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Risiken, Funktionen und rechtliche Grenzen von Earn-Out-Klauseln

Titel: Risiken, Funktionen und rechtliche Grenzen von Earn-Out-Klauseln

Seminararbeit , 2016 , 31 Seiten , Note: 13 Punkte

Autor:in: Marcel Schröder (Autor:in)

Jura - Zivilrecht / Handelsrecht, Gesellschaftsrecht, Kartellrecht, Wirtschaftsrecht
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Kaum ein Thema hat bei Unternehmenskaufverträgen eine so zentrale Bedeutung wie die Verhandlung über den Kaufpreis. Nicht selten führen die unterschiedlichen Vorstellungen in den Köpfen des Käufers und des Verkäufers zum Verhandlungsabbruch. Oftmals kann sich insbesondere dann nicht auf einen einheitlichen Kaufpreis geeinigt werden, wenn zu große Unsicherheiten in Bezug auf die Entwicklung des Zielunternehmens bestehen. Diese können sich vor allem aufgrund von unterschiedlichen Ertragserwartungen ergeben. Aber selbst nach einer ausführlichen Unternehmensbewertung, die der Kaufpreisverhandlung zugrunde liegt, bleiben oft Informationslücken, die nicht immer geschlossen werden können. Eine Möglichkeit, um diesen Schwierigkeiten zu begegnen, sind Earn-Out-Klauseln. Diese ermöglichen es, den Kaufpreis von der Entwicklung des Targets in der Zukunft abhängig zu machen. Das bedeutet, dass neben einem festen Kaufpreisanteil zusätzlich ein variabler Kaufpreisanteil vereinbart wird. Dieser wiederum wird mit bestimmten Faktoren verknüpft, die die Entwicklung des Targets mit einbeziehen und zusätzliche Zahlungen in der Zukunft auslösen. Dadurch können die Risiken beim Unternehmenskauf besser verteilt werden, was das Zustandekommen eines solchen Deals oftmals überhaupt erst ermöglicht. Die daraus resultierende enorme praktische Bedeutung von Earn-Out-Klauseln liegt auf der Hand. Ob Earn-Out-Klauseln jedoch alle restlichen Bedenken ausräumen können, bleibt fraglich. Denn die Kreierung von fehlerfreien Earn-Out-Mechanismen ist extrem aufwendig. So kann bereits eine ungenaue Formulierung dazu führen, dass das Ergebnis nicht mehr dem ursprünglichen Willen der Vertragsparteien entspricht oder sich gravierende Missbrauchsmöglichkeiten eröffnen.

Insofern stellt sich die Frage, wann Earn-Out-Klauseln an ihre rechtlichen Grenzen stoßen. Diese Thematik soll in der vorliegenden Arbeit aufgearbeitet werden, indem die notwendigen Schritte zur Vereinbarung einer funktionierenden Earn-Out-Klausel dargestellt und die daraus resultierenden rechtlichen Fragen erörtert werden. Dazu müssen zunächst die wirtschaftlichen Hintergründe im Hinblick auf die Interessenlage der zukünftigen Vertragsparteien beleuchtet werden. Anschließend werden anhand der Funktionsmechanismen von Earn-Out-Vorgängen die Risiken herausgearbeitet, die bei der Vereinbarung solcher Klauseln entstehen können. Schließlich wird dargestellt, wie diese Risiken in rechtlicher Hinsicht zu bewerten sind.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

