bzw. 8. Klasse im Fach Deutsch.
Das Buch „Die Bücherdiebin“, welches vom Autor Markus Zusak verfasst wurde, bietet viele zeitlose philosophische Fragestellungen für Jung und Alt: Wie lässt sich Glück definieren? Was ist Leid? Was ist Krieg? Was bedeutet Frieden?
Wir erfahren diese Geschichte der Bücherdiebin aus der personalisierten Sichtweise des Todes, was Spielraum für tiefgreifende Gedanken über das Leben, die Vergänglichkeit, das Schicksal und die Liebe zulässt.
Für mich persönlich stechen drei interessante Aspekte bzw. Themenbereiche, die ich später mit den Schülern/innen erarbeiten kann, bei der Lektüre der Bücherdiebin hervor: 1. Die Macht der Worte, 2. Der Alltag der Menschen zur Zeit des Nationalsozialismus und 3. Der Tod, die Vergänglichkeit des Lebens.
Der Leser/die Leserin wird auch auf eine historische Reise durch die Geschehnisse des zweiten Weltkriegs mitgenommen und erlebt eine Geschichte von einem einfachen jungen deutschen Mädchen namens Liesel Meminger mit, die sich während der Wirren des zweiten Weltkriegs zuträgt.
„Die Bücherdiebin“ bietet zahlreiche Angebote, die das reflektierte Philosophieren insbesondere mit Jugendlichen zugänglich machen kann.
Inhaltsverzeichnis
1 Lesetagebuch
2 Nachschlagetagebuch
3 Aspekte
1. Die Macht der Worte
2. Der Alltag der Menschen zur Zeit des Nationalsozialismus
3. Der Tod, die Vergänglichkeit des Lebens
4 Methoden für den Unterricht
4.1 Erste Unterrichtseinheit
4.2 Zweite Unterrichtseinheit
5 Schlusswort
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit dient als Literaturportfolio zur Behandlung des Romans „Die Bücherdiebin“ im Unterricht, mit dem Ziel, Jugendlichen einen Zugang zu anspruchsvollen literarischen Werken zu ermöglichen und dabei historische sowie philosophische Fragestellungen fächerübergreifend zu beleuchten.
- Analyse der Bedeutung von Sprache und Büchern in Krisenzeiten.
- Aufarbeitung des historischen Kontextes des Nationalsozialismus.
- Reflexion über existenzielle Themen wie den Tod, die Vergänglichkeit und das Glück.
- Methodische Ansätze zur Förderung der Lesemotivation und sinnerfassenden Lesekompetenz.
- Verknüpfung von Literatur mit Empathieentwicklung und Zivilcourage.
Auszug aus dem Buch
1. Die Macht der Worte
Bücher und Sprache verleihen der Hauptprotagonistin Bücherdiebin Liesel während der traurigen, angstreichen und unzählige Verluste bringenden Zeit des 2. Weltkrieges unter dem politischen Regime Adolf Hitlers Halt, Kraft und mentale Stärke. Die Bücher, die Liesel im Verlauf der Handlung stiehlt, werden für sie zu einer bedeutungsvollen Überlebenshilfe, selbst als sie des Lesens noch nicht mächtig ist und der Akt des Stehlens dieser wertvollen Gegenstände prägt damit ihren Namen die Bücherdiebin. Jedes einzelne gestohlene Buch enthält eine eigene Bedeutung für sie.
Zum einen ist im Buch von der poetischen Kraft der Worte die Rede, verweist aber auch auf den propagandistischen Gebrauch von Sprache durch die Nationalsozialisten.
