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„Percy Jackson“ und die griechisch-römische Mythologie im Latein- und Deutschunterricht

Kritische Bemerkungen zur Didaktisierung mythologischen Wissens in der aktuellen Fantasy- und Phantastik-Literatur sowie im Film

Title: „Percy Jackson“ und die griechisch-römische Mythologie im Latein- und Deutschunterricht

Research Paper (undergraduate) , 2017 , 30 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Michael Stierstorfer (Author)

Didactics - Latin
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Die überaus erfolgreiche „Percy Jackson“-Reihe, der „Jack Perdu“-Zweiteiler und die „Göttlich“-Trilogie sowie der mit dem deutschen Jugendliteraturpreis ausgezeichnete Roman „Die Tribute von Panem. Tödliche Spiele“ sind herausragende Belege für die Dominanz der griechisch-römischen Mythologie in der gegenwärtigen fantastischen Kinder- und Jugendliteratur. Mit namhaften Titeln wie „Kampf der Titanen“, „Krieg der Götter“, „Troja“ und „Hercules“ prägt dieser Trend auch die postmoderne fantastische Filmlandschaft.

Es ist daher lohnend, mit wissenschaftlicher Methodik die Fragestellung anzugehen, auf welche Weise so viele zeitgenössische (Drehbuch-)Autoren Einzelelemente oder ganze Sagenzyklen aus der griechischen und römischen Mythologie entlehnen. Wird damit eine kulturelle Identität für die abendländische Zivilisation konstruiert oder wird das traditionelle Sagengut durch eklektische Abwandlungen sogar dekonstruiert? Zur Beantwortung dieser Frage ist folgender Befund von Bedeutung: Die griechisch-römische Mythologie dient vorwiegend in englisch- und deutschsprachigen Romanen einerseits als aitiologisch-kulturelle Verankerungsmöglichkeit der westlichen Zivilisation in der antiken Hochkultur und andererseits werden viele mythologische Einzelelemente und Motive so sinnentstellend weitertradiert, dass es für kundige Rezipienten aufgrund von Verwirrungen unter Umständen von Nachteil sein kann, die antike Sagenwelt zu kennen. Denn aufgrund von willkürlichen Vertauschungen bzgl. der Haupterzählstränge von Sagen kommt es zu Abänderungen, die die Standardversionen des antiken Mythos in ihrem Kern zerstören.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Abstract dieser Studie

2. Zur Hochphase von Fantasy und Phantastik mit Sujets aus der griechisch-römischen Mythologie

3. Analyse der z.T. interaktiven Glossare: Alphabetisch geordnete Nachschlagewerke am Ende des Romans oder im Zusatzmaterial der Film-DVD

4. Zwischenfazit zum didaktischen Wert mythoshaltiger Fantasy und Phantastik

5. Gründe gegen die Lektüre von Percy Jackson vs. weitere Werke der Mythopoesie

6. Gründe für die Lektüre von Percy Jackson

7. Einsatzmöglichkeiten von Percy Jackson im Unterricht

8. Fazit: Die Lektüre von Percy Jackson als Möglichkeit zur Förderung literarischer Kompetenz und mythologischen Grundwissens

9. Literaturverzeichnis

9.1 Primärliteratur

9.1.1 Romane

9.1.2 Filme

9.2 Sekundärliteratur

9.3 Internetquellen

10. Kurzvita des Autors

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Diese interdisziplinäre Studie untersucht die Didaktisierung griechisch-römischer Mythologie in aktueller Fantasy- und Phantastik-Literatur sowie in Filmen. Das primäre Ziel ist es, kritisch zu hinterfragen, ob die oft oberflächliche Aufbereitung mythologischer Stoffe in Werken wie der "Percy Jackson"-Reihe tatsächlich einen Wissenszuwachs bei Jugendlichen fördert oder eher als Pseudo-Didaktisierung zu bewerten ist, wobei die Arbeit zudem die Eignung solcher Werke für den Literaturunterricht evaluiert.