A. Einleitung

B. Definition der klassischen Earn-Out-Klausel

C. Funktionen von Earn-Out-Klauseln

I. Beilegung von Preisdifferenzen

II. Ausgleich der Informationsasymmetrie

III. Finanzierungsfunktion

D. Risiken bei der Gestaltung von Earn-Out-Klauseln

I. Festlegung des Trigger-Events

1. Finanzielle Indikatoren

2. Nicht-finanzielle Indikatoren

II. Festlegung des Bemessungszeitraums

III. Die Zahlung des Earn-Outs

1. Fester Standard

2. Variabler Standard

3. Kumulativer Standard

E. Rechtliche Grenzen

I. Gesetzliche Treuepflicht nach § 162 BGB

II. Schutz durch Vertragsgestaltung

III. Prozessuale Probleme bei Earn-Out-Klauseln

1. Abgrenzungsprobleme bei Schiedsklauseln und Schiedsgutachtervereinbarungen

2. Vorrang des Schiedsgutachtens

3. Leistungsklage

4. Feststellungsklage

5. Rechtsschutz gegen die Bestimmung des variablen Kaufpreises

F. Fazit

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit analysiert die Funktion und die rechtlichen Rahmenbedingungen von Earn-Out-Klauseln bei Unternehmenskäufen. Das primäre Ziel ist es, aufzuzeigen, wie diese Klauseln trotz ihrer Komplexität und der damit verbundenen Missbrauchsrisiken dazu beitragen können, schwierige Kaufpreisverhandlungen zu ermöglichen und Transaktionen zum Abschluss zu bringen.

  • Grundlagen und Definition der klassischen Earn-Out-Klausel
  • Wirtschaftliche Funktionen wie die Beilegung von Preisdifferenzen
  • Gestaltungsrisiken in Bezug auf Trigger-Events und Bemessungszeiträume
  • Rechtliche Grenzen und Schutzmechanismen für die Vertragsparteien
  • Prozessuale Herausforderungen bei Streitigkeiten über variable Kaufpreise

Auszug aus dem Buch

A. Einleitung

Kaum ein Thema hat bei Unternehmenskaufverträgen eine so zentrale Bedeutung wie die Verhandlung über den Kaufpreis. Nicht selten führen die unterschiedlichen Vorstellungen in den Köpfen des Käufers und des Verkäufers zum Verhandlungsabbruch. Oftmals kann sich insbesondere dann nicht auf einen einheitlichen Kaufpreis geeinigt werden, wenn zu große Unsicherheiten in Bezug auf die Entwicklung des Zielunternehmens bestehen. Diese können sich vor allem aufgrund unterschiedlichen Ertragserwartungen ergeben. Aber selbst nach ausführlichen Unternehmensbewertung, die der Kaufpreisverhandlung zugrunde liegt, bleiben oft Informationslücken, die nicht immer geschlossen werden können.

Eine Möglichkeit, um diesen Schwierigkeiten zu begegnen, sind Earn-Out-Klauseln. Diese ermöglichen es, den Kaufpreis von der Entwicklung des Targets in der Zukunft abhängig zu machen. Das bedeutet, dass neben einem festen Kaufpreisanteil zusätzlich ein variabler Kaufpreisanteil vereinbart wird. Dieser wiederum wird mit bestimmten Faktoren verknüpft, die die Entwicklung des Targets mit einbeziehen und zusätzliche Zahlungen in der Zukunft auslösen (sog. Trigger-Events). Dadurch können die Risiken beim Unternehmenskauf besser verteilt werden, was das Zustandekommen eines solchen Deals oftmals überhaupt erst ermöglicht. Die daraus resultierende enorme praktische Bedeutung von Earn-Out-Klauseln liegt auf der Hand.

Zusammenfassung der Kapitel

A. Einleitung: Die Einleitung verdeutlicht die zentrale Bedeutung von Earn-Out-Klauseln bei der Überbrückung von Preisvorstellungen zwischen Käufer und Verkäufer bei hoher Unsicherheit.

B. Definition der klassischen Earn-Out-Klausel: Es wird definiert, dass eine Earn-Out-Klausel den Kaufpreis an zukünftige Erfolgsindikatoren koppelt, meist durch eine Aufteilung in feste und variable Anteile.

C. Funktionen von Earn-Out-Klauseln: Dieses Kapitel erläutert die ökonomischen Motive, insbesondere die Reduzierung von Informationsasymmetrien und die Überbrückung von Bewertungslücken.

