Liturgie und Raum: Die Bedeutung des (Kirchen-) Raumes für sakramentliche Feiern


Seminararbeit, 2004

20 Seiten, Note: 2,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1. Einleitung

2. Prägung des Glaubens durch den liturgischen Raum
2.1 Gemeindeverständnis und Raumgestalt
2.2 Liturgieverständnis und Raumgestalt
2.3 Liturgische Bewegung: Raum für eine neue Gemeinde
2.4 Schwierigkeiten moderner Räume
2.5 Neue Liturgie in alten Räumen

3. Die Gliederung des Kirchenraums
3.1 Liturgie als Bauherrin des nachkonzilliaren Gottesdienstraumes
3.2 Beispiele für entsprechende Raumkonzeptionen
3.3 Ein Raum mit zwei Brennpunkten: ein Modell der Zukunft?

4. Resümee

Literaturverzeichnis

Internetverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abb. 1: Rittersaal Burg Rothenfels 1928:
Vier Möglichkeiten der Raumnutzung

Abb. 2: Beispiel für die Neuordnung eines
Altbaus durch Emil Steffmann 1968

Abb. 3: St. Laurentius München- Gern 1955

Abb. 4: St. Judas- Thaddäus- Kirche, Karlsruhe- Neureut 1980/89

Abb. 5: Umgebauter Unity Temple in Oak Park, Illinois (USA)

Abb. 6: Our Lady of Mount Carmel in Newport News, Virginia (USA)

Abb. 7: Neubau der Kirche St. Christopherus in Westerland/ Sylt

Abb. 8: Elliptisch angeordneter Communio- Raum der Kapelle des Irish Institute für Pastoral Liturgy in Carlow/ Ireland

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1. Einleitung

Die vorliegende Seminararbeit ist in Anlehnung an das Buch „Kirchenräume und Kirchenträume. Die Bedeutung des Kirchenraums für eine lebendige Gemeinde.“ verfasst worden. Ihm verdankt diese Arbeit viele Informationen, Anregungen und Ideen.

Der Titel dieses Buches ruft wahrscheinlich eher unterschiedliche, ambivalente Gedanken und Gefühle hervor. In einer Zeit, in der die katholische Kirche in Deutschland eher über die Schließungen von Kirchen und deren weiteren Verwendungszweck nachdenken muss und in der die Zahl der Kirchenbesucher weiterhin rückläufig ist, erscheint ein solches Thema weit hergeholt. Doch andere Nachrichten verweisen auf aktuelle Ereignisse: In Deutschland berichtet die Presse von neuen Kirchenbauten in verschiedenen Großstädten. Solche Nachrichten sind Hinweise, dass Menschen auch heute noch „Kirchenträume“ haben, die sie veranlassen, neue Gotteshäuser, moderne Kirchenbauten zu errichten. Diese modernen Kirchen sprechen von der Gegenwart Gottes unter den Menschen; und dies verbindet neu entstehende Gotteshäuser mit den alten Kirchen, die Zeugnisse der Gegenwart Gottes unter den Menschen darstellen.

Oft steht bei dem Thema Kirchenbau eher die kunstgeschichtliche Sichtweise, die Stilkunde im Vordergrund. Die Theologie des Kirchenbaus wurde eher vernachlässigt. In der vorliegenden Arbeit soll aber gerade dieser Aspekt im Mittelpunkt der Auseinandersetzung stehen, d.h. Kirchenbau soll als symbolische Abbildung des jeweiligen Selbstverständnisses christlicher Gemeinden verstanden werden. Die Architektur hat somit die Aufgabe, eine bestimmte Theologie zu vermitteln, darzustellen, baulich umzusetzen und zu gestalten.

Der liturgische Raum ist Spiegelbild eines bestimmten Kirchenverständnisses, somit ist die Geschichte des Kirchenbaus auch immer Kirchengeschichte und erzählt konkret von der Umsetzung der Liturgie als kommunikative Handlung zwischen Gott und Mensch einerseits und zwischen Mensch und Menschen andererseits, d.h. von den Versuchen, „Kirchenträume“ Wirklichkeit werden zu lassen.

2. Prägung des Glaubens durch den liturgischen Raum

2.1 Gemeindeverständnis und Raumgestalt

Es wird als weithin selbstverständlich angesehen, dass die Liturgie eine Feier des Glaubens ist, und daher auch den Glauben prägt. Doch das der Kirchenraum tiefer und unauffälliger das Glaubensbewusstsein prägt, als das Wort der Verkündigung scheint vielen Christen nicht bewusst zu sein.[1] Es kann festgestellt werden, dass die Raumgestalt Ausdruck des Selbstverständnisses von Gemeinde und Kirche ist, wobei ein Spiegelbild eines ganz bestimmten Kirchenverständnisses wiedergegeben wird. Laut Zweitem Vatikanischen Konzil wird die Kirche als Gemeinschaft des Volkes Gottes gesehen, wobei die „Liturgie als Feier der ganzen Gemeinde statt einer Feier für die Gemeinde“[2] verstanden werden muss. Gemeinde

