Würfelgebäude: Heute sind wir die Architekten! (Mathematik, 3. Klasse)


Unterrichtsentwurf, 2016

15 Seiten


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Darstellung der Rahmenbedingungen
1.1 Beschreibung des Lernortes
1.2 Arbeits- und Sozialverhalten

2. Lernvoraussetzungen

3. Sachanalyse

4. Didaktische Analyse
4.1 Bezug zum Lehrplan
4.2 Einordnung der Stunde in die Unterrichtseinheit
4.3 Didaktische Überlegungen

5. Lernziele

6. Methodische Analyse

7. Verlaufsplanung

8. Literaturverzeichnis

1. Darstellung der Rahmenbedingungen

Die geplanten Unterrichtsstunden finden an einem Freitag in der ersten und zweiten Stunde im Rahmen eines 90-minütigen Unterrichtsblocks statt. Ab 7.45 Uhr müssen alle Schüler[1] in ihren Klassen sein und beginnen mit Freiarbeit. Da es ein gleitender Unterrichtsbeginn ist, gibt es keine Schulklingel.

Zurzeit findet ein schulinterner Kopfrechenwettbewerb statt: An drei Tagen der Woche finden sich Schüler der Klassen 2 bis 4, eingeteilt je nach Leistungsstand in Liga 1 bis 3, um 7.45 Uhr im großen Hortraum ein und bekommen 12 Kopfrechenaufgaben gestellt. Nach direkt sich anschließender Auswertung aller Aufgaben (wobei die drei besten Schüler der Liga 2 und 3 aufsteigen, die drei schlechtesten der Liga 1 und 2 absteigen) gehen die Kinder in ihre Klassen zurück.

Die Klasse besteht aus 20 Schülern - neun Mädchen und elf Jungen. Die Schule liegt sehr ländlich in einem kleinen Dorf in der Nähe der großen Kreisstadt Oschatz, aus der auch ein Drittel der Kinder kommt. Die anderen wohnen im ländlichen Umfeld.

In der Klasse gibt es einen Jungen mit einer LRS, der, unter anderem bedingt durch seine vorzeitige Einschulung, große Probleme in vielen Bereichen hat. Seit Mitte Oktober geht eine neue Schülerin in die Klasse. Sie wächst zweisprachig (russisch, deutsch) auf und hat Probleme in der optischen Differenzierung. Sie erhält Ergotherapie.

Um die Kinder im Unterricht zu unterstützen, sie optimal zu fördern und in ihrer Individualität abzuholen, begleitet in jeder Klasse ein Erzieher (je nach Anzahl der Integrationskinder auch mehrere Lernbegleiter) den Unterricht.

1.1 Beschreibung des Lernortes

Das Klassenzimmer der 3. Klasse ist hell und groß. Lehrertisch und Tafel befinden sich im vorderen Teil, die Schülertische Stehen in Gruppen zusammen. Im hinteren Teil des Raumes befindet sich ein runder Teppich für Sitzkreise und zahlreiche Regale mit verschiedenartigem Material für den Unterricht (Bücher für die jeweiligen Fächer, Montessorimaterialien, Lernspiele, Ablagen der Kinder, ...). An den Wänden hängen aktuelle Projekte, Veranschauungsmaterial des Unterrichts wie das Hunderterfeld oder ähnliches. An den Raum grenzt ein Computerkabinett, in dem die Schüler an Lernprogrammen arbeiten können. Auch weitere Nachschlagewerke und altersgerechte Fachliteratur sind dort zu finden.

1.2 Arbeits- und Sozi al verhalten

In der Klasse herrscht eine ausgewogene Atmosphäre, wobei es immer wieder zu Auseinandersetzungen unter gewissen Schülern kommt, welche meist von den Schülern selbst gelöst werden. Trotzdem herrschen ein freundliches Arbeitsklima und eine generelle Hilfsbereitschaft untereinander. Die Schüler sind vorrangig frontale Unterrichtsformen gewöhnt, zeigen sich aber sehr aufgeschlossen gegenüber offeneren Unterrichtsformen. Diese müssen jedoch noch geübt werden. Auch sind das Arbeitstempo und das Leistungsniveau der Schüler sehr unterschiedlich ausgeprägt. Dies erfordert eine ständige Anpassung in der

Differenzierung des Anforderungsniveaus. Schwierigkeiten haben viele Schüler noch im Aufgabenverständnis und selbstständigen Umsetzen der Aufgabenstellung. Sie benötigen ständige Rückmeldung seitens der Lembegleiter und des Lehrers und müssen zum eigenständigen Denken und Arbeiten vermehrt angeregt werden.

2. Lernvoraussetzungen

Sachkompetenz:

Anforderungen der Stunde:

- Zwei- und dreidimensionale Darstellungen von Würfelgebäuden zueinander in Beziehung setzten (nach Vorlage bauen, zu Bauten Baupläne erstellen)
- Räumliche Beziehungen erkennen, beschreiben und nutzen

Die Mehrheit der Schüler kann:

- Räumliche Beziehungen erkennen, beschreiben und nutzen
- Baupläne lesen und Würfelbauten danach aufbauen
- Baupläne nach vorgegebenen Würfelbauten erstellen

Methodenkompetenz :

Anforderungen der Stunde:

- Lösungsstrategien finden und nutzen
- Mathematische Kenntnisse, Fähigkeiten und Fertigkeiten bei der Bearbeitung problemhaltiger Aufgaben anwenden

Die Mehrheit der Schüler kann:

