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Frühe Traumatisierung von Kindern. Eine Herausforderung für den pädagogischen Alltag in der Jugendhilfe

Title: Frühe Traumatisierung von Kindern. Eine Herausforderung für den pädagogischen Alltag in der Jugendhilfe

Bachelor Thesis , 2016 , 76 Pages , Grade: 2,2

Autor:in: Cornelia Döring (Author)

Social Work
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Gegenstand der hier vorgestellten Arbeit ist die frühe Traumatisierung von Kindern im pädagogischen Alltag der Jugendhilfe. Das Hauptaugenmerk liegt auf der Bearbeitung der Frage, wie sich ein pädagogischer Umgang mit den sich aus traumatischen
Erlebnissen resultierenden Verhaltensmuster gestalten soll. Dabei soll in Erfahrung gebracht werden, welche pädagogischen Handlungsmöglichkeiten für die Jugendhilfe eine Unterstützung darstellen, um einen adäquaten Umgang gewährleisten
zu können. Weiterhin werden Kenntnisse gezogen, an welchen Stellen die Jugendhilfe an ihre Grenzen stoßen und welche Konsequenzen daraus folgen. Die Motivation besteht in erster Linie aus der Traumaforschung und -pädagogik, da beide Kernpunkte noch relativ in den Anfängen stecken, aber die Zahlen der traumatisierten Kindern im pädagogischen Alltag einen Anstieg verbuchen.

Dies hat zur Folge, dass pädagogische Fachkräfte oft an ihre Grenzen stoßen und die Arbeit als Herausforderung erleben, nicht zuletzt wegen fehlendem Fachwissen aus dem Bereich Psychotraumatologie. Um den traumatisierten Kindern in ihrer Entwicklung und den pädagogischen Fachkräften Rechnung tragen zu können, weist die Traumapädagogik eine Chance für alle Beteiligten dar. Die Traumapädaogik ersetzt keineswegs die Therapie, jedoch ist sie für den pädagogischen Alltag von großer Bedeutung, da traumatisierte Kinder ihre Verhaltensweisen im Alltag zeigen und nicht nur in der Therapie. Die Arbeit führt zu dem Ergebnis, dass die Handlungsmethoden der Traumapädagogik in den pädagogischen Alltag grundsätzlich integrierbar sind, jedoch an den Rahmenbedingungen der teilstationären Jugendhilfe angepasst werden muss, da das Zeitkontingent begrenzt erscheint. Um Kinder auf der Suche nach ihrem Ich begleiten und unterstützen zu können, bedarf es an Kontinuität der Bezugsperson, welche gleichzeitig das Kernelement der Traumapädagogik darstellt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Komplexität frühkindlicher Traumatisierung

