Sharing-Economy. Analyse der Plattformen Uber und ampido mit Berücksichtigung ökonomischer Faktoren


Hausarbeit, 2017
19 Seiten, Note: 2,0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung
1.1 Problemstellung, Zielsetzung und Forschungsfrage
1.2 Vorgehensweise

2 Definition Sharing Economy

3 Ökonomische Analyse der Sharing Economy
3.1 Die Theorie der Transaktionskosten
3.2 Die Theorie des kollektiven Handelns

4 Analyse der beiden Geschäftsmodelle
4.1 Unternehmensvorstellung Uber
4.1.1 Das Geschäftsmodell
4.1.2 Ökonomische Analyse des Unternehmens
4.1.3 Zwischenfazit
4.2 Unternehmensvorstellung ampido
4.2.1 Das Geschäftsmodell
4.2.2 Ökonomische Analyse des Unternehmens
4.2.3 Zwischenfazit

5 Fazit und Ausblick

Abbildungsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Quellenverzeichnis

1 Einleitung

Anlass dieser Hausarbeit ist die Prüfungsform des Fachs „Digitale Ökonomie“, welches Plattformen der Sharing Economy thematisch behandelte. Zu diesem Anlass wurden die beiden Sharing-Economy-Plattformen Uber und ampido gewählt, um an diesem Beispiel zu zeigen, was diese erfolgreich macht.

1.1 Problemstellung, Zielsetzung und Forschungsfrage

Die Problemstellung ist diejenige, dass nicht genau feststeht, welche ökonomischen Aspekte Sharing-Economy-Plattformen erfolgreich machen.

Ziel dieser Arbeit ist es also ökonomische Aspekte der Sharing Economy allgemein zu analysieren und diese dann auf zwei Beispielunternehmen anzuwenden, um zu sehen, ob die Annahmen der Theorien auf diese übertragen werden können.

Die Frage, welche die ökonomischen Aspekten der Sharing Economy sind und ob die beiden Beispielunternehmen diese erfolgreich umsetzen können, bildet gleichzeitig die zentrale Forschungsfrage dieser Arbeit, die im Verlauf der Arbeit beantwortet werden soll.

1.2 Vorgehensweise

Im zweiten Kapitel dieser Arbeit wird zunächst ein Versuch einer Definition des Themas Sharing Economy gewagt, um ein Grundverständnis darüber geben zu können, worum es sich bei dem Thema handelt.

Das darauffolgende Kapitel beschäftigt sich allgemein mit ökonomischen Theorien und ist dabei in zwei Theorien aufgeteilt: Die Theorie der Transaktionskosten und die Theorie des kollektiven Handelns. Diese Theorien werden erläutert, damit sie später auf die beiden Beispielunternehmen angewendet werden können.

Das vierte Kapitel gibt zunächst kurz einen Überblick darüber, welche erfolgreichen Sharing-Economy-Unternehmen es bereits gibt und zeigt gleichzeitig, dass Uber, eines der zwei gewählten Unternehmen für diese Arbeit, bereits zu den erfolgreichsten Un- ternehmen dieser Branche zählt. Anschließend wird zunächst das Unternehmen Uber kurz vorgestellt und das Geschäftsmodell erläutert. Danach wird Uber auf seine öko- nomischen Aspekte hin analysiert und die beiden Theorien aus Kapitel 3 werden auf das Unternehmen angewendet. Abschließend wird ein kurzes Zwischenfazit gegeben, bevor am Beispiel des deutschen Unternehmens ampido dieselben Schritte der Vor- stellung und Analyse durchgeführt werden.

Im Fazit der Arbeit soll abschließend die Forschungsfrage beantwortet werden und ein Ausblick in die Zukunft der Sharing Economy gegeben werden.

