Inhalt und Aussage der flexiblen Plankostenrechnung


Hausarbeit (Hauptseminar), 2004

29 Seiten, Note: 1.5


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Plankostenrechnung
2.1. Definition
2.2. Merkmale
2.3. Entwicklung der Plankostenrechnung
2.4. Planung der Kosten
2.5. Aufgaben der Plankostenrechnung

3. Überblick über die starre Plankostenrechnung
3.1. Berechnung der verrechneten Plankosten
3.2. Abweichung
3.3. Beurteilung

4. Die flexible Plankostenrechnung
4.1. Auflösung
4.2. Die Grenzplankostenrechnung
4.2.1. Berechnung
4.2.2. Abweichungen
4.2.3. Beurteilung
4.3. Die flexible Plankostenrechnung auf Vollkostenbasis
4.3.1. Berechnung der Sollkostenfunktion
4.3.2. Abweichungen
4.3.3. Beurteilung

5. Vergleich der Plankostensysteme

6. Schlussbemerkung

Anhang
Anlage 1: Begriffserklärung
Anlage 2: Rechenbeispiel starre Plankostenrechnung
Anlage 3: Rechenbeispiel flexible Plankostenrechnung auf Vollkostenbasis
Anlage 4: Rechenbeispiel Grenzplankostenrechnung

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abb. 1: Systeme der Plankostenrechnung

Abb. 2: Die starre Plankostenrechnung

Abb. 3: Die Grenzplankostenrechnung

Abb. 4: Die flexible Plankostenrechnung auf Vollkostenbasis

Abb. 5: Plankostenrechnungssystem im Vergleich

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1. Einleitung

Aufgrund der Globalisierung sind die Finanz-, Waren- und Dienstleistungsmärkte in den vergangenen Jahrzehnten weltweit immer mehr zusammengewachsen. Um konkurrenzfähig zu bleiben, müssen Unternehmen dem globalen Konkurrenz- und Kostendruck mit marktwirtschaftlichen Mitteln entgegen treten.

Vor diesem Hintergrund wurde Mitte des 20. Jahrhunderts die flexible Plankostenrechnung in die europäische Kostenrechnung eingeführt. Sie soll Kosten prognostizieren, um so ein effektiveres wirtschaftliches Handeln zu ermöglichen.

Im Rahmen dieser Seminararbeit wird in den Abschnitten 2. und 3. zunächst ein Überblick über die Plankostenrechnung und deren Entwicklung von der Ist-Kostenrechnung bis zur flexiblen Plankostenrechnung gegeben. Die Darstellung der verschiedenen Systeme der flexiblen Plankostenrechnung erfolgt in Abschnitt 4., bevor in Abschnitt 5. ein abschließender Vergleich der Plankostensysteme vorgenommen wird.

2. Die Plankostenrechnung

2.1. Definition

Bei der Plankostenrechnung handelt es sich um ein Kostenrechnungssystem, das im Gegensatz zur Istkostenrechnung oder zur Normalkostenrechnung nicht auf vergangenheitsbezogenen Werten, sondern auf geplanten prognostizierten Größen basiert.[1]

2.2. Merkmale

Bei der Plankostenrechnung müssen die Einzelkosten nach Produktarten (Kostenträgern) und die Gemeinkosten nach Kostenstellen differenziert und für eine bestimmte, zukünftige Planungsperiode festgelegt sein.[2] Die Prognose kann entweder auf den Daten der Vergangenheit oder einer Zukunftsvorhersage der Preisentwicklung für die eingesetzten Produktionsfaktoren beruhen.[3]

Kennzeichen der (flexiblen) Plankostensysteme ist außerdem, dass in der Kostenstellenrechnung, also für Zwecke der Kostenkontrolle, mit einer Soll-Kostenfunktion und in der Kostenträgerrechnung, also für Zwecke der Kalkulation, mit verrechneten Plankosten gearbeitet wird (siehe Abschnitte 3. u. 4.).[4]

Erfolgt bei der Plankostenrechnung keine Trennung der Kosten in variable und fixe Bestandteile, so spricht man von einer starren Plankostenrechnung (siehe Abschnitt 3.). Bei einer Trennung von Fixkosten und variablen Kosten handelt es sich dagegen um eine flexible Plankostenrechnung (siehe Abschnitt 4.), die sich nochmals in die Plankostenrechnung auf Vollkostenbasis (siehe Abschnitt 4.3.) oder auf Teilkostenbasis (Grenzplankostenrechnung) (siehe Abschnitt 4.2.) untergliedern lässt.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1: Systeme der Plankostenrechnung