2.1. Definition Trauma

2.2. Auslöser von Trauma

2.2.1. Vernachlässigung

2.2.2. psychische Misshandlung

2.2.3. körperliche Misshandlung

2.2.4. traumatische Sexualisierung

2.2.5. häusliche Gewalt

2.3. Risiko- und Schutzfaktoren

2.4. Traumareaktionen von Körper und Geist

2.5. Verarbeitungsprozess des Traumas

2.6. Zusammenfassung

3. Frühkindliche Traumatisierung und dessen Einfluss auf die kindliche Entwicklung

3.1. Kindliche Entwicklung und typische Symptome in den Entwicklungsphasen

3.2. Entwicklungspsychologische Auswirkungen komplexer Traumatisierung

3.3. Posttraumatische Belastungsstörung bei Kindern

3.3.1. Entwicklungsbezogene Trauma-Folgestörung

3.4. Zusammenfassung

4. Traumpädagogik: Interventionsmöglichkeiten der Jugendhilfe am Beispiel der Tagesgruppe

4.1. Begriffserklärung

4.1.1. Tagesgruppe

4.1.2. Traumapädagogik

4.2. Methoden der Traumapädagogik

4.2.1. Gestaltung der Zukunft und Unterstützung der kognitiven Neuordnung

4.2.2. Biographiearbeit

4.2.3. Sicherung kontinuierlicher Bezüge

4.2.4. Unterstützung im Umgang mit Übertragungen und Beendigung von Flashbacks

4.2.5. Unterstützung zur Selbstbemächtigung

4.3. Zusammenfassung

5. Professionalität im Umgang mit frühkindlicher Traumarisierung

5.1. Potenzielle Belastungen und Grenzen der pädagogischen Fachkräfte

5.2. Grundkompetenzen der pädagogischen Fachkräfte

5.3. Zusammenfassung

6. Schussbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit befasst sich mit der frühkindlichen Traumatisierung im Kontext des pädagogischen Alltags der Jugendhilfe. Ziel ist es zu untersuchen, wie sich ein pädagogischer Umgang mit den resultierenden Verhaltensmustern traumatisierter Kinder gestalten lässt, welche Handlungsmöglichkeiten für die Praxis existieren und an welchen Grenzen die Jugendhilfe hierbei stößt.

  • Frühkindliche Traumatisierung und ihre psychotraumatologischen Ursachen
  • Entwicklungspsychologische Auswirkungen komplexer Traumatisierungen
  • Traumpädagogik als Interventionsmethode in der Tagesgruppe
  • Die Rolle der pädagogischen Fachkräfte und deren Belastungsgrenzen
  • Bedeutung von Bindungsstabilität und Selbstbemächtigung bei traumatisierten Kindern

Auszug aus dem Buch

2.4. Traumareaktion von Körper und Geist

Wie bereits schon mehrfach eingangs erwähnt, zeichnet sich eine traumatische Situation durch überflutende Angst, Ausgeliefertsein, Ohnmacht und Hilflosigkeit aus. Mit dem Eintritt eines traumatischen Erlebnisses bzw. Ereignisse wird im Körper eine Stressreaktion ausgelöst, d.h. der Körper und Geist versetzt sich in Alarmbereitschaft und reagiert mit biologischer sinnvoller Anpassung an eine bedrohliche Situation. Laut der Psychologin Michaela Huber sind erst Ereignisse, die so viel Stress auslösen, dass sie das Gehirn in eine Art Traumatische Zange bringen, ausschlaggebend für ein Trauma.

Im Folgenden wird diese Traumatische Zange näher beleuchtet, um die Reaktionen während einer traumatischen Situation auf Körper und Geist zu verdeutlichen.

Sobald das Gehirn eine Gefahr bzw. Bedrohung signalisiert, werden die „(…) normalen psychischen Verarbeitungsmöglichkeiten, die ein Mensch bis hierher für sich erworben hat (…)“, vollkommen überstiegen. (Scherwarth/ Friedrich 2016, S.22) In diesem Kontext nimmt das Trauma eine Größenordnung an, in der das eigene Selbst klein erscheint. Das Gehirn geht bezüglich der Größenordnung dabei andere Wege, um einen Beitrag zur Bewältigung der vorliegenden Situation zu leisten. Wenn das Gehirn eine Situation als übermächtig bewertet, verändert sich demzufolge direkt das neurophysiologisches Gleichgewicht. Das bedeutet, dass eine Erhöhung und Veränderung der Frequenz des Herzens, Atmung sowie der Muskeltonus und somit eine verstärkte Ausschüttung von Adrenalin, Noradrenalin, Dopamin und Cortisol folgt. Der Organismus reagiert dann mit dem Bedürfnis entweder zu kämpfen oder zu fliehen, welches von den Hormonen Adrenalin, Noradrenalin und Dopamin ausgelöst wird. (vgl.edb) „Gleichermaßen werden Funktionen der Großhirnrinde (Frontalhirn, Sprachzentrum, Hippocampus), die normalerweise unser Denken und Handeln steuern und ordnen, außer Betrieb gesetzt und alle Energie des Organismus bereitgestellt, die im Hirnstamm angesiedelten Notfallprogramme zu aktivieren.“(edb)

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Relevanz traumatischer Erfahrungen in der Gesellschaft und in der Jugendhilfe und definiert die zentrale Fragestellung der Arbeit.

2. Komplexität frühkindlicher Traumatisierung: Dieses Kapitel erläutert Begriffe, Auslöser, Risiko- und Schutzfaktoren sowie die körperlichen und psychischen Reaktionen auf ein Trauma.

3. Frühkindliche Traumatisierung und dessen Einfluss auf die kindliche Entwicklung: Hier wird der Zusammenhang zwischen Traumata und Entwicklungsstörungen sowie Symptomatiken in verschiedenen Altersphasen untersucht.

