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Die ESVP im Kontext nationaler Interessen - am Beispiel Großbritannien, Frankreich und Deutschland

Title: Die ESVP im Kontext nationaler Interessen - am Beispiel Großbritannien, Frankreich und Deutschland

Seminar Paper , 2005 , 17 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Cornelia Wolf (Author)

Politics - Topic: European Union
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Der Gedanke einer europäischen Sicherheits- und Verteidigungspolitik ist eigentlich recht alt. Auch wenn die Europäische Union (EU) bisher vorrangig als Wirtschaftsgemeinschaft auftrat und sich eine starke Position im Welthandelssystem verschaffte, war es das Ziel der europäischen Gründungsväter, den Frieden zu sichern. Dass die europäische Sicherheits- und Verteidigungspolitik (ESVP) dennoch erst eine recht junge Geschichte aufweist, liegt vor allem daran, dass sich die EU-Staaten häufig auf-grund nationaler Strategien nicht einigen konnten. Denn in der ESVP stehen für Nationalstaaten Sou-veränitätstraditionen einer europäischen Vergemeinschaftung gegenüber. (...)
Europas Sicherheit hat Bedarf an politischen Entscheidungen, die europäischer geprägt sind als in der Vergangenheit. Der bestehende Mangel einer politischen Gesamtvision, einem handlungsmotivierenden europäischen Interesse der Mitgliedstaaten lässt Fragen über die Zukunft der ESVP bezüglich der Entscheidungs- und Handlungsfähigkeit aufkommen. In nun Folgenden sollen daher anhand der drei größten und bedeutsamsten Triebkräfte Europas– Großbritannien, Frankreich und Deutschland – und ihrer verschiedenen politischen Kulturen, Traditionen und Rollenverständnisse und den daraus resultierenden unterschiedlichen sicherheitspolitischen Interessen die Probleme einer handlungsfähigen ESVP in naher Zukunft gezeigt werden. Die sich daraus ergebenden Folgen und Perspektiven werden anschließend in einem Ausblick zusammengefasst.

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Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung: Entwicklung einer Europäischen Sicherheits- und Verteidigungspolitik

II. Die ESVP im Kontext nationaler Interessen

1. Großbritannien

1.1 Ursachen britischer Europa-Skepsis

1.2 Die britische Wende von St. Malo

2. Frankreich

2.1 Integration und Unabhängigkeit – Konstanten Französischer Außenpolitik

2.2 Eine starke ESVP: nicht gegen, sondern mit der NATO

3. Deutschland

3.1 Emanzipation und Pragmatismus

3.2 Deutschland zwischen den Stühlen

III. Ausblick: ESVP Souveränität und Integration

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht die Entwicklung der Europäischen Sicherheits- und Verteidigungspolitik (ESVP) und analysiert, inwieweit unterschiedliche nationale Interessen, politische Traditionen und strategische Kulturen der drei führenden Mächte – Großbritannien, Frankreich und Deutschland – eine handlungsfähige und kohärente europäische Sicherheitspolitik beeinflussen oder behindern.

  • Historische Genese der Europäischen Sicherheits- und Verteidigungspolitik.
  • Analyse der sicherheitspolitischen Strategien und Interessen Großbritanniens, Frankreichs und Deutschlands.
  • Untersuchung des Spannungsfeldes zwischen nationaler Souveränität und europäischer Integration.
  • Bewertung der Rolle der NATO im Kontext der europäischen Verteidigungsbestrebungen.
  • Diskussion über Kapazitäten, Reformbedarf und zukünftige Handlungsmöglichkeiten der EU.

