Die Besteuerung unter deutscher Kolonialherrschaft in Kamerun im Bezirksamt Duala (1903-1913)


Wissenschaftlicher Aufsatz, 2017
89 Seiten, Note: 13

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Widmung

Danksagung

Vorwort

Abkürzungen

Résumé

Einführung

Zum Thema

Problematik und Hypothesen

Stand der Forschung

Methode der Arbeit

Aufbau der Arbeit

KAPITEL I : DUALA : VOR DEUTSCHER KOLONIALZEIT 1. Die Darstellung von der Duala vor der deutschen Kolonialzeit
1.1 geographische Situation
1.2 Die Bevölkerung in Duala
1.2 Politisches Leben in der Duala
1.3 Die Gerichtsbarkeit
1.4 Die Wirtschaft
1.5.1 Die Landwirtschaft
1.5.2 Der Handel
1.5.2.1 Der Handel an der Küste
1.5.2.2 Der Handel mit Binnenstämmen
1.6 Die Erziehung
1.7 Die Religion : das Ngondo

KAPITEL DIE EINFÜHRUNG UND ERHEBUNG DER STEUER IN DEM BEZIRKSAMT DUALA
2.1 Zur Begriffsbestimmung : Steuer
2.2 Zur Auseinandersetzung betreffend die Steuereinführung in den deutschen Kolonien
2.2.1 Die Gegner zu der Steuereinführung
2.2.2 Die Befürworter der Steuereinführung
2.3 Die Gründe für die Einführung der Steuer
2.3.1 währungspolitische Gründe
2.3.2 finanzielle Gründe
2.3.3 Die Steuer als Erziehungsfaktor
2.4 Die Maßnahmen zur Einführung der Steuer in dem Duala Bezirksamt
2.4.1Verordnung des Gouverneurs von Kamerun, betreffend Erhebung einer Kopfsteuerim Verwaltungsbezirk Duala vom 16 Mai 1903
2.4.2 Verordnung des kaiserlichen Gouverneurs von Kamerun betreffend Einführung einer Hundsteuer im Stadtbezirk Duala3
2.4.3 Verordnung des Gouverneurs betreffend die Erhebung einer Wohnungssteuer im Schutzgebiet Kamerun
2.5 Die Steuerformen
2.5.1 Die Kopfsteuer
2.5.2 Die Wohnungssteuer
2.5.3Die Hüttensteuer
2.6 Die Steuerzahlungsmöglichkeiten
2.6.1 Die Steuerzahlung InBar
2.6.2 Die Steuerzahlung InArbeit
2.7 Die Kriterien zur Einziehung der Steuer
2.7.1Die Ehelage
2.7.2 Das Geschlecht
2.7.3 Die Hautfarbe
2.8 Die Strategien zur Einziehung der Steuer
2.8.1 Der Häuptling als Kollaborateur der deutschen Kolonialverwaltung
2.8.2 Die Instrumentalisierung der Häuptlinge bei der Steuererhebung
2.8.3 Die Instrumentalisierung der Schutztruppen

Kapitel III: DIE AUSWIRKUNG DER STEUER IM BEZIRKSAMT DUALA
3.1 Die Rolle der Häuptlinge in der politischen Kolonialwirtschaft
3.1.1 Die Umstrukturierung politischer Rolle der Häuptlinge
3.1.2 Die Rolle der Häuptlinge bei der Arbeiterwerbung
3.1.3 Die Häuptlinge und die Bestechung
3.1.2 Die Rolle der Häuptlinge bei der Arbeiterwerbung
3.2.2 Die Steuer als Ursache der indirekten Zwangsarbeit und Entstehung einer Arbeiterklasse
3.3. Die Steuer und die Bearbeitung eines Arbeitsgesetzbuches
3.3.1 Die Rolle der Häuptlinge bei der Arbeiterwerbung
3.3.2Die Häuptlinge und die Bestechung
3.3.4 Die Steuer als Ursache der indirekten Zwangsarbeit und Entstehung einer Arbeiterklasse
3.3.5 Die Steuer und die Bearbeitung eines Arbeitsgesetzbuches
3.4 Die Arbeitsbedingungen
3.5 Die Rolle der Steuer fur die Modernisierung
3.6.1. Bau von Infrastituren
3.7 Soziale Auswirkungen der Steuer
3.7.1 Die Zertstoren ung der sozialen Hierachisierung
3.7.2 Auf der Ebene der Familie
3.7.3 Auf der Ebene der Schule
3.4 Der passive Protest der Duala gegen die Steuer

Schlussbetrachtung

Anhang

Literaturverzeichnis

Widmung

Meine Arbeit widme ich meinen verstorbenen Großvätern MOUAFO TAMBO JOSEPH RAYMOND und TAZANOU Martin.