- Mathematische Aufgabenstellungen sachgerecht Umsetzen
- Systematisches Vorgehen beim Erstellen von Bauplänen bzw. beim Bauen von Würfelbauten nutzen

Sozial- und Selbstkompetenz:

Anforderungen der Stunde:

- Kooperatives Arbeiten
- Vereinbarte Regeln für kooperatives Lernen einhalten
- Inhalte zuhörend verstehen, gezielt Nachfragen bei Nichtverstehen

Die Mehrheit der Schüler kann:

- Dem Anderen zuhören, warten, eigene Ideen einbringen, gemeinsame Lösungen finden, Ergebnisse miteinander vergleichen, wertschätzend miteinander sprechen

Abweichungen vom allgemeinen Lernstand:

[Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten] haben Schwierigkeiten, anderen zuzuhören und die Aufgabenstellungen zu verstehen und umzusetzen. Sie müssen oft daran erinnert werden, dem Sprechenden zu folgen und mitzudenken. Auch benötigen sie oftmals eine erneute Erklärung der Aufgabe.

[Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten] hat zudem eine LRS, kann noch nicht verstehend lesen und hat große Probleme beim Schreiben. Ihm wird die Aufgabe vorgelesen (Nachteilsausgleich), mathematisches Verständnis ist jedoch altersgerecht vorhanden. Durch die LRS ist sein Arbeitstempo stark verlangsamt.

3. Saclianalyse

Visuelle Wahrnehmung besitzt grundlegende Bedeutung für die Bewältigung des Alltags und für unsere Orientierung in der Umwelt. Sie ist die Voraussetzung für jede koordinierte Bewegung: die Straße überqueren, mit Messer und Gabel essen, Hand- und Fußball spielen u. v.m. Die visuelle Wahrnehmung ist die Voraussetzung für räumliches Vorstellungsvermögen. Allerdings entwickelt sich die Wahrnehmung im zweidimensionalen Raum viel später als die Wahrnehmung im dreidimensionalen Raum.

Generell wird die visuelle Wahrnehmung in vier Bereiche untergliedert:

1) die vi suom otori sehe Koordination:

Sie ist die Fähigkeit des Menschen, das Sehen mit dem eigenen Körper oder Teilen des Körpers zu koordinieren. Dies kann man gut beim Fangen eines Balls oder Ausschneiden beobachten.

2) Figur-Grund-Unterscheidung:

Kinder können von Geburt an Figur und Grund unterscheiden. Ohne diese Fähigkeit könnten sie sich nicht im Raum orientieren oder Gegenstände erkennen. Dabei ist Wahmehmen mehr als Sehen: Wird eine bekannte Form durch Bauen, Zeichnen o.ä. dargestellt, weicht sie meist von der exakten Form ab, wird aber trotzdem identifiziert.

3) Wahrnehmkonstanz:

Dies bedeutet, dass wir Objekte in unserer Umgebung relativ stabil wahrnehmen, obwohl sie sich unseren Sinnesorgangen unterschiedlich präsentieren. Das Gesehene wird kognitiv verarbeitet, mit früheren Erfahrungen verglichen und interpretiert.

4) räumliche Orientierung:

Die räumliche Orientierung wird nochmals in ,Wahrnehmung der Raumlage‘ zum Kennzeichnen der eigenen Orientierung im Raum (also den eigenen Standort) und in ,die Wahrnehmung räumlicher Beziehung^ um die Beziehung zwischen den Objekten im Raum zu beschreiben, unterteilt. Generell geht es um die Unterscheidung und das Wiedererkennen von Objekten aus unterschiedlichen Blickwinkeln

Zwei weitere Komponenten der visuellen Wahrnehmung sind das visuelle Gedächtnis und die visuelle Unterscheidung. Denn parallel zur visuellen Wahrnehmung entwickelt sich auch das dazugehörige Gedächtnis weiter. Ersteres bezieht sich auf die Fähigkeit, charakteristische Merkmale eines nicht mehr präsenten Objektes vorstellungsmäßig auf andere, präsente Objekte zu beziehen. Zweitens beschreibt die Fähigkeit auch Unterschiede zwischen Objekten zu erkennen. Diese kommt beim Sortieren und Klassifizieren zum Tragen.

Während bei der visuellen Wahrnehmung mit vorhandenen Objekten im dreidimensionalen Raum konkret operiert wird, versteht man unter dem räumlichen Vorstellungsvermögen ein mentales Operieren mit räumlichen Objekten. Viele Intelligenzforscher wie Z.B. Thurstone sind der Meinung, dass die Raumvorstellung ein Faktor der Intelligenz und von logischen und linguistischen Kapazitäten verschieden ist. Dabei wird, ähnlich wie schon die visuelle Wahrnehmung, auch das räumliche Vorstellungsvermögen in 4 Teilbereiche gegliedert:

[...]


[1] Aus Gründen der Lesbarkeit gelten Personenbezeichnungen für beide Geschlechter

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Details

Titel
Würfelgebäude: Heute sind wir die Architekten! (Mathematik, 3. Klasse)
Hochschule
Sächsische Bildungsagentur Leipzig
Autor
Jahr
2016
Seiten
15
Katalognummer
V366075
ISBN (eBook)
9783668462571
ISBN (Buch)
9783668462588
Dateigröße
514 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
würfelgebäude, heute, architekten, mathematik, klasse
Arbeit zitieren
Juliane Ebel (Autor), 2016, Würfelgebäude: Heute sind wir die Architekten! (Mathematik, 3. Klasse), München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/366075

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