Forschendes Lernen. Die Methode im Wirtschaftslehreunterricht


Hausarbeit, 2015
15 Seiten, Note: 1,5

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Forschendes Lernen
2.1 Begriffsdefinition Forschung
2.2 Begriffsdefinition Forschendes Lernen

3 Forschendes Lernen im Unterricht
3.1 Einordnung in den Rahmenlehrplan
3.2 Vor- und Nachteile
3.3 Forschendes Lernen als Methode in der Praxis

4 Fazit

Literaturverzeichnis
Literaturquellen
Internetquellen

1 Einleitung

Das Forschende Lernen stellt eine wichtige Methode in der eigenständigen Erarbeitung von Wissen dar, da es durch die Flexibilität und Intensivität dem Lernenden einfacher fällt, das Gelernte zu vertiefen und es zu festigen. In den letzten Jahren der sechziger Jahre verfestigte sich das Forschende Lernen weiter, da es durch die selbstaktiven Lernphasen dem Lernenden ermöglicht, Wissen aufzunehmen. Diese Art von Wissensverarbeitung ist in einem normalen Frontalunterricht nicht so umsetzbar.

Das Forschende Lernen zeichnet sich durch seine Selbstständigkeit aber auch durch seine selbstständige Strategie aus, die jeder Lernende individuell wählen kann, um so an sein formuliertes Ziel zu kommen. Hierbei lernen Schülerinnen und Schüler sich mit Fragestellungen und Problemen auseinanderzusetzen und diese eigenständig zu bearbeiten. Das gesicherte Wissen zu diesem Thema umfasst größtenteils die Methodendarstellung. Hierbei wird die Methode beschrieben und sie in einen praktischen Kontext gesetzt. Offen bleibt, literarisch gesehen offen, wie sich das Forschende Lernen über die Jahre entwickelt hat. Aufgrund der guten Literatur, bezüglich der Methodendarstellung basiert diese Arbeit auf einem Literaturstudium.

Aufgrund der Praxisbezogenheit die die Methode mit sich bringt, lautet die Forschungsfrage daher, inwiefern sich das Forschende Lernen als Methode für den Wirtschaftsunterricht eignet. Es soll herausgearbeitet werden, was Forschung überhaupt bedeutet und inwiefern das Forschende Lernen mit Forschung zusammenhängt. Außerdem soll eine praxisnahe Beschreibung der Methode aufgeführt werden, um diese auch in Arbeitsphasen untergliedern zu können. Des Weiteren wird die Haltung der Lehrperson zu der Methode erörtert und diese in den Kontext des Wirtschaftslehreunterrichts eingerahmt. Um den Praxisbezug abzurunden, wird am Ende dieser Arbeit auf den praktischen Unterricht und die Umsetzung von Forschendem Lernen in der Praxis eingegangen.

Die Arbeit ist in vier Kapitel strukturiert. Kapitel 1 beginnt mit einer Einleitung in das Thema. Darauf aufbauend werden in Kapitel 2 die Begrifflichkeiten des Forschens und des Forschenden Lernens anhand von fachwissenschaftlicher Literatur und Recherche erklärt. In Kapitel 3 wird die fachdidaktische Perspektive der Methode betrachtet und der Einsatz des Forschenden Lernens in der Praxis untersucht. Kapitel 4 stellt eine Schlussbetrachtung zu der Arbeit dar.

