Das Hohelied oder das Lied der Lieder


Seminararbeit, 2004

26 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1. Einleitung

2. Übersetzungsvergleich
2.1 Merkmale der verschiedenen Übersetzungen
2.2 Unterschiede & Gemeinsamkeiten beim Übersetzungsvergleich

3. Exegetische Methodenschritte
3.1 Literarkritik
3.1.1 Bedeutung der Literarkritik
3.1.2 Literarkritik des gesamten Hohelieds
3.1.3 Literarkritik Kapitel 4 Hohelied
3.2 Gattungskritik
3.2.1 Bedeutung der Gattungskritik
3.2.2 Gattungskritik Kapitel 4 Hohelied
3.2.3 Der Sitz im Leben und die Entstehungszeit
3.3 Traditionskritik
3.3.1 Bedeutung der Traditionskritik
3.3.2 Schönheit der Geliebten (Hld 4,1-7)
3.3.3 Die Unerreichbare (Hld 4,8)
3.3.4 Du hast mich verzaubert (Hld 4,9- 11)
3.3.5 Der Garten der Liebe (Hld 4,12- 5,1)

4. Resumé

Literaturverzeichnis

Internetverzeichnis

Versicherung

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1. Einleitung

Das Hohelied heißt im hebräischen auch „Das Lied der Lieder“, was bedeutet, dass es das schönste aller Lieder ist. Als eines der poetischsten Bücher der Bibel, präsentiert es eine Folge von Gedichten über die Liebe von Mann und Frau, die sich verhindern, die sich verlieren, sich suchen und sich finden.[1] Auffallend an dieser Sammlung ist, dass ein religiöser Gedanke nur schwer zu finden ist.[2] Das ganze Buch ist von der ersten bis zur letzten Zeile so ohne Gott, so ohne jede Religion, doch trotzdem wurde es kanonisiert.[3] Der Zweifel in jüdischen Kreisen zeigt, wie sein rein weltlicher Inhalt noch im 1. und 2. Jh. nach Christus Anstoß erregte, so dass man über die Zulässigkeit seiner gottesdienstlichen Verlesung sogar stritt.[4] Vor seiner Aufnahme in den Kanon dürften die Lieder in der Tat als „rein profane“ Liebeslieder verstanden worden sein. In der jüdischen Liturgie wird das Hohelied als Festrolle zum Paschafest gelesen[5], da das ganze Buch von dem Verhältnis Jahwes zu Israel und sein Anfang vom Auszug aus Ägypten handelt.[6] In der christlichen Bibel gehört es zur Weisheitsliteratur, ähnlich wie das Buch der Sprichwörter und Kohelt.[7]

Eigentlich wird in der alttestamentlichen Literatur die Liebe zwischen Mann und Frau nur im Hinblick auf die Erzeugung von Nachkommenschaft thematisiert, im Kontext einer weitgehend patriarchisch strukturierten Gesellschaft.[8] Das Hohelied besingt die erotisch- sexuelle Liebe zwischen Mann und Frau jedoch unabhängig von gesellschaftlichen Konventionen als eine Macht nach eigenen Gesetzen.

Diese Hausarbeit betrachtet das vierte Kapitel des Hohelieds näher, welches als Höhepunkt des Hohelieds angesehen wird. Als erstes wird ein Übersetzungsvergleich durchgeführt. Dabei werden zunächst die verschiedenen Übersetzungen allgemein beleuchtet. Des Weiteren werden auf markante Stellen, Unterschiede sowie Gemeinsamkeiten im Hinblick auf das vierte Kapitel aufmerksam gemacht. Innerhalb der exegetischen Methodenschritte wird kurz auf die allgemeine Bedeutung der Literarkritik, der Gattungskritik und der Traditionskritik näher eingegangen. Dabei untersucht die Literarkritik die einzelnen literarischen Schichten des vierten Kapitels, die Gattungskritik bestimmt und analysiert die verschiedenen Gattungen, sowie den Sitz des Lebens. Als letzte wohl ausführlichste Kritik geht die Traditionskritik auf bestimmte Motive, Bilder oder Themen ein, und versucht diese im Hinblick auf den damaligen Hintergrund zu deuten.