Vorwort

Meines Wissens wird keine Untersuchung über die Besteuerung in Kamerun unter der Kolonialzeit ausgeführt. Die vorliegende Arbeit stellt sich die Aufgabe, die Steuer in Kamerun unter deutscher Kolonialherrschaft zu untersuchen.

Der Anstoß dazu ging von einem Praktikum, das ich letztes Jahr (2011) bei der Gesellschaft FOKOU ausgeführt habe. Die meisten Kunden klagten sich über die Mehrwertsteuer, die zu hoch war. Im Laufe dieses Jahres hat das Ministerium für die Grund-und Bodenangelegenheiten erlassen, dass alle Eigentümer von den Stücken Boden eine Steuer zahlen müssten. Die beiden Bemerkungen haben mich dazu geführt, mich mit der Besteuerung in Kamerun zu beschäftigen. Aber eine solche Untersuchung benötigt, dass man zuerst nach dem Ursprung der Besteuerung in Kamerun suchte1. Das heißt, es geht darum, zu untersuchen, ob die Kameruner die Steuer vor der Kolonialzeit zahlen. Die Auseinandersetzung mit den Quellen des Nationalarchivs Jaunde hat mir erlaubt, zu wissen, dass die Kameruner der Kolonialregierung keine Steuer vor der Kolonialzeit zahlten. Es gab aber eine Steuerform „Kumi", die die europäischen Händler der Duala Häuptlingen zahlen mussten, als sie mit ihren Handelsschiffen an die Küste Duala anlegten. „Kumi" war also eine Steuerform, die gezahlt werden musste, bevor europäische Waren in das Inneren Kameruns durch die Duala Händler in Umlauf gebracht wurden. Während der deutschen Kolonialherrschaft wurde die Steuer durch die Kolonialregierung eingeführt und erhoben. Die Steuer war also eine bloße Erfindung der Deutschen. Alle Maßnahmen zur Einführung und Einziehung der Steuer waren mit außenorientierten Gesetzen geregelt, um die kapitalistischen Instinkte zu stillen.

Die nachkolonialen Steuerzahler wissen nichts über den Ursprung der Steuer in Kamerun. Sie wissen sogar nicht, wie, warum und wann die Steuer eingeführt wurde. Sie wissen nur etwas: Steuer zahlen ist eine Pflicht, die sie erfüllen müssen.

Heute kann zweifellos festgestellt werden, dass die während der deutschen Kolonialherrschaft verschiedenen eingeführten Steuerformen immer entzogen werden und zur Finanzierung von Projekten in Kamerun dienen. Man könnte daraus schließen, dass die Kameruner Regierung die koloniale Steuerpolitik weiterführt.

Es liegt auf der Hand, dass diese Studie dazu dienen kann, die Gründe und die Strategien zur Besteuerung und deren Auswirkungen zu verstehen.

Diese Arbeit hätte ich nicht ohne die Leute erledigen können, die mir helfend dabei begleitet haben. An dieser Stelle möchte ich meinem Betreuer Pr.Dr Gomsu Joseph Dank sagen, der mir mit Ratschlägen und Dokumenten unterstützt hat.

Ich bin auch dazu verpflichtet, den Dozenten der Fremdsprachabteilung der Ecole Normale Superieure de Yaounde - Pr. Dr Mode, Pr.Dr Ngatcha, Dr Nyemb, Dr Ngouebeng, Dr Mbia, Dr Massock und dem verstorbenen Dr Mvondo- für die gute Ausbildung, Dank zu sagen.

