Usability und Design - Gegenüberstellung zweier Ansätze der Webseitengestaltung


Diplomarbeit, 2004
132 Seiten, Note: 1,3

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung, Definitionen und Eingrenzung
1.1. Einleitung
1.1.1. Zum Aufbau dieser Arbeit
1.2. Definitionen
1.2.1. Homepage
1.2.2. Interface
1.2.3. Site / Website
1.2.4. Web Page
1.3. Eingrenzung des Untersuchungsgebietes

2. Usability vs. Design
2.1. Der Usability-Ansatz
2.1.1. Usability-Testing
2.1.2. Beispiel für eine Usability-orientierte Webseite:
2.2. Der Design-Ansatz
2.2.1. Besonderheiten des Web Design in Abgrenzung zum Grafikdesign
2.2.2. Beispiel für eine Design-orientierte Webseite
2.3. Gegenüberstellung der Gestaltungsansätze Usability und Design
2.3.1. Annäherung der Ansätze
2.4. Überleitung

3. Motive der Internetnutzung
3.1. Einführung
3.2. Warum wird das Internet genutzt?
3.3. Wofür wird das Internet genutzt?
3.4. Was beeinflusst die Nutzung?
3.4.1. Nutzerspezifische Merkmale
3.4.2. Zeitpunkt der Nutzung
3.4.3. Technische Gegebenheiten
3.4.4. Ort der Nutzung (Zuhause oder am Arbeitsplatz)
3.4.5. Situative Faktoren
3.5. Zusammenfassende Betrachtung der Nutzerstrukturen
3.6. Überleitung

4. Test der Webangebote von Fernsehsendern
4.1. Problemfelder
4.2. Testaufbau
4.2.1. Testmethode 1 – Web Usability Index (WUI)
4.2.2. Testmethode 2 – Design-Fragen
4.3. Testumgebung
4.3.1. Testpersonen
4.3.2. Rahmenbedingungen des Testings
4.3.3. Zu untersuchende Seiten
4.4. Ziele des Testings
4.5. Ergebnisse der Untersuchung
4.6. Wesentliche Ergebnisse der Untersuchung im Gesamtüberblick
4.6.1. Hypothesen
4.7. Überleitung

5. Leistungsfähigkeit der Untersuchungsmethoden
5.1. WUI
5.1.1. Instrumentimmanente Kritik
5.1.2. Anwendungsbezogene Kritik
5.2. Design-Fragen
5.3. Zusammenfassung und Überleitung

6. Abschließende Zusammenfassung und Ausblick
6.1. Fazit
6.2. Ausblick

Anhang
Literaturverzeichnis
Internetadressen der untersuchten Websites
Raster für die Untersuchung der Webangebote
Glossar
Inventarliste der beiligenden CD-ROM

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Darstellung des ontologischen Designdiagramms nach Gui Bonsiepe in Bearbeitung durch Frank Thissen

Abbildung 2: Beispiel für den Usability-Ansatz, Homepage der ARD (www.ard.de)

Abbildung 3: Ergebnis des Website-Trends für die ARD: Platz 1 in der Rubrik Fernsehsender

Abbildung 4: Visuelle Wahrnehmung der Seitenstruktur auf den „ersten Blick“

Abbildung 5: Beispiel für den Design-Ansatz, Homepage von MTV

Abbildung 6: Ergebnis des Website Trends für MTV: Platz 1 in der Rubrik Jugendportale

Abbildung 7: ARD/ZDF-Online Studie 2002, Ergebnis der Fragestellung „Wofür benutzen Sie das Internet?“

Abbildung 8: Nutzungstypologie deutscher Onlinenutzer 1998 nach NetUse1

Abbildung 9: GFK Online-Monitor, Internet-Nutzer Altersstruktur im Vergleich zur Bevölkerung

Abbildung 10: G&J Online Reichweiten Monitor 2002, Who clicks who

Abbildung 11: ARD/ZDF-Online-Studie 2002, Onlinenutzung im Tagesverlauf

Abbildung 12: Screenshot des Web Usability Indexes

Abbildung 13: Grafische Auswertung des WUI; Site 1: MTV; Site 2: VIVA

Abbildung 14: Grafische Auswertung des WUI; Site 1: ARD; Site 2: ZDF

Abbildung 15: Grafische Auswertung des WUI; Site 1: 3Sat; Site 2: ARTE

Abbildung 16: Grafische Auswertung des WUI; Site 1: heute.t-online: Site 2: n-tv

Abbildung 17: Grafische Auswertung des WUI; Site 1: ProSieben; Site 2: RTL

Abbildung 18: Grafische Auswertung des WUI; Site 1: GIGA; Site 2: 9live

Abbildung 19: Grafische Auswertung des WUI; Site 1: Sat.1; Site 2: Kabel 1

Abstract

Die vorliegende Arbeit befasst sich mit zwei unterschiedlichen, meist miteinander konkurrierenden Vorgehensweisen bei der Gestaltung von Webseiten: Usability und Design. Diese werden zunächst einzeln vorgestellt und im Hinblick auf abweichende Meinungen, aber auch harmonierende Elemente, miteinander verglichen.

Bei der Debatte um die Relevanz der Ansätze zeigt sich, dass der Nutzer mit seinen Interessen und Intentionen als ausschlaggebendes Element oft vernachlässigt wird. Aus diesem Grund erfolgt im weiteren Verlauf der Arbeit eine Darstellung der Nutzerstrukturen.

Darüber hinaus wird eine Eingrenzung auf die Anbietergruppe der Fernsehsender vorgenommen, da eine umfassende Untersuchung für das gesamte World Wide Web unmöglich durchführbar wäre.

Bisherigen Untersuchungsergebnissen, die im Hinblick auf dieses Thema meist als Diskussionsgrundlage dienen, wird oftmals der Vorwurf einer zu vereinfachenden Ergebnisbildung gemacht. Aus diesem Grunde werden die Ergebnisse eines existierenden Usability-Testverfahrens – des Web Usability Indexes – durch tiefer gehende Fragen eines eigens entwickelten Fragebogens auf Stichhaltigkeit überprüft. Um ein aussagekräftiges Ergebnis zu erhalten werden also insgesamt 14 Webseiten mit diesen zwei Testverfahren untersucht und verglichen.

Anhand der Resultate zeigt sich, dass die Kritik an bestehenden Usability-Testverfahren durchaus gerechtfertigt ist und ihnen deshalb nicht ohne Vorbehalt Glauben geschenkt werden sollte. Es werden Empfehlungen zur Optimierung bestehender Verfahren formuliert.

Darüber hinaus werden einige interessante Tendenzen über Nutzervorlieben und deren Erwartungen ersichtlich, doch insgesamt lässt sich verzeichnen, dass Internetnutzer nur bedingt klassifiziert werden können und somit eigentlich keine verallgemeinernden Aussagen über Vorlieben und Abneigungen bezüglich der Webseitengestaltung getroffen werden können. Folglich lässt sich auch keiner der beiden Gestaltungsansätze als relevanter oder gar „richtiger“ definieren.

