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Zwischen Schuld und Unschuld. Charakterisierung der Figuren "Kurt" und "Walter" in Konrad Wolfs Spielfilm "Sterne"

Titel: Zwischen Schuld und Unschuld. Charakterisierung der Figuren "Kurt" und "Walter" in Konrad Wolfs Spielfilm "Sterne"

Hausarbeit , 2016 , 18 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Marie-Lyce Plaschka (Autor:in)

Germanistik - Neuere Deutsche Literatur
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Der Film „Sterne“ wurde unter Regie von Konrad Wolf im Spätsommer 1958 in Bulgarien produziert und erschien am 27. März 1959 in Berlin.

Diese Arbeit beschäftigt sich vor allem mit den Figuren „Kurt“ und „Walter“. Ziel ist es, diese beiden Hauptfiguren anhand verschiedener Szenen zu charakterisieren, die Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen ihnen herauszustellen und die Frage nach ihrer NS-Täterschaft zu klären.

Im ersten Teil der Charakterisierung geht es um die Figur „Kurt“. Zunächst werden allgemeine Informationen, wie Aussehen, Sprechweise und soziale Kontakte aufgezeigt und beschrieben. Im nächsten Punkt wird Kurts Meinung zu dem bulgarischen Dorf erörtert, in dem er und Walter stationiert sind. Daraufhin soll seine Beziehung zu Frauen unter dem Motto „Fressen, Saufen, Weiber“ dargelegt sowie seine Freundschaft zu Walter herausgearbeitet werden. Zu guter Letzt wird seine Haltung gegenüber dem Holocaust untersucht. Der zweite Teil analysiert dann die Figur „Walter“. Anfangs geht es wiederum um allgemeine Informationen, um dann im Anschluss Walter als Maler und Philosoph „Rembrandt“ vorzustellen. Nachfolgend soll seine Beziehung zu Ruth sowie seine aufkeimende Bereitschaft den Partisanen gegenüber herausgearbeitet werden. Gegen Ende hin setzt sich die Charakterisierung mit Walters Entwicklung zum Helfer der Juden und Partisanen auseinander. Der letzte Punkt beinhaltet den Vergleich der beiden Figuren.

Unberührt bleibt in dieser Arbeit die Thematik der Juden als einzige Opfergruppe im Film „Sterne“. Wie die Juden genau dargestellt werden, wie sie in dem Lager leben oder warum nicht auch auf politisch Verfolgte oder Homosexuelle im Film eingegangen wird, diese Betrachtungen würden den Rahmen der Arbeit sprengen. Jedoch soll die „Figur“ Ruth, als Repräsentantin dieser Opfergruppe, nicht unerwähnt bleiben, da sie eine wichtige Rolle für Walter spielt.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Handlungsabstraktion des Spielfilms „Sterne“ DDR, 1959

2. Die kontroversen Figuren „Kurt“ und „Walter“

2.1. Charakterisierung der Figur „Kurt“

2.1.1. Allgemeine Informationen zu Kurt

2.1.2. Kurt im Paradies

2.1.3. Kurts Motto „Fressen, Saufen, Weiber“

2.1.4. Der kameradschaftliche Kurt

2.1.5. Kurt als Täter des Holocausts

2.2. Charakterisierung der Figur „Walter“

2.2.1. Allgemeine Informationen zu Walter

2.2.2. „Rembrandt“, der Maler und Philosoph

2.2.3. Walter und Ruth

2.2.4. Walter als „Herr Unter“

2.2.5. Walters Entwicklung zum Helfer

2.3. Gemeinsamkeiten und Unterschiede der Figuren „Kurt“ und „Walter“

3. Fazit

4. Anhang

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit analysiert die Charakterisierung der beiden Hauptfiguren Kurt und Walter im Spielfilm „Sterne“ (DDR, 1959) vor dem Hintergrund ihrer NS-Täterschaft. Ziel ist es, die moralischen Entwicklungen der Protagonisten anhand zentraler Schlüsselszenen zu kontrastieren und ihre Rolle im Kontext des Holocausts kritisch zu beleuchten.

  • Charakteranalyse von Kurt als Repräsentant der NS-Täterschaft.
  • Entwicklung von Walter vom ahnungslosen Soldaten zum Helfer der Verfolgten.
  • Gegenüberstellung der unterschiedlichen moralischen Haltungen und Werthierarchien.
  • Bedeutung der zwischenmenschlichen Beziehungen für den inneren Wandel.
  • Reflexion über Schuld, Menschlichkeit und Widerstand in einem Unrechtsregime.