Trotz unterschiedlichster neuer Raumkonzepte der Moderne, die dem neuen Liturgieverständnis des Zweiten Vatikanischen Konzils entsprechen, ist das Selbstverständnis vieler Kirchen und Gemeinden heute noch meist durch den im 19. Jahrhundert errichteten Einheitsraum bestimmt. „Dieser Raum ist ausgerichtet auf den Hauptaltar im Scheitelpunkt mit dem Allerheiligsten. Die Haltung der Gläubigen ist die kniende Anbetung.“[3] Nach dem alten Messritus wurde zum Altar hin zelebriert, auf das Allerheiligste zu, das im Tabernakel auf dem Altar zugegen war. Der Pfarrer zog die Gemeinde hinter sich zu einem Glaubensbewusstsein, dass sich auf dieses Allerheiligste konzentrierte. Die ganze Liturgie war kultisch ausgerichtet, d.h. als Akt gläubiger Verehrung und Anbetung von unten nach oben. Die Feier der Messe vor dem Zweiten Vatikanischen Konzil entsprach diesem Verständnis.

Genau dieser Ablauf sollte verändert werden, die Gemeinde sollte wieder in den Mittelpunkt des Geschehens rücken. Alle Gläubigen sollen zu „der vollen, bewussten und tätigen Teilnahme an den liturgischen Feiern geführt werden, wie sie das Wesen der Liturgie selbst verlangt und zu der das christliche Volk … kraft der Taufe berechtigt und verpflichtet ist“[4]. Das hat zur Folge, dass die Liturgie als Feier des Glaubens die zentrierte Mitte darstellen muss, es bedarf also eines ganz anderen Kommunikationsmodells was nur durch eine veränderte Konzeption des liturgischen Raumes umgesetzt werden kann.[5]

2.2 Liturgieverständnis und Raumgestalt

Wichtig ist, dass die Liturgie im Wesentlichen als Handlung gesehen werden muss. Schon im Lukasevangelium fordert Jesus seine Jünger auf „Tut dies zu meinem Gedächtnis“ (Lk 22,19). Laut der Allgemeinen Einführung in das Römische Messbuch (AEM) kommt diese Handlung durch die Bewegung des Gottesdienstes zum Ausdruck: „In der Messfeier … ist Christus wirklich gegenwärtig in der Gemeinde, die sich in seinem Namen versammelt, in der Person des Amtsträgers, in seinem Wort sowie wesenhaft und fortdauernd in den eucharistischen Gestalten“[6]. Die Messfeier wird also nicht mehr ausschließlich von der eucharistischen Gabe her bestimmt, sondern sie wird als Prozess, als Bewegung gesehen. Christus ist zuerst gegenwärtig in den sich versammelnden, dann im Dienst des Vorstehers, im Folgenden im verkündeten Wort Gottes und erst am Ende dieses Verlaufs in der Eucharistie, darin dann andauernd.[7]

Auch die Leitlinien für den Bau und die Ausgestaltung von gottesdienstlichen Räumen deuten darauf hin, „daß die Gläubigen nicht immer an einem Ort verharren. Prozession (Gaben – und Kommunionprozession, Prozession besonderer liturgischer Feiern), Übernahme besonderer Aufgaben usw. erfordern einen ausreichenden Bewegungsraum“.[8]

Bedeutend ist außerdem, dass der Raum nicht nur für die Eucharistiefeier konzipiert ist, sondern auch für Trauungen, Beerdigungen, die Feier der Taufe, aber auch für frei und flexibel gestaltete Gottesdienste, oder einfach nur für private Gebete zur Ruhe und Sammlung genutzt werden kann. Der Raum muss also unterschiedlichen Anforderungen entsprechen, so dass neben dem Altar auch andere Orte im Kirchenraum an Bedeutsamkeit gewinnen, und ein zwischen verschiedenen Orten verlagerndes Geschehen ermöglicht.[9] Die Kommunikation wird also weitgehend von der Architektur bestimmt.

[...]


[1] vgl. Richter, Klemens (1998): Kirchenräume und Kirchenträume, S. 11

[2] ebd. S. 12

[3] ebd. S. 13

[4] Konstitution über die heilige Liturgie „Sacrosanctum Concillium“ Art. 14

[5] vgl. Richter, Klemens (1998): Kirchenräume und Kirchenträume, S. 14

[6] www.liturgie.de/aem.html, Art. 7, entnommen am 11.08.2004

[7] vgl. Richter, Klemens (1998): Kirchenräume und Kirchenträume, S. 16

[8] Leitlinien für den Bau und die Ausgestaltung von gottesdienstlichen Räumen, S. 19

[9] vgl. Richter, Klemens (1998): Kirchenräume und Kirchenträume, S. 18

Ende der Leseprobe aus 20 Seiten

Details

Titel
Liturgie und Raum: Die Bedeutung des (Kirchen-) Raumes für sakramentliche Feiern
Hochschule
Universität Paderborn  (Fakultät für Kulturwissenschaften/ kath. Theologie)
Veranstaltung
Proseminar: Der christliche Gottesdienst
Note
2,0
Autor
Jahr
2004
Seiten
20
Katalognummer
V36626
ISBN (eBook)
9783638361972
Dateigröße
1215 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Liturgie, Raum, Bedeutung, Raumes, Feiern, Proseminar, Gottesdienst
Arbeit zitieren
Katharina Korff (Autor), 2004, Liturgie und Raum: Die Bedeutung des (Kirchen-) Raumes für sakramentliche Feiern, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/36626

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