Antoninus Pius. War er der Aufgabe gewachsen, Rom zu regieren?


Hausarbeit, 2013

12 Seiten, Note: 2,0

Anonym


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Innenpolitik
2.1. Antoninus Pius' Innenpolitik im Allgemeinen
2.2. Zunehmende Verrechtlichung unter Antoninus Pius
2.3. Verhältnis zum Senat / zu den Provinzen
2.4. Haltung zum Volk
2.5. Fazit zur Innenpolitik

3. Außenpolitik
3.1. Außenpolitik allgemein
3.2. Fazit zur Außenpolitik

4. Schlussbetrachtung

5. Qullen- und Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Aelius Hadrianus Antoninus Augustus Pius: Kein römischer Kaiser ist in den letzten Jahrhunderten so widersprüchlich beurteilt worden wie er. Ein Kaiser, der mit 23 Regierungsjahren die längste Amtsperiode nach Augustus genoss. Zum einen wird ihm ein goldener Zeitalter zugesprochen, zum anderen nur Mittelmaß attestiert.[1] Auch wird ihm zum Teil eine schlechte Außenpolitik und Passivität vorgeworfen. Willy Hüttl, der ein Standardwerk über Pius schrieb, bezeichnet Antoninus als einen „der idealsten Herrschergestalten in der langen Reihe der römischen Kaiser.“[2]

Michael Grant hingegen kritisiert die Herrschaft Pius, er sei unflexibel und habe eine schlechte Außenpolitik geführt.[3]

Die Meinungen über Antoninus Pius als Kaiser sind gespalten. Deshalb behandelt die vorliegende Arbeit die Frage, ob Antoninus Pius der Aufgabe gewachsen war, Rom zu regieren, denn er diente nur als Platzhalter für Marc Aurelius, den Sohn von Hadrian.[4]

Als Quellen wird zum einen die Bibliographie des Antoninus Pius in der Historia Augusta herangezogen, zum anderen auf Aelius Aristides, ein Zeitgenosse der antoninischen Zeit, der seine berühmten Rom-Rede an Antoninus Pius widmet, eingegangen.[5] [6]

Zunächst behandle ich die Innenpolitik es Antoninus Pius, dabei richtet sich der Fokus zunächst auf die von Antoninus eingeführten Rechtssatzungen. Danach gehe ich auf das Verhältnis von Antoninus zum Senat und zu den Provinzen ein, ehe ich seine Haltung zum Volk erläutere. In den jeweiligen Punkten bewerte ich das Kaiserhandeln des Antoninus Pius und um es abzurunden, gebe ich ein allgemeines Fazit über seine Innenpolitik ab. Die danach folgenden Seiten beschäftigen sich mit der Außenpolitik. Dabei gehe ich auf die nicht zahlreichen „Kriege“ ein, die unter Antoninus Pius geführt hat und gebe meine Stellung dazu ab. Folgend gebe ich ein Fazit zur Antoninus' Außenpolitik ab, ehe ich allgemein auf die Frage eingehe, ob Antoninus der Aufgabe als römischer Kaiser gewachsen war.

2. Innenpolitik

2.1. Antoninus Pius' Innenpolitik im Allgemeinen

Antoninus Pius verließ Italien innerhalb seiner Regierungszeit kein einziges mal, sodass er sein Hauptaugenmerk auf die Verwaltung und Ordnung seines Staates richtete.

Der Beiname "Pius", den sich Antoninus verliehen ließ, passt gut in das Bild seiner Innenpolitik. Ein frommer, sich gut gegenüber den Menschen verhaltender Kaiser, der nach der römischen Tradition lebt. In der Bibliographie des Antoninus Pius in der Historia Augusta, einer der wenigen Quellen, die über Antoninus erhalten sind, finden sich viele Informationen über den Kaiser und seine Innenpolitik.

Eine besondere Fähigkeit, die man Antoninus hoch anrechnen kann, ist, dass er stets wusste, wie er sich zu verhalten hatte, um bei seinem Volk und im Ausland hohes Ansehen zu erlangen. Er benahm sich schlicht, bürgerlich und verlor nie an Bodenhaftigkeit, ohne von seiner Kaiserwürde hervorzukehren. Mit seinem schlichten Benehmen machte Antoninus deutlich, dass das Gemeinwohl an oberster Stelle steht- vor jedes Individuum.

So wird in der Historia Augusta betont, dass Antoninus den Beamten ihr Gehalt entzog, die wenig leisteten mit der Begründung, es sei „die größte Schande […] wenn jemand sich an der Staatskrippe mäste, ohne durch seine Tätigkeit etwas für den Staat zu leisten.“

Über Angelegenheiten bezüglich der Provinzen oder Staatsgeschäfte beriet sich Antoninus mit seinen Freunden, bevor er Entscheidungen fällte.