4. Traumpädagogik: Interventionsmöglichkeiten der Jugendhilfe am Beispiel der Tagesgruppe: Dieses Kapitel stellt traumapädagogische Methoden wie Biografiearbeit und die Sicherung kontinuierlicher Beziehungen in der Praxis der Tagesgruppe vor.

5. Professionalität im Umgang mit frühkindlicher Traumarisierung: Das Kapitel behandelt die Anforderungen an pädagogische Fachkräfte, inklusive notwendiger Sachkompetenzen, Selbstreflexion und Selbstfürsorge.

6. Schussbetrachtung: Die Abschlussbetrachtung fasst die wesentlichen Erkenntnisse zusammen und betont die Notwendigkeit einer traumasensiblen pädagogischen Haltung.

Schlüsselwörter

Frühkindliche Traumatisierung, Jugendhilfe, Traumapädagogik, Tagesgruppe, Posttraumatische Belastungsstörung, Bindungsfähigkeit, Selbstregulation, Selbstwirksamkeit, Psychotraumatologie, Biografiearbeit, sekundäre Traumatisierung, Selbstreflexion, pädagogische Fachkräfte, Kindheitstrauma, Entwicklungspsychologie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Bachelor-Thesis grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der Problematik von traumatisierten Kindern im pädagogischen Alltag teilstationärer Einrichtungen der Jugendhilfe.

Welches sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die zentralen Themen sind die Auswirkungen von Traumata auf die kindliche Entwicklung, die Möglichkeiten der Traumapädagogik sowie die Anforderungen an die Professionalität der pädagogischen Fachkräfte.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, pädagogische Handlungsmöglichkeiten für die Jugendhilfe zu identifizieren, die einen adäquaten Umgang mit traumatisierten Kindern ermöglichen und deren Heilung unterstützen.

Welche wissenschaftliche Methode wird primär verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Auseinandersetzung mit der Fachliteratur der Psychotraumatologie und Traumapädagogik, übertragen auf den Kontext der Jugendhilfe.

Was steht im inhaltlichen Fokus des Hauptteils?

Der Hauptteil gliedert sich in die Erläuterung der Traumadynamik, die Analyse der entwicklungspsychologischen Folgen und die Darstellung traumapädagogischer Interventionsstrategien.

Welche Schlagworte charakterisieren diese Arbeit am besten?

Traumatisierung, Jugendhilfe, Traumapädagogik, Bindung und Selbstwirksamkeit stehen im Zentrum der Untersuchung.

Was ist das Konzept der "Traumatischen Zange"?

Das Konzept beschreibt den neurophysiologischen Zustand bei extremer Überlastung, in dem der Mensch weder flüchten noch kämpfen kann, was zu Dissoziationen und einer Fragmentierung des Erlebten führt.

Warum ist die "Biografiearbeit" für traumatisierte Kinder wichtig?

Sie ermöglicht es Kindern, ihre Lebensgeschichte zu ordnen und zu verstehen, was zur Identitätsentwicklung und zur Akzeptanz der eigenen Vergangenheit beiträgt.

Welche Rolle spielt die Selbstfürsorge der Pädagogen?

Da die Arbeit mit traumatisierten Kindern eine hohe emotionale Belastung darstellt, ist Selbstfürsorge essenziell, um eine sekundäre Traumatisierung zu vermeiden und die Arbeitsfähigkeit langfristig zu erhalten.

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Details

Title
Frühe Traumatisierung von Kindern. Eine Herausforderung für den pädagogischen Alltag in der Jugendhilfe
College
University of Applied Sciences Koblenz
Grade
2,2
Author
Cornelia Döring (Author)
Publication Year
2016
Pages
76
Catalog Number
V366639
ISBN (eBook)
9783668453654
ISBN (Book)
9783668453661
Language
German
Tags
Jugendhilfe frühkindliche Traumatisierung Traumapädagogik Professionalität kindliche Entwicklung Symptome Ursache
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Cornelia Döring (Author), 2016, Frühe Traumatisierung von Kindern. Eine Herausforderung für den pädagogischen Alltag in der Jugendhilfe, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/366639
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