2.3. Entwicklung der Plankostenrechnung

Bei der Plankostenrechnung handelt es sich um eine noch recht junge Form des betrieblichen Rechnungswesens. Zwar gab es zu Beginn des 20. Jahrhunderts in Amerika bereits erste Ansätze dieser Kostenrechnungsform, doch legten die politisch-wirtschaftlichen Umstände dieser Zeit keine Grundlagen für Kostenkontrolle und –reduzierung, welche die Plankostenrechnung ermöglicht. So genügten die Ist- und die Normalkostenrechnung, bei denen lediglich die tatsächlich entstandenen Kosten bzw. der Durchschnittswert der in vergangenen Perioden tatsächlich entstandenen Kosten[5] berechnet wurden, als Instrumente zur Nachkalkulation der betrieblichen Aufträge und Erzeugnisse den damaligen Anforderungen an die Kostenrechnung vollkommen.[6]

Erst mit der Großen Depression von 1930 bis 1935 rückte der Zweck der Kostensenkung und –kontrolle in den Vordergrund und führte in den USA zur Entwicklung eines neuen Kostenrechnungsverfahrens, dem „Standard Cost Accounting“, welches zum Vorbild der später in Deutschland entwickelten Formen der Plankostenrechnung wurde.[7]

In Deutschland breitete sich die Plankostenrechnung erst Mitte der 50er Jahre in der Praxis aus, da bis 1945 durch die indirekte Befehlswirtschaft im Nazideutschland und in der Nachkriegszeit, durch den Nachholbedarf der Wirtschaft, der Preis für die angebotenen Güter nur von untergeordneter Bedeutung war.

Mit der Wende zur Marktwirtschaft rückte auch der Zweck der Kostensenkung und -kontrolle immer mehr in den Vordergrund. So ist die Plankostenrechnung heute nicht mehr aus der Kostenrechnung wegzudenken.[8]

2.4. Planung der Kosten

Die Planung der Kosten erstreckt sich auf alle erforderlichen Kostenarten und auf alle Kostenstellen. Die Pläne enthalten die Kostenvorgaben für die Gesamtplankosten sowie für variable und fixe Plankosten.[9] Man kann die Erstellung der Kostenstellenpläne im Wesentlichen in sieben Schritte unterteilen:[10]

a) Klare Gliederung der Kostenstellen
b) Festlegung geeigneter Planungsperioden
c) Umsatzabschätzung als Basis der Kostenplanungen
d) Ermittlung normaler Betriebsbedingungen
e) Festlegung geeigneter Planbezugsgrößen für die verschiedenen Kostenarten in den verschiedenen Kostenstellen (z.B. Fertigungslohn, Erzeugniseinheiten)
f) Beschäftigungsplanung
g) Planung und Vorgabe der Einzel- und Gemeinkosten

2.5. Aufgaben der Plankostenrechnung

Zur Erreichung eines Zieles muss jedes Unternehmen rationale Entscheidungen treffen. Um diese vernunftmäßigen, die Zukunft betreffende Entscheidungen fällen zu können, müssen dem Unternehmen Informationen vorliegen, die künftige Entwicklungen aufzeigen. Die Plankostenrechnung stellt die Grundlage hierfür dar, da ihr primäres Ziel die Vorhersage der effektiv zu erwartenden Kosten ist. Zusätzlich erfüllt sie folgende Aufgaben:[11]

Wirtschaftlichkeitskontrolle (Soll-Ist-Vergleich)

Wird eine Wirtschaftlichkeitskontrolle durch den Vergleich der Kosten eines anderen Betriebes mit den Kosten des eigenen Betriebes (Betriebs- oder Branchenvergleich) oder durch den Vergleich der Kosten einer Periode mit den Kosten einer Vorperiode (Zeitvergleich) durchgeführt,[12] ist die Aussagefähigkeit dieser Kostenkontrolle eher fragwürdig, da hier die Unwirtschaftlichkeit mit (durchschnittlicher) Unwirtschaftlichkeit verglichen wird.[13] Bei der Plankostenrechnung erfolgt jedoch eine optimale Kostenkontrolle, indem Vorgabekosten (Soll- oder Plankosten) mit tatsächlich eingetreten Kosten (Ist-Kosten) verglichen werden und in einer Abweichungsanalyse die Kostenabweichungen auf ihre Einflussgrößen zurückgeführt werden.[14]