Man kann dies sowohl positiv als auch negativ bewerten. Negativ in dem Sinne, dass er nicht den nötigen Mut oder nötige Wissen aufwies, um Entscheidungen zu fällen. Die Ansprachen mit seinen Freunden sollten aber eher positiv bewertet werden, da Antoninus nie abheben wollte und sich wie ein schlichter Bürger benahm.[7] Antoninus galt als ein „Krümmelspalter“, da er Angelegenheiten bis ins Detail hinterfragte und sich in Problemen und Situationen äußerst genau verhielt. Er ließ stets ein offenes Ohr für Beschwerden über seine Prokuratoren und andere Probleme und verwaltete von der Hauptstadt aus viele Angelegenheiten wie z.B. in Rechtsfragen.[8] [9]

Aelius Aristides lobte in seiner berühmten „Rom-Rede“ die sparsame Politik von Antoninus, der unnötige Staatsausgaben vermied, Nach seinem Tod hinterließ er eine gutgefüllte Staatskasse, was zweifelsfrei für eine gute und effiziente Finanzpolitik spricht.[10]

2.2. Zunehmende Verrechtlichung unter Antoninus Pius

Ein weitere Sache, indem Antoninus als Kaiser punktete, war, dass er während seiner Regierungszeit als Kaiser viele Rechtssatzungen erließ, um den Menschen in bestimmten Angelegenheiten Schutz zu gewähren. Sowohl die Historia Augusta als auch Aelius Aristides bestätigen dies. Während die Historia Augusta nicht näher auf die Rechtssatzungen eingeht, erläutert Aristides das Bemühen des Antoninus um eine gewisse Gleichheit auf rechtlichem Gebiet, worauf „zahlreiche Gesetze zugunsten der sozial Schwachen, bes. der Frauen, Kinder, Freigelassenen und Sklaven“ eingeführt wurden.[11] [12]

Vor der Regierungszeit des Antoninus Pius war keine Epoche der Römischen Geschichte von der Pflege und Verbreitung des Rechts so durchdrungen wie die unter der Zeit Pius. Diese juristischen Fähigkeiten sorgten bei Antoninus schon vor seiner Zeit als Kaiser für hohes Ansehen, sodass er als Rechts- und Verwaltungsexperte beim Konsulat fungierte.[13]

Die Anordnungen des Antoninus ließen sich in zwei Gruppen einordnen. Zum einen in die Anordnungen allgemeiner Art, zum anderen in die Entscheidungen im Einzelfall.

Bei den Anordnungen allgemeiner Art gilt eine weitere Unterteilung. Es wird unterschieden, ob die Angelegenheiten auf dem Gebiet des öffentlichen Rechts oder unter Dienstanweisungen an Behörden und Beamte zu verstehen sind.

Die Entscheidungen im Einzelfall wurden vom Kaiser getroffen. Die Fälle bezogen sich auf verschiedene Probleme des Zivil- und Strafrechts oder auf Urteile im Rahmen der außerordentlichen Gerichtsbarkeit.[14]

Durch diese Anordnungen verbesserte sich der Status vieler Menschen.

Unter anderem profitierten die Sklaven vom gut geführten Rechtswesen Antoninus.

Sie wurden dank Antoninus gegen Grausamkeiten, Hunger und unerträgliches Leid geschützt.

Dass es diese Rechtssatzungen gegeben hat, wird damit untermauert, dass sie sich in den Zusammenfassungen der Werke der bedeutendsten römischer Rechtsgelehrten vom Jahre 565 wiederfinden.[15]

[...]


[1] Clauss. Römischen Kaiser. 137.

[2] Hüttl. Antoninus Pius. 352.

[3] Grant. The Antonines. 13.

[4] Eck. Bürokratie und Politik. 41.

[5] Walentowski. Kommentar HA. 15-22.

[6] Klein. Romrede Einführung

[7] Historia Augusta. 70-72.

[8] Schipp. Adoptivkaiser. 46.

[9] Grant. Geschichte Roms. 256.

[10] Aristides. Rom-Rede. 81.

[11] Historia Augusta. 76.

[12] Aristides. Rom- Rede. 81.

[13] Wegner. Herrscherbildnisse. 16.

[14] Pasquali. Adoptivkaiser. 134.

[15] Schipp. Adoptivkaiser. 46.

Ende der Leseprobe aus 12 Seiten

Details

Titel
Antoninus Pius. War er der Aufgabe gewachsen, Rom zu regieren?
Hochschule
Westfälische Wilhelms-Universität Münster  (Antike Geschichte)
Veranstaltung
Seminar
Note
2,0
Jahr
2013
Seiten
12
Katalognummer
V366456
ISBN (eBook)
9783668452879
ISBN (Buch)
9783668452886
Dateigröße
464 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
römischer kaiser, antoninus pius, hadrian, rom, antike, geschichte, innenpolitik, außenpolitik, marc aurelius
Arbeit zitieren
Anonym, 2013, Antoninus Pius. War er der Aufgabe gewachsen, Rom zu regieren?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/366456

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