In dieser Hausarbeit werde ich mich zunächst mit der Tafelmalerei beschäftigen. Das Augenmerk liegt hier auf der Beschaffenheit, auf der Grundierung und auf der Beschichtung der Tafel. Die Tafel ist als Trägermaterial eines der wichtigsten Bestandteile der Tafelmalerei.
Im weiteren Verlauf stelle ich verschiedene historische Pigmente und Bindemittel vor und widme mich im Einzelnen dem Pigment Krapplack. Vorgestellt werden seine Eigenschaften, Zusammensetzung, Varianten, Einsatzmöglichkeiten und Erscheinungsformen.
Die einzelnen Schritte der praktischen Arbeit „Vergolden“ mit den dazugehörigen Informationen zu speziellen Vergolderwerkzeugen, Untergründen, Techniken und der Polimentvergoldung erläutere ich in Form eines Arbeitsprotokolls.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Die Tafel – Das Trägermaterial
2.1 Das Holz und seine Eigenschaften
2.2 Die Herstellung einer Tafel
2.2.1 Die Grundierung der Tafel – Die Leimtränke (Ausgangsleim)
2.2.2 Die Herstellung des Kreidegrundes
2.3 Der Farbauftrag – Bindemittel und Pigmente
2.3.1 Pigmente
2.3.2 Das Pigment „Krapplack“
2.3.3 Das Schema und die Analyse der Pigmente
3. Vergolden
3.1 Von den ersten Vergolden bis zu den Fachleuten heute
3.2 Das Vergolderwerkzeug
3.3 Die Techniken des Vergoldens
3.3.1 Die Polimentvergoldung
3.3.2 Die Öl-Vergoldung
4. Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit zielt darauf ab, die historischen Techniken der Tafelmalerei sowie verschiedene Vergoldungsmethoden theoretisch zu erläutern und durch praktische Versuche in einem Arbeitsprotokoll zu dokumentieren. Dabei steht die Untersuchung von Trägermaterialien, historischen Pigmenten und Bindemitteln im Vordergrund.
- Beschaffenheit und Vorbereitung des Trägermaterials Holz
- Eigenschaften und Verwendung historischer Pigmente und Bindemittel
- Spezifische Analyse des Farbstoffes Krapplack
- Methodik und Werkzeuge bei der Poliment- und Ölvergoldung
Auszug aus dem Buch
2.2.2 Die Herstellung des Kreidegrundes
Der Kreidegrund ist die letzte Grundierung der Tafel vor der Vergoldung. Er besteht aus Champagnerkreide und dem Ausgangsleim. Der Name der Kreide deutet auf die Herkunft hin, „denn sie stammt aus der Gegend um Reims (Champagne)“7 und zeichnet sich dadurch aus, dass sie „kaum Verunreinigungen enthält.“8
Die Champagnerkreide wird genau einen Tag vor ihrer Verwendung eingesumpft. Das bedeutet, dass das trockene Kreidepulver in ein Gefäß mit Wasser gegeben wird. Das überschüssige Wasser wird dann abgegossen und das Gefäß wird auf dem Boden ausgeklopft, um die Lufteinschlüsse zu beseitigen, die noch zwischen den Kreideteilchen sind.
Nun kann der Kreidegrund angesetzt werden. Er besteht aus einem RT des Ausgangsleims und zwei RT der eingesumpften Champagnerkreide. Diese werden gemischt und ebenfalls im Wasserbad erwärmt. Dabei ist darauf zu achten, dass das Gemisch nicht zu stark gerührt wird, denn es könnte zu viel Luft untergerührt werden, die beim Auftragen zu viele Luftblasen und damit Krater auf der Grundierung hinterlassen würden. Der Malgrund würde aufgrund dessen nicht glatt werden. Der Kreidegrund wird in mehreren Schichten aufgetragen, denn es ist sinnvoll „eine Grundierung stets aus mehreren dünnen Lagen aufzubauen statt aus zwei dicken Schichten oder gar nur aus einer einzigen entsprechend dicken Schicht, denn dicke Schichten reißen zu leicht.“9 Außerdem sollte die Grundierung vor jedem Auftrag „gemagert“ werden, d.h. man muss noch Kreide zusetzten, um Spannungen und dadurch entstehende Risse im Malgrund zu verhindern. Ähnlich wie beim Putz eines Hauses nimmt so die Härte der aufgetragenen Schichten ab und die Grundierung haftet besser.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Vorstellung der Thematik Tafelmalerei, der Bedeutung historischer Pigmente sowie der Erläuterung praktischer Vergoldungstechniken.
2. Die Tafel – Das Trägermaterial: Untersuchung der Materialeigenschaften von Holz sowie der schrittweisen Herstellung einer stabilen Grundierung.
3. Vergolden: Darstellung der historischen Entwicklung des Vergolderhandwerks sowie der Werkzeuge und Techniken der Poliment- und Ölvergoldung.
4. Fazit: Zusammenfassende Einschätzung des Arbeitsaufwands und der praktischen Erfahrungen bei der Durchführung historischer Mal- und Vergoldungstechniken.
Schlüsselwörter
Tafelmalerei, Vergoldung, Krapplack, Bindemittel, Pigmente, Champagnerkreide, Polimentvergoldung, Ölvergoldung, Holz, Trägermaterial, Blattgold, Historische Techniken, Fassmaler, Leimtränke, Malgrund.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die Grundlagen der historischen Tafelmalerei, mit einem besonderen Fokus auf Trägermaterialien, Pigmente und klassische Vergoldungstechniken.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind die Holzgrundierung, die Verwendung von Bindemitteln und Pigmenten sowie die praktische Anwendung von Poliment- und Ölvergoldung.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, ein Verständnis für die aufwendigen historischen Arbeitsschritte zu entwickeln und diese in Form eines Protokolls zu analysieren und zu dokumentieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Aufarbeitung historischer Quellen und einer begleitenden praktischen Ausführung, die als Arbeitsprotokoll dokumentiert wurde.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Vorbereitung der Holztafel, die Analyse von Pigmenten (insbesondere Krapplack) und die detaillierte Beschreibung von Vergoldungsmethoden.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Begriffe umfassen Tafelmalerei, Pigmentkunde, Gold, Bindemittel und traditionelle Handwerkstechniken.
Warum wird Krapplack in der Arbeit besonders hervorgehoben?
Krapplack dient als Fallbeispiel für ein historisches organisches Pigment, dessen Eigenschaften, Gewinnung und Bindungsfähigkeit in der Arbeit detailliert untersucht werden.
Wie unterscheiden sich Polimentvergoldung und Ölvergoldung?
Die Polimentvergoldung ist eine aufwendige, wässrige Technik für Innenräume, die polierbar ist, während die Ölvergoldung eher matt erscheint und vielseitiger im Außen- und Innenbereich einsetzbar ist.
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- Verena Rumm (Author), 2008, Krapplack und Vergoldung in der Tafelmalerei, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/366663