2 Definition Sharing Economy

Ein übergeordneter Bereich der Sharing Economy sind Collaborative Economy und Collaborative Consumption. Wie die drei Begriffe Collaborative Economy, Collaborative Consumption und Sharing Economy im Verhältnis zueinander stehen, wird in Abbildung 1 dargestellt. Den Begriff Sharing Economy kann man nicht allgemeingültig definieren, daher warden im weiteren Verlauf dieses Kapitels verschiedene Definitionsversuche miteinander verglichen und erläutert.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Begriffliche Einordnung der Sharing Economy Quelle: Eigene Darstellung in Anlehnung an Botsman (2013)[1]

Martin Weitzman, Professor für Ökonomie an der Harvard University in den USA, be- schäftigt sich bereits seit 1984 mit dem Begriff Sharing Economy. In seinem Buch mit dem Titel „The Share Economy: Conquering Stagflation“ analysiert er die Frage, was das wirtschaftliche Ausmaß der Sharing Economy sein könnte. Laut seiner Schlussfol- gerung Bereits 1984 beschäftigte sich Martin L. Weitzman, Professor für Ökonomie an der Harvard University, mit dem Thema Sharing Economy. In seiner Veröffentlichung „The share economy: conquering stagflation“ beschäftigte er sich mit der Frage, welche wirtschaftliche Auswirkungen eine Share Economy aufweist. Er schlussfolgerte, dass durch sich die Wirtschaft dank der Sharing Economy bei Vollbeschäftigung automa- tisch reguliert. Dank der stark vom Erfolg abhängigen Vergütung in der Sharing Eco- nomy, wird die Vollbeschäftigung durch einen Nachfrageüberschuss erreicht.[2] Dieses von Weitzman beschriebene Modell der Sharing Economy findet heute noch in verän- derter Form Anwendung.

Seit Weitzmans Einordnung haben sich viele Experten an einer Definition der Sharing Economy versucht und diese dementsprechend weiter entwickelt. Auf der „next09“, einer führenden Messe der europäischen Internetwirtschaft, war die Sharing Economy der Aufhänger im Jahr 2009. Matthias Schrader, CEO der Digitalagentur SinnerSchra- der AG, fasste die Sharing Economy mit der Aussage „je mehr ich gebe, desto mehr bekomme ich zurück“,[3] die Konferenz rund um die Sharing Economy passend und simpel zusammen. Zur Zeit der Konferenz war die Sharing Economy vor allem durch das Teilen von immateriellen Gütern, wie beispielsweise Informationen via Social Net- works, bekannt.

Leiter des Kompetenzschwerpunkts Digital Innovation & Learning der Fachhochschule Nordwestschweiz, Professor Oliver Bendel, bezeichnet die Systematisierung von Gegenständen im Tausch- und Leihgeschäft als Grundgedanken der Sharing Economy. Allerdings sind laut ihm hauptsächlich Flächen und Räumlichkeiten, die untereinander geteilt werden, Gegenstände des Tauschgeschäfts.[4]

Im Jahr 2011 definierten Rachel Botsman und Roo Rogers in ihrem Buch „What’s mine is yours“ die Sharing Economy als „economic model based on sharing underutilized assets from spaces to skills to stuff for monetary or non-monetary benefits.“[5] Damit kommt man dem Gedanken der Sharing Economy sehr nahe, da die Güter, die geteilt werden können, nur dann auch geteilt werden können, wenn sie von der teilenden Per- son nicht zu 100% ausgelastet werden. Im Falle der in dieser Arbeit behandelten Un- ternehmen Uber und ampido wären dies respektive Autos und die Zeit der Fahrer, sowie nicht benutzte Parkflächen.

Die Sharing Economy erhält in den Medien und der Literatur verschiedene Synonyme, wie etwa „Share Economy“, „Shareeconomy“, oder „Shared Economy“. Im Rahmen dieser Arbeit wird im weiteren Verlauf der gängigste Begriff „Sharing Economy“ ver- wendet.

Nach Rachel Botsman ist die Sharing Economy ein Bestandteil der Collaborative Consumption (siehe Abbildung 1), die wiederrum Bestandteil der Collaborative Economy ist. Diese Arbeit befasst sich lediglich mit dem Teil, der die Sharing Economy betrifft und nimmt die Definition von Botsman im weiteren Verlauf als Basis.

3 Ökonomische Analyse der Sharing Economy

In diesem Kapitel werden zwei ökonomische Theorien näher beleuchtet, die einen ent- scheidenden Faktor bei dem Erwirtschaften von Umsatz bzw. Gewinn in der Sharing Economy spielen können. Durch die in Kapitel 3.1 und 3.2 beschriebenen Theorien wird die Notwendigkeit einer Sharing Economy klar und wie diese aufgestellt bzw. or- ganisiert sein muss. Diese kann, wenn sie die beiden Theorien befolgt, einen gesell- schaftlichen Nutzen bieten und was das Thema dieser Arbeit betrifft, ökonomisch effi- zient sein.