2. Übersetzungsvergleich

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

2.1 Merkmale der verschiedenen Übersetzungen

Zum Übersetzungsvergleich wurden zum einen die Einheitsübersetzung und zum anderen die Elberfelder Übersetzung sowie die Lutherübersetzung gewählt, da alle Übersetzung einer unterschiedlichen Entstehungszeit angehören.

Die Einheitsübersetzung entstand durch die Zusammenarbeit von Bischöfen aus dem gesamten deutschsprachigen Raum, wie z.B. aus der DDR, Österreich, Schweiz, Südtirol, Luxemburg, Belgien, und Deutschland.[9] Nach vielen verschieden Übersetzungen wurde der Wunsch nach einer ökumenischen Bibel immer lauter. Um auch auf aktuelle Anlässe wie z.B. das II. Vatikanische Konzil einzugehen, wurde dieser Impuls rasch aufgegriffen.[10] Somit schloss man 1972 das Neue Testament und 1980 das Alte Testament ab, wobei die Einheitsübersetzung für die Psalmen und das Neue Testament ökumenisch ist. Sie ist folglich im kirchli­chen Gebrauch in Gottesdiensten beider Konfessionen, da sie in geeigneter Sprachrhythmik zum Vorlesen und Singen erstellt wurde. Die Einheitsübersetzung ist zwar nahe an den Urtexten, trotzdem möglichst in heutiger Sprache erstellt wor­den und daher für Schule und Unterricht bestens geeignet.[11]

Die sog. Elberfelderübersetzung stammt aus dem 19. Jahrhundert, und wurde von vielen verschiedenen Verfassern übersetzt. Ziel der Übersetzung war es möglichst wörtlich zu übersetzen, wodurch sie auch zu einer sehr zuverlässigen Übersetzung wurde.[12] Diese Übersetzung zeichnet sich durch ihre Nähe zum Urtext aus. Hier wurden sogar Worte in eckigen Klammern als Verständnishilfen eingefügt, wodurch der tiefere Sinn und Anspielungen auf andere Passagen oder sprach­liche Nuancen in vielen Situationen besser und leichter zu durchschauen ist. Ziel der Übersetzung war es „den des Urtext Unkundigen… mit wenig Kosten eine mög­lichst treu und genaue Darstellung des Wortes Gottes in ihrer eigenen Sprache dar­zureichen“,[13] wie das Vorwort von 1855 sagt.

Die Lutherbibel von 1534 ist die erste weit verbreitete deutschsprachige Bibelübersetzung. Bei seiner Übersetzung hat Luther „dem Volk aufs Maul geschaut“, und war somit mitver­antwortlich für die Prägung der deutschen Sprache.[14] Um die gehobene Sprache und den altertümlichen Stil der Änderung der deutschen Sprache anzupassen, hat man die Lutherbibel immer wieder Revisionen unterzogen.[15] Die letzte fand 1984 statt. Diese Übersetzung ist der offizielle Text der Evangelischen Kirche in Deutschland für Gottesdienst und Unterricht.

2.2 Unterschiede & Gemeinsamkeiten beim Übersetzungsvergleich

Beim Übersetzungsvergleich des vierten Kapitels des Hohelieds fällt auf, dass die verschiedenen Übersetzungen inhaltliche Aspekte im wesentlichem gleich oder ähnlich darstellen. Beide Personen, der Jüngling sowie das hübsche Mädchen, werden auf ähnliche Weise charakterisiert, auch ihre Handlungen werden nicht unterschiedlich erklärt. Lediglich unterscheiden sich bestimmte Verben, oder Adjek­tive voneinander, die die Handlungen mal weniger, oder auch mal mehr betonen, und beleuchten.

Im ersten Vers des vierten Kapitels benutzen die Elberfelderübersetzung (ElbÜ) und die Lutherübersetzung (LÜ) im Gegensatz zur Einheitsübersetzung (EinÜ) sofort am Anfang den Imperativ „Siehe“, welcher die Bewunderung des Jünglings stärker zum Ausdruck bringt. Des Weiteren verdeutlicht das Verb „leuchten“ in der ElbÜ den Glanz und das Funkeln in den Augen des Mädchens.

