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Das Hohelied oder das Lied der Lieder

Title: Das Hohelied oder das Lied der Lieder

Seminar Paper , 2004 , 26 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Katharina Korff (Author)

Theology - Biblical Theology
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Das Hohelied heißt im hebräischen auch „Das Lied der Lieder“, was bedeutet, dass es das schönste aller Lieder ist. Als eines der poetischsten Bücher der Bibel, präsentiert es eine Folge von Gedichten über die Liebe von Mann und Frau, die sich verhindern, die sich verlieren, sich suchen und sich finden.1 Auffallend an dieser Sammlung ist, dass ein religiöser Gedanke nur schwer zu finden ist.2 Das ganze Buch ist von der ersten bis zur letzten Zeile so ohne Gott, so ohne jede Religion, doch trotzdem wurde es kanonisiert.3 Der Zweifel in jüdischen Kreisen zeigt, wie sein rein weltlicher Inhalt noch im 1. und 2. Jh. nach Christus Anstoß erregte, so dass man über die Zulässigkeit seiner gottesdienstlichen Verlesung sogar stritt.4 Vor seiner Aufnahme in den Kanon dürften die Lieder in der Tat als „rein profane“ Liebeslieder verstanden worden sein. In der jüdischen Liturgie wird das Hohelied als Festrolle zum Paschafest gelesen5, da das ganze Buch von dem Verhältnis Jahwes zu Israel und sein Anfang vom Auszug aus Ägypten handelt.6 In der christlichen Bibel gehört es zur Weisheitsliteratur, ähnlich wie das Buch der Sprichwörter und Kohelt.7 Eigentlich wird in der alttestamentlichen Literatur die Liebe zwischen Mann und Frau nur
im Hinblick auf die Erzeugung von Nachkommenschaft thematisiert, im Kontext einer weitgehend patriarchisch strukturierten Gesellschaft.8 Das Hohelied besingt die erotisch-sexuelle Liebe zwischen Mann und Frau jedoch unabhängig von gesellschaftlichen Konventionen als eine Macht nach eigenen Gesetzen. Diese Hausarbeit betrachtet das vierte Kapitel des Hohelieds näher, welches als Höhepunkt des Hohelieds angesehen wird. Als erstes wird ein Übersetzungsvergleich durchgeführt. Dabei werden zunächst die verschiedenen Übersetzungen allgemein beleuc htet. [...] 1 vgl. Die Bibel; Einheitsübersetzung, Das Hohelied Prolog, S: 729 2 vgl. Brünenberg, Esther/ Meurer, Thomas; Die 100 wichtigsten Daten, Die Bibel, S. 52 3 vgl. Schwienhortst- Schönberger, Ludwig; Das Hohelied, Einleitung in das Alte Testament, S. 350 4 vgl. Kaiser, Otto; Einleitung in das Alte Testament, 360 5 vgl. Augustin, Matthias/ Kegler, Jürgen; Bibelkunde des Alten Testaments, Ein Arbeitsbuch, S. 297 6 vgl. Kaiser, Otto; Einleitung in das Alte Testament, S. 360 7 vgl. Die Bibel; Einheitsübersetzung, Das Hohelied Prolog 8 vgl. Schwienhörtst- Schönberger, Ludwig; Das Hohelied, Einleitung in das Alte Testament, S. 350

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Übersetzungsvergleich

2.1 Merkmale der verschiedenen Übersetzungen

2.2 Unterschiede & Gemeinsamkeiten beim Übersetzungsvergleich

3. Exegetische Methodenschritte

3.1 Literarkritik

3.1.1 Bedeutung der Literarkritik

3.1.2 Literarkritik des gesamten Hohelieds

3.1.3 Literarkritik Kapitel 4 Hohelied

3.2 Gattungskritik

3.2.1 Bedeutung der Gattungskritik

3.2.2 Gattungskritik Kapitel 4 Hohelied

3.2.3 Der Sitz im Leben und die Entstehungszeit

3.3 Traditionskritik

3.3.1 Bedeutung der Traditionskritik

3.3.2 Schönheit der Geliebten (Hld 4,1-7)

3.3.3 Die Unerreichbare (Hld 4,8)

3.3.4 Du hast mich verzaubert (Hld 4,9- 11)

3.3.5 Der Garten der Liebe (Hld 4,12- 5,1)

4. Resumé

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das vierte Kapitel des Hoheliedes unter Anwendung exegetischer Methoden, um dessen Bedeutung als Höhepunkt der biblischen Liebesdichtung sowie die erotische Symbolik hinter den Texten zu erschließen.