Auszug aus dem Buch

1. Großbritannien

Die Sicherheits- und Verteidigungspolitik Großbritanniens setzt sich vor allem aus drei Komponenten zusammen: Erstens spielt die NATO, in der Großbritannien großen Einfluss besitzt, eine zentrale Rolle. Es pflegt enge Beziehungen zu Washington, die historisch durch gemeinsame Wurzeln und der daraus resultierenden „spezial relationship“ begründet sind. „Die NATO präsentiert sich (...) als ideales Vehikel, um die USA weiterhin an Europa zu binden und bietet dadurch zusätzlich die Möglichkeit, britische Macht und Einfluss auf die europäischen Verhältnisse auszuüben.“12 Großbritannien liegt als „Bindeglied“ zwischen den USA und Europa daran, den Einfluss der NATO in Europa zu erhalten. Hinzu kommt, dass militärische Mittel in Großbritannien eine große Rolle spielen. Auch die britische Bevölkerung ist größtenteils positiv zum Einsatz militärischer Streitkräfte eingestellt. Europa aber wurde aus Mangel an militärischen Fähigkeiten nicht für fähig gehalten, Verteidigungsstrukturen aufzubauen.

Dies machte es von Anfang an notwendig, sich verstärkt in der NATO zu engagieren und zu hoffen, dass sich die Vereinten Staaten im Rahmen der NATO weiterhin an der Sicherheit Europas beteiligen. Zweitens verfolgt London, wie auch Frankreich einen intergouvernementalen Ansatz im Bereich der Sicherheitspolitik, um möglichst wenig nationalstaatliche Souveränität auf Institutionen der EU zu übertragen. Und schließlich orientiert sich Großbritannien drittens in strategischen Fragen pragmatisch an konkreten Aufgaben. Strukturfragen sind eher hintergründig.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Entwicklung einer Europäischen Sicherheits- und Verteidigungspolitik: Dieses Kapitel erläutert den historischen Kontext und die Entwicklung der ESVP von den frühen europäischen Einigungsversuchen bis hin zur Institutionalisierung nach dem Vertrag von Maastricht.

II. Die ESVP im Kontext nationaler Interessen: Dieser Hauptteil analysiert die unterschiedlichen sicherheitspolitischen Ansätze, nationalen Interessen und strategischen Prioritäten der drei Hauptakteure Großbritannien, Frankreich und Deutschland.

1. Großbritannien: Untersucht die historisch skeptische Haltung Londons gegenüber europäischer Integration im Verteidigungsbereich und die britische sicherheitspolitische Ausrichtung mit Fokus auf die NATO.

1.1 Ursachen britischer Europa-Skepsis: Beleuchtet die historischen Wurzeln der britischen Zurückhaltung gegenüber einer EU-Verteidigungspolitik sowie die Sorge um den Souveränitätsverlust.

1.2 Die britische Wende von St. Malo: Analysiert den Kurswechsel unter Tony Blair und die Bedeutung des französisch-britischen Gipfels als offizielle Geburtsstunde der ESVP.

2. Frankreich: Thematisiert das französische Streben nach einer eigenständigen Verteidigungspolitik ("Europe puissance") und das Bemühen um Gleichgewicht gegenüber der NATO.

2.1 Integration und Unabhängigkeit – Konstanten Französischer Außenpolitik: Beschreibt das Spannungsfeld zwischen dem Wunsch nach europäischer Handlungsfähigkeit und der Wahrung nationaler Autonomie nach dem de Gaulle'schen Erbe.

2.2 Eine starke ESVP: nicht gegen, sondern mit der NATO: Erläutert die französische Erkenntnis, dass eine europäische Sicherheitspolitik nur in Kooperation mit der NATO Aussicht auf Erfolg hat.

3. Deutschland: Analysiert die deutsche Rolle als Befürworter der ESVP, die jedoch von außenpolitischen Dilemmata zwischen transatlantischer Bindung und europäischer Integration geprägt ist.

3.1 Emanzipation und Pragmatismus: Erklärt das deutsche Bestreben, durch Einbindung in europäische Strukturen Souveränität und Ansehen zurückzugewinnen.

3.2 Deutschland zwischen den Stühlen: Diskutiert die spezifischen Herausforderungen Deutschlands, wie die Modernisierung der Bundeswehr und die Positionierung zwischen Washington und Paris.