1. Einleitung, Definitionen und Eingrenzung

Wer’s nicht klar und einfach sagen kann,

der soll schweigen und weiterarbeiten,

bis er’s klar sagen kann.

(Karl Popper)

1.1. Einleitung

Design oder Usability? Diese Arbeit untersucht und vergleicht die beiden Ansätze der Webseitengestaltung und versucht vor allem die Gründe und Ursachen des bestehenden Konfliktes der Methoden zu hinterfragen. Bereits bei der Recherche nach relevantem Informationsmaterial wird eines deutlich: Die Fronten sind eindeutig geklärt. Auf der einen Seite stehen die Designer, die den Erfolg von Webseiten darin sehen, den Nutzer zu überraschen und sich ihm einzuprägen. Usability-Experten hingegen glauben, eine Webseite ließe sich nur rentabel anbieten, indem man die Wünsche der Kunden möglichst schnell und unkompliziert erfüllt. Vielleicht ist auch eine Annäherung deshalb so schwer, weil nicht einmal die Zielvorgaben beider Parteien dieselben sind. Der erstgenannte Ansatz misst seinen Erfolg wohl nicht in Umsatz oder sonstigen wirtschaftlichen Größen, sondern in Image und Erkennungswert. Nun drängt sich dem Leser wohl schon das nahe Liegende auf: Man kann wohl beiden Seiten zustimmen, ohne darin einen echten Konflikt zu sehen, denn das eine steht fest: Es gibt wohl so viele Intentionen eine Webseite zu betreiben, wie es auch Seiten selbst gibt und diese Ziele muss jeder Anbieter neu und individuell für sich festlegen und verfolgen. In den seltensten Fällen wird „Schwarz“ oder „Weiß“ gewünscht. Es geht wohl in 99% aller Fälle um Seiten, die ein ausgewogenes Verhältnis von beiden Ansätzen beinhalten und in sich vereinen sollten. Die Zweiseitigkeit der Anforderungen ist inzwischen auch den meisten Experten auf beiden Gebieten bewusst geworden. Die Mehrheit der Designer ist sich darüber im Klaren, dass bestimmte Usability-Gesichtspunkte zu berücksichtigen sind und Usability-Experten wissen auch, dass eine völlig unästhetische Gestaltung, die aber an Nutzerfreundlichkeit nicht zu überbieten ist, auch nicht vom User akzeptiert werden wird. Nur einige wenige, aber dafür sehr populäre Vertreter stilisieren die Diskussion zu einem Glaubenskrieg.

In dieser Arbeit soll es also nicht um ein Entweder-oder gehen, sondern eher um eine Untersuchung der Vor- und Nachteile beider Verfahren und den Versuch einer Annäherung. Hierzu werden die Ansätze vorgestellt und danach ein Vergleich der beiden Methoden angestrebt und besonders die Positionen angesprochen, bei denen gegensätzliche Vorstellungen und Zielsetzungen auftreten, um herauszufinden, wo wirkliches Konfliktpotenzial zu finden ist und evtl. die Möglichkeit zur Angleichung besteht.

Eine wichtige Argumentationsgrundlage für Usability-Experten sind die Ergebnisse von Nutzertests. Eines dieser Testverfahren – der WUI (Web Usability Index) wurde im Rahmen einer Untersuchung von sieben Webseitenpaaren von Fernsehsendern zum Einsatz gebracht. Um sich in der unübersichtlichen Masse der Internetangebote nicht zu verlieren, wurde eine bestimmte Sparte von Internetangeboten herausgegriffen und exemplarisch untersucht, wobei sich die vorliegende Arbeit auf die Angebote von Fernsehsendern beschränkt.

Allerdings stellt sich die Frage, ob solche Testmethoden und deren Vorgehensweisen wirklich aussagekräftige Ergebnisse liefern, oder ob es sich nicht vielmehr um eine Form der Befragung handelt, bei der das Ergebnis gelenkt wurde und somit einseitig ausfällt, da Eindrücke und Gefühle in solch einem Verfahren nur schwer ermittelbar sind. Um hierüber Gewissheit zu erlangen wurden die Ergebnisse des WUI vergleichen mit denjenigen einer weiteren Untersuchung, in der versucht wurde, mit offen gestalteten Fragen die Design-Wahrnehmung zu erfragen. Hier hatten die Testpersonen die Möglichkeit emotionale Empfindungen und Wahrnehmungen zu erwähnen, die evtl. in einem Usability-Testverfahren nicht ermittelt werden würden. Als Abschluss der Arbeit werden die Ergebnisse beider Verfahren verglichen, deren Leistungsfähigkeit kritisch untersucht und daraus Empfehlungen für die Durchführung von Webseitentests abgeleitet.

1.1.1. Zum Aufbau dieser Arbeit

Die vorliegende Arbeit besteht aus einem theoretischen und einem empirischen Teil. Während der theoretische Teil als Hinführung auf die empirische Untersuchung zu verstehen ist und sowohl auf die beiden Gestaltungsansätze allgemein, als auch auf die theoretische Übersicht über Nutzerstrukturen eingeht, wird im empirischen Teil versucht, die theoretischen Grundlagen anhand zweier Testreihen zu konkretisieren.

Zur besseren Lesbarkeit und Orientierung wird in dieser Arbeit das Symbol ► verwendet, welches jeweils hinter dem betreffenden Wort zu finden ist. Das Zeichen deutet daraufhin, dass der betreffende Ausdruck im Glossar, das sich im Anhang dieser Arbeit auf Seite 130 ff. befindet, näher erklärt wird.

Zugunsten einer besseren Lesbarkeit wurde darauf verzichtet, bei Bezeichnungen von Personen und Personengruppen stets auch die weibliche Form zu nennen. Mit „der User“, „der Benutzer“, „der Besucher“ etc. ist immer auch die weibliche Form gemeint.

1.2. Definitionen

In der einschlägigen Literatur kommt es zu unterschiedlicher Nutzung zentraler Begriffe. An dieser Stelle sollen relevante Bezeichnungen, auf denen der folgende Text basiert, einheitlich definiert werden.

1.2.1. Homepage

Als Homepage wird die Seite eines Webauftrittes bezeichnet, die als logischer Einstieg zu den einzelnen Webseiten fungiert.[1] Von dieser Seite aus sollte der Nutzer durch den gesamten Webauftritt navigieren können und umgekehrt sollte er von jeder Seite aus mit Hilfe des Buttons Home / Main / Startseite dorthin zurückkehren können.

1.2.2. Interface

Im Allgemeinen handelt es sich bei diesem Begriff um jegliche Form von Schnittstellen, über die Daten zwischen zwei Bereichen ausgetauscht werden.