  • Vergleichende Analyse der Einheitsübersetzung, Elberfelder Übersetzung und Lutherübersetzung
  • Anwendung der Literarkritik zur Bestimmung der Liedeinheiten im vierten Kapitel
  • Gattungskritische Einordnung und Untersuchung des historischen Hintergrunds (Sitz im Leben)
  • Traditionskritische Motivforschung (Bilder, Symbole und erotische Bildsprache)
  • Theologische und menschliche Deutung der erotischen Liebe im Kontext der Heiligen Schrift

Auszug aus dem Buch

3.3.2 Schönheit der Geliebten (Hld 4,1-7)

Gerade die Wortwiederholung am Anfang des ersten Gedichts ist ein Zeichen der Erregung des Jünglings, und gibt seinen Worten eine verstärkte Eindringlichkeit. Die Augen werden im ersten Vers besonders hervorgehoben, denn sie sind bis heute wesentlich für die Ausstrahlung, die ein Mensch besitzt, oder eben nicht besitzt. Bei der Deutung des Verses „deine Augen wie Tauben“ haben die Kommentatoren sehr herumgerätselt und man ist nicht nur zu einem Schluss gekommen. Die Tauben können aber laut Bühlmann vor dem altorientalischen Hintergrund in diesem Kontext nur die Bedeutung von Liebesbotinnen haben, die durch ihre Blicke zur Liebe einladen. Der Schleier hat den Zweck, durch seine eigentliche Unfähigkeit, das Aufleuchten der verliebten Blicke zu verbergen, und deren Intensität zu veranschaulichen.

Im nächsten Satz veranschaulichen die Haare des Mädchens das Unzählbare, die vitale Kraft. Im Alten Testament wird mit Haaren sogar eine ungezügelte, unheimliche und dämonische Vitalität assoziiert. Der nachfolgende Vergleich der Haare mit einer Ziegenherde verstärkt die bereits genannten Assoziationen, hier wird also wieder der Aspekt des Zahlreichen/ Unzählbaren aufgegriffen. Der Vergleich mit den frechen schwarzen Ziegen im wilden Gilead lässt das Haar der Geliebten zur Offenbarung ihrer Vitalität und ihrer wilden, fast dämonischen Lebenslust werden.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in das Hohelied als Liebeslyrik sowie Darlegung des Ziels, das vierte Kapitel exegetisch zu untersuchen.

2. Übersetzungsvergleich: Gegenüberstellung der Einheits-, Elberfelder- und Lutherübersetzung hinsichtlich ihrer Wortwahl und Nuancierung erotischer Inhalte.

3. Exegetische Methodenschritte: Methodische Aufarbeitung des Textes mittels Literarkritik, Gattungskritik und Traditionskritik, um Strukturen und Motive zu identifizieren.

4. Resumé: Zusammenfassende Betrachtung der Ergebnisse und Einordnung der erotischen Liebe im Hohelied in den theologischen Kontext.

Schlüsselwörter

Hohelied, Altes Testament, Exegese, Literarkritik, Gattungskritik, Traditionskritik, Liebeslyrik, Erotik, Symbolik, Einheitsübersetzung, Braut, Jüngling, Bibelinterpretation, Libanon, Weisheitsliteratur.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Hausarbeit widmet sich der exegetischen Analyse des vierten Kapitels des Hoheliedes unter besonderer Berücksichtigung der erotischen Sprache und Bildwelt.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Themen umfassen den Vergleich verschiedener Bibelübersetzungen, die literarische Zergliederung des Textes, die Bestimmung der literarischen Gattungen sowie die traditionelle Motivforschung.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, das vierte Kapitel als den Höhepunkt des Buches zu verstehen und aufzuzeigen, wie Liebe als machtvolle, dem Leben zugewandte Kraft dargestellt wird.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?

Die Arbeit nutzt die diachronen Auslegungsmethoden Literarkritik, Gattungskritik und Traditionskritik.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Liedeinheiten, vergleicht Sprachnuancen der Übersetzungen und deutet Symbole wie Gärten, Quellen, Tiere und exotische Pflanzen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Liebeslyrik, Erotik, Symbolik, Exegese und biblische Textauslegung.

Welche Bedeutung kommt dem Schleierbild im Hohelied zu?

Der Schleier dient laut der Autorin nicht dem Verbergen der Schönheit, sondern der Steigerung des Reizes und der Intensität der verliebten Blicke.

Warum wird das Hohelied als „Wundergarten“ bezeichnet?

Die Metaphorik des Gartens und der verschlossenen Quelle symbolisiert die Unnahbarkeit und die exotische Kostbarkeit der Geliebten im Verständnis des Jünglings.

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Details

Title
Das Hohelied oder das Lied der Lieder
College
University of Paderborn  (Fakultät für Kulturwissenschaften/ kath. Theologie)
Course
Einführung in die biblische Textauslegung
Grade
1,3
Author
Katharina Korff (Author)
Publication Year
2004
Pages
26
Catalog Number
V36624
ISBN (eBook)
9783638361958
Language
German
Tags
Hohelied Lied Lieder Einführung Textauslegung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Katharina Korff (Author), 2004, Das Hohelied oder das Lied der Lieder, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/36624
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