Inanspruchnahme von Gesundheitsleitungen bei Migranten. Migration in der Bundesrepublik Deutschland und Auswirkungen auf die Gesundheit


Hausarbeit, 2012
25 Seiten

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1 Einführung
1.1 Ziel der Arbeit
1.2 Aufbau der Arbeit

2 Migration in der Bundesrepublik Deutschland und Auswirkungen auf die Gesundheit
2.1 Begriffliche Abgrenzung von Migration
2.2 Entwicklung der Migration in Deutschland
2.3 Soziale Lage von Migranten
2.3.1 Bildungsstatus von Migranten
2.3.2 Wirtschaftliche Verhältnisse von Migranten
2.3.3 Zusammenhang von Migration und Gesundheit
2.4 Gesundheits- und Krankheitsverständnis bei Migranten
2.4.1 Schulmedizinische Krankheitsvorstellungen
2.4.2 Religiös-fundierte/ Volksmedizinischen Betrachtungsweise von Krankheit
2.5 Auswirkungen in die Versorgungspraxis

3 Gesundheitliche Versorgungslage von Migranten
3.1 Mortalität- und Morbidität Auffälligkeiten bei Migranten
3.1.1 Mortalität bei Migranten
3.1.2 Morbidität bei Migranten
3.2 Barrieren der gesundheitlichen Versorgung
3.2.1 Kommunikationsprobleme
3.2.2 Mangelnde Kenntnis

4 Migrationsspezifische Angebote in der Gesundheitsversorgung
4.1 Migrationsspezifische Präventionsprojekte
4.2 Migranten für Migranten
4.3 Chancen für Krankenhäuser durch Migrationsspezifische Angebote

5 Schlussabrechnung

IV Literaturverzeichnis

III Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

IV Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1. Deutsche und Ausländische Absolventen 2006. Quelle: Razum, et al. 2008 S. 17 9

Abbildung 2. Haushaltsäquivalenzeinkommen von Deutschen und Zuwanderern: Quelle: Razum, et al. 2008 S. 22 10

Abbildung 3. Präventionsprojekte in Deutschland. Quelle: Razum, et al. 2008 S. 22 18

1 Einführung

In der Bundesrepublik Deutschland (BRD) stellt das Gesundheitssystem der Bevölkerung eine umfassende gesundheitliche Versorgung sicher, bei der im Krankheitsfall eine opti- male medizinische Leistung gewährleistet wird. Dennoch kommt vor, dass Menschen die sozial benachteiligt sind, von dem Gesundheitssystem nicht ausreichend profitieren. Das Gesundheitsrisiko von Menschen mit einem niedrigem Bildungsniveau, schlechterem Berufsstatus ist höher, als bei Personen die über ein besseres Bildungs- und Berufsstatus besitzen. Demnach können auch Menschen mit Migrationshintergrund denselben gesund- heitlichen Risiken ausgesetzt sein wie deutsche mit niedrigen Sozialstatus (Razum et al. 2008, S. 16).

Allerdings existieren bei Migranten zusätzliche Aspekte, die berücksichtigt werden müssen. Sie haben of ein unterschiedliches Verständnis von Gesundheit- und Krankheit und viele beherrschen die deutsche Sprache nicht. Außerdem haben viele mangelnde Kenntnisse über das Gesundheitssystem, wodurch sich eine geringe Inanspruchnahme von Gesundheitsleitungen entwickelt. Ergebnis dieser Problematiken ist, dass es zu Versorgungsproblemen in den Gesundheitseinrichtungen kommt, wobei das Personal auf die Versorgung von Migranten nicht hinreichend vorbereitet ist.

Unterschiedliche Analysen der Gesundheitsberichterstattung und Studien von Theda Borde belegen, dass Migranten häufiger an Infektionskrankheiten betroffen sind, weniger an Vorsorge und Früherkennungsuntersuchungen teilnehmen, sowie mit der medizinischen Versorgung in Krankhäusern unzufriedener sind. Allerdings bestehen Konzepte im Gesundheitssystem, die Versorgung der Migranten durch entsprechende Präventionsange- bote zu verbessern und ihr persönliches Gesundheitsverhalten positiv zu entwickeln.

1.1 Ziel der Arbeit

Die Zielsetzung dieser Arbeit ist es einen Überblick über die gesundheitliche Versorgung der Migranten zu verschaffen, und Problembereiche darzustellen, bei der Optimierungsbedarf besteht. Hierzu werden ausgewählte gesundheitsrelevante Gesichtspunkte zur Migration dargestellt, wodurch ein besseres Verständnis zum Gesundheitsverhalten der ausländischen Bevölkerung vermittelt wird.