Als einfaches Beispiel eines Interface kann auch ein Kabel, das einen Rechner mit dem Monitor verbindet, angeführt werden.[2]

Am weitesten verbreitet ist in diesem Zusammenhang allerdings das Verständnis als Nutzeroberfläche, d.h. das Interface zwischen Mensch und Computer. Der Design-Theoretiker Gui Bonsiepe hat diese etwas allgemein gehaltene Begriffsbildung weiter spezifiziert und dem Interface eine zentrale Funktion in dem von ihm entwickelten „ontologischen Designdiagramm“ zugeordnet. Die drei Elemente Benutzer, (zu bewältigende) Aufgabe und Werkzeug sind durch das Interface miteinander verbunden. Das Interface ist nach der Ansicht von Bonsiepe der zentrale Bereich, auf den der Designer seine Aufmerksamkeit richtet. „Durch das Design des Interface wird der Handlungsraum des Nutzers von Produkten gegliedert. Das Interface erschließt den Werkzeugcharakter von Objekten und den Informationsgehalt von Daten. Interface macht Gegenstände zu Produkten. Interface macht aus Daten verständliche Informationen.“[3]

Thissen hat diese Beschreibung weiter veranschaulicht:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1: Darstellung des ontologischen Designdiagramms nach Gui Bonsiepe in Bearbeitung durch Frank Thissen

Quelle: Thissen, Frank: Screen-Design Handbuch, Heidelberg (Springer-Verlag) 2001, S.25

1.2.3. Site / Website

Hiermit wird die Web-Präsenz bezeichnet, die mehrere, miteinander verknüpfte Websites (Web Pages, Web Dokumente) unter einer URL (Uniform Resource Locator) ► enthält. Eine Website beinhaltet stets eine Startseite (Homepage), von der aus man direkt oder indirekt alle anderen Seiten des Internetauftritts erreichen kann.

1.2.4. Web Page

Hiermit ist die einzelne Seite gemeint.

Um Missverständnisse zu vermeiden, werden im Folgenden einzelne, konkrete Seiten als „Web Page“ oder „Page“ bezeichnet und der Begriff „Website“ oder „Site“ gleichbedeutend mit „Internetauftritt/Webauftritt“ verwendet.

1.3. Eingrenzung des Untersuchungsgebietes

Das Augenmerk dieser Arbeit ruht auf Usability und Design von Websites, d.h. dem Angebot von Anwendungen im World Wide Web (WWW). Wichtig ist in diesem Zusammenhang die Abgrenzung zu „herkömmlicher“ Software, denn bei diesen zwei unterschiedlichen Angebotsformen existieren grundlegende Unterschiede, sowohl für die Anbieter als auch für die Nutzer, die hier verdeutlicht werden sollen.

Die Kunden traditioneller Software kaufen das Produkt und haben dann erst die Gelegenheit, sich genauer mit der Bedienungsweise auseinander zu setzen. Durch die bereits erfolgte Investition besteht eine höhere Motivation, sich die Funktionsweisen anzueignen. Betrachtet man diese Tatsache aus Sicht der Anbieter, zeigt sich, dass der Profit bereits in dem Moment erreicht wurde, in dem die Software verkauft wurde. Das heißt, eventuelle Probleme der Kunden mit der Bedienungsweise sind eher zweitrangig von Interesse.

Im Web dagegen machen die Benutzer zuerst Erfahrungen mit der Nutzerfreundlichkeit eines Web-Auftritts, bevor sie sich darauf einlassen, die Website regelmäßig zu nutzen und dort evtl. ein Produkt zu kaufen. Hier gibt es eine große Anzahl gleichartiger Angebote und wenn eine Seite darunter nicht den eigenen Bedürfnissen entspricht, kann man problemlos zum Konkurrenzprodukt wechseln.[4] Folglich ist es für die Anbieter der Websites sehr viel wichtiger, den Kunden von dem Webauftritt positiv zu überzeugen.

Nielsen bringt diesen Umstand vereinfachend auf den Punkt:

„Die Gleichung ist einfach:

- Bei Produkt- und Software-Entwürfen zahlen die Kunden, bevor sie den Nutzen des Produkts erfahren können.
- Im Internet prüfen die Benutzer ein Produkt, bevor sie es kaufen.“[5]

Daraus wird ersichtlich, warum Qualität und Usability einer Web Site aus der Sicht des Anbieters von zentraler Bedeutung sind.“[6]

Durch die Beschränkung dieser Arbeit auf Bereiche des WWW ergibt sich die Relevanz, den Nutzer in den Mittelpunkt der Untersuchungen zu stellen, da dieser in noch stärkerer Form als bei Softwareprodukten von dem Angebot überzeugt werden muss.

2. Usability vs. Design

„Was nicht umstritten ist,

ist auch nicht sonderlich interessant.“

(Johann Wolfgang von Goethe)

2.1. Der Usability-Ansatz

Die DIN EN ISO Norm 9241 Teil 11 (1998) definiert den Begriff Usability folgendermaßen: „Usability ist die Effektivität, Effizienz und das Ausmaß der Zufriedenheit, mit denen bestimmte Benutzer spezifizierte Ziele in vorgegebenen Umgebungen erreichen.“[7] Übersetzt man den Begriff wörtlich aus dem Englischen, ergibt sich „use ability“, also die Fähigkeit, etwas zu benutzen. Allerdings geht bei der simplen Übersetzung ins Deutsche der enge Zusammenhang zu den Begriffen Usefulness (engl. für Nützlichkeit) und Utility (engl. für Nutzen) verloren. Deshalb konnte sich der englische Begriff auch in Deutschland etablieren.[8]

Es geht also darum, es dem User zu ermöglichen, möglichst schnell und leicht ein Produkt zielgerichtet zu gebrauchen, zu nutzen bzw. anzuwenden, ohne ihn dabei zu frustrieren.[9]

Den Begriff Usability gibt es schon seit den 70er Jahren. Er gewann seine wirkliche Beachtung aber erst mit der Entwicklung des Internet[10], denn durch die täglich wachsende Zahl von Websites nimmt auch der Orientierungsbedarf der Nutzer stetig zu. Klaus C. Hofer bringt die Bedeutung von Usability in Webangeboten folgendermaßen zum Ausdruck:

„Aufgrund des interaktiven Charakters des Mediums Internet ist ein Web-Angebot immer abhängig von der Bereitschaft des Anwenders zur aktiven Nutzung. Ziel des Anbieters muss es also sein, bei seiner Zielgruppe eine möglichst dauerhafte Nutzungsbereitschaft zu erzeugen. Keine leichte Aufgabe, denn gerade das WWW bietet dem Anwender Selektionsmöglichkeiten in bisher unbekanntem Ausmaß. […] Ohne Aufwand und Mehrkosten kann der User bei Nichtgefallen zu einem anderen Anbieter wechseln – denn: „Das nächste viel versprechende Angebot liegt nur einen Mausklick entfernt.““[11]

Heute wird Usability nicht nur als „wesentliches Qualitätskriterium für Web-Angebote kommerzieller wie nicht-kommerzieller Organisationen und Institutionen“[12] gesehen, vielmehr gilt Usability sogar als kritischer Erfolgsfaktor im E-Business.[13]

2.1.1. Usability-Testing

Mit dem Aufkommen des Begriffes Usability ging auch die Entwicklung der Usability-Tests einher. Hauptzweck solcher Tests ist nicht die Bewertung der Usability der Site, es sollen vielmehr Usability-Probleme aufgedeckt und Lösungsansätze gefunden werden.[14] Es gibt unterschiedliche Evaluationsverfahren, die sich grundsätzlich in zwei Klassen einteilen lassen: zum einen Testverfahren mit den potenziellen Nutzern ( = nutzerzentrierte Verfahren) und zum anderen Verfahren, bei denen Experten die betreffenden Seiten nach Usability-relevanten Gesichtspunkten untersuchen ( = expertenzentrierte Verfahren). Die ausführliche Schilderung der verschiedenen Methoden würde an dieser Stelle zu weit führen. Es folgt aber ein kurzer Überblick:

- Nutzerzentrierte Methoden
- Befragung

(Potenzielle) Nutzer werden mündlich, schriftlich (Post / E-Mail) oder telefonisch anhand von standardisierten Fragebögen oder in Form von qualitativen Interviews befragt.