Einen großen Dank widme ich meinen Eltern Tassegmo Felix und Mouafo Berthe Lisette für ihre finanzielle moralische Unterstützung und Gebete. Sie haben für meine Erziehung und Ausbildung pausenlos eine wichtige Rolle gespielt. Einen weiteren Dank richte ich an meinen Geschwistern Michelle Edwige, Patricia, Armel, meine Zwillinge Line Arlette und Lea Nicole, meinen Kusinen Nina Rai'ssa, Leonnie, Gabriella, Jores für ihre moralische Unterstützung.

Einen persönlichen Dank widme ich meinen Freunden Nana Kouamo Will, und Anatole Dambe, mit denen ich über meine Schwierigkeiten diskutiert habe, und die mir auch mit den Dokumenten geholfen hat. Bei Makougoum Marie Noele, Donatien Zebaze und Belinga Michel bedanke ich mich auch für ihre Ratschläge und moralische materielle Unterstützung.

Tassegmo Wilfried, Yaunde, 27.JUİİ 2012

Abkürzungen:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Résumé

La présente étude porte sur l'imposition au Cameroun sous le protectorat allemand (1884-1914). Elle vise à expliquer non seulement les raisons pour lesquelles le gouvernement allemand a introduit l'impôt, les stratégies que ce dernier a développées pour l'introduire et le prélever, mais aussi les répercussions sur les populations. Pour mener mon travail de façon scientifique, j'ai porté mon choix sur la ville de Douala parce que sa population, pour des raisons commerciales et son emplacement géographique, était la première à entrer en contact avec les commerçants européens et à subir de ce fait la domination allemande.

Dans mon étude, il en ressort que l'imposition a été introduit par le gouvernement allemand pour faire face aux difficultés financières rencontrées dans les colonies, à l'occurrence du manque des fonds pour l'exploitation des ressources naturelles, la construction des infrastructures et le payement de la main d'œuvre autochtone qui devait servir dans les plantations et la constructions des chemins de fer et des routes. L'imposition qui apparaît donc être une solution concrète à tous ces problèmes qui représentent un obstacle à la Raubpolitik2, a permis l'essor d'une économie orientée vers l'extérieur. C'est-à-dire une économie qui vise à satisfaire les besoins en matières premières des industries de la métropole à travers non seulement l'exploitation de la population camerounaise comme main d'œuvre et contribuable, mais aussi au pillage des ressources naturelles. L'imposition a plus ou moins contribué à l'enrichissement scrupuleux des propriétaires de firmes et plantations allemandes, au succès de la Raubpolitik et surtout à l'asservissement des camerounais. Les Camerounais ne payaient pas l'impôt par patriotisme, mais par contrainte. แS savaient que l'imposition était une forme d'exploitation du colonisé par le colon. L'imposition était donc une stratégie qui consistait à soumettre les camerounais au joug colonial et le maintenir inconditionnellement par le travail forcé ; mais elle était également un instrument de politique économique coloniale pour avoir la mainmise sur les structures politiques et économiques traditionnelles. Elle a donc entraîné la restructuration économique au Cameroun au profit de la métropole en mettant sur pied des structures et infrastructures qui font permettre la poursuite de la Raubpoltik après la fin de la colonisation allemande.

Einführung

Fobrikobeiter und Arme zu besteuern, damit der Reiche noch reicher wird, ist eine Tyrannei.