2 Forschendes Lernen

2.1 Begriffsdefinition Forschung

Um die Begrifflichkeit des Forschenden Lernens zu klären, muss zunächst eine Erklärung des Begriffs Forschung vorgenommen werden. Denn auch unter diesem Begriff können unterschiedliche Definitionen summiert werden. Eine kleine Übersicht wird im Folgenden aufgeführt. Nach der Definition des Dudens ist Forschen „das Arbeiten an wissenschaftlichen Erkenntnissen [oder auch die] Untersuchung eines wissenschaftlichen Problems“ (Duden online Schlagwort: Forschung). Somit also das Beschäftigen mit einer Materie, die bis dato für das Individuum noch nicht vollkommen erklärbar ist. Eine weitere Definition gibt Meyers Lexikon, bei dem „[…] unter Forschung die wissenschaftsspezifischen Mittel der Erkenntnisgewinnung verstanden [werden], im engeren Sinn sind dies Theorie- Hypothesen- und Modellbildung und deren Prüfung […] u.a. […].“ (Meyers Enzyklopädisches Lexikon (2002): S.103). In dieser Form den Begriff zu definieren, werden als gemeinsamer Nenner die wissenschaftsspezifischen Mittel eingesetzt, die somit nicht nur die Methoden, sondern auch die Ausprägungen der Suche eingrenzt. Hierbei wird auch auf die Begrifflichkeiten der Modell- und Hypothesenbildung eingegangen, die die Subjektivität einer Forschungsanstrengung veranschaulichen soll. Als zusammenführende und umfassendste Definition kann die von Brockhaus angesehen werden. Hier wird die „Forschung, im engeren Sinne [als] die planmäßige und zielgerichtete Suche nach neuen Erkenntnissen in einem Wissensgebiet [und] im weiteren Sinne [als] die Gesamtheit der in allen Bereichen der Wissenschaft erfolgenden methodisch-systematischen […] Bemühungen […].“ (Brockhaus 1995: S. 1252) definiert. Bei dieser Definition wird nicht nur in zwei verschiedene Ausmaße unterschieden, sondern es wird einerseits auch der Begriff als Reise zum Ziel und andererseits der Begriff als Summe aller Bemühungen um einen Gegenstand gesehen. Es soll hier jedoch nicht nur auf die theoretischen Darstellungen in Lexika hingewiesen werden, sondern auch die Situation des Forschenden in den Fokus rücken. Es muss berücksichtig werden, dass eine gewisse Situation geschaffen werden muss, die es dem Forschenden ermöglicht ein bestimmtes Gebiet zu erkunden und das Problem so in einen Kontext gliedern zu können, bevor er mit der eigentlichen Arbeit, der präzisen Bestimmung, beginnen kann. Die Bundesassistentenkonferenz fasste die Problematik in folgende Tätigkeiten auf: „Hypothesenbildung; Entwurf von Strategien; Versuche von Variationen; Probe auf Alternativen; Umwege; Rückschläge; Zufallsfunde; fruchtbare Momente; [kritische] Prüfung der Ergebnisse.“ (Bundesassistentenkonferenz 1970: S.9f.) Dieses Handwerkszeug zum erfolgreichen Vorgehen, kann in jeder Disziplin angewandt werden, setzt jedoch auch Selbstständigkeit in jedem Schritt voraus, um eine subjektive und autonome Forschung zu garantieren. In der folgenden Abbildung werden die drei Bereiche Naturwissenschaften, Sozialwissenschaften und technische Wissenschaften in einen Vergleich zwischen Erkenntnisweise und Erkenntnisziel gesetzt. Hierbei soll verdeutlicht werden, dass uns der Forschungsbegriff meistens nur in Bezug mit Naturwissenschaften bekannt ist, es allerdings auch noch andere Teilgebiete gibt auf denen aktive Forschung, auch in Unterrichtssituationen, existiert:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1 Erkenntnisweise und -ziele der Wissenschaftsbereiche. Eigene Darstellung in Anlehnung an: Bönsch 2002: S.73.

Nimmt man Huber/Messing als Schablone, um die Aufmachung einer Forschungsfrage genauer zu betrachten, so kann man folgendes Schema herausarbeiten. Zu Beginn steht die Fragestellung, bzw. die Entwicklung der Idee, die untersucht werden soll. Daraufhin wird der Forschungsgegenstand festgelegt und die Suche nach Informationen, die das Thema betreffen werden gesammelt. Es wird ein Problem definiert, um das sich die Forschung drehen soll. Als weiterer wichtiger Schritt werden Methoden bestimmt, die geprüft und daraufhin ausgewählt werden. Als letzter Schritt wird die Untersuchung durchgeführt und anschließend ausgewertet. (Vgl. Huber 1998: S.5)

Die Forschungsbegriffe haben einen ersten Ansatzpunkt gegeben, was Forschendes Lernen darstellt. Durch die Etappen von Huber und Messing wird nun auch deutlich, dass der Forschungsbegriff nicht nur für die großen Forschungszentren und großen Institute reserviert ist, sondern einen allgemeingültigen Charakter hat.

2.2 Begriffsdefinition Forschendes Lernen

Forschendes Lernen wurde zunächst in den sechziger Jahren des 20. Jahrhunderts wiederentdeckt, durch die „Zeit der Studentenproteste [und] der Studienreformbemühungen“ (Bönsch 2002: S.74). In diesen Jahren wird das Forschende Lernen als Begriff der selbstaktiven Lernphase gedeutet, die es dem Lernenden ermöglichen soll, mehr Wissen anzunehmen und anzuhäufen, als es mit Frontalunterricht der Fall ist. In der Bundesassistentenkonferenz aus dem Jahre 1970 wird zum ersten Mal von Forschendem Lernen als hochschuldidaktisches Prinzip gesprochen. Es sollte durch die Einführung dieser Methode, die Aktivität der Studierenden am Erkenntnisprozess gesteigert werden, um sie „auch an der Realisierung potentieller Forschungsaufgaben zu beteiligen.“ (Bönsch 2002: S.74). Es wurde außerdem auch auf mögliche Schwierigkeiten hingewiesen, die im Verlauf eines solchen Prozesses entstehen können. So sollen die Studierenden „mit allen Enttäuschungen, Risiken und Langwierigkeiten, die zum Forschen gehören“ (Bundesassistentenkonferenz 1970: S.11) konfrontiert und sie dadurch auch motiviert werden. Die Bundesassistentenkonferenz gliederte das Forschende Lernen in folgende Etappen:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