  • Dominanz der griechisch-römischen Mythologie in der gegenwärtigen Jugendliteratur
  • Kritische Analyse von Glossaren und didaktischen Begleitmaterialien
  • Vergleich der Figurenzeichnung und Sprachgestaltung mythopoetischer Werke
  • Möglichkeiten zur Förderung literarischer Kompetenz und mythologischen Grundwissens
  • Didaktische Anknüpfungspunkte für den Deutsch- und Lateinunterricht

Auszug aus dem Buch

Analyse der z.T. interaktiven Glossare: Alphabetisch geordnete Nachschlagewerke am Ende des Romans oder im Zusatzmaterial der Film-DVD

Glossare mit Erläuterungen zu mythologischen Einzelelementen und Motiven finden sich in z.B. in Folgenden zwanzig mythopoetischen Werken, die für diesen Beitrag näher fokussiert werden sollen: Helden des Olymp 1-5 (Sigle: Helden 1-5), Percy Jackson 1-5 (Sigle: Percy 1-5), Die sagenhaften Göttergirls 1-7 (Sigle: Göttergirls 1-7), Pina reist nach Griechenland (Sigle: Pina), Disney’s Hercules (Sigle: Hercules) und der Verfilmung von Percy Jackson. Diebe im Olymp (Sigle: Percy Film 1).

Im Rahmen dieses exemplarischen Textkorpus werden also literarische ebenso wie filmische Werke gleichwertig analysiert. Für audiovisuelle Produkte gelten dieselben, eben genannten Auswahlkriterien wie für die Romane. Beide Medien werden in einem Korpus vereint, weil auch Filme unter Anwendung des ‚weiten Textbegriffs‘ aus semiotischer Perspektive als Texte anzusehen und auch so zu behandeln sind.

Exemplarisch wird im Folgenden zunächst an fünf einschlägigen Glossar-Einträgen zu der Gorgone Medusa aus vier Romanen (Percy 1, Helden 2, Göttergirls 7 und Pina) und einem Film (Percy Film 1) überprüft, wie viele prototypische Merkmale aus der lexikographischen Standardversion von Tripp, die sich u.a. auf Hesiodes Theogonie 270-283 bezieht, diese übernehmen oder transformieren. Diese prototypischen Merkmale werden dann angeführt und in Beziehung zu den Glossareinträgen gesetzt. Die Gorgone Medusa (vgl. dazu Punkt 6.1.5) wird bei Tripp durch folgendes Merkmalbündel ausgestattet:

1. Hässliches Ungeheuer mit Schweinezähnen, heraushängender Zunge, goldenen Flügeln, eherne Klauen und Schlangenhaaren, welches Menschen versteinert. 2. Die einzige Sterbliche von drei Schlangenfrauen, deren Schwestern Stheno und Euryale hießen. 3. Früher eine schöne Frau. 4. Affäre mit Poseidon in Athenes Tempel. 5. Bestrafung durch Athene. 6. Rand des Ozeans als Wohnort. 7. Enthauptung durch Perseus im Schlaf mithilfe von einem Spiegelschild. 8. Versteinerung des Königs Polydektes und seiner Gefährten mithilfe des Medusenhaupts. 9. Übergabe des Medusenhaupts an Athene, die damit ihre Ägide ziert. 10. Flügelpferd Pegasus, der bei der Enthauptung aus Medusas Rumpf springt. 11. Riese Chrysaor, der bei der Enthauptung aus Medusas Rumpf springt. 12. Abstammung von den chtonischen Gottheiten Phorkys und Keto.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Abstract dieser Studie: Einführung in die Problematik der Dominanz griechisch-römischer Mythologie in der aktuellen Fantasy-Literatur und Formulierung der Forschungsfrage.

2. Zur Hochphase von Fantasy und Phantastik mit Sujets aus der griechisch-römischen Mythologie: Analyse des medialen Hypes um antike Stoffe seit Anfang der 2000er Jahre und dessen Auswirkungen auf die literarische Didaktik.

3. Analyse der z.T. interaktiven Glossare: Alphabetisch geordnete Nachschlagewerke am Ende des Romans oder im Zusatzmaterial der Film-DVD: Untersuchung der Qualität und Vollständigkeit mythologischer Informationen in den Anhang-Glossaren ausgewählter Jugendbücher und DVDs.

4. Zwischenfazit zum didaktischen Wert mythoshaltiger Fantasy und Phantastik: Zusammenfassende Bewertung der Glossare als meist oberflächlich und lückenhaft, jedoch motivierend als Einstieg.