Leonard Berstein3

Zum Thema

Mit Jammer und Lamento hat die Erinnerung an die deutsche Kolonialherrschaft zu tun. Auch geht es nicht darum, einen Hass gegenüber den deutschen Henkern der kamerunischen Bevölkerung zu schüren. Als afrikanische Forscher liegt es mir lediglich am Herzen, den Weg zum Verstehen der deutschen Kolonialzeit zu erkunden, deren Auswirkungen nach dem Verlust der deutschen überseeischen Besitzungen am Ende des ersten Weltkrieges bis zu den Unabhängigkeitsjahren zu spüren sind. Wie andere afrikanische Länder hat Kamerun nicht nur den Sklavenhandel und die Kolonialherrschaft gelitten, sondern auch eine Umstrukturierung politischer Institutionen durch die Kolonisierenden aus ökonomischen Gründen gekannt. Indiesem Zusammenhang ließen sich europäische Formen von Kolonialwirtschaft, unter denen man die Besteuerung zählte, mit dem Ziel, die Kolonisierten zu unterwerfen und ihre natürlichen Quellen zu plündern, was die Ausbeutung des Kontinents begünstigte. Dieses Phänomen, das mit der Besteuerung zu tun hat, dauert bis heute fort und ist der Entwicklung Kameruns abträglich. Im Zuge der sogenannten Besteuerung waren die afrikanischen Machthaber dazu gezwungen, Hand in Hand mit den Kolonisierenden zu arbeiten, wodurch sie als wichtige Kollaborateure und deren Bevölkerungen als billige Arbeitskraft für deutsche Plantagen und beim Eisenbahnbau und als Steuerzahler galten. Mit gutem Grund darf man die These von Leonard Bernstein zustimmen, wenn er behauptet, dass die Besteuerung darauf abzielte, dass die Kolonisierenden seine Herrschaft über die Kolonisierten üben, um sie zu verarmen.

Ausgehend von dieser Betrachtungsweise möchte ich mich im Rahmen dieser vorliegenden Untersuchung mit drei Hauptfragen befassen, und zwar mit den Fragen warum, wie die Eingeborenen besteuert wurden und welchen waren die Auswirkungen. Die Fragen bilden jeweils einer der wesentlichen Bestandteil der vorliegenden Forschungsarbeit, deren Thema ich formuliere: DIE BESTEUERUNG UNTER DEUTSCHER KOLONIALHERRSCHAFT IN KAMERUN AM BEISPIEL DES BEZIRKSAMTES DUALA (1903-1913).

Die Behandlung des obigen Themas kann einem helfen, zu verstehen, warum die Kameruner als Steuerzahler seit der Souveränitätsübertragung bis nach den Unabhängigkeitsjahren galten, welche auch die Weiterführung der Steuerpolitik durch die seit der deutschen Kolonialherrschaft eingerichteten Institutionen zur Herrschaft der Kolonisierenden über die Kolonisierten in Frage zu stellen.

Im Zusammenhang erweist sich dieses Thema als eine Hinterfrage über die heutige Steuerpolitik in Afrika im Allgemeinen und in Kamerun im Besonderen. Das Thema trägt zum Geschichtebewusstsein der Kameruner bei, denn es ermöglicht ihnen, in einem politischen Aspekte ihrer Geschichte zurückzukehren, um die Gegenwart zu versteh und die Zukunft zu planen.

0.2 Stand der Forschung

Unter den Wissenschaftlern, die sich mit der Besteuerung in Kamerun bei der deutschen Kolonialherrschaft befassen haben können Aldolf Rüger4, Eily Etoga5 und Joseph Gomsu6. Die Forscher haben die verschiedenen Fragen über die Besteuerung in Kamerun unter deutscher Kolonialherrschaft behandelt. InKamerun unter deutscher Kolonialherrschaft beschäftigt sich Aldolf Rüger mit den wirtschaftlichen Gründen zur Besteuerung. Etoga Eily ,in seinem Buch Sur les chemins du développement, geht wie

Aldof Rüger auf die Anlässe der Besteuerung ein. Er schließt daraus, dass die Besteuerung die Eingeborenen dazu zwang, ihre Arbeitskraft bei den deutschen Unternehmen zu verkaufen. InColonisation et organisation sociale. Les chefs traditionnels du Sud-Cameroun pendant la période coloniale allemande (1884 - 1914) setzt sich Gomsu Joseph mit den politischen wirtschaftliche Gründen zur Besteuerung und deren Auswirkungen auf die Bevölkerung auseinander.

0.3 Ziel der Arbeit

Erklärtes Ziel der folgenden Untersuchung besteht darin, das Problem der Besteuerung in dem Bezirksamt Duala unter deutscher Kolonialherrschaft eingehend zu behandeln. Indiesem Hinblick werde ich mich mit den Fragen befassen und nämlich: Wie war es in Duala vor der deutschen Kolonialherrschaft? Warum und wie wurde die Steuer eingeführt? Welche Strategien entwickelte die Kolonialverwaltung, um die Steuer bei den Eingeborenen einzuziehen? Und wie hatten die Eingeboren auf die Besteuerung reagiert?