2 Etappen des Forschenden Lernens. Eigene Darstellung in Anlehnung an Bundesassistentenkonferenz 1970: S.14f.

Mit Hilfe dieses Konzeptes, sollen möglichst viele Lernende mit dem Thema Forschen in Verbindung kommen. Das Ziel war, das Forschende Lernen als Basis für jeden Studenten zu etablieren, wobei eine realistische Einschätzung im Hinblick auf das Thema eine sehr große und vielleicht sogar unmögliche Darstellung erforderte, da Studenten, damals wie heute, sich automatisch auf ihre Pflichtveranstaltungen stürzen, oder sogar beschränken. Das Forschen wird somit, erst einmal hinten angestellt. (Vgl. Aepkers 2002: S.73f.)

Im schulischen Kontext bedeutet Forschendes Lernen, ein selbstbestimmter, aktiver aber auch produktiver Prozess des Lernens, „bei dem der Lernende die Fragen stellt bzw. das Problem erörtert und sich dann auf den Weg macht – von Einfallsreichtum und Experimentierfreude gestützt – eine Antwort bzw. Lösung herbeizuführen.“ (Aepkers 2002: S.76). Ein solcher Unterrichtsrahmen kann in einem offenen und schülerorientierten Unterricht geschaffen werden, um den Lernenden individuell zu fördern und ihm die Chance zu geben eine eigene Problemlösekompetenz zu entwickeln. Beim Forschenden Lernen steht nicht das Endergebnis im Vordergrund, sondern der individuelle Lernprozess. Es soll recherchiert und geforscht werden, immer im Hinblick auf die eigene Fragestellung, die zu diesem Prozess geführt hat. Das „Unklare wird [somit] zum Ausgangssuchen für eigenes Suchen, Forschen, [und] Explorieren.“ (Bönsch 2000: S.135). Es gibt jedoch auch Überschneidungspunkte mit dem Bereich des Entdeckenden Lernens. Entdeckendes Lernen wird in Form von Essays dargestellt, die die Konzepte eher darbietend präsentieren. Sie hat eher weniger mit Forschung zu tun und kann somit auch nur teilweise mit Forschendem Lernen in Verbindung gebracht werden. Beide bedienen sich der Formulierung von Hypothesen und Forschungsfragen, jedoch ist das Ergebnis und die Präsentation in beiden Fällen eine andere. (Vgl. Aepkers 2002: S.76)

Forschendes Lernen kann somit als eine Methode beschrieben werden, die versucht, individuelle Vorkenntnisse zu aktivieren, diese in individuelle Fragestellungen weiter zu lenken und als Ergebnis die gemeinsame, soziale Perspektive der unterschiedlichen Ergebnisse zu vereinen. Somit wird aus individuellem Lernen ein gemeinsames Lernen, das die individuellen Lernwege in ein soziales und interaktives Lernen münden lässt. Es wird versucht, ein Gleichgewicht zwischen dem individuellen und dem gemeinschaftlichen Lernen zu schaffen, das durch Interaktionen unter den Schülerinnen und Schüler realisiert werden. Die Lernenden können durch die Interaktion untereinander über die Ergebnisse und den Verlauf sprechen, und können somit im Gespräch die fachwissenschaftliche Richtung der Anderen erkennen oder erhalten Unterstützung von Schülerinnen oder Schüler, die denselben Weg gewählt haben. (Vgl. Brunner 2001: S.39f.)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

3 eigene Darstellung in Anlehnung an: Brunner 2001: S.39f.

Zusammenfassen kann also gesagt werden, dass Forschendes Lernen eine „Auseinandersetzung der Schüler mit Frage- und Problemstellung [darstellt], wobei die zugehörigen Antworten oder Lösungsansätze nicht von der Lehrkraft mitgeteilt, sondern möglichst eigenständig ergründet werden.“ (Arndt 2013: S.93)

[...]

Ende der Leseprobe aus 15 Seiten

Details

Titel
Forschendes Lernen. Die Methode im Wirtschaftslehreunterricht
Hochschule
Pädagogische Hochschule Weingarten
Note
1,5
Autor
Jahr
2015
Seiten
15
Katalognummer
V366841
ISBN (eBook)
9783668455788
ISBN (Buch)
9783668455795
Dateigröße
532 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Forschendes Lernen, Methode, Wirtschaf
Arbeit zitieren
Madeline Kaufmann (Autor), 2015, Forschendes Lernen. Die Methode im Wirtschaftslehreunterricht, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/366841

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