Auszug aus dem Buch

2.1.3. Kurts Motto „Fressen, Saufen, Weiber“

Während des gesamten Films lebt Kurt nach dem Motto „Fressen, Saufen, Weiber“. Sowohl in der Szene beim Abendessen mit Walter, als auch in der Kneipenszene kommt der verfressene Kurt zum Vorschein. In Ersterer hält er in beiden Händen Hühnchenschenkel und stopft sie sich wie ein Schwein in den Mund. Er weiß gar nicht von welchem Stück er überhaupt abbeißen soll. Die Reste werden dann mit Wein heruntergespült. Zum Schutz vor Flecken auf der schönen Uniform hat er sich wie ein Baby ein Lätzchen umgebunden.

Dass er ein einfacher, verschwenderischer Mensch ist, der in manchen Szenen sogar dümmlich wirkt, zeigt sich zum Beispiel auf dem Jahrmarkt. In einem kurzen Ausschnitt sieht man wie Kurt drei glasierte Äpfel in der Hand hält. Als er Walter am Schießstand erblickt, wirft er nochmals einen kurzen Blick auf sie, ob er sie nicht doch weiter verspeisen möchte, im nächsten Augenblick entscheidet er sich aber dagegen und wirft die Äpfel einfach auf den Boden. Hier deutet sich schon an, dass es ihm an Wertschätzung für Nahrung und Respekt für andere Menschen fehlt.

In der Kneipenszene nach dem Jahrmarkt sitzt Kurt dann mit zwei Frauen und einem bulgarischen Freund singend und lallend im Wirtshaus. Es wird Schaschlik gegessen und der Alkohol fließt. „Tolle Weiber“ (TC 0:37:14) hat er eingeladen, von denen er anfangs nicht mal den Namen weiß. Er verhält sich ihnen gegenüber respektlos und schreit sie sogar an, sie sollen Ruhe geben, als er von seinem Freund „Rembrandt“ (Walter) erzählt. Während eine der Frauen ihm sein Ohr massiert, stellt er freundschaftlich ein Glas Wein für den noch abwesenden Walter bereit. Obwohl man in dieser Szene ganz genau einen Ehering an seinem rechten Ringfinger erkennen kann, klopft er zufrieden dem Mädchen auf den Schoß, betatscht sie, küsst schleimig ihre Hand und fragt sie nach ihrem Namen. Allein beim Zusehen der Situation fühlt man sich unwohl.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Handlungsabstraktion des Spielfilms „Sterne“ DDR, 1959: Das Kapitel bietet eine Einführung in den historischen Kontext und die Filmhandlung und erläutert die Zielsetzung der Arbeit.

2. Die kontroversen Figuren „Kurt“ und „Walter“: Dieser umfangreiche Hauptteil widmet sich der detaillierten Charakterisierung der beiden Protagonisten in ihren jeweiligen Handlungsräumen und moralischen Konflikten.

2.1. Charakterisierung der Figur „Kurt“: Die Analyse beleuchtet Kurts Verhalten, seine Einstellung zur NS-Ideologie und seine Rolle als Täter.

2.1.1. Allgemeine Informationen zu Kurt: Einführung in Kurts Erscheinungsbild, soziale Kontakte und einfache Sprache.

2.1.2. Kurt im Paradies: Untersuchung von Kurts subjektiver Wahrnehmung des Einsatzortes und seine Ausblendung des Krieges.

2.1.3. Kurts Motto „Fressen, Saufen, Weiber“: Erörterung von Kurts Lebensweise, die durch Genusssucht und mangelnden Respekt geprägt ist.

2.1.4. Der kameradschaftliche Kurt: Darstellung der ambivalenten Freundschaft zu Walter und Kurts Hilfsbereitschaft innerhalb dieser Beziehung.

2.1.5. Kurt als Täter des Holocausts: Untersuchung der gewissenlosen Umsetzung der NS-Ideologie durch Kurt.

2.2. Charakterisierung der Figur „Walter“: Analyse der komplexen Persönlichkeit Walters und seiner Wandlungsprozesse.

2.2.1. Allgemeine Informationen zu Walter: Vorstellung von Walters Erscheinungsbild und seinem sozialen Umfeld.

2.2.2. „Rembrandt“, der Maler und Philosoph: Betrachtung von Walters reflektierter, künstlerischer Seite und seiner pessimistischen Weltsicht.

