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Christliche Philosophie im Zueinander von Glauben und Vernunft

Titel: Christliche Philosophie im Zueinander von Glauben und Vernunft

Hausarbeit , 2016 , 12 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Maximilian Bekmann (Autor:in)

Theologie - Sonstiges
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Was ist unter dem Terminus "Christliche Philosophie" zu verstehen? Ist er in sich schlüssig oder widerspricht er sich selbst? Die Arbeit versucht das Verhältnis von Glaube und Vernunft entlang der Enzyklika "Fides et Ratio" von Papst Johannes Paul II. zu analysieren und dadurch herauszustellen, was der Terminus einer Christlichen Philosophie will und was er nicht will.

Der Terminus „Christliche Philosophie“ mag heute auf unterschiedlichste Weise verstanden und interpretiert werden. Er wirft zunächst Fragen auf. So beinhaltet er zwei Größen, die jeweils in ein entsprechendes verhältnis treten: Philosophie und religiöses Offenbarungsverständnis. Diese beiden größen zusammengedacht sind abhängig von der Perspektive des Betrachters entweder Ausdruck eines in sich schlüssigen Gedankengebäudes oder aber ein unvereinbarer Widerspruch in sich selbst. So gibt der Terminus zunächst auf, sich mit dem Selbstverständnis von Philosophie und christlicher Offenbarung auseinanderzusetzen und darauf jeweils eine Definition der beiden Größen zu versuchen. Wenn jetzt explizit von einer christlichen Philosophie gesprochen wird, treffen zwei autonome Sichtweisen auf die eine autonome Wirklichkeit des Seins ineinander. Christliche Philosophie bezeichnet so gesehen die Schnittmenge von Philosophie und Offenbarung. In ihr begegnen sich Vernunft und Glaube und damit objektive und subjektive Momente von Wirklichkeitsauffassung. Dabei soll keines der beiden Größen in seinem Selbstverständnis beschnitten werden. Der Begriff einer Christlichen Philosophie führt da zu Missverständnissen, wo er nur unter einem dieser beiden Aspekte betrachtet wird. So ist christliche Philosophie nicht etwa als eine rein katechetische Unterweisung philosophischen Denkens zu verstehen, das die Philosophie der Offenbarung unterordnen würde. Christliche Philosophie zeichnet sich dadurch aus, dass sie voll und ganz Philosophie bleibt und setzt sich dadurch von der Apologetik ab, indem sie sich nicht etwa als Verteidigung des christlichen Glaubens verstehen will, sondern vielmehr als eine Philosophie, die vom christlichen Offenbarungsglauben inspiriert ist, dabei aber selbst nicht aufhört, sich in ihrem eigenen Selbstverständnis an rein rationale Prinzipien der Logik und Ontologie zu orientieren. (...)

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Christliche Philosophie – der Versuch einer Standortbestimmung

2. Von der Heilslehre zur Philosophie

2.1 Der Grundcharakter christlichen Denkens

2.2 Fides quaerens intellectum – der Glaube braucht die Philosophie

2.3 Die Aufgabe der Philosophie in einem christlichen Kontext

3. Die göttliche Weisheit in der Enzyklika „Fides et ratio“

3.1 Die systematische Darstellung von Glaube und Vernunft als Grundintention

3.2 Credo ut intelligam – ich glaube, um zu verstehen

3.3 Intelligo ut credam – ich verstehe um zu glauben

4. Perspektiven einer christlichen Philosophie heute

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, das komplexe Verhältnis zwischen christlichem Glauben und philosophischer Vernunft zu bestimmen. Dabei wird insbesondere untersucht, wie christliche Philosophie trotz ihrer Bindung an die Offenbarungstradition ihre Autonomie bewahren und als eigenständiger philosophischer Ansatz fungieren kann.

  • Die begriffliche Standortbestimmung einer „christlichen Philosophie“.
  • Die historische Entwicklung des Verhältnisses von Heilslehre und Philosophie.
  • Die Analyse der Enzyklika „Fides et ratio“ von Papst Johannes Paul II.
  • Das Wechselspiel zwischen „Glauben um zu verstehen“ und „Verstehen um zu glauben“.
  • Die Möglichkeiten einer zeitgenössischen, transzendentalen philosophischen Reflexion.