III. Ausblick: ESVP Souveränität und Integration: Fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet die Zukunftsaussichten einer handlungsfähigen europäischen Sicherheitspolitik im Spannungsfeld zwischen nationaler Souveränität und supranationaler Integration.

Schlüsselwörter

ESVP, GASP, Europäische Union, NATO, Sicherheitspolitik, Verteidigungspolitik, Großbritannien, Frankreich, Deutschland, Souveränität, St. Malo, Integration, Krisenbewältigung, transatlantische Beziehungen, intergouvernementaler Ansatz.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Entstehung und Entwicklung der Europäischen Sicherheits- und Verteidigungspolitik (ESVP) und analysiert, wie diese durch die nationalen Interessen der EU-Mitgliedstaaten geprägt wird.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind der Aufbau der ESVP, das Spannungsverhältnis zwischen nationaler Souveränität und europäischer Integration sowie die sicherheitspolitischen Strategien von Großbritannien, Frankreich und Deutschland.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das primäre Ziel ist es, aufzuzeigen, wie unterschiedliche politische Traditionen und nationale Interessen der drei führenden Mächte die Entwicklung einer kohärenten europäischen Sicherheits- und Verteidigungspolitik beeinflussen und vor welche Herausforderungen dies die EU stellt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine vergleichende Analyse der außen- und sicherheitspolitischen Ansätze der drei genannten Nationalstaaten unter Einbeziehung relevanter Fachliteratur und offizieller Dokumente.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in Länderanalysen (Großbritannien, Frankreich, Deutschland), in denen deren historischer Hintergrund, aktuelle strategische Ausrichtung und ihre spezifischen Probleme oder "Spagate" im Kontext der ESVP detailliert untersucht werden.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den wichtigsten Begriffen gehören ESVP, Sicherheitspolitik, nationale Interessen, NATO, Souveränität und Integration.

Warum spielt der Gipfel von St. Malo eine so zentrale Rolle für Großbritannien?

Der Gipfel von St. Malo markiert eine deutliche sicherheitspolitische Wende der britischen Regierung unter Tony Blair, die den Weg für die offizielle Geburtsstunde der ESVP ebnete und die bisher skeptische Haltung Großbritanniens gegenüber einer europäischen Verteidigungsinitiative aufbrach.

Welcher "Spagat" charakterisiert die deutsche Sicherheitspolitik?

Deutschland befindet sich laut Analyse in einem "dreifachen Spagat": zwischen der transatlantischen Bindung (USA/NATO) und dem europäischen Partner Frankreich, zwischen Berufs- und Wehrpflichtarmee sowie zwischen dem Bedarf an Modernisierung der Bundeswehr und restriktiven Haushaltsplänen.

Was ist das zentrale Dilemma Frankreichs bei der ESVP?

Frankreich strebt einerseits nach europäischer Handlungsfähigkeit und militärischer Autonomie, möchte jedoch gleichzeitig die eigene nationale Sonderrolle und Souveränität wahren, was zu einer mitunter widersprüchlichen Haltung gegenüber europäischen Institutionen führt.

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Details

Title
Die ESVP im Kontext nationaler Interessen - am Beispiel Großbritannien, Frankreich und Deutschland
College
Catholic University Eichstätt-Ingolstadt
Course
PS Einführung in die Internationale Politik
Grade
1,0
Author
Cornelia Wolf (Author)
Publication Year
2005
Pages
17
Catalog Number
V36707
ISBN (eBook)
9783638362528
ISBN (Book)
9783640319121
Language
German
Tags
ESVP Kontext Interessen Beispiel Großbritannien Frankreich Deutschland Einführung Internationale Politik Sicherheitspolitik Europa
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Cornelia Wolf (Author), 2005, Die ESVP im Kontext nationaler Interessen - am Beispiel Großbritannien, Frankreich und Deutschland, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/36707
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