1.2 Aufbau der Arbeit

Nach einer Einführung im ersten Kapitel wird im zweiten Kapitel ein Überblick zur Migra- tion in der Bundesrepublik Deutschland geschaffen und ein Einblick in die soziale Lage von Migranten erteilt. Hierbei wird auch das Krankheitsverständnis von muslimischen Migranten, im Vergleich mit der Schulmedizin behandelt. Abschließend werden die Auswirkungen der Migration auf das Gesundheitssystem beschrieben. Darauf aufbauend wird in Kapitel drei die gesundheitliche Lage der ausländischen Bevölkerung durch die Veröffentlichungen der Gesundheitsberichterstattungen geschildert. Dabei werden Ergeb- nisse zu Mortalität und Morbidität beschrieben und bestehende Zugangsbarrieren ins Gesundheitssystem erläutert.

Im vierten Kapitel werden migrationsspezifische Angebote des Gesundheitssystems beschrieben, die eine Verbesserung der gesundheitlichen Versorgung anstreben. Im Kontext werden dabei auch Chancen zur Verbesserung der wirtschaftlichen Situation von Gesundheitseinrichtungen beschrieben. Abschließend wird im fünften Kapitel die Schlussbetrachtung vorgenommen.

2 Migration in der Bundesrepublik Deutschland und Auswir- kungen auf die Gesundheit

Einführend zur Thematik wird zum besseren Verständnis mit einer Begriffsklärung begonnen, um die Ursachen der Migration besser nachzuvollziehen. Anschließend wird auf die soziale-Lage der Migranten und der Zusammenhang zu Gesundheit beschrieben und das Krankheitsverständnis von der türkischen Migranten dargestellt

2.1 Begriffliche Abgrenzung von Migration

Der Begriff Migration leitet sich vom lateinischen Wort „migrare“ ab. Allerdings wurde er ins Deutsche durch die Übersetzung des englischen Begriffs „migration“ in die Alltags- sprache eingeführt. (David/Borde 2001, S. 57). Der Terminus Migration beschreibt die Veränderung des Lebensmittelpunktes von Menschen, die in ein fremdes Land auswandern und ihre sozialen Netzwerken und Gewohnheiten verlassen. Durch die Migration müssen Individuen sich in einem fremden Land an die neuen sozialen und gesellschaftlichen Struk- turen anpassen und gesellschaftliche Netzwerke neu gründen (David/Borde 2001, S. 57). In Deutschland können Personen als Migranten bezeichnet werden, die in die Bundesrepublik Deutschland (BRD) zugewandert sind, oder mindestens ein Elternteil von denen die hier geboren und aufgewachsen sind einen Migrationshintergrund hat (Razum et al. 2008, S. 17)

2.2 Entwicklung der Migration in Deutschland

Die Motive für eine Migration sind sehr unterschiedlich die Menschen dazu bewegen ihr Land zu verlassen, wo sie geboren und aufgewachsen sind. Diese können Bürgerkriege, politische Unterdrückung oder auch Naturkatastrophen sein (Krämer/Prüfer-Krämer, 2004 S. 10). Die weit verbreitetste Begründung liegt in der wirtschaftlichen Verbesserung der persönlichen Lebensverhältnisse (David/Borde 2001, S. 57). Die Migrationsströmung in die BRD resultierte hauptsächlich aus wirtschaftlichen Motiven von Ausländer ihre Heimat zu verlassen, um sich eine bessere Zukunft durch das erarbeitete Geld zu schaffen. Die größte Strömung von Ausländer ermöglichte das Anwerberabkommen nach dem Zweiten Weltkrieg (David/Borde 2001, S. 39). Es wurde hierbei in den 1950er und 1960er Jahren Unteranderem mit Italien, Griechenland, Spanien, Portugal sowie der Türkei sogenannte Anwerberabkommenverträge geschlossen. Hierdurch sollte der Wiederaufbau Deutschlands und anderen europäischen Ländern, durch die Anwerbung von Gastarbeitern unterstützt werden (Hax-Schoppenhorst/Jünger 2010, S.17).

Migration in der Bundesrepublik Deutschland und Auswirkungen auf die Gesundheit 8

In Deutschland war das politische Ziel, durch das Anwerberankommen die wirtschaftlichen Interessen des Landes durch Nutzung von gesunder Arbeitskraft nur für kurze Zeit zu erreichen. Durch Anwendung des Rotationsverfahrens wurden nur junge, gesunde arbeitsfähige Personen für maximal zwei Jahre beschäftigt. Eine Bindung an das Land und an das Unternehmen sollte vermieden werden, einerseits um die Kosten für Sozialversicherung der Gastarbeiter niedrig zu halten, andererseits wurde Deutschland als Einwanderungsland von der Politik nicht anerkannt (Ostermann 1990, S. 42ff).

Die Arbeitsstellen der Gastarbeiter waren gekennzeichnet durch körperliche Schwerst- arbeit, Überstunden und Schichtarbeit das ein hohes Gesundheitsrisiko beinhaltete. Die Anforderungen für die Arbeitsplätze waren gering, es handelte sich oft um rationalisierbare Arbeitsplätze, die immer von einer Arbeitslosigkeit bedroht waren und dadurch eine psychische Belastung für die Gastarbeiter darstellten (David/Borde 2001, S. 33). Diese Vorgehensweise, der Verantwortlichen wurde durch geringe Sprachkenntnisse, fehlende Qualifikation und des temporären Aufenthalts der Gastarbeiter begründet (Ostermann 1990, S. 40).

