Während eines Praktikums im Studiengang Lehramt an Grundschulen entstand dieser Erfahrungsbericht zu folgenden Themen: Der Übergang von der Grundschule zu einer weiterführenden Schule Regeln und Rituale in der Grundschule.
Der Bericht befasst sich in beiden Themen dabei mit Theorie und Praxis. Er enthält Erfahrungen und Beobachtungen im Schulalltag, theoretische Grundlagen, einem Fragebogen von Kindern aus einer Gesamtschule in Brandenburg, sowie zahlreichen Unterrichtsvorbereitungen mit Ablauf, Tafelbild, Zielen, Lernvoraussetzungen, Literatur und Materialen für eine 2. Klasse. Beide Themen werden aus vielen Perspektiven beleuchtet und mit den gemachten Erfahrungen verknüpft.
Inhaltsverzeichnis
Teil 1: Die weiterführende Schule
1.1 Der Übergang von der Grundschule zu einer weiterführenden Schule
1.1.1 Der Übergang in Sachsen
1.1.1.1 Beschlüsse und Grundsätze zum Übergang in Sachsen
1.1.2 Der Übergang in Brandenburg
1.1.2.1 Beschlüsse und Grundsätze zum Übergang in Brandenburg
1.1.3 Übergangsansichten
1.1.4 Mögliche Vorschläge zur Verbesserung des Übergangs
1.1.5 Drei Tage in der Gesamtschule Geschwister Scholl Schule R.
1.16 Resümee
Teil 2: Die Grundschule
2.1 Regeln und Rituale in der Grundschule
2.1.1 Regeln und Rituale – Einführung
2.1.2 Regeln und Rituale – Definitionsansätze
2.1.3 Rituale – Das Für und Wider
2.2 Mein Praktikum in der Grundschule W.
2.2.1 Meine Beobachtungsschwerpunkt: Regeln und Rituale
2.2.2 Regeln und Rituale in der Klasse 2b
2.2.3 Vier tolle Wochen in der Grundschule W.
Teil 3: Meine Unterrichtsversuche
3.1 Einleitung
3.2 Unterrichtsvorbereitungen
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit befasst sich mit der Bedeutung und Anwendung von Regeln und Ritualen im schulischen Kontext, sowohl beim Übergang von der Primar- in die Sekundarstufe als auch im pädagogischen Alltag einer Grundschulklasse. Ziel ist es, durch theoretische Fundierung und praxisnahe Beobachtungen während des Blockpraktikums die Rolle dieser Strukturen für das soziale Miteinander und das Lernen zu beleuchten.
- Strukturelle Unterschiede und Herausforderungen beim Übergang von der Grundschule zur weiterführenden Schule.
- Theoretische Auseinandersetzung mit der Definition und Funktion von schulischen Ritualen.
- Empirische Untersuchung der Praxis von Regeln und Ritualen in einer zweiten Grundschulklasse.
- Reflexion der eigenen pädagogischen Tätigkeit und Unterrichtsversuche während des Blockpraktikums.
Auszug aus dem Buch
2.1.3 Rituale – Das Für und Wider
Ritualen werden meist vielfältige positive Funktionen zugeschrieben, aber sie sind auch gleichzeitig umstritten.
Wigger weist unter anderem auf einen formalen Rahmen im Schulleben für das soziale Miteinander, sowie Orientierungs- und Strukturierungshilfe in offenen Lernsituationen hin. Sie müssen ständig neu überdacht werden, um das Erstarren zu verhindern. Rituale entlasten durch Gewohnheiten und stellen im offenen Unterricht Lernhilfen dar. Andererseits fixieren Rituale den Lernenden auf die Lehrkraft. Sie sind sehr lehrkraftzentriert und widersprechen dabei individualen Konzepten, da die meisten Rituale auf Anregungen des Lehrers entstehen.
Ein anderes positives Argument ist, dass Rituale das soziale Miteinander regeln. Heute brauchen Kinder sich wiederholende Übungen, um zur Ruhe zu kommen, sich zu konzentrieren und sich somit geborgen zu fühlen. Sie stören dabei nicht sich selbst oder andere. Für den Lehrer ist es von Vorteil, da er im Unterricht keine Störungen hat, um ihn zu gestalten.
Durch Rituale wird das Unterrichtsgeschehen für die Schüler durchschaubar. Je mehr Aufgaben, Übungen oder Zeichen wiederholt werden und ihnen eine Struktur gegeben wird, desto besser können die Kinder eine Struktur erkennen. Sie beteiligen sich an den Verabredungen ohne Zwang, da sie sich daran orientieren. Da Rituale eine zeitliche und räumliche Struktur haben, erleichtern sie den Ablauf einer Stunde. Kinder können so dem „roten Faden“ in der Stunde folgen.
Zusammenfassung der Kapitel
Teil 1: Die weiterführende Schule: Dieser Abschnitt analysiert die Herausforderungen des Schulübergangs in Sachsen und Brandenburg und thematisiert die Sorgen von Schülern, Eltern und Lehrkräften.
Teil 2: Die Grundschule: Es werden theoretische Definitionsansätze für Rituale vorgestellt und die praktische Umsetzung sowie Beobachtungen in einer zweiten Klasse dokumentiert.
Teil 3: Meine Unterrichtsversuche: Dieses Kapitel enthält detaillierte Verlaufsplanungen und Nachbereitungen für diverse Unterrichtssequenzen, die während des Praktikums in der Grundschule durchgeführt wurden.
Schlüsselwörter
Regeln, Rituale, Grundschule, Schulleben, Übergang, Unterrichtsgestaltung, soziale Kompetenz, Lernumgebung, Pädagogik, Strukturierung, Klassengemeinschaft, Schülerbeteiligung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht den Stellenwert von Regeln und Ritualen im Schulalltag und deren Einfluss auf die soziale Integration sowie das Lernverhalten von Grundschulkindern.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Arbeit verbindet Aspekte des Schulübergangs mit grundschulpädagogischen Fragestellungen zur Strukturierung von Unterricht und sozialem Zusammenhalt.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist die theoretische Reflexion und praktische Evaluierung der Wirksamkeit von Regeln und Ritualen im pädagogischen Handeln während eines Blockpraktikums.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine Literaturanalyse zur theoretischen Fundierung und auf eine teilnehmende Beobachtung im Rahmen eines Blockpraktikums mit anschließender Reflexion der Unterrichtsversuche.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Problematik des Schulübergangs, die theoretische Definition von Ritualen sowie die konkrete Dokumentation und Analyse eigener Unterrichtsversuche in einer zweiten Klasse.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Regeln, Rituale, Grundschule, Schulleben, Übergang, Unterrichtsgestaltung und soziale Kompetenz stehen im Mittelpunkt.
Wie bewertet die Autorin die Anwendung von Namenslisten als Disziplinierungsmittel?
Die Autorin reflektiert kritisch, dass Listen zwar zu richtigem Verhalten anhalten können, betont aber, dass die Schüler in der untersuchten Klasse die Methode gut annehmen und sich selbst für ihr Verhalten verantwortlich fühlen.
Wie wirken sich die in der Klasse 2b eingeführten "Wohlfühlregeln" aus?
Diese Regeln fördern das soziale Miteinander und die Rücksichtnahme, wobei die gemeinsame Erarbeitung mit den Schülern dazu beiträgt, dass diese die Notwendigkeit für ein harmonisches Klassenklima verstehen.
- Quote paper
- Carmen Richter (Author), 2004, Regeln und Rituale in der Grundschule. Ein Erfahrungsbericht, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/36655