- Task-based Testing / Discount Usability-Testing

Den Testpersonen, die der anvisierten Nutzergruppe entsprechen, werden typische Anfragen bzw. Aufgaben gestellt. Bei der Bearbeitung werden diese beobachtet, ihre Reaktionen schriftlich festgehalten und später evaluiert.

- Thinking-aloud-Tests

Das Verfahren läuft ähnlich ab, wie das Task-based Testing. Auch hier sollen die Testpersonen vorgegebene Aufgabe bewältigen. Allerdings beinhaltet die Aufgabe, dass sie während der Bearbeitung ihre diesbezüglichen Gedanken und ihr Handeln laut aussprechen bzw. kommentieren.

- Expertenzentrierte Methoden
- Heuristische Evaluation

Eine Gruppe von Gutachtern untersucht, inwieweit die betreffende Website mit grundlegenden Prinzipien der Usability (sog. Heuristiken) übereinstimmt. Die Einzelbewertungen werden zuerst schriftlich fixiert und danach von der Gutachtergruppe bewertet bzw. eingestuft.

- Guidelines und Checklisten

Anhand von Guidelines und Checklisten, in denen Usability-Kriterien zusammengestellt sind, wird eine Website von einer Gruppe von Gutachtern untersucht. Die Antworten resultieren in Zahlenwerten bzw. Noten. Zu dieser Form der Usability-Evaluation gehört auch der WUI (Web Usability Index), auf den später noch genauer eingegangen wird (vgl. Kapitel 4.2.1., Seite 48 f.).

- Experten-Walkthrough

Bei dieser Form des Usability-Tests werden in einer Gruppe von Entwicklern und Markting-Spezialisten alle Aspekte der Website evaluiert, indem die Seite gemeinsam begutachtet wird.

Es wird empfohlen, den eigenen Webauftritt mit einem der dargestellten Testverfahren zu untersuchen, bevor die Seite geschaltet wird.[15] Denkbar wäre auch eine Kombination der genannten Testweisen.[16]

2.1.2. Beispiel für eine Usability-orientierte Webseite:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 2: Beispiel für den Usability-Ansatz, Homepage der ARD

Quelle: www.ard.de (abgerufen am 27.05.2003)

Die Fachzeitschrift Horizont testet in Zusammenarbeit mit dem Hamburger Marktforschungsinstitut Media Transfer monatlich sechs Websites verschiedener Branchen. Bei der Untersuchung von Anbietern aus dem Bereich „Fernsehsender“ belegte das Angebot der ARD den ersten Platz, was vor allem auf den Bereich „Nutzerfreundlichkeit“ zurückzuführen ist (vgl. Abbildung 3). Als Begründung dieses positiven Ergebnisses führt Horizont die gute Umsetzung des seriösen Images als öffentlich-rechtliche Anstalt durch ihre Website an; Die Informationen würden als hochwertig und vertrauenswürdig empfunden.[17]

Das Beispiel der Website www.ard.de wird im Kapitel 4.5 (Seiten 64 ff.) genauer beschrieben und untersucht.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 3: Ergebnis des Website-Trends für die ARD: Platz 1 in der Rubrik Fernsehsender

Quelle: Website Trend, http://www.horizont.net/neteconomy/websitetrend/trend34_01/index.html (zuletzt abgerufen: 27.05.2003)

2.2. Der Design-Ansatz

„So geläufig uns der Begriff Design auch heute ist, so wenig ist meist klar, was er wirklich bedeutet. Die Medien, die Werbebranche, die Sprache der Marketingfachleute setzen ihn zu den unterschiedlichen Zwecken ein und meinen damit oft ganz verschiedene Aspekte eines sich stetig erweiternden Bedeutungsfelds.“[18] Diese Tatsache macht eine umfassende Definition des Begriffes schier unmöglich bzw. würde der Definitionsversuch den Rahmen dieser Arbeit sprengen. Selbst einschlägige Lexika halten sich mit der Beschreibung sehr allgemein, um den vielschichtigen Bedeutungen gerecht zu werden. Der Brockhaus zum Beispiel definiert Design sehr vereinfachend als „planmäßige Gestaltung, v. a. von Gebrauchsgegenständen“[19]. Bürdek sieht die Problematik ähnlich, stellt aber als eine akzeptable Darstellung die Ausarbeitung des Internationalen Design Zentrum Berlin (IDZ) vor, die eine konkretisierende Beschreibung des Begriffes gibt. Folgende Aspekte werden hier als charakteristisch aufgelistet:

- Gutes Design darf keine Umhüllungstechnik sein. Es muss die Eigenart des jeweiligen Produkts durch eine entsprechende Gestaltung zum Ausdruck bringen.
- Es muss die Funktion des Produkts, seiner Handhabung, sichtbar und damit für den Benutzer klar ablesbar machen.
- Gutes Design muss den neuesten Stand der technischen Entwicklung transparent werden lassen.
- Es darf sich nicht nur auf das Produkt selbst beschränken, sondern muss auch Fragen der Umweltfreundlichkeit, der Energieeinsparung, der Wiederverwendbarkeit, der Langlebigkeit und der Ergonomie berücksichtigen.
- Gutes Design muss das Verhältnis von Mensch und Objekt zum Ausgangspunkt der Gestaltung machen, besonders auch im Hinblick auf Aspekte der Arbeitsmedizin und der Wahrnehmung.[20]

Deutlich wird bei allen Definitionsversuchen, dass der Begriff „Design“ mehr als das bloße Verschönern des Produkts meint. Dieser wichtige Umstand wird auch von Sarah Hueber herausgestellt. Sie betont, dass der Begriff „Gestaltgebung“ nicht nur als optische Gestaltung zu verstehen ist, sondern dass auch Strukturierung und Konzeption in diesem Verständnis von Design eine Rolle spielen. Sie teilt den Begriff Design in zwei Bereiche auf: optisches Design (Aussehen/Oberfläche) und strukturelles bzw. konzeptionelles Design (Inhalt/Konzept)[21]. Dieses Begriffsverständnis teilt auch Jeffrey Veen: „I’ve also been amazed at how often those outside the discipline of design assume that what designers do is decoration – likely because so much bad design simply is decoration. Good design isn’t. Good design is problem solving.”[22]

Um sich nicht in der Vielfalt der Definitionen und Erklärungen zu verlieren, empfiehlt sich zunächst eine Eingrenzung auf das für diese Arbeit relevante Teilgebiet, das Web Design.

