Diese Facharbeit geht zunächst auf die Grundlagen einer Suchterkrankung und die der Neurobiologie (Aufbau zentrales Nervensystem; Limbische System; Synapsen; wichtigste Neurotransmitter; etc.) ein. Anschließend fand eine genaue Auseinandersetzung mit den kurz- und langfristigen neurobiologischen Veränderungen im Verlauf einer Suchterkrankung statt.
Um die Symptome mit den Veränderungen vergleichen zu können, wurden an Alkoholismus Erkrankte befragt, die sich zur Zeit in Therapie befanden.
Inhaltsverzeichnis
I. Einleitung
II. Alkoholismus
II.1 Definition
III. Die neurobiologischen Grundlagen
III.1 Aufbau und Funktion des zentralen Nervensystems
III.1.1 Das limbische System
III.1.1.1 Das Belohnungssystem
III.1.1.2 Amygdala
III.1.2 Neuronales Netzwerk: Neuronen, Synapsen und Neurotransmitter
III.1.2.1 Neuronen
III.1.2.2 Synapsen
III.1.2.3 Neurotransmitter
III.1.2.3.1 Dopamin
III.1.2.3.2 Serotonin
III.1.2.3.3 Gamma-Aminobuttersäure (GABA)
III.1.2.3.4 Glutamat
IV. Die neurobiologischen Auswirkungen durch Alkoholismus
V. Empirische Untersuchung
V.1 Auswertung
VI. Resümee
VII. Anhang
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die neurobiologischen Auswirkungen von lang- und kurzfristigem Alkoholkonsum bei einer bestehenden Alkoholabhängigkeit und vergleicht diese theoretischen Erkenntnisse mit den Selbsteinschätzungen von Teilnehmern einer ambulanten Suchttherapiegruppe.
- Grundlagen des zentralen Nervensystems
- Neurobiologische Prozesse im Belohnungssystem und an Synapsen
- Wirkweise von Neurotransmittern wie Dopamin, GABA und Glutamat
- Veränderungen durch Alkoholkonsum und Entzugssymptomatik
- Empirische Validierung durch Probandenbefragungen
Auszug aus dem Buch
III.1.1 Das limbische System
Der bei der Alkoholabhängigkeit wichtigste Teil des Gehirns stellt das limbische System dar, welches genau genommen keine Gehirnstruktur ist. Es ist ein neuronales Netzwerk, zu dem bestimmte Strukturen wie der Hippocampus und die Amygdala gehören.
Außerdem hängt das limbische System sehr eng mit dem Hypothalamus und dem Präfrontalem Kortex zusammen. Das limbische System hat sowohl Einfluss auf das endokrine als auch auf das autonome Nervensystem.
Das endokrine System ist für die Hormonsekretion verantwortlich, das autonome für die unwillkürlichen Körperfunktionen, wie z.B. die Atmung oder den Herzrhythmus, und für die Aufrechterhaltung der Homöostase, also des inneren Gleichgewichts.
Im Grunde stellt das limbische System eine Sammelstelle für Informationen aus verschiedenen Hirnregionen dar, welche dafür verantwortlich ist, dass zu den jeweiligen Situationen eine angemessene Reaktion ausgeführt wird (vgl. Axess, kein Datum, 13). Laut Beyer et al. (2013; 251) ist das limbische System entscheidend an der Übertragung von Informationen ins Langzeitgedächtnis beteiligt, da es für die emotionale Bewertung zuständig ist.
Zusammenfassung der Kapitel
I. Einleitung: Vorstellung der Forschungsfrage bezüglich der neurobiologischen Konsequenzen von Alkoholkonsum und der methodische Ansatz der Literaturanalyse kombiniert mit einer empirischen Erhebung.
II. Alkoholismus: Definition des Begriffs Alkoholismus und Abgrenzung der Diagnosekriterien nach ICD-10 für die weitere Untersuchung.
III. Die neurobiologischen Grundlagen: Detaillierte Darstellung der Funktionsweise des zentralen Nervensystems, des limbischen Systems sowie der neuronalen Informationsübertragung durch Neurotransmitter.
IV. Die neurobiologischen Auswirkungen durch Alkoholismus: Analyse der kurz- und langfristigen neurobiologischen Veränderungen durch Alkoholkonsum, inklusive Toleranzentwicklung und Entzugserscheinungen.
V. Empirische Untersuchung: Durchführung und deskriptive Auswertung einer Fragebogenstudie bei 25 Probanden einer ambulanten Suchttherapie zu verschiedenen Symptomen.
VI. Resümee: Kritische Reflexion der Untersuchungsergebnisse im Vergleich zur Fachliteratur und Einordnung in das bio-psycho-soziale Modell der Abhängigkeit.
VII. Anhang: Auflistung der verwendeten Literatur, des Abbildungsverzeichnisses sowie der verwendeten Fragebögen und Diagramme.
Schlüsselwörter
Alkoholabhängigkeit, Neurobiologie, Belohnungssystem, Dopamin, GABA, Zentrales Nervensystem, Amygdala, Entzugssymptome, Sucht, Homöostase, Synapse, Glutamat, Empirische Untersuchung, Hirnfunktionen, Neurotransmitter.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Facharbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit den neurobiologischen Veränderungen im menschlichen Gehirn, die durch eine chronische Alkoholkonsumerkrankung hervorgerufen werden.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die Schwerpunkte liegen auf der Anatomie des Nervensystems, der Funktionsweise neuronaler Netzwerke sowie der Interaktion von Alkohol mit spezifischen Botenstoffen im Gehirn.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, die Auswirkungen von Alkoholkonsum auf das Belohnungssystem und andere Hirnstrukturen darzulegen und die theoretische Literatur mit den Erfahrungen betroffener Probanden abzugleichen.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Autorin nutzt eine Kombination aus einer fundierten Literaturanalyse und einer eigenen empirischen Fragebogenstudie unter Teilnehmern einer Suchttherapie.
Was wird im Hauptteil der Arbeit detailliert untersucht?
Der Hauptteil analysiert die neurobiologischen Grundlagen, die spezifischen Wirkungen von Alkohol auf Rezeptoren sowie die psychischen und physischen Entzugssymptome.
Welche Begriffe beschreiben die Arbeit am besten?
Die wichtigsten Schlagworte sind Alkoholabhängigkeit, Dopaminausschüttung, neuronale Adaption und das Belohnungssystem.
Warum stimmen die empirischen Daten nicht immer mit der Literatur überein?
Die Abweichungen lassen sich unter anderem durch die kleine Gruppengröße, die Anonymität der Befragung und die unterschiedlichen Krankheitsstadien der Probanden erklären.
Welche Rolle spielt die Amygdala bei einer Alkoholsucht?
Die Amygdala ist entscheidend für emotionale Bewertungen; ihr Wegfall durch Entzug trägt zur Verstärkung von Dysphorie, Angst und Panik bei.
Wie erklärt die Arbeit das Phänomen der Toleranzentwicklung?
Die Toleranz wird durch adaptive Vorgänge im Gehirn erklärt, wie etwa die Hochregulierung von Rezeptoren, wodurch der Organismus versucht, trotz Konsum ein inneres Gleichgewicht zu halten.
Welches Modell wird zur Einordnung der Sucht verwendet?
Die Arbeit nutzt das bio-psycho-soziale Modell, welches Sucht nicht nur rein biologisch, sondern als Zusammenspiel von Individuum, Suchtmittel und Umgebung betrachtet.
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- Corinna Dörr (Author), 2016, Die neurobiologischen Auswirkungen im Verlauf einer Suchterkrankung am Beispiel von Alkoholismus, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/367027