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Die Philosophie des Staates. Ein Vergleich der Kontraktualismen von Hobbes und Rousseau

Titel: Die Philosophie des Staates. Ein Vergleich der Kontraktualismen von Hobbes und Rousseau

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2017 , 19 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Jan Onno Steenweg (Autor:in)

Politik - Politische Theorie und Ideengeschichte
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Im ausgehenden 17ten Jahrhundert steht Europa kurz vor einem großen sozioökonomischen Umbruch. Säkularisierung und Rationalisierung sind die ersten Vorboten einer modernen Gesellschaft, denn die kirchliche Autorität verliert ihre Macht zunehmend wieder an weltliche Herrscher. Auch die industrielle Revolution und die mit ihr einhergehende Kapitalisierung und Enttraditionalisierung der Gesellschaft wird nicht mehr lange auf sich warten lassen.

Inmitten dieser gewaltigen Entwicklungen findet noch ein anderer wichtiger Prozess statt: die Entstehung des westfälischen Systems von nach innen und außen souveräner Nationalstaaten. Diese zeichnen sich durch Regierungen aus, „welche innerhalb eines bestimmten Gebietes (...) das Monopol legitimer physischer Gewaltsamkeit für sich (mit Erfolg) beanspruch[en]“.
Die Errichtung dieser weltlichen Zentralgewalt bedarf einer vollkommen neuen Form der Herrschaftslegitimation. In dieser Hausarbeit sollen die Kontraktualismen, die Hobbes und Rousseau, zwei der wichtigsten Philosophen des 17ten und 18ten Jahrhunderts, zur Legitimation des Staates aufgestellt haben, vergleichend vorgestellt werden.

Auf die Beschäftigung mit vielen spannenden, sich aus der historischen Kontextualisierung ergebenden, Fragen muss mit Rücksicht auf die Länge der Hausarbeit verzichtet werden. Die Hausarbeit konzentriert sich auf die Beantwortung der Frage: Inwiefern gleichen sich die Kontraktualismen von Hobbes und Rousseau und worin unterscheiden sie sich?

Arbeitsthese ist dabei die Vermutung, dass die beiden Philosophen zwei inhaltlich komplett unterschiedliche Konzepte zur Philosophie des Staates entwickelt haben. Ob diese These haltbar ist, wird im Laufe der Hausarbeit überprüft. Dazu sollen in der Hausarbeit die beiden Kontraktualismen in drei verschiedene Argumentationsblöcke eingeteilt und innerhalb dieser verglichen werden: Der Naturzustand, das vertragliche Konzept und der bürgerliche Zustand.

Leseprobe


Gliederung

1. Einleitung

2. Der Naturzustand des Menschen

2.1. Thomas Hobbes

2.2. Jean-Jacques Rousseau

3. Die Verstaatlichung der Gesellschaft

3.1. Die Notwendigkeit der Verstaatlichung

3.2. Der Kontrakt

4. Der bürgerliche Zustand

5. Vergleich

6. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht und vergleicht die staatsphilosophischen Konzepte der Kontraktualismen von Thomas Hobbes und Jean-Jacques Rousseau. Ziel ist es, Gemeinsamkeiten und Unterschiede in ihrer Argumentation zur Legitimation des Staates zu identifizieren, ausgehend von ihrem jeweiligen Menschenbild im Naturzustand über die vertragliche Gründung des Staates bis hin zum daraus resultierenden bürgerlichen Zustand.

  • Analyse des Naturzustandes als Ausgangspunkt für die Staatsbildung
  • Gegenüberstellung der Vertragskonzeptionen von Hobbes und Rousseau
  • Untersuchung des bürgerlichen Zustandes und des Freiheitsverständnisses
  • Vergleichende Einordnung der Rolle von Souveränität und Bürger
  • Kritische Überprüfung der These konzeptioneller Unterschiede

Auszug aus dem Buch

2.1. Thomas Hobbes

Hobbes empfindet den Menschen als egoistisches, aber vernunftgeleitetes sowie kriegerisches, aber dem Frieden verpflichtetes Wesen. Was erst einmal konträr klingt, argumentiert Hobbes wie folgt:

Im Naturzustand, in dem der Mensch keinerlei kulturellen Auflagen unterliegt noch Sanktionen für sein Handeln erwarten muss, ist er vernünftigerweise primär der Verfolgung seiner eigenen Bedürfnisse verpflichtet. Dazu besitzt er das Recht auf Alles. Er kann sich nehmen, was er zur Erfüllung seiner Bedürfnisse benötigt. Durch dieses Recht auf Alles besitzt der Mensch in Hobbes‘ Naturzustand kein Eigentum, da niemand alleinigen Anspruch auf irgendetwas, nicht einmal sich selbst, erheben könne.