3.1 Die Theorie der Transaktionskosten

Betrachtet man die im weiteren Verlauf näher beleuchteten Unternehmen Uber und ampido genauer, fällt auf, dass deren Geschäftsmodelle vor allem auf der Transakti- onskostentheorie basieren. Beide Unternehmen positionieren sich im Markt als Inter- mediär zwischen dem Anbieter eines Guts oder Dienstleistung und dem Abnehmer des Guts oder der Dienstleistung. Ziel beider Unternehmen ist es so viele erfolgreiche Transaktionen wie möglich zwischen den beiden Seiten zu vermitteln, um eine Provisi- on für die Vermittlung zu erhalten.

Die Transaktionskostentheorie wurde von Coase in seinem 1937 publizierten Artikel „The Nature of the Firm“ definiert. In dieser Publikation analysierte Coase warum Un- ternehmen entstehen, wenn die effiziente Verteilung der (knappen) Güter im Markt garantiert ist. Wäre die effiziente Verteilung der Güter tatsächlich garantiert, wäre es in jedem Falle effizienter diese Transaktionen über den Markt zu tätigen. Die Erkenntnis von Coase war allerdings diejenige, dass der Markt bzw. der Marktmechanismus nicht immer vollkommen effizient ist und daher ein Marktversagen vorliegen kann. Daher besagt Coase: „The main reason why it is profitable to establish a firm would seem to be that there is a cost of using the price mechanism“[6], was lose übersetzt bedeutet, dass Transaktionen nicht kostenlos vollzogen werden können und das der Grund ist eine Firma zu gründen.[7]

Laut Coase machen Such-, Informations-, Verhandlungs, sowie Anpassungskosten die Transaktionskosten aus und ebendiese Kosten müssen durch das Unternehmen redu- ziert werden, was entgegen der zur Zeit der Publikation landläufigen Meinung spricht, die besagt, dass der Sinn eines Unternehmens in der Gewinnmaximierung läge. Aller- dings ist die Sharing Economy viele Jahrzehnte nach Begründung von Coases Theorie das beste Beispiel für Geschäftsmodelle, die auf der Minimierung von Transaktionskos- ten basieren.[8]

Damit die Transaktionskosten wirkungsvoll gesenkt werden können, müsse diese in- ternalisiert werden. Da sich Transaktionskosten meistens auf Such- und Informations- kosten beschränken, muss zunächst eine asymmetrische Informationslage am Markt beseitigt werden. Akerlofs zeigt in seinem Artikel „The Market for Lemons“ aus dem Jahre 1970 die Probleme auf, die asymmetrische Informationen hervorrufen können. Hier besagt er, dass im „Lemon Market“ ein Käufer die „Lemons“ mit der besten Quali- tät heraussuchen möchte, was ihm auf Grund der asymmetrischen Informationslage nicht immer, oder nur schwierig gelingt. Durch die asymmetrische Informationslage im Markt können nicht nur gute, sondern auch schlechte „Lemons“ gehandelt werden.

[...]


[1]Vgl. Botsman 2013

[2]Vgl. Weitzman 1984, S. S.97

[3]Vgl. Schmidt 2009

[4] Vgl. Bendel o. J.

[5] Vgl. Botsman 2013

[6] Coase 1937, S. 390

[7] Vgl. Coase 1937, S. 386 ff.

[8] Vgl. Coase 1937, S. 386 ff.

Ende der Leseprobe aus 19 Seiten

Details

Titel
Sharing-Economy. Analyse der Plattformen Uber und ampido mit Berücksichtigung ökonomischer Faktoren
Hochschule
Rheinische Fachhochschule Köln
Note
2,0
Autor
Jahr
2017
Seiten
19
Katalognummer
V366004
ISBN (eBook)
9783668451988
ISBN (Buch)
9783668451995
Dateigröße
935 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Sharing Economy, Uber, Ampido, Ökonomie, Digitalität
Arbeit zitieren
B.A. Justin Priem (Autor), 2017, Sharing-Economy. Analyse der Plattformen Uber und ampido mit Berücksichtigung ökonomischer Faktoren, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/366004

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