2.2.3. Walter und Ruth: Analyse der wegweisenden Beziehung zwischen Walter und der Jüdin Ruth.

2.2.4. Walter als „Herr Unter“: Darstellung von Walters respektvollem Umgang mit den bulgarischen Arbeitern und seinem wachsenden Vertrauensverhältnis zu ihnen.

2.2.5. Walters Entwicklung zum Helfer: Zusammenfassung der inneren Transformation Walters und seines aktiven Engagements gegen das Unrecht.

2.3. Gemeinsamkeiten und Unterschiede der Figuren „Kurt“ und „Walter“: Synthetischer Vergleich der beiden Protagonisten hinsichtlich Herkunft, Habitus und moralischer Entwicklung.

3. Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Charakterentwicklungen und die Beantwortung der Frage nach der individuellen Schuld der Figuren.

4. Anhang: Auflistung der verwendeten Quellen und der analysierten Bildbelege.

Schlüsselwörter

Sterne, Konrad Wolf, Kurt, Walter, NS-Täterschaft, Holocaust, Menschlichkeit, Charakterisierung, DDR-Film, Widerstand, moralische Entwicklung, Schuld, Erinnerungskultur, Wehrmacht, zwischenmenschliche Beziehung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit analysiert und vergleicht die zwei Hauptfiguren, den Offizier Kurt und den Unteroffizier Walter, im DDR-Spielfilm „Sterne“ von 1959.

Welche zentralen Themenfelder stehen im Mittelpunkt?

Die Untersuchung behandelt die moralische Verantwortung, das Verhalten gegenüber Opfern des Holocausts sowie die psychologische Entwicklung der Protagonisten.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist die detaillierte Charakterisierung der beiden Soldaten sowie die Beantwortung der Frage, inwieweit sie als Täter oder Helfer im Kontext des Unrechtsregimes agieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird für die Analyse verwendet?

Es handelt sich um eine filmwissenschaftliche Charakteranalyse, die den Film anhand von Schlüsselszenen, Dialogen und der Entwicklung der Figuren untersucht.

Welche Aspekte werden im Hauptteil schwerpunktmäßig behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die getrennte Analyse von Kurt und Walter, wobei Kurts stagnierende Täterrolle und Walters tiefgreifender innerer Wandel gegenübergestellt werden.

Durch welche Schlagworte lässt sich die Arbeit charakterisieren?

Wichtige Begriffe sind NS-Täterschaft, moralische Wandlung, Menschlichkeit, Schuld und die filmische Aufarbeitung des Holocausts.

Wie unterscheidet sich Kurts Verhalten im Film von Walters Verhalten?

Während Kurt durch Genusssucht, Ignoranz und die gewissenlose Ausführung seiner Arbeit als Täter agiert, durchläuft Walter einen Prozess der Reflexion und entwickelt sich zum Helfer, der schließlich gegen die eigene Wehrmacht handelt.

Welche Bedeutung kommt der Figur „Ruth“ in Walters Entwicklung zu?

Ruth ist der entscheidende Katalysator für Walters Wandel; die Beziehung zu ihr lässt ihn an der Ideologie des Krieges zweifeln und motiviert ihn dazu, aktiv Widerstand zu leisten.

Ende der Leseprobe aus 18 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Zwischen Schuld und Unschuld. Charakterisierung der Figuren "Kurt" und "Walter" in Konrad Wolfs Spielfilm "Sterne"
Hochschule
Ludwig-Maximilians-Universität München  (Institut für Deutsche Philologie)
Veranstaltung
Filmische Vermittlungen des Dritten Reiche
Note
1,3
Autor
Marie-Lyce Plaschka (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2016
Seiten
18
Katalognummer
V366551
ISBN (eBook)
9783668454903
ISBN (Buch)
9783668454910
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Sterne Konrad Wolf DDR Spielfilm Charakterisierung Nationalsozialismus NDL Germanistik
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Marie-Lyce Plaschka (Autor:in), 2016, Zwischen Schuld und Unschuld. Charakterisierung der Figuren "Kurt" und "Walter" in Konrad Wolfs Spielfilm "Sterne", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/366551
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Leseprobe aus  18  Seiten
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