Dieses Recht auf Alles, sogar auf andere Menschen, bezeichnet Hobbes als die Freiheit des Menschen im Naturzustand.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung kontextualisiert die Relevanz der Kontraktualismen von Hobbes und Rousseau im historischen Umbruch zum souveränen Nationalstaat und definiert die zentrale Forschungsfrage des Vergleichs.

2. Der Naturzustand des Menschen: Dieses Kapitel untersucht die unterschiedlichen anthropologischen Annahmen von Hobbes und Rousseau über den Menschen in einem vorstaatlichen, fiktiven Naturzustand.

3. Die Verstaatlichung der Gesellschaft: Hier wird analysiert, warum beide Philosophen eine staatliche Ordnung für notwendig erachten und wie der jeweilige Vertrag zur Errichtung der Zentralgewalt konzipiert ist.

4. Der bürgerliche Zustand: Dieser Abschnitt beschreibt die resultierenden politischen und rechtlichen Bedingungen für den Einzelnen nach dem Übergang in den Staat.

5. Vergleich: In diesem Kapitel werden die zuvor getrennt betrachteten Theorien explizit gegenübergestellt, um Gemeinsamkeiten und signifikante Unterschiede systematisch herauszuarbeiten.

6. Fazit: Das Fazit überprüft die eingangs aufgestellte Arbeitsthese und bewertet die Ergebnisse der vergleichenden Analyse der beiden Staatsphilosophien.

Schlüsselwörter

Kontraktualismus, Thomas Hobbes, Jean-Jacques Rousseau, Naturzustand, Gesellschaftsvertrag, Staat, Souveränität, Leviathan, Gemeinwille, bürgerlicher Zustand, Freiheit, Herrschaftsvertrag, Politische Philosophie, Gewaltmonopol, Recht

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit vergleicht die staatsphilosophischen Ansätze von Thomas Hobbes und Jean-Jacques Rousseau im Kontext ihrer jeweiligen Vertragstheorien.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Felder sind die Beschreibung des Menschen im Naturzustand, die Konzeption des Staatsvertrages und die Ausgestaltung des bürgerlichen Zustandes.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist die Beantwortung der Frage, inwiefern sich die Kontraktualismen von Hobbes und Rousseau gleichen und worin ihre wesentlichen Unterschiede liegen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt die Methode des systematischen Vergleichs, um die Theorien in drei Argumentationsblöcken (Naturzustand, Vertrag, bürgerlicher Zustand) gegenüberzustellen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert schrittweise das Menschenbild, die Notwendigkeit der Staatsgründung, die Art der Vertragsschlüsse sowie die rechtliche Stellung des Bürgers in den jeweiligen Modellen.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind Kontraktualismus, Naturzustand, Gesellschaftsvertrag, Souveränität und Gemeinwille.

Worin liegt der Hauptunterschied zwischen dem Leviathan und der Republik bei Rousseau?

Bei Hobbes ist der Leviathan eine dem Vertrag nicht verpflichtete Person, die Macht über das Volk ausübt, während bei Rousseau die Regierung als Umsetzerin des Gemeinwillens agiert und das Volk Souverän über sich selbst bleibt.

Warum hält der Verfasser die ursprüngliche These für nicht vollständig haltbar?

Der Verfasser erkennt nach der Analyse, dass die Philosophen zwar gemeinsame argumentative Ausgangspunkte nutzen, jedoch zu fundamental unterschiedlichen Schlussfolgerungen hinsichtlich der Ausgestaltung von Freiheit und Herrschaft kommen.

Ende der Leseprobe aus 19 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Die Philosophie des Staates. Ein Vergleich der Kontraktualismen von Hobbes und Rousseau
Hochschule
Freie Universität Berlin  (Otto-Suhr-Institut)
Note
1,3
Autor
Jan Onno Steenweg (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2017
Seiten
19
Katalognummer
V366069
ISBN (eBook)
9783668450622
ISBN (Buch)
9783668450639
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Demokratie Theorien Hobbes Rousseau Kontraktualismus Kontraktualismen
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Jan Onno Steenweg (Autor:in), 2017, Die Philosophie des Staates. Ein Vergleich der Kontraktualismen von Hobbes und Rousseau, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/366069
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Leseprobe aus  19  Seiten
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