Auszug aus dem Buch

3.2 Credo ut intelligam – ich glaube, um zu verstehen

Mit „fides“ ist heute eine ganz wesentliche Grundbefindlichkeit des Menschen bezeichnet. Es meint den Glauben im Sinne von Vertrauen und Zuneigung. Dieses verlangen ist im Menschen schon immer da und muss nicht eigens erkannt werden. Daher kann es nicht von vornherein durch Erkenntnisprozesse der Vernunft abgedeckt werden. Die „fides“ ist daher eine eigene Größe neben der „ratio“. Der Glaube setzt in dieser Grundbefindlichkeit an und wird zur autonomen Größe. Er steht außerhalb der Vernunft und ist ihr zugeordnet – jedoch nicht untergeordnet. Die Welt und alles, was in ihr geschieht, sind autonom mit Mitteln der rationalen Erkenntnis zu erfassen, jedoch nie entfernt vom Glauben. Der Glaube schreitet in diesen Prozess ein, aber nicht um die Autonomie der Vernunft zu beschneiden und ihren Handlungsspielraum einzuengen, sondern um deutlich zu machen, dass in diesen Ereignissen der Gott Israels in seinem Handeln sichtbar wird (vgl. FR II, 19). Der Philosophie kommt hierbei nun eine besondere Aufgabe zu. Da sie als autonome Größe von sich selbst aus den Aufstieg des Menschen zur Wahrheit erkennen kann, kann sie mit ihren Mitteln die Glaubensinhalte denen erschließen, die an dem Glauben Anstoß nehmen. Dazu braucht es aber die Überwindung der „Torheit des Kreuzes“, wie Johannes Paul es paulinisch formuliert.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Christliche Philosophie – der Versuch einer Standortbestimmung: Dieses Kapitel definiert den Begriff der christlichen Philosophie als Schnittmenge von Vernunft und Offenbarung und grenzt sie von einer rein katechetischen Unterweisung ab.

2. Von der Heilslehre zur Philosophie: Hier wird die historische Entwicklung des christlichen Denkens von der Heilslehre hin zur philosophischen Reflexion sowie das Verhältnis von Glaube und Vernunft in der Scholastik thematisiert.

3. Die göttliche Weisheit in der Enzyklika „Fides et ratio“: Dieses Kapitel analysiert die systematische Darstellung der wechselseitigen Beziehung von Fides und Ratio im Dokument von Johannes Paul II.

4. Perspektiven einer christlichen Philosophie heute: Abschließend werden Möglichkeiten aufgezeigt, wie christliche Philosophie als transzendentale Reflexion in einer modernen, pluralen Gesellschaft einen eigenständigen Beitrag leisten kann.

Schlüsselwörter

Christliche Philosophie, Glaube, Vernunft, Offenbarung, Fides et ratio, Johannes Paul II., Heilslehre, Transzendenz, Reflexion, Scholastik, Wahrheit, Dogmatik, Philosophiegeschichte, Gott, Autonomie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der philosophischen Untersuchung der Beziehung zwischen christlichem Offenbarungsglauben und rationaler Philosophie.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Zentral sind die historische Entwicklung des christlichen Denkens, die begriffliche Definition christlicher Philosophie und die moderne Verhältnisbestimmung durch päpstliche Enzykliken.

Welches ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es aufzuzeigen, dass eine christliche Philosophie ihre Identität bewahren kann, indem sie als „negative Norm“ das Christentum einbezieht, ohne ihre eigene philosophische Autonomie aufzugeben.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Die Arbeit nutzt philosophiegeschichtliche und systematisch-theologische Analysen, insbesondere die Auswertung der Enzyklika „Fides et ratio“.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil behandelt die historische Herleitung des christlichen Denkens, die systematische Darstellung des Verhältnisses von Fides und Ratio sowie die Bedeutung des Glaubens als Akt des Vertrauens im Erkenntnisprozess.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Fides quaerens intellectum, Autonomie der Vernunft, Offenbarungsglaube und transzendentale Reflexion charakterisiert.

Was bedeutet die Formel „Credo ut intelligam“ im Kontext der Arbeit?

Sie beschreibt den Gedanken, dass der Glaube eine Voraussetzung für ein tieferes Verständnis darstellt und die Vernunft dazu dient, den Glauben zu reflektieren und tiefer zu ergründen.

Welche Rolle spielt die Enzyklika „Fides et ratio“ für den Autor?

Sie dient als moderner Meilenstein und zentrales Referenzwerk, um die Einheit von natürlicher und geoffenbarter Wahrheit zu beleuchten.

Warum wird christliche Philosophie in der heutigen Gesellschaft als schwierig empfunden?

Die Schwierigkeit resultiert aus dem oft wahrgenommenen Gegensatz zwischen naturwissenschaftlichem Denken und religiösem Wahrheitsanspruch, den die Arbeit durch den Dialog zwischen Philosophie und Theologie zu überbrücken versucht.

Was meint der Autor mit der „negativen Norm“ des Christentums?

Damit ist gemeint, dass das Christentum als inspirierende und normgebende Größe wahrgenommen wird, die dem philosophischen Denken Themen vorgibt, ohne dessen Freiheit durch verbindliche Glaubenssätze aufzuheben.

Ende der Leseprobe aus 12 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Christliche Philosophie im Zueinander von Glauben und Vernunft
Hochschule
Universität Salzburg  (Philosophie an der Katholisch-Theologischen Fakultät (PKTh))
Veranstaltung
Seminar: Christliche Philosophie
Note
1,0
Autor
Maximilian Bekmann (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2016
Seiten
12
Katalognummer
V366573
ISBN (eBook)
9783668458758
ISBN (Buch)
9783668458765
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Philosophie Theologie christliche Philosophie Glaube und Vernunft fides et ratio
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Maximilian Bekmann (Autor:in), 2016, Christliche Philosophie im Zueinander von Glauben und Vernunft, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/366573
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  12  Seiten
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