D. Risiken bei der Gestaltung von Earn-Out-Klauseln: Hier werden die Gestaltungsmöglichkeiten der Trigger-Events, Bemessungszeiträume und Zahlungsmodalitäten sowie deren Missbrauchsrisiken detailliert analysiert.

E. Rechtliche Grenzen: Das Kapitel behandelt die rechtliche Absicherung der Vertragsparteien durch gesetzliche Pflichten und vertragliche Schutzmechanismen sowie prozessuale Fragen.

F. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass Earn-Out-Klauseln ein nützliches, aber risikobehaftetes Instrument darstellen, dessen Erfolg von einer sorgfältigen vertraglichen Gestaltung abhängt.

Schlüsselwörter

Unternehmenskauf, Earn-Out-Klausel, Kaufpreis, Kaufpreisanpassung, Trigger-Event, Erfolgsindikator, Informationsasymmetrie, Due Diligence, Vertragsgestaltung, Rechtsstreitigkeiten, Schiedsgutachten, Bemessungszeitraum, Unternehmenskaufvertrag, Risikoverteilung, Treuepflicht.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Funktionsweise und den rechtlichen Herausforderungen von Earn-Out-Klauseln bei Unternehmenskäufen, bei denen Teile des Kaufpreises erfolgsabhängig gezahlt werden.

Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?

Die Schwerpunkte liegen auf der ökonomischen Motivation der Vertragsparteien, den konkreten Gestaltungsmerkmalen von Earn-Out-Modellen sowie den rechtlichen Schutz- und Streitbeilegungsmechanismen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die Komplexität dieser Klauseln aufzuzeigen und Strategien zu identifizieren, wie Missbrauchsrisiken durch eine präzise Vertragsgestaltung minimiert werden können.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer rechtlichen Analyse unter Einbeziehung der einschlägigen Fachliteratur, aktueller Rechtsprechung und betriebswirtschaftlicher Überlegungen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die ökonomischen Funktionen, die spezifischen Gestaltungsrisiken hinsichtlich der Indikatoren und Zeiträume sowie eine tiefgehende juristische Analyse der prozessualen und materiell-rechtlichen Aspekte.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?

Die zentralen Begriffe sind Earn-Out-Klausel, Unternehmenskauf, variable Kaufpreisgestaltung, Trigger-Event und prozessuale Rechtsbehelfe.

Warum ist die Wahl des Erfolgsindikators so entscheidend?

Die Wahl des Indikators ist die zentrale Weichenstellung, da sie das Missbrauchspotenzial für den Käufer maßgeblich beeinflusst und bei ungenauer Definition zu langwierigen Streitigkeiten führt.

Was ist der Unterschied zwischen Schiedsklausel und Schiedsgutachtenvereinbarung?

Eine Schiedsklausel überträgt die Entscheidung über Konflikte an Schiedsrichter, während eine Schiedsgutachtervereinbarung dazu dient, durch unparteiische Dritte (oft Wirtschaftsprüfer) faktische Werte oder Parameter verbindlich feststellen zu lassen.

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Details

Titel
Risiken, Funktionen und rechtliche Grenzen von Earn-Out-Klauseln
Hochschule
Universität Bremen  (Institut für Handels- und Gesellschaftsrecht)
Veranstaltung
Seminar zum Unternehmenskauf
Note
13 Punkte
Autor
Marcel Schröder (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2016
Seiten
31
Katalognummer
V366348
ISBN (eBook)
9783668455665
ISBN (Buch)
9783668455672
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Earn Out Klauseln Unternehmenskauf M&A Kaufpreis Verhandlung Risiken
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Marcel Schröder (Autor:in), 2016, Risiken, Funktionen und rechtliche Grenzen von Earn-Out-Klauseln, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/366348
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Leseprobe aus  31  Seiten
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