Die ElbÜ veranschaulicht mit dem „hüpfen“ der Ziegen im Gegensatz zu EinÜ „herab­zieht“ und zur LÜ „herabsteigen“ die Leichtigkeit der Situation, wobei bei den anderen beiden Übersetzungen eine etwas schwerere Darstellung bevorzugt wird.

Im zweiten Vers fällt auf, dass die EinÜ schon mehr der heutigen Sprache angepasst ist, denn sie benutzt zur Beschreibung der Zähne das Wort „Gegenstück“ und nicht die Metapher „Zwillinge“. Die LÜ scheint bei der Beschreibung noch etwas altertüm­licher, indem das Gebiss mit „fruchtbar“ beschrieben wird. Im Folgenden stellen alle drei Übersetzungen die feinen Lippen des Mädchens ähnlich wie eine Schnur oder ein Band dar, jedoch verwenden sie unterschiedliche Farbbezeichnungen, die sich aber trotzdem verwandt sind. Beim vierten Vers ähneln sich die EinÜ der LÜ im Sinn etwas mehr, da die Abwehrhaltung des Mädchens durch die Wortwahl „Schichten von Stei­nen“ und „Brustwehr“ die Abwehhaltung hier deutlicher wird.

Im sechsten Vers des vierten Kapitels benutzen alle drei Übersetzungen unter­schiedliche Verben, um zu beschreiben, dass der Tag dem Ende entgegen geht, und dass es langsam dunkel wird. Der zweite Teil von diesem Vers ist jedoch wort­wörtlich bei allen Übersetzungen gleich. Beim siebten Vers sticht bei der EinÜ und bei der ElbÜ der Parallelismus zum Anfang des Kapitels hervor. Beide beschreiben das Mädchen noch mal mit „Alles an dir ist schön, …“, wobei die LÜ noch ein be­schreibendes Adjektiv „wunderbar“ hinzunimmt, welches die Schönheit noch verstärkt.

[...]


[1] vgl. Die Bibel; Einheitsübersetzung, Das Hohelied Prolog, S: 729

[2] vgl. Brünenberg, Esther/ Meurer, Thomas; Die 100 wichtigsten Daten, Die Bibel, S. 52

[3] vgl. Schwienhortst- Schönberger, Ludwig; Das Hohelied, Einleitung in das Alte Testament, S. 350

[4] vgl. Kaiser, Otto; Einleitung in das Alte Testament, 360

[5] vgl. Augustin, Matthias/ Kegler, Jürgen; Bibelkunde des Alten Testaments, Ein Arbeitsbuch, S. 297

[6] vgl. Kaiser, Otto; Einleitung in das Alte Testament, S. 360

[7] vgl. Die Bibel; Einheitsübersetzung, Das Hohelied Prolog

[8] vgl. Schwienhörtst- Schönberger, Ludwig; Das Hohelied, Einleitung in das Alte Testament, S. 350

[9] vgl. www.net-lexikon.de/Einheitsübersetzung.html entnommen am 24.03.2004

[10] vgl. www.glaubeaktuell.net/portal/nachgeschaut/nachgeschaut entnommen am 24.03.2004

[11] vgl. www.net-lexikon.de/Einheitsübersetzung.html entnommen am 24.03.2004

[12] vgl. http://home.debitel.net/user/martin.arhelger/elb/elberf.htm entnommen am 19.03.2004

[13] vgl. www.bibelcenter.de/bibel/bibeln/elberfelder.php entnommen am 19.03.2004

[14] vgl. www.glaubeaktuell.net/portal/nachgeschaut/nachgeschaut entnommen am 24.03.2004

[15] vgl. www.bibelcenter.de/bibel/bibeln/lut1984.php entnommen am 19.03.2004

Ende der Leseprobe aus 26 Seiten

Details

Titel
Das Hohelied oder das Lied der Lieder
Hochschule
Universität Paderborn  (Fakultät für Kulturwissenschaften/ kath. Theologie)
Veranstaltung
Einführung in die biblische Textauslegung
Note
1,3
Autor
Jahr
2004
Seiten
26
Katalognummer
V36624
ISBN (eBook)
9783638361958
Dateigröße
634 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Hohelied, Lied, Lieder, Einführung, Textauslegung
Arbeit zitieren
Katharina Korff (Autor), 2004, Das Hohelied oder das Lied der Lieder, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/36624

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