2.2.1. Besonderheiten des Web Design in Abgrenzung zum Grafikdesign

Die für den allgemeinen Design-Begriff bestehenden Schwierigkeiten bezüglich einer treffenden Definition setzten sich beim Versuch der Begriffsbestimmung des Begriffs Webdesign weiter fort. Frank Puscher formuliert die Problematik folgendermaßen:

„Web Design. Unter diesen Gattungsbegriff fällt heute ja praktisch alles, was mit Internet zu tun hat. Selbst Programmierer machen Web-Design, indem sie ein neues DHTML-Interface erfinden oder clevere Effekte in Java Script schreiben. Web Design ist auch im Spiel, wenn es um die Konzeption von Seiten oder ganzen Auftritten geht. Und nicht zu vergessen die Sparte Grafikdesign, die sich mit der rein optischen Gestaltung von Web-Seiten beschäftigt.“[23]

Das Zitat verdeutlicht die Schwierigkeiten bezüglich des Verständnisses des Begriffs Webdesign, denn es existieren vielschichtige und unterschiedliche Definitionsversuche. Trotzdem sollte die wichtige Funktion des Designs von Webseiten nicht in den Hintergrund treten. Die Autoren Lynch und Horton verdeutlichen in ihrem Buch die zentrale Aufgabe des Webdesigns, indem sie erklären, dass der erste Eindruck einer Seite immer die „Komposition von Form und Farbe“ ist. Erst auf den zweiten Blick würden „spezifische Informationen“ aufgenommen.[24]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 4: Visuelle Wahrnehmung der Seitenstruktur auf den „ersten Blick“

Quelle: Lynch, Patrick; Horton Sarah: Erfolgreiches Web-Design, München (Humboldt Taschenbuchverlag) 1999, S.54

Genau dieser Eindruck der ersten Sekunden entscheide darüber, ob eine Seite vom Nutzer positiv angenommen wird oder nicht. Es zeigt sich demzufolge, dass die Gestaltung einer Seite ausschlaggebenden Einfluss auf den Entschluss des Users hat, auf der Seite zu verweilen oder sie zu verlassen. „Der Benutzer/Betrachter empfindet automatisch eine Akzeptanz oder Ablehnung allein durch den ersten optischen Eindruck, den das Screendesign vermittelt. Darüber hinaus wird „Entdeckungslust“ durch Screendesigns geweckt, was wiederum die Betrachtungszeit, Nutzungsdauer und ggf. Nutzungshäufigkeit einer Applikation unmittelbar beeinflusst.“[25] Ist die Entscheidung für den Verbleib auf der Website gefallen, übernimmt die grafische Gestaltung mit den Elementen Layout, Typografie und Illustration die wichtige Aufgabe, den Internetnutzer durch die Seite zu führen. Vielmehr sollte es allein mit Hilfe des Designs gelingen, wichtige Stellen hervorzuheben und den Inhalt logisch anzuordnen[26]. In diesem Zusammenhang bezeichnen die Autoren Grafikdesign als „eine Form von visuellem Informationsmanagement.“[27] Dieser Begriff verdeutlicht den Anspruch der Designer, nicht nur durch kreative Arbeit aufzufallen, sondern auch wissenschaftlich fundierte Ergebnisse abzuliefern. Dieses Ziel formuliert Bürdek noch einmal in aussagekräftiger Form:

„Genau darin liegt ein Körnchen Wahrheit, denn nur durch intensives Arbeiten und kontinuierliches Forschen und Entwickeln lassen sich eben auch für das Design Fortschritte erzielen. Nicht indem man von einem Thema zum anderen springt, alles auch nur kurz anreißt und nichts zu Ende denkt – geschweige denn gestaltet. Die vermeintliche Kreativität im Design steht kontinuierlicher Forschung und Entwicklung anscheinend diametral gegenüber. Kontinuierliche Forschung ist auch in den sogenannten Neuen Medien (CD-ROM, Internet, Intranet etc.) vonnöten. An der überschwappenden Anzahl der Produktionen wird inzwischen fast schon schmerzhaft deutlich, wie sehr es an einer visuellen Kultur des Digitalen mangelt.“[28]

Zwei charakteristische Besonderheiten des Webdesign sollen im Folgenden Erwähnung finden und die Gegensätze zum allgemeinen Begriff des Designs verdeutlichen:

- Eine große Schwierigkeit stellt für die Designer der Aspekt der Unvorhersehbarkeit dar, denn in jedem Browser und sogar bei unterschiedlichen Browser-Versionen kann die Darstellung der Seiten von der ursprünglich entwickelten abweichen.[29]

Dies ist einerseits ein großes Problem im Hinblick auf den User, andererseits fühlen sich Designer, die eine eigens erstellte Website als „künstlerisches Werk“ empfinden, durch diesen Umstand in ihrer Freiheit beschnitten. David Siegel, einer der Vorreiter des Design-Ansatzes drückt sich zu diesem Thema folgendermaßen aus:

„Und wie kann ich als Grafik-Designer meine Web-Seiten gestalten, wenn ich nicht weiß, wie diese aussehen werden? Sollte ich es einer Software überlassen, meine Arbeit beliebig neu zu interpretieren? […] Das ganze ist so, als würde man einem Künstler erzählen wollen, wie er seinen Pinsel zu halten hat!“[30]

- Eine weitere Besonderheit des Webdesigns ist der nicht-lineare Aufbau. Die Gestaltung der meisten klassischen Medien beruht auf der Linearität, das bedeutet, sie präsentieren sich in einer festgelegten Reihenfolge, die zuvor bewusst gewählt wurde.[31] Sie besitzen also einen Anfang, einen oder mehrere Höhepunkte und steuern auf ein Ende zu.

„Der Ansatz der Interaktion an sich bedeutet bereits, dass es keinen klaren vordefinierten Weg durch die Inhalte geben kann. Und da der User selbst bestimmt, welche Punkte ihn interessieren und welche nicht, was er zuerst lesen und worauf er später vielleicht zurückkommen will, kann man außer bei der Homepage kaum definieren, was er wann wahrnimmt. Selbst der Startcharakter der ersten Seite ist obsolet, sobald ein Link oder ein Bookmark auf eine Unterseite verweist.“[32]

Aus dieser Besonderheit ergibt sich als Gestaltungsanforderung die Erkennbarkeit jeder einzelnen Seite.