Die Aufenthaltsbeschränkung von zwei Jahren wurde in den 60er Jahren für Gastarbeiter behoben und in den 70er Jahren kam es zu einem Aufnahmestopp für Migranten (Oster- mann 1990, S. 41f). Dennoch kam es trotz finanzieller Anreize für Rückreisende in den 80er Jahren zu einem sukzessiven Anstieg der Migranten (Finkelstein 2006, S. 17 f). Heute liegt die Anzahl der Migranten bei 6,93 (2011) [www document] und die größte Gruppe stellt die türkische Bevölkerungsgruppe mit 1,6 Millionen dar [www document].

Zu konstatieren ist das in den 50er und 60er Jahren die BRD mit einer Einwanderungs- welle von Menschen aus verschiedenen Kulturen, Traditionen und Religionen konfrontiert wurde, auf die sie nicht vorbereitet war. Für viele Gastarbeiter stellte sich der Wunsch wieder heimzukehren als Illusion dar. Obwohl es vielen Migranten in der BRD vergleichsweise besser geht, als sie es in ihrer Heimat erfahren haben, zeigen verschiedene Studien zur sozialen Lage Auffälligkeiten, die Auswirkungen auf ihre Gesundheit haben. Daher soll im folgenden Kapitel die soziale Situation von Migranten und dessen gesund-heitlichen Auswirkungen dargestellt werden.

2.3 Soziale Lage von Migranten

Die Gesundheit einer Bevölkerungsgruppe können von persönlichen, Verhaltens und Verhältnisfaktoren beeinflusst werden, wodurch das Gesundheitsrisiko reduziert oder erhöht wird (Hurrelmann 2006, S. 21f). Durch die personalen Faktoren wird die physische und psychische Verfassung einer Person bestimmt, wodurch der Gesundheitlichen Zustand beeinflusst wird (Hurrelmann 2006, S. 21f). Dagegen beschreiben die Verhaltensfaktoren das Gesundheitsverhalten einer Person hinsichtlich seiner körperlichen Aktivität, Essge- wohnheiten, Tabak und Alkoholkonsum, sowie sexual- und hygieneverhalten (Hurrelmann 2006, S. 21f). Allerdings ist auch die Entwicklung von gesundheitlichen Verhaltensweisen von den Umwelt- und Umfeldbedingungen, der ökonomischen Verhältnisse des Landes und einzelner Personen abhängig (Hurrelmann 2006, S. 21f). Die Gesundheitschancen werden nicht nur von einzelnen Faktoren ausgelöst, es besteht eine wechselseitige Beein- flussung, die unterschiedliche Auswirkungen auf die Gesundheit haben können (Hurrel- mann 2006, S. 22f). Nachfolgend wird mithilfe ausgewählter sozialer Indikatoren auf die Benachteiligung der Gesundheitschancen von Migranten hingewiesen, dabei werden primär Daten aus der Gesundheitsberichterstattung genutzt.

2.3.1 Bildungsstatus von Migranten

Bildung wird anhand der Schuljahre-und Ausbildungsabschlüsse gemessen und wird als ein Merkmal für die persön- liche Leistungsfähigkeit betrachtet, dass die persön- liche Entwicklung und soziale Kompetenz formt. (Hurrelmann 2006, S. 39). Der Bildungsgrad ist somit eine wichtige Ressource für das eigene Gesundheitsver- halten das den Gesundheits status positiv oder negativ beeinflusst (Hurrelmann 2006, S. 39f).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1. Deutsche und Ausländische Absolventen 2006.

Quelle: Razum, et al. 2008 S. 17

Das Statistische Bundesamt zeigte in Abbildung 1 auf das 2006 von den Absolventen der Hauptschule, ausländische Schüler, die größten Gruppe darstellen.

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Ende der Leseprobe aus 25 Seiten

Details

Titel
Inanspruchnahme von Gesundheitsleitungen bei Migranten. Migration in der Bundesrepublik Deutschland und Auswirkungen auf die Gesundheit
Hochschule
Universität Bielefeld
Autor
Jahr
2012
Seiten
25
Katalognummer
V366061
ISBN (eBook)
9783668450585
ISBN (Buch)
9783668450592
Dateigröße
598 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
inanspruchnahme, gesundheitsleitungen, migranten, migration, bundesrepublik, deutschland, auswirkungen, gesundheit
Arbeit zitieren
Mustafa Atas (Autor), 2012, Inanspruchnahme von Gesundheitsleitungen bei Migranten. Migration in der Bundesrepublik Deutschland und Auswirkungen auf die Gesundheit, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/366061

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