"Im Netz des Indra". Das Museum of World Religions, sein buddhistisches Dialogkonzept und die neue Disziplin Religionsästhetik


Zusammenfassung, 2016

7 Seiten, Note: 2,2


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Museum of World Religion

3. Die Religionsästhetik als neues Forschungsfeld
3.1. Der Cultural Turn
3.2. Der Iconic Turn

4. Das Verhältnis von Religionsästhetik und Religionssemiotik

5. Analyse des Museums

6. Fazit

7. Literaturverezeichnis

1. Einleitung

Der vorliegende Auszug des wissenschaftlichen Textes aus „Im Netz des Indra“ von Annette Wilke und Esther Maria Guggenmos, aus dem siebten Band der Veröffentlichungen des Centrums für Religiöse Studien Münster, befasst sich unter anderem mit der neuen Disziplin der Religionsästhetik. Der Untertitel „Das Museum of World Religions, sein buddhistisches Dialogkonzept und die neue Disziplin Religionsästhetik“ und der Begriff des „Indra“, verweisen auf die Auseinandersetzung mit der vedischen und somit der ältesten nachweisbaren Religion Indiens.

2. Museum of World Religion

Der wissenschaftliche Auszug beginnt mit einem Grußwort von Shih Liao-Yi, dem CEO des Museum of World Religion, auf welcher später noch genauer Bezug genommen wird. Darin beschreibt er, dass Annette Wilke und Esther-Maria Guggenmos mit deren Studenten das Museum besucht hatten, für dessen Planung und Organisation er verantwortlich ist. Sein Ziel und das Ziel des Museums sei es, einander zu helfen, die absolute Freiheit des Lebens zu erreichen.

Der darauffolgende Abschnitt „6. Religion/en, Sinne und Medien: Forschungsfeld Religionsästhetik und das Museum of World Religions (Taipeh)“ handelt von der Beschreibung des Raumes im Museum, welcher die Autorin als ‚Erlebnisraum’ (vgl. Wilke 2008, S. 206) beschreibt. Eben durch diese Empfindungen und Stimmungen, welche dieser Raum auslöst, ist er von großer Bedeutung bei der folgenden Vorstellung der neuen Disziplin der Religionsästhetik und ihrer Relevanz für die Forschung.

3. Die Religionsästhetik als neues Forschungsfeld

Der Abschnitt „6.1 Religionsästhetik: Ein neues Forschungsfeld der Religionswissenschaft“ dient lediglich als Einführung für das, was untersucht wird, nämlich die Fragen:

1. Was ist Religionsästhetik als akademische Disziplin?
2. Was sind ihre Fragestellungen, Methoden und Erkenntnisinteressen?
3. Was ist das Neue an diesem wissenschaftlichen Ansatz?

Dabei beginnen die Autoren mit der Auseinandersetzung der Fragen mit Letzterer.

3.1. Der Cultural Turn

Im Abschnitt „6.1.1 Engführungen älterer Religionsforschung und ,cultural turn‘ “ geht es um die sogenannte „kulturalistische Wende“ (ebd., S. 207), welche eine Umorientierung in den 1980er Jahren darstellt, bei welcher neue Aspekte der Religion anerkannt wurden. Religion hatte von nun an auch etwas mit dem Körper und den Sinnen zu tun, bedarf sich an Materialisierungen zur Veranschaulichung, und drückte sich nun auch in greifbarer Symbolik aus, wie in Bildern, Klängen, Gewändern und vielem mehr. Denn bis in die späten 1970er Jahren war der Religionsbegriff mit der Innerlichkeit gleichgesetzt und dessen Forschung auf Textforschung verengt. Auch wurde damals von einer Religion gesprochen, also im Singular, und somit andere Religionen verleugnet. Jedoch kam mit der kulturalistischen Wende auch die Einsicht, dass „Religionen kulturellen Konstruktionsbedingungen unterliegen und [sie] kaum adäquat erfassbar sind ohne historische, soziale und kulturelle Kontexte.“ ( ebd. S.208 f.)

3.2. Der Iconic Turn

Der Abschnitt „6.1.2 Zurück zu den Sinnen: die Religionsästhetik und ihr ,iconic turn‘“ handelt von der Religionsästhetik und ihrem Ursprung bei verschiedenen Wissenschaftlern. Die Religionsästhetik ist erst 1988 durch Hubert Canciks und Hubert Mohrs Artikel „Religionsästhetik im ersten Band des Handwörterbuch religionswissenschaftlicher Grundbegriffe (HrwG)“ als eigenständiger Ansatz wahrgenommen worden. Deren Inspiration war wiederum Baumgartens Werk „Aesthetica“ aus dem Jahre 1750, in welchem es um die sinnliche Erkenntnis und die Ästhetik als Zeichenlehre geht, wodurch dieser einen neuen Begriff der Ästhetik schuf. Nach der Inspiration durch Baumgarten, erklären Cancik und Mohr ihren neuen Religionsästhetik-Begriff, nämlich das, was man sinnlich wahrnehmen kann, zu beschreiben. Nach Cancik und Mohr beschäftigt sich die Religionsästhetik mit der religiösen Kommunikation im Sinne von Zeichen, Gegenstände und Handlungen.

Auch die Studien von Daniel Münsters und Susanne Lanwerds werden beschrieben, wobei Susanne Lanwerds sich mit dem Verhältnis von Symbol und Sinnlichkeit auseinandersetzt, ganz anders als Anne Koch, welche sich mit der Signifikanz des menschlichen Körpers als natürliches Symbol beschäftigt.

Aber auch Alexandra Grießer führt einen neuen Aspekt ein, nämlich durch die Sexualität, Erotik und Liebe als eine zentrale Rolle der Religion. Viele Studien werden angerissen, welche sich alle mit der Fragestellung auseinandersetzen, wie und ob man Kunst und Medien mit der Religion verbinden kann, wobei deutlich wird, dass alle einen gewissen Kunstcharakter benennen.

4. Das Verhältnis von Religionsästhetik und Religionssemiotik

Im Abschnitt „6.1.3 Von der Theorie zur Religionsästhetik ,im Feld‘“ geht es um das Verhältnis von Religionsästhetik und Religionssemiotik, also um das Verhältnis von der wissenschaftlichen Analyse der Wahrnehmungssysteme und der wissenschaftlichen Analyse der Zeichen- und Kommunikationssysteme. Über deren Verbindung oder Differenz gibt es viele Diskurse, welche keinen gemeinsamen Konsens bilden. Jedoch wird als Fortschritt festgehalten, dass die Religionsästhetik als integrierenden Oberbegriff zu verstehen ist, welcher mehrere Dimensionen beinhaltet.

Als Besondere Fähigkeit der Religionsästhetik wird die Überbrückung der Kluft zwischen Religionsphänomenologie und Kulturwissenschaft genannt, und die Fähigkeit, die Vielschichtigkeit religiöser Kommunikation durchsichtig zu machen. Dabei wird deutlich, dass sich religiöse Stile verändert und „modernisiert“ haben, was die Autorinnen bei der Beschreibung und Analyse des Museum of Religion darstellen, welches nach Wilke und Guggenmos postmoderne Religionsformen widerspiegelt.

Das MWR (Museum of Religion) präsentiert nach Wilke und Guggenmos ein ganzes Wahrnehmungspanorama. Durch den starken Erlebnisraum-Aspekt werden Gefühle wie Respekt ausgelöst, wobei die ausgelösten Stimmungen jeweils unterschiedlich sein können, da jede Person unterschiedlichen kulturelle Vorkenntnisse und Erfahrungen hat, welche auf den Betrachter wirken. Dabei kommen die Autorinnen zur Schlussfolgerung, dass die Religionsästhetik auf kulturelles und soziales Wissen angewiesen ist, und dass die Wahrnehmungsform dadurch immer vorgeprägt ist. Wilke und Guggenmos greifen dabei die Definitionen Hubert Mohrs auf, indem sie beschreiben, was zur menschlichen Wahrnehmung zählt, nämlich hierbei die wichtige innere Wahrnehmung als Erinnerungen, Fantasien und Halluzinationen.

5. Analyse des Museums

Der letzte Abschnitt des Auszuges „Religion/en im Museum, Museumskonzepte im Wandel und das MWR“ handelt von der eigentlichen Analyse des Museums und deren Fazit daraus.

Das MWR wurde nach modernster Museumskonzeptionen gestaltet, mit der Berücksichtigung des Programms der Religionsästhetik und des Ansatzes der Religionsphänomenologie.

Wichtig sei, sich daran zu erinnern, dass es ein buddhistisches Projekt ist, welches die Vielfalt von Religionen in keinster Art verleugnet, jedoch auch vom Wandel in die Moderne geprägt wurde, allein durch die Tatsache, dass dieses Museum sich im sechsten und siebten Stock eines hochmodernen Kaufhauses befindet.

[...]

Ende der Leseprobe aus 7 Seiten

Details

Titel
"Im Netz des Indra". Das Museum of World Religions, sein buddhistisches Dialogkonzept und die neue Disziplin Religionsästhetik
Hochschule
Ruhr-Universität Bochum
Note
2,2
Autor
Jahr
2016
Seiten
7
Katalognummer
V366804
ISBN (eBook)
9783668455542
Dateigröße
526 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Wilke, Religionsästhetik, Indra, Museum of World Religions
Arbeit zitieren
Jalicia Klasen (Autor), 2016, "Im Netz des Indra". Das Museum of World Religions, sein buddhistisches Dialogkonzept und die neue Disziplin Religionsästhetik, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/366804

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