2.2.2. Beispiel für eine Design-orientierte Webseite

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 5: Beispiel für den Design-Ansatz, Homepage von MTV

Quelle: www.mtv.de (abgerufen am 25.04.2003)

In der bereits erwähnten Horizont-Studie konnte die Website von MTV den ersten Platz innerhalb der Rubrik „Jugendportale“ belegen. Besonders positiv wurde hier die visuelle Umsetzung honoriert. „Im Grundgerüst Standard, im Webdesign verspielt: So ist MTV ein Auftritt gelungen, der zur Zielgruppe passt, aber dennoch gut bedienbar und übersichtlich ist. Vor allem Farbgebung und Benutzerführung sowie der aktuelle Content wurden gelobt. Bemängelt wurden lange Ladezeiten und das Interaktionsangebot.“[33] Auch im Überblick über den Branchenschnitt stach besonders die visuelle Umsetzung positiv hervor, so dass das Webangebot von MTV als gutes Beispiel für den Design-Ansatz gelten kann. Genauer wird auf dieses Beispiel noch im Kapitel 4.5 (Seiten 59 ff.) eingegangen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 6: Ergebnis des Website Trends für MTV: Platz 1 in der Rubrik Jugendportale

Quelle: Website Trend, http://www.horizont.net/neteconomy/websitetrend/trend01_02/index.html (zuletzt abgerufen: 27.05.2003)

2.3. Gegenüberstellung der Gestaltungsansätze Usability und Design

Die Diskussion um Usability oder Design, die überspitzt als „Glaubenskrieg im Web“ bezeichnet wird, spielt sich zu einem großen Teil auf einer emotionalen Ebene ab. In Anbetracht dessen sind Bewertung und Vergleich der geltend gemachten Aspekte nur schwer nach rationalen Gesichtspunkten möglich. Oftmals werden Image und persönliche Einstellungen zur Meinungsmache eingesetzt oder gar ausgenutzt. Aufgrund dessen soll an dieser Stelle eine Gegenüberstellung von diversen Aussagen erfolgen, die einen Einblick in die verschiedenen Positionen gewähren:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Die in der vorstehenden Tabelle gegenübergestellten typischen Aussagen sowohl zum Thema Usability als auch zum Thema Design sollen im Folgenden genauer untersucht werden:

Vertreter beider Ansätze erkennen gewisse Regeln zur Vermeidung von Fehlern in der Webseitengestaltung übereinstimmend an, allerdings fordern die Fürsprecher des Design-Ansatzes die Freiheit sich über diese Vorschriften hinwegsetzen zu können. Nur auf diese Art und Weise könne eine Weiterentwicklung erfolgen und könnten neue Ideen entstehen. Usability-Experten hingegen, allen voran Jakob Nielsen, halten es für unerlässlich, bestehende Regeln zu befolgen und lassen lediglich eine Ausnahme zu, sofern ein unerlässlicher Grund es erfordert.

Auffallend ist ferner, dass Vertreter des Design-Ansatzes vermehrt Wert darauf legen, bei der Gestaltung von Internetauftritten eine individuelle Atmosphäre zu schaffen, welche sich auch auf den Nutzer überträgt und ihn gefühlsmäßig positiv stimmt. Nach Ansicht der Usability-Experten lassen die User sich nicht durch eine bestimmte Umgebung beeinflussen; es zähle vielmehr der schnelle Erfolg, d.h. die effektive Lösung der Aufgaben von Seiten des Users. Im oben dargestellten Zitat wird sogar von einer „bemerkenswerten Ungeduld“ gesprochen, die die User an den Tag legen, wenn sie nicht innerhalb kürzester Zeit den Nutzen einer Seite erkennen können. Hinter diesen Aussagen versteckt sich weiteres Konfliktpotenzial zwischen den beiden Ansätze, denn Usability-Vertreter werfen den Designern oft vor, nicht an die Bedürfnisse der Kunden zu denken, sondern mehr Wert auf die Präsentation der eigenen Fähigkeiten und Interessen zu legen. Jakob Nielsen formuliert diese Feststellung folgendermaßen: „Viele der Internet-Designer ignorieren jedoch Usability auf eklatante Weise und konzentrieren sich darauf, für ihr eigenes Vergnügen (oder schlimmer noch: das Vergnügen ihres Chefs) zu planen, anstatt zu versuchen, die Bedürfnisse des Benutzers zufrieden zu stellen.“[44]

Hinter diesem Vorwurf verbirgt sich der Grundgedanke, dass es Hauptaufgabe der Gestalter sein sollte, die Wünsche der Kunden zu erfüllen, ohne eigene Interessen zu verfolgen. Designer hingegen haben das Ziel, den Besuchern der Seite eine Botschaft zu vermitteln. Diese kann unterschiedlichste Intentionen verfolgen; so sollen Nutzer z.B. überrascht, gelenkt oder aber zum Nachdenken angeregt werden. An dieser Stelle muss man allerdings beiden Parteien den Vorwurf machen, dass sie bei dieser Argumentation die Intentionen der Auftrageber außer Acht lassen; Usability-Experten gehen davon aus, dass bei dem Großteil der Anbieter von Webseiten der Wunsch etwas zu verkaufen Hauptgrund ist, eine Webseite ins Netz zu stellen, Designer sehen Markenbildung und Imagetransfer als gewichtigere Motive für ein Webangebot. Beide Parteien müssen sich in diesem Punkt wohl eingestehen, dass hier letztendlich der Anbieter darüber entscheidet, welches Ziel er mit der Schaltung seiner Webseite erreichen will und dass diese Zielformulierung einen immensen Einfluss auf die Form der Gestaltung nimmt.

Abschließend lässt sich feststellen, dass hier in dieser Diskussion zwei völlig unterschiedliche Vorstellungswelten aufeinander prallen. Die Seite der Usability-Verfechter sieht in Webseiten ein reines Arbeitsinstrument, welches dem Benutzer ohne Verzögerungen und zeitliche Hemmnisse bei der Erledigung seiner Aufgaben dienen sollte. Designer hingegen betrachten das WWW als eine Welt voller vielschichtiger und lehrreicher Angebote, die den Benutzern neue Gedankenanstöße und Einsichten vermitteln sollten.

2.3.1. Annäherung der Ansätze

Trotz der beschriebenen Differenzen gibt es zahlreiche anerkannte Autoren, die die einzige Lösung des Konflikts in einem ausgewogenen Verhältnis der unterschiedlichen Aspekte sehen. Auch Manhartsberger und Musil wollen Usability und Design nicht als grundsätzlichen Widerspruch gelten lassen. „Für die Usability ist Ästhetik ein nicht unwesentliches Kriterium. Ein ästhetisches Design wirkt vertrauenserweckend. Die Benutzer erwarten von ästhetisch designten Seiten mehr als von dilettantisch wirkenden Seiten. Design und Inhalt müssen zusammenpassen.“[45]

David Siegel sieht sogar eine zukünftige Einigung der gegensätzlichen Parteien: „Irgendwo treffen sich Web-Designer und „Strukturisten“ in der Mitte. Alle paar Monate geht die eine Gruppe einen weiteren Schritt auf die andere zu. Es liegt an den Browser Herstellern, wie schnell wir endgültig zusammenfinden.“[46]

Es gibt folglich einen Mittelweg, der vor allem den Aspekt der Ausgewogenheit aller Ansätze als wichtig erachtet:

„Wäre das Design im Alltag von der Ästhetik bestimmt, dann gäbe es im Leben vielleicht mehr Schönes fürs Auge, aber vieles wäre unpraktischer, wäre das Design ausschließlich funktional, so wäre das Leben vielleicht bequemer, dafür aber hässlicher. Würde die Kostenfrage oder die Leichtigkeit der Herstellung überwiegen, wären die Produkte möglicherweise weder attraktiv noch funktional noch langlebig. Jeder dieser Aspekte hat eindeutig seinen Platz. Problematisch wird es nur, wenn einer überwiegt.“[47]

Basierend auf diesem Grundgedanken entwickelt sich das Prinzip des „Joy of Use“, der unter anderem von Bob Glass geprägt wurde. „If you are still talking about ease of use then you’re behind. It is all about the joy of use. Ease of use has a given – it’s assumed that your product will work“[48]. Die angesprochene Freude am Benutzen wird nur dann erreicht, wenn Faktoren für die Nützlichkeit sich mit hedonistischen Faktoren (hierbei handelt es sich um nicht aufgabenbezogene Faktoren wie Farben, Grafiken, Musik oder Qualitäten wie Neuheit oder Orginaliät) im Einklang befinden.[49]

Dieser auch als hedonistisches Prinzip bezeichnete Ansatz geht folglich davon aus, dass nur ein ausgewogenes Verhältnis von Nützlichkeit und Gesamtgestaltung des Angebotes den Nutzer völlig zufrieden stellt und ihm eine positive Anmutung beim Gebrauch des Betreffenden gewährt. „Daraus ergibt sich, dass die Nützlichkeit (Usability) und der „Joy of Use“ sich teilweise widersprechen, weil Nützlichkeit Konsequenz und Einfachheit voraussetzt und „Joy of Use“ meist für Überraschung und Komplexität steht.“[50] Das vorangehende Zitat zeigt, dass es in der Präzisierung dieses Ansatzes nach wie vor einige Unstimmigkeiten gibt. Trotzdem zeigt er jedoch eine weitere mögliche Form der Konfliktlösung auf.

Abschließend lässt sich feststellen, dass der „Glaubenskrieg im Web“ von vielen Experten auf den relevanten Fachgebieten nicht unterstützt und geteilt wird. Somit kann man diese Ansichten als einen dritten möglichen Lösungsweg aus dem Konflikt sehen.

2.4. Überleitung

Im vorangegangenen Abschnitt wurden die Inhalte und Positionen der Ansätze „Usability“ und „Design“ beschrieben und einander gegenübergestellt. Dabei wird deutlich, dass beide Seiten ihre – sicherlich nachzuvollziehenden – Argumente und Diskussionsgrundlagen haben, und die Auseinandersetzung um dieses Thema auf theoretischer Ebene gewiss bis ins Unendliche weitergeführt werden kann. Allerdings wurde bisher ein entscheidender Faktor in dieser Debatte völlig außer Acht gelassen, der aber ausschlaggebenden Einfluss auf die Diskussion hat und deshalb im Folgenden näher untersucht und dargestellt werden soll. Lynch und Horton deuten mit folgender Aussage auf den relevanten Faktor hin: „Die Trennung in ansprechende, grafikbasierte Homepages, die lange Ladezeiten benötigen, und in unspektakuläre, textbasierte Homepages, die schnell heruntergeladen sind, verdeutlicht, wie wichtig es ist, Homepages den unterschiedlichen Erwartungen der jeweiligen Zielgruppe anzupassen.“[51]

Letztendlich bewerten folglich die User, welche Seiten ihnen gefallen und welche eben nicht. David Siegel bringt diesen Umstand auf den Punkt: „Was das Publikum liebt und nutzt ist per definitionem erfolgreich.“ [52] Hierin zeigt sich, dass es in der praktischen Umsetzung der zuvor hypothetisch geführten Diskussion allein darum geht, den Nutzern einen Grund zu liefern, genau das betreffende Angebot – und kein Konkurrenzprodukt – zu nutzen.

„Die Grundlage jedes Screen-Designs ist die Frage danach, was der Benutzer des Produkts damit tun wird und wie er es tut. Die Klärung dieser Frage entscheidet über Erfolg oder Misserfolg. Auch die „besten“ Inhalte und Aussagen, das „innovativste“ Spiel und […] werden nur angenommen, wenn sie die Sprache des Benutzers sprechen, d. h. wenn sie ihn emotional ansprechen, seine Vorkenntnisse und Vorerfahrungen berücksichtigen und ihm etwas bieten, was für ihn nützlich ist oder auf sein Interesse stößt.“[53]

Da die Nutzerstrukturen inzwischen wohl genauso vielfältig sind wie das Angebot von Websites selbst, ist es wichtig, sich zunächst ein Bild zu machen, welche Entwicklungen und Motivationen es gibt, das Internet zu nutzen und somit einen Überblick über die Strukturen zu gewinnen. Allein das Wissen, wer das Internet nutzt und warum das geschieht, hilft weiter zu beantworten, ob nun Usability oder Design, oder aber auch eine Verschmelzung der Ansätze der richtige Weg ist, auf diese Bedürfnisse einzugehen. Es ist also wichtig, nach den Gründen und der Zielsetzung einer Nutzung zu unterscheiden und erst mit dem Wissen über die Motive der Zielgruppe zu entscheiden, welcher Stellenwert den jeweiligen Ansätzen zuzusprechen ist.

[...]


[1] vgl. Lynch, Patrick; Horton Sarah: Erfolgreiches Webdesign, München (Jacobi) 1999, S.47

[2] vgl. Dengler, Florian; Volland, Holger: Webdesign professionell, Bonn (Galileo Design) 2000, S.220

[3] Bonsiepe, Gui: Interface neu begreifen, Mannheim (Bollmann Verlag) 1996, S.20

[4] Manhartsberger, Martina; Musil, Sabine: Web Usability, Das Prinzip des Vertrauens, Bonn (Gallileo Press) 2002, S.17

[5] Nielsen, Jakob: Erfolg des Einfachen, München (Markt+Technik Verlag) 2000, S.10

[6] Schweibenz, Werner; Thissen, Frank: Qualität im Web. Benutzerfreundliche Webseiten durch Usability Evaluation, Berlin (Springer Verlag) 2003, S.14

[7] Zitiert nach: DIN EN ISO Norm 9241 Teil 11 (1998)

[8] Schweibenz, Werner; Thissen, Frank: Qualität im Web. Benutzerfreundliche Webseiten durch Usability Evaluation, Berlin (Springer Verlag) 2003, S.39

[9] vgl. Hueber, Sarah: K.O. fürs Web? Usability und Design auf Internetseiten, Diplomarbeit an der Fachhochschule Augsburg 2001, S.8

[10] Manhartsberger, Martina; Musil, Sabine: Web Usability, Das Prinzip des Vertrauens, Bonn (Gallileo Press) 2002, S.34

[11] Klaus C. Hofer: Good Webrations, Eine Web Wirkungsanalyse, München (Proteus Verlag) 2000, S.126