0.4 Methoden der Arbeit

Archivdokumente und zeitgenössische Bücher bildeten in dieser Arbeit die Hauptquelle der Faktensammlung. Die Analyse dieser Fakten hat mich ermöglicht, meine Hypothese zu verifizieren. Mit der Sammlung und der Auseinandersetzung von Dokumenten aus dem Nationalarchiv von Yaoundé habe ich meinen Standpunkt berichtigen können. In den Bibliotheken des Goethe Instituts, des „Centre culturel français“ in Jaunde, des „Cercle d’histoire et géographie“, des „Cercle psycho-philo- socio-anthropologie“ der Universität Jaunde I hatte ich Zugang zu Dokumenten über die vorkoloniale Gesellschaft in Kamerun und die deutsche Kolonialherrschaft. Entsprechende Dokumente hatte ich auch in den Bibliotheken des Ministeriums für Forschung und Wissenschaft. Das Internet wurde mir auch sehr hilfreich.

0.5 Aufbau der Arbeit

Meine Arbeit besteht aus drei Kapiteln: Der erste Kapitel stellt die politische, soziale und ökonomische Organisation der in Duala wohnenden Leute dargestellt.

Gezielt ist hier zu zeigen, dass es vor deutscher Kolonialzeit keine bei der färbigen Bevölkerung einziehende Steuer gibt.

Indem zweiten Kapitel werden nicht nur die Auseinandersetzung zwischen Sozialdemokraten und Befürwortern der deutschen Kolonialwirtschaft, sondern auch die Maßnahmen zur Einführung und Einziehung der Steuer und die Steuerformen dargestellt. Gezielt ist zu zeigen, dass die Steuer als einzige konkrete Lösung zur Finanznot und Arbeitsfrage ist.

Der dritte und letzte Kapitel stellt die politischen wirtschaftlichen soziokulturellen Auswirkungen der Besteuerung und den Protest der Duala gegen die Besteuerung dar. Hier wird versucht zu zeigen, wie sie das politische wirtschaftliche soziokulturelle Leben unstrukturiert hat. Dabei wird gezeigt, dass die Steuer die färbige Bevölkerung zur Versklavung und Lohnarbeit reduziert hat.

KAPITEL I DUALA VOR DEUTSCHER KOLONIALZEIT

1. Die Darstellung von Duala vor der deutschen Kolonialzeit

1.1 geographische Situation

Duala kann man heute als wirtschaftliche Hauptstadt Kameruns und sogar das Wirtschaftszentrum in Zentralafrika nicht nur aufgrund seiner strategischen Situation im Golf von Guinea, sondern auch der intensiven Wirtschaftsaktivitäten betrachten. Vor der deutschen Kolonialzeit erstreckte sich Duala7 zwischen den Flüssen Mungo und Dibamba bis zur ersten Hochlandreife und wurde von den Stämmen Abo und Balong und Duala bewohnt. Sie grenzte im Norden an der Station Bare, im Nordwesten an der Station Yabassi, im Südosten am Meer, im Westen an de Bewirk Viktoria und im Nordwesten an der Station Johann Albrechthöhe8. Wie öfters gesagt, ist Duala aufgrund seiner Nähe am Meer als Eingangstor der Kolonie Kameruns9 betrachtet.

geographische Karte Dualas10

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Vor der deutschen Kolonialzeit traten die Europäer und die Eingeborenen in Kontakt nur an der Küste aus kommerziellen Gründen, da das Innere Afrikas noch nicht erforscht war. Die Küste war der günstige Ort, wo Europäer und Eingeborenen sich trafen, um Waren gegen Waren auszutauschen. Geographisch gesehen kann Duala als eine Gegend betrachtet werden, die zwischen dem Inneren Kameruns und der Küste lag. Eine Gegend, die aufgrund ihrer Nähe an dem Meer den Zugang zu dem Inneren Kameruns gab. Es war offensichtlich, dass der deutsche Eindrang mit Duala begann.

1.2 Die Bevölkerung in Duala

Die in Duala bewohnenden Eingeborenen waren Migranten11 und trugen den Namen von dem Vorfahren, der den Stamm gegründet hatte12. Sie hatten als Vorfahren Ewalla namens Duala.

Im Laufe der Zeit war die Bevölkerung dynamischer und hatte daher ein schnelles Bevölkerungswachstum gekannt. Während der deutschen Kolonialzeit wurden Volkszählungen durch die deutsche Kolonialverwaltung gemacht. Dabei schätzte man die in dem Bezirksamt Duala Bewohnenden13 auf 22000 färbige Einwohner und 347 weiße Einwohner14. Nach der Volkzahlung vom 1903 belief die eingeborene Bevölkerung auf 23300. 1907 wurden die Einwohner nach Ethnien gezahlt und klassifiziert. Dabei kam die Kolonialverwaltung zu folgenden Ergebnissen: 22000 Duala, 7 bis zu 8 Wuri ,12000 Abo, 1000 bis 1500 Pongo, 4000 Bokoko, 1000 Dibumba ri , 2000-3000 Ndonga. Im Jahre 1911 wurde eine weitere Volkszählung gemacht, und die Ergebnisse wurden nach Geschlecht und Alter klassifiziert, und man hatte 4813

Männer, 5338 Frauen und 5740 Kinder15. Das schnelle Bevölkerungswachstum lässt sich damit rechtfertigen, dass das Bezirksamt Duala unter deutscher Kolonialverwaltung nicht nur zu einer politischen, sondern auch zu einer industriellen Stadt wurde. Für die Kolonialverwaltung spielte die Volkzahlung eine wichtige Rolle. Denn sie erlaubte, nicht nur die Ausgaben einzuschätzen, sondern auch die bei der eingeborenen Bevölkerung zu einziehende Steuer zu kalkulieren.

1.3 Politisches Leben in Duala

Nach der Wanderung standen alle in Duala wohnenden Eingeborenen unter der Herrschaft eines einzigen Königs, obwohl es zwei Ethnien gab, deren Vorfahren Kouo und Epongue hießen. Nach einem Streit aus Handelsgründen trennten sich die beiden Ethnien voneinander. Von dieser Zeit an gab es zwei Könige, nämlich den König Bell und König Akwa. Diese Könige waren Nachwuchs von jeden Ethnien. Von diesem Zeitpunkt an bildeten diese Ethnien zwei Lignagen. Dazu meinte Gouellain : Les groupes Deido et Bonaberi sont des descendants de deux lignages majeurs Njo (Bell) et Kouo (Akwa)16. Die politische Organisation der beiden Lignagen war ähnlich. Zwar pflegten beide Könige politische Beziehungen, aber jeder übte seine Autorität nur auf seinem Herrschaftsgebiet.

An der Spitze jeder Lignage17 Stand ein König, der aufgrund der Größe seines Territoriums und aus Verwaltungsgründen sein Königreich in Vierteln teilen ließ, in denen die Häuptlinge und Unterhäuptlinge herrschten. Diese politische Organisation unterstreicht Buchner:

Inder gegenwärtigen Hierarchie der Duala Häuptlinge haben wir zunächst zwei Kings und Headmen zu unterscheiden. Die beiden Kings, Bell und Akwa sind die Häupter der beiden erst sieben Generationen getrennten Stämmeshäften. Von jeder dieser zwei Stämmeshäften haben sich dann in neuerer Zeit zwei Häften, also Viertel von Ganzen abgetrennt, an deren Spitze je ein sog Headman steht... ; Neben dien Abtrennungen ... haben auch noch andere stattgefundenen, die sich dadurch gekennzeichnet dass, die betreffenden Dörfer umgrenzt sind und die Namen ihrer speziellen Oberhäuptlinge führen. Stets aber blieben auch solche kleinere Gemeinwesen einem der Kings untertan, wenn auch hie und da Gelüste Versuche zur völligen Selbstständigwerdung vorgekommen sein möchten18.

Der Namen dieser Viertel begann mit „Bona"19. Die Macht von diesen Häuptlingen hing von dieser der Könige ab. Das politische System war also vertikal und horizontal strukturiert. Vertikal strukturiert bedeutet, der König austeilte den Häuptlingen seine Macht, die in den Herrschaftsgebieten waren. Die Häuptlinge galten als Vertreter des