Kann man Jesus und Mohammed vergleichen?


Essay, 2016
7 Seiten, Note: 2,8

Leseprobe

Hintergrund der Thematik

Im Zuge der aufkommenden aktuellen Problematik zum Thema des Terrors, werden die Religionen des Islams und des Christentums immer weiter verglichen. Die Debatte um die möglichen Interpretationen des Korans und der Bibel und somit Vergleich Jesus und Mohammeds, lösen in der Gesellschaft eine deutliche Konfrontation aus.

Jesus und Mohammed als Propheten werden in ihrer Intention und Taten verglichen und verschieden interpretiert. Aber kann man Jesus und Mohammed überhaupt vergleichen, nur weil beide Propheten derer Religion sind? Oder sind beide lediglich Beauftragte Gottes ohne jeglichen Zusammenhang zueinander?

Der vorliegende Essay versucht in Grundzügen diese Problematik aufzuzeigen.

Historischer Vergleich im Bezug zur Menschlichkeit Bezüglich der Entwicklung bzw. der Historie fallen einige Ähnlichkeiten auf.

Mohammed wie auch Jesus werden als Glied in einer Reihe sterblicher Menschen angesehen, also Prophet und gleichzeitig Mensch1.

Beide Propheten werden auf natürliche Weise, nämlich durch die Geburt geboren, jedoch ist die Schöpfung verschieden.

Mohammeds Mutter Amina war schon schwanger, als sie eine Stimme sagen hörte, dass sie schwanger mit „dem Herrn des Volkes“2 sei, welchen sie Mohammed nennen sollte. Jesus Mutter Maria hingegen, unterlag einer Schöpfung ohne Zutun eines Mannes, wobei der Koran diesen Glauben ablehnt3.

Auch die Begegnung mit einem Engel ist in der Bibel bekannt, welcher ihr ebenfalls die Nachricht überbringt, dass sie schwanger mit Gottes Sohn wäre.

Jesus Geburt ist nicht nur bekannt, sondern wird auch jedes Jahr an Weihnachten gefeiert.

Mohammeds Tag und Jahr seiner Geburt sind jedoch nicht bekannt. Es gibt lediglich Annahmen, dass Mohammed wahrscheinlich im Jahr 570 in Mekka geboren wurde und bei seinem Onkel aufwuchs4.

Ein Aspekt, welcher nochmals die Menschlichkeit aufweist, ist die Annahme, dass Mohammed mehrmals verheiratet war und sogar mehrere Kinder hatte. Die genauen Daten sind rein spekulativ, jedoch geht man von zehn Ehen und acht Kindern aus, genau wird es jedoch nicht benannt5.

Ein weiterer und umstrittener Aspekt zur Menschlichkeit beider, ist der Tod bzw. die Todesursache.

Während Mohammed an Fieber erkrankte und unerwartet daran starb6, wurde Jesus zu Tode verurteilt und, wie es in der Bibel heißt, gekreuzigt7.

Jedoch ist genau diese Kreuzigung im Koran umstritten.

Im Koran heißt es daher auch anders als in der Bibel, nämlich: „ Gott hat ihn zu sich in den Himmel entrissen. “ 8, also dass Jesus von Gott gerettet wurde, als er zum Tode verurteilt wurde, denn im Koran sei es nicht möglich, dass ein Prophet getötet wird.

Aber sind beide, Jesus und Mohammed überhaupt gleichartige Propheten?

Auslegungswerke des 19. Jahrhunderts am Beispiel Heinrich Ewalds und Muhammad Abduhs., Verlag Dr. Kovac, Hamburg 2013. Seite 264.

Prophetenverständnis

Beide Offenbarungstheorien, also die in der Bibel und die im Koran, beziehen sich auf einen oder mehrere Propheten.

Mohammed wird im Koran ausdrücklich als beides bezeichnet, nämlich als Prophet und Gesandter. Näher heißt es:

„ Mohammed ist es, welcher die früheren Aussagen der früheren Gesandten bestätigt bzw. besiegelt. “ 9

Demnach steht Mohammed über alle anderen Propheten, welche es gab und welche im Koran aufgezählt werden, also auch über Jesus als Prophet.

Schlussfolgernd bekommt Mohammed im Koran also einen Sonderstatus, da er durch Gott den Auftrag bekam, eine neue Religion zu verkünden10.

Jesus hingegen, wird als der eine Gesandte in der Bibel bezeichnet.

Demnach gibt es eine Art Interessenkonflikt welcher Prophet nun der einzig Wahre bzw. „Richtige“ war.

Bezüglich dieses Konflikts gibt es eine Art muslimische Sondergruppe, welche Jesus eine Sonderrolle zusprechen und als den wahren Propheten ansehen, eben dadurch, dass er ihrer Meinung nach, der einzig sündlose Prophet war11.

Jedoch könnte man dagegen auch wieder mit der im Koran erwähnten Herzwäsche Mohammeds argumentieren, welche aus der Sicht Mohammeds besagt:

[...]


1 Bobzin, Hartmut: Der Koran. Eine Einführung., Verlag C.H.Beck, München 1999. Seite 26.

2 Bobzin, Hartmut: Mohammed., Verlag C.H.Beck, München 2000. Seite 66.

3 Lashin, Ibrahim: Zum Prophetenverständnis in der Bibel und im Koran. Eine vergleichende Studie anhand ausgewählter christlicher und islamischer

4 Hutter, Manfred: Die Weltreligionen., Verlag C.H.Beck, München 2005. Seite 87.

5 Bobzin, Hartmut: Mohammed., Verlag C.H.Beck, München 2000. Seite 72.

6 Bobzin, Hartmut: Mohammed., Verlag C.H.Beck, München 2000. Seite 115.

7 Schröter, Jens (Hg.): Jesus Christus. Band 9., Mohr Siebeck, Tübingen 2014. Seite 81.

8 Gnilka, Joachim: Die Nazarener und der Koran. Eine Spurensuche., Verlag Herder, Freiburg 2007. Seite 115.

9 Paret, Rudi: Der Koran. Übersetzung von Rudi Paret., Verlag W. Kohlhammer, Stuttgart 1966. Sure 33,40. Seite 27.

10 Hutter, Manfred: Die Weltreligionen., Verlag C.H.Beck, München 2005. Seite 87.

11 Schröter, Jens (Hg.): Jesus Christus. Band 9., Mohr Siebeck, Tübingen 2014. Seite 275.

Ende der Leseprobe aus 7 Seiten

Details

Titel
Kann man Jesus und Mohammed vergleichen?
Hochschule
Ruhr-Universität Bochum
Note
2,8
Autor
Jahr
2016
Seiten
7
Katalognummer
V366802
ISBN (eBook)
9783668454552
Dateigröße
383 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Islam, Jesus, Mohammed
Arbeit zitieren
Jalicia Klasen (Autor), 2016, Kann man Jesus und Mohammed vergleichen?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/366802

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