Der von Liesels Pflegeeltern Hubermanns aufgenommene Jude Max Vandenburg hinterlässt der Bücherdiebin ein von ihm eigens verfasstes und illustriertes Buch, welches den Titel „Die Worteschüttlerin“ trägt. In diesem Buch ist auch eine sehr eindrucksvolle Textpassage enthalten, die die gefährliche Instrumentalisierung der Sprache durch Hitler beschreibt: Max Vandenburg vergleicht Hitlers manipulierende Wortgewandtheit dem deutschen Volk gegenüber mit dem Bepflanzen und dem Wachstum in sich wild wuchernder Wälder und den durch gekonnt eingesetzte Manipulation resultierenden Folgeerscheinungen:
„Er pflanzte die Worte bei Tag und bei Nacht, und er hegte und pflegte sie. Er schaute zu, wie sie wuchsen, bis sich schließlich riesige Wälder aus Worten über ganz Deutschland ausgebreitet hatten ... Eine Nation aus gezüchteten Gedanken. Während die Worte wuchsen, pflanzte unser junger Führer Setzlinge von Symbolen, und auch diese gediehen prächtig. Jetzt war die Zeit gekommen. Der Führer war bereit. Er lud sein Volk in sein eigenes, glorreiches Herz ein, lockte sie mit seinen schönsten, hässlichsten Worten, die er aus seinen Wäldern pflückte. Und das Volk kam.“ (Zusak 2008, S. 478).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Lesetagebuch: Die Autorin reflektiert zentrale Zitate aus dem Roman, verbindet diese mit persönlichen Gedanken und stellt philosophische Bezüge her.
2 Nachschlagetagebuch: Definition und Erörterung von Fachbegriffen sowie Themen wie Farben, Achtsamkeit, Glück, Krieg und Nationalsozialismus.
3 Aspekte: Detaillierte Betrachtung der drei Schwerpunktthemen Macht der Worte, Alltag im Nationalsozialismus und die Rolle des Todes.
4 Methoden für den Unterricht: Vorstellung zweier konkret ausgearbeiteter Unterrichtseinheiten zur Einführung und Vertiefung der Lektüre.
5 Schlusswort: Persönliche Reflexion der Autorin über den Einsatz des Werkes im Unterricht und die Verknüpfung mit dem Fach Geschichte.
Schlüsselwörter
Die Bücherdiebin, Literaturportfolio, Nationalsozialismus, Zweiter Weltkrieg, Lesetagebuch, Sprachmacht, Tod, Vergänglichkeit, Unterrichtsmethodik, Lesekompetenz, Historisches Lernen, Empathie, Zivilcourage, Philosophie, Jugendbuch.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in diesem Literaturportfolio grundsätzlich?
Das Portfolio dokumentiert die didaktische Auseinandersetzung mit dem Roman „Die Bücherdiebin“ von Markus Zusak im Kontext des Mittelschulunterrichts.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die Arbeit behandelt die Macht der Sprache, den Alltag während des Nationalsozialismus sowie philosophische Aspekte wie den Tod, die Vergänglichkeit und das Glück.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, den Roman als Klassenlektüre für Jugendliche aufzubereiten, um historisches Verständnis zu fördern und zum Nachdenken über menschliche Werte anzuregen.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Es handelt sich um eine strukturierte Literaturanalyse, die durch fachdidaktische Konzepte und die Erstellung von Unterrichtsentwürfen ergänzt wird.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine tiefgehende Analyse der Romanausschnitte, eine Begriffsdefinition wichtiger Kontexte und die methodische Planung von Unterrichtseinheiten.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit zeichnet sich durch Begriffe wie Literaturpädagogik, interdisziplinäres Lernen, historische Aufarbeitung und die Förderung der Lesemotivation aus.
Welche Rolle nimmt der Tod im Buch ein?
Der Tod tritt als personalisierter, warmer und sanfter Erzähler auf, der durch seine Perspektive das Schreckliche des Krieges für den Leser auf eine neue Weise reflektierbar macht.
Wie kann der Roman fächerübergreifend genutzt werden?
Die Autorin schlägt eine enge Verzahnung zwischen Deutschunterricht und Geschichtsunterricht vor, um historische Fakten mit den fiktionalen Erlebnissen der Protagonistin zu verknüpfen.
- Arbeit zitieren
- Eva Schuler (Autor:in), 2016, Einführung in die Unterrichtslektüre „Die Bücherdiebin“ von Markus Zusak (Deutsch 7./8. Klasse Mittelschule), München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/365745