Preiskalkulation

Die Plankostenrechnung erlaubt eine Vorkalkulation der Selbstkosten und dient somit als wichtiges Hilfsmittel bezüglich der betrieblichen Preispolitik. Mit ihrer Hilfe lässt sich beispielsweise der Break-Even (Gewinnschwelle) errechnen. Dieser Punkt bildet die Höhe des Preises ab, bei dem der Erlös eines Produktes gleich dessen Kosten ist und dient unter Beachtung der Marktverhältnisse als Ausgangsbasis für die Festlegung des Preises.[15]

Informationen für Entscheidungen

Auch für Entscheidungen der betrieblichen Planung, wie die Zusammensetzung des Produktionsprogramms oder die Höhe des Produktionsvolumens, liefert die Plankostenrechnung wichtige Daten.[16]

3. Überblick über die starre Plankostenrechnung

Die starre Plankostenrechnung bildet die einfachste Form der Plankostenrechnung. So findet keine Unterscheidung zwischen fixen und variablen Kosten statt, wodurch es zu einer Proportionalisierung der Fixkosten kommt, d.h. es wird angenommen, dass die Fixkosten, genau wie die variablen Kosten, mit der Ausbringungsmenge schwanken.[17] Zudem sind bei der Kostenstellenrechnung sämtliche Kosteneinflussgrößen fest („starr“) vorgegeben sind. So ist auch eine rechnerische Anpassung der Plankosten an Beschäftigungsänderungen nicht zulässig. Das bedeutet, dass der für die Planbeschäftigung einmal festgelegte Vorgabewert unverändert als Sollwert in den Soll-Ist-Vergleich übernommen wird, auch wenn die Ist-Beschäftigung von der Plan-Beschäftigung abweicht.[18]

Für die Kostenträgerrechnung werden hingegen die verrechneten Plankosten als die jeweils auf die Kostenträger verrechneten Kosten bestimmt.[19]

[...]


[1] vgl. Schultz: Basiswissen Rechnungswesen, S.169

[2] vgl. Däumler/Grabe: Kostenrechnung 3, S. 16

[3] vgl. Schneck: Lexikon der Betriebswirtschaft, S.776-777

[4] vgl. Coenenberg: Kostenrechnung und Kostenanalyse, S. 346

[5] vgl. Macha: Grundlagen der Kosten- und Leistungsrechnung, S. 307

[6] vgl. Konetzny: Plankostenrechnung

[7] vgl. Kilger: Flexible Plankostenrechnung und Deckungsbeitragsrechnung, S. 33

[8] vgl. Boehm: Zur Geschichte der Kostenrechnung

[9] vgl. Schmolke/Deitermann: Industriebuchführung mit Kosten- und Leistungsrechnung, S.297

[10] vgl. Hórvath & Partner: Das Controllingkonzept, S. 95-96

[11] vgl. Däubler/Grabe: Kostenrechnung 3, S.11

[12] vgl. Däubler/Grabe: Kostenrechnung 3, S.11

[13] vgl. Rollwage: Kosten- und Leistungsrechnung, S. 45

[14] vgl. Schultz: Basiswissen Rechnungswesen, S. 170

[15] vgl. Kilger: Flexible Plankostenrechnung und Deckungsbeitragsrechnung, S. 9

[16] vgl. Däubler/Grabe: Kostenrechnung 3, S. 12

[17] vgl. Schultz: Basiswissen Kostenrechnung, S. 175

[18] vgl. Konetzny: Plankostenrechnung

[19] vgl. Coenenberg: Kostenrechnung und Kostenanalyse, S. 344

Ende der Leseprobe aus 29 Seiten

Details

Titel
Inhalt und Aussage der flexiblen Plankostenrechnung
Hochschule
Hochschule Reutlingen  (European School of Business)
Veranstaltung
Seminar Kostenrechnung
Note
1.5
Autor
Jahr
2004
Seiten
29
Katalognummer
V36645
ISBN (eBook)
9783638362085
Dateigröße
686 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Inhalt, Aussage, Plankostenrechnung, Seminar, Kostenrechnung
Arbeit zitieren
Meike Schmalz (Autor), 2004, Inhalt und Aussage der flexiblen Plankostenrechnung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/36645

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