[12] Harms, Ilse; Schweibenz, Werner; Strobel, Johannes: Usability Evaluation von Web Angeboten mit dem Web Usability Index, Erschienen in: Proceedings der 24. DGI-Online-Tagung 2002, S.283f

[13] ebd., S.283f

[14] Manhartsberger, Martina; Musil, Sabine: Web Usability, Das Prinzip des Vertrauens, Bonn (Gallileo Press) 2002, S.318

[15] Schweibenz, Werner; Thissen, Frank: Qualität im Web. Benutzerfreundliche Webseiten durch Usability Evaluation, Berlin (Springer Verlag) 2002, S. 8

[16] Webseite der Universität des Saarlandes, FB Informationswissenschaft, Arbeitsbereich Usability Engineering (04.11.2002), http://usability.is.uni-sb.de//methoden/methoden.php (zuletzt abgerufen: 23.05.2003)

[17] Website Trend, Webseitentest durchgeführt von Horizont und Media Transfer, http://www.horizont.net/neteconomy/websitetrend/trend34_01/index.html (zuletzt abgerufen: 27.05.2003)

[18] Hauffe, Thomas: Schnellkurs Design, Köln (DuMont Verlag) 1995, S.10

[19] Brockhaus, Enzyklopädie, Band 5, 19., völlig neu bearbeitete Aufl, Mannheim 1988, S.276

[20] Bürdek, Bernhard E.: Design, Geschichte, Theorie und Praxis der Produktgestaltung, Köln (DuMont Verlag) 1991, S.17

[21] Hueber, Sarah: K.O. fürs Web? Usability und Design auf Internetseiten, Diplomarbeit an der Fachhochschule Augsburg 2001, S.10

[22] Veen, Jeffrey: The Art & Science of Web Design, Indianapolis (New Riders) 2000, S.104

[23] Puscher, Frank: Die Tricks der Internet-Künstler, Heidelberg (dpunkt Verlag) 1999, S.4

[24] Lynch, Patrick; Horton Sarah: Erfolgreiches Web-Design, München (Humboldt Taschenbuchverlag) 1999, S.54

[25] Schifman, Richard; Heinrich, Ivonne; Heinrich, Günther: Multimedia Design Interaktiv – Von der Idee zum Produkt, Berlin Heidelberg (Springer-Verlag) 1997, S.230

[26] Lynch, Patrick; Horton Sarah: Erfolgreiches Web-Design, München (Humboldt Taschenbuchverlag) 1999, S.54

[27] ebd., S.54

[28] Bürdek, Bernhard E.: Über Sprache, Gegenstände und Design. Vorwort des Herausgebers; In: Formdiskurs, Zeitschrift für Design und Theorie 3, II/1997, S.14

[29] Dengler, Florian; Volland, Holger: Webdesign professionell, Bonn (Galileo Design) 2000, S.16

[30] Siegel, David: Web Site Design. Killer Web Sites, (Zweite aktualisierte Auflage) Haar bei München (Markt und Technik Verlag) 1998, S.4

[31] Thissen, Frank: Screen-Design Handbuch, Heidelberg (Springer-Verlag) 2001, S.24

[32] Dengler, Florian; Volland, Holger: Webdesign professionell, Bonn (Galileo Design) 2000, S.18

[33] Website Trend, Webseitentest durchgeführt von Horizont und Media Transfer, http://www.horizont.net/neteconomy/websitetrend/trend01_02/index.html (zuletzt abgerufen: 27.05.2003)

[34] Thissen, Frank: Screen-Design Handbuch, Heidelberg (Springer-Verlag) 2001, S.15

[35] Nielsen, Jakob: Erfolg des Einfachen, München (Markt+Technik Verlag) 2000, S.11

[36] Dengler, Florian; Volland, Holger: Webdesign professionell (Galileo Design) 2000, S.25

[37] Nielsen, Jakob: Erfolg des Einfachen, München (Markt+Technik Verlag) 2000, S.10

[38] Cloninger, Curt: „Usability Experts are from Mars – Graphic Designers are from Venus”, http://alistapart.com/stories/marsvenus/ (zuletzt abgerufen: 15.05.2003)

[39] Manhartsberger, Martina; Musil, Sabine: Web Usability, Das Prinzip des Vertrauens, Bonn (Gallileo Press) 2002, S.42

[40] Siegel, David: Web Site Design. Killer Web Sites, (Zweite aktualisierte Auflage) Haar bei München (Markt und Technik Verlag) 1998, S.8

[41] Klaus C. Hofer: Good Webrations, Eine Web Wirkungsanalyse, München (Proteus Verlag) 2000, S.125

[42] Wessel, Ivo: GUI-Design, Richtlinien zur Gestaltung ergonomischer Windows-Applikationen, München, Wien (Carl Hanser Verlag) 1998, S.76

[43] Krug, Steve: Don’t make me think, A Common Sense Approach to Web Usability, Macmillan USA (The Circle.com Library) 2000, S.11

[44] Nielsen, Jakob: Erfolg des Einfachen, München (Markt+Technik Verlag) 2000, S.13

[45] Manhartsberger, Martina; Musil, Sabine: Web Usability, Das Prinzip des Vertrauens, Bonn (Galileo Press) 2002, S.109

[46] Siegel, David: Web Site Design. Killer Web Sites, (Zweite aktualisierte Auflage) Haar bei München (Markt + Technik Verlag) 1998, S.8

[47] Norman, Donald A.: Dinge des Alltags, Gutes Design und Psychologie für Gebrauchsgegenstände, Frankfurt/Main (Campus Verlag) 1988, S. 180

[48] Hassenzahl, Marc; Beu, Andreas; Michael Burmester: Engineering Joy, http://www.tu-darmstadt.de/fb/fb3/psy/soz/veroeffentlichungen_mh/Engineering_joy.pdf (zuletzt aberufen: 17.10.2003)

[49] Thissen, Frank: Emotionen beim Screendesign, http://www.frank-thissen.de/sdf_emotion.htm (zuletzt abgerufen: 15.09.2003)

[50] ebd.

[51] Lynch, Patrick; Horton Sarah: Erfolgreiches Web-Design, München (Humboldt Taschenbuchverlag) 1999, S.54

[52] Siegel, David: Das Geheimnis erfolgreicher Web Sites, Haar bei München (Markt+Technik Verlag) 1998, S.162

[53] Thissen, Frank: Screen-Design Handbuch, Heidelberg (Springer-Verlag) 2001, S.22 ff

Ende der Leseprobe aus 132 Seiten

Details

Titel
Usability und Design - Gegenüberstellung zweier Ansätze der Webseitengestaltung
Hochschule
Technische Hochschule Köln, ehem. Fachhochschule Köln  (Institut für Informations- und Kommunikationswissenschaft)
Note
1,3
Autor
Jahr
2004
Seiten
132
Katalognummer
V36671
ISBN (eBook)
9783638362238
Dateigröße
1472 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Usability, Design, Gegenüberstellung, Ansätze, Webseitengestaltung
Arbeit zitieren
Jana Wardag (Autor), 2004, Usability und Design - Gegenüberstellung zweier Ansätze der Webseitengestaltung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/36671

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