5. Gründe gegen die Lektüre von Percy Jackson vs. weitere Werke der Mythopoesie: Kritische Auseinandersetzung mit der eindimensionalen Figurenzeichnung, sprachlichen Klischees und ideologischen Tendenzen der Reihe.

6. Gründe für die Lektüre von Percy Jackson: Aufzeigen der Stärken der Reihe, insbesondere hinsichtlich archetypischer Erzählstrukturen, Simulation von Bewährungssituationen und Leseraktivierung.

7. Einsatzmöglichkeiten von Percy Jackson im Unterricht: Vorschläge zur konkreten Nutzung der Reihe als Vehikel für den Erwerb von Lesekompetenz und mythologischem Grundwissen in den Klassen 5-7.

8. Fazit: Die Lektüre von Percy Jackson als Möglichkeit zur Förderung literarischer Kompetenz und mythologischen Grundwissens: Abschließende Abwägung zwischen den didaktischen Nachteilen und dem Nutzen des Werkes im Rahmen eines kompetenzorientierten Literaturunterrichts.

Schlüsselwörter

Percy Jackson, Griechisch-römische Mythologie, Kinder- und Jugendliteratur, Didaktik, Mythopoesie, Lesemotivation, Literaturunterricht, Mythenrezeption, Intertextualität, Medienverbund, Figurenanalyse, Lesekompetenz, Antikenrezeption, Heldenreise, Phantastik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht kritisch, wie griechisch-römische Mythen in populären Jugendbüchern und Filmen der Gegenwart dargestellt werden und welchen pädagogischen Wert diese modernen Adaptionen für den Unterricht haben.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zu den zentralen Themen gehören die Analyse der didaktischen Aufbereitung antiker Mythen, der Vergleich zwischen verschiedenen mythopoetischen Werken sowie die Bewertung von "Percy Jackson" hinsichtlich seiner Eignung als Klassenlektüre.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, zu klären, ob die Mythologie-Adaptionen in der zeitgenössischen Fantasy lediglich eine "Pseudo-Didaktisierung" betreiben oder ob sie als legitimes Mittel dienen können, um Jugendlichen kulturelles Wissen und literarische Kompetenz zu vermitteln.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Studie nutzt eine fachdidaktische Analyse unter Einbeziehung literaturwissenschaftlicher Kriterienkataloge, um die Qualität von Glossaren und die literarische Gestaltung der untersuchten Werke zu bewerten.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert glossarische Anhänge auf ihren Informationsgehalt, untersucht sprachliche und psychologische Aspekte der Figurenzeichnung in verschiedenen Romanen und diskutiert didaktische Lernziele für den Deutsch- und Lateinunterricht.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Mythopoesie, Didaktik, Lesemotivation, Mythenrezeption und kompetenzorientierter Unterricht charakterisieren.

Warum wird die Medusa-Figur als Beispiel herangezogen?

Die Medusa dient als prototypisches Beispiel, um zu zeigen, dass die Glossare in den Büchern oft nur einen Bruchteil der mythologischen Merkmale vermitteln und damit wesentliche Aspekte des antiken Wissens verkürzen oder verfälschen.

Ist der Autor der Meinung, dass man Percy Jackson im Unterricht lesen sollte?

Der Autor empfiehlt eine differenzierte Betrachtung: Während er inhaltliche und stilistische Mängel kritisiert, sieht er das Potenzial der Reihe als Einstiegslektüre zur Lesemotivation und zum systematischen Aufbau literarischer Fähigkeiten in den Klassen 5-7.

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Details

Title
„Percy Jackson“ und die griechisch-römische Mythologie im Latein- und Deutschunterricht
Subtitle
Kritische Bemerkungen zur Didaktisierung mythologischen Wissens in der aktuellen Fantasy- und Phantastik-Literatur sowie im Film
College
LMU Munich  (Lehrstuhl für Didaktik der Alten Sprachen)
Grade
1,0
Author
Michael Stierstorfer (Author)
Publication Year
2017
Pages
30
Catalog Number
V366619
ISBN (eBook)
9783668447554
ISBN (Book)
9783668447561
Language
German
Tags
percy jackson mythologie latein- deutschunterricht kritische bemerkungen didaktisierung wissens fantasy- phantastik-literatur film
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Michael Stierstorfer (Author), 2017, „Percy Jackson“ und die griechisch-römische Mythologie im Latein- und Deutschunterricht, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/366619
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