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Anfänge und Kontinuität des Antisemitismus

Antisemitismus – Ausbeutung – Unterdrückung. Band 1

Titel: Anfänge und Kontinuität des Antisemitismus

Diskussionsbeitrag / Streitschrift , 2017 , 42 Seiten

Autor:in: Heiner Ehrbeck (Autor:in)

Geschichte Europas - Mittelalter, Frühe Neuzeit
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Dieser Beitrag über die Geschichte des europäischen Antisemitismus beginnt ab ca. 500 v. Chr. und schließt die Verrechtlichung des Antisemitismus ein, wodurch Juden der Status von Leibeigenen des Kaisers zugeschrieben wurde. Grundlegend hierfür waren die Vorarbeiten von Kirchenvater Augustins (354-430 n. Chr.). In der kanonischen Gesetzgebung hat Papst Gregors IX. von 1234 (liber extra) diese Lehre rechtlich festgeschrieben. Kaiser Friedrich II. (1212-1250) übernahm die diskriminierende Regelung in das staatl. Recht. Erst mit der Emanzipation Anfang des 19. Jh. wurde diese Rechtlosigkeit der Juden aufgehoben.
Der Text behandelt die Schuldeingeständnisse von Kirche und Staat, macht einen Exkurs über das unterschiedliche Denken im Judentum und Christentum, und betrachtet schließlich den Umgang von staatlicher Politik mit den Juden, einschließlich der Kammerknechtschaft und der Haltung von Luther und des Protestantismus.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Definition: Antisemitismus

2. Schuldbekenntnisse von Kirchen und Staat

2.1. Katholische Kirche

2.2. Evangelische Kirche

2.3. Staat

3. Historische Entwicklung des Antisemitismus

3.1. Judentum bis zur Zerstörung des Tempels im Jahre 70 n. Chr.

3.2. Allmähliche Entwicklung zum Christentum

3.3. Christentum: Vom Staatsfeind zur Staatsreligion am 28. 02. 380

3.4. Kirchenväter verschärfen das Auseinandergehen

3.5. Konzile

3.6. Wirkung des Judenhasses

4. Staatlicher Politik

4.1. Kammerknechtschaft

4.1.1. Kommerzialisierung durch Regionalisierung

4.1.2. Judenschuldentilgung

4.1.3. Weitere antisemitische Maßnahmen

4.2. Protestantismus

5. Schlussbemerkung

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die historischen Wurzeln und die Kontinuität des Antisemitismus in Deutschland über einen Zeitraum von mehr als 2000 Jahren, wobei insbesondere die Rolle von Staat und Kirchen als Akteure und Treiber dieser Politik analysiert wird.

  • Entwicklung und Definition des Antisemitismusbegriffs
  • Die Rolle christlicher Kirchen bei der Verbreitung von Judenhass
  • Staatliche Instrumentalisierung von Antisemitismus (Kammerknechtschaft)
  • Wirtschaftliche Motivationen hinter judenfeindlichen Maßnahmen
  • Der Einfluss Martin Luthers auf den deutschen Antisemitismus

Auszug aus dem Buch

3.2. Christentum: Vom Staatsfeind zur Staatsreligion am 28. 02. 380

Mit der Ausdehnung des Römischen Reichs sah der Kaiser die Notwendigkeit zur Einführung eines einheitlichen Staatskults, der die religiösen Sitten und Bräuche einer Vielzahl unterworfener Völker überwölben konnte, um die Reichsangehörigen an Staat und Kaiser zu binden. Diese Funktion sollte durch den Kaiserkult erzielt werden. Bereits Augustus hatte neben den höchsten staatlichen Ämtern auch das des Pontifex Maximus, des obersten Priesters aller Religionen, übernommen. Er stellte die Religion in den Dienst seiner politischen Entscheidungen. Eine derartige Instrumentalisierung der Religion sollte offiziell in Deutschland bis zum Ende des 1. Weltkriegs 1918 als Kaiser Wilhelm II als höchster protestantischer Bischof (Summus Episcopus) auch von diesem Amt zurücktrat. Bis zu dieser Zeit wurden die meisten verstorbenen Kaiser rituell als göttliche Kräfte der staatlichen Macht und als Schutzgötter des Reiches verehrt. Zusätzlich zum Staatskult war die Person des Kaisers selbst mit der göttlichen Aufgabe als Heilsbringer für den römischen Staat beauftragt.

Mit dem Regierungsantritt christenfreundlicherer Kaiser nahmen antisemitische Tendenzen in der Gesetzgebung zu. Antisemitische Polemik ging mit zeitlicher Verzögerung in zunehmendem Maße in die staatliche Gesetzgebung ein. Gesetze unter den Kaisern Antonius Pius 138-168 n. Chr.) und seinen Nachfolgern verboten den Christen den Übertritt zum Judentum. Seit Konstantins Sieg über seinen Mitkaiser Licinius 324 n.Chr. bei Byzanz begann ein Prozess, der das Christentum auch in Palästina seinen Triumphzug auf Kosten des Judentums antreten ließ. Während die Christen nun Juden zu ihren größten Feinden erklärten, fühlten sich weltliche Kaiser wie der Kaiser Diokletian, wegen des starken Zustroms zu den Christen zu Beginn des 4. Jahrhunderts n. Chr. nicht von Juden, sondern von den Christen in ihrer Machtstellung bedroht. Der Zusammenstoß zwischen römischem Staat und christlicher Kirche ergab sich aus der Unterscheidung der christlichen Lehre zwischen dem Reich Gottes und dem Reich dieser Welt, sowie aus der Verweigerung des Kaiseropfers und dem Widerstand gegen den Anspruch auf Vergöttlichung der späteren Kaiser.

Zusammenfassung der Kapitel

Definition: Antisemitismus: Erläutert die Grundlage des Vortrags, die sich auf die Definition des unabhängigen Expertenkreises der Bundesregierung von 2011 stützt.

Schuldbekenntnisse von Kirchen und Staat: Dokumentiert den späten Prozess der Aufarbeitung der Mitschuld am Holocaust durch die katholische und evangelische Kirche sowie den deutschen Staat.

Historische Entwicklung des Antisemitismus: Analysiert die jahrhundertelange Entwicklung der Judenfeindlichkeit von der Antike über die Entstehung des Christentums bis hin zu den antijüdischen Beschlüssen der Konzile.

Staatlicher Politik: Untersucht die rechtliche und ökonomische Ausbeutung von Juden, insbesondere durch das System der Kammerknechtschaft und die Judenschuldentilgung.

Protestantismus: Beleuchtet Luthers extremen Antisemitismus und dessen prägenden Einfluss auf die evangelische Kirche und spätere politische Akteure.

Schlussbemerkung: Resümiert, dass Antisemitismus eine politische Konstante in der deutschen Geschichte war und bis heute eine Herausforderung bleibt.

Schlüsselwörter

Antisemitismus, Kirche, Staat, Kammerknechtschaft, Judenschuldentilgung, Holocaust, Martin Luther, Christentum, Judentum, Geschichte, Diskriminierung, Judenhass, Konzilien, Hoffaktorentum, Religionspolitik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der historischen Kontinuität des Antisemitismus in Deutschland über einen Zeitraum von mehr als 2000 Jahren und dessen Verankerung in staatlichem und kirchlichem Handeln.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zentrale Themen sind die Rolle der Kirchen bei der Dämonisierung des Judentums, die staatliche Praxis der finanziellen Ausbeutung (Kammerknechtschaft) und der judenfeindliche Einfluss der Reformation.

Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Antisemitismus als politisches Instrument zur Konsolidierung von Macht und zur wirtschaftlichen Ausbeutung durch die Jahrhunderte genutzt wurde.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zur Anwendung?

Die Arbeit nutzt eine historische Quellenanalyse, wobei sie sich auf zahlreiche zeitgenössische Dokumente, kirchliche Schriften und historische Urkunden stützt.

Welche Kernpunkte werden im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die historische Entwicklung der Judenfeindlichkeit, die staatlichen Reglementierungen wie die Kammerknechtschaft und die judenfeindlichen Forderungen Martin Luthers.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?

Die zentralen Schlagworte sind Antisemitismus, Kammerknechtschaft, Kirchengeschichte, staatliche Diskriminierung und Judenschuldentilgung.

Was war die Rolle der "Kammerknechtschaft" für Juden?

Die Kammerknechtschaft war ein juristischer Status, der Juden rechtlos stellte und als Objekte der herrschaftlichen Finanzpolitik definierte, die vom Kaiser oder anderen Territorialherren nach Belieben ausgebeutet werden konnten.

Welche Bedeutung hatten die "Judenschuldentilgungen"?

Diese Maßnahmen erlaubten es christlichen Herrschern, jüdische Forderungen und Zinspflichten per Dekret für nichtig zu erklären, um sich auf Kosten der jüdischen Minderheit der eigenen Verschuldung zu entledigen.

Wie bewertet der Autor Luthers Einfluss?

Der Autor stellt fest, dass Martin Luthers extremer Antisemitismus für den Protestantismus prägend war und dass dessen Forderungen in der späteren Geschichte, insbesondere durch die Nationalsozialisten, drastisch exekutiert wurden.

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Details

Titel
Anfänge und Kontinuität des Antisemitismus
Untertitel
Antisemitismus – Ausbeutung – Unterdrückung. Band 1
Autor
Heiner Ehrbeck (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2017
Seiten
42
Katalognummer
V367025
ISBN (eBook)
9783668548763
ISBN (Buch)
9783668548770
Sprache
Deutsch
Schlagworte
anfänge kontinuität antisemitismus ausbeutung unterdrückung juden
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Heiner Ehrbeck (Autor:in), 2017, Anfänge und Kontinuität des Antisemitismus, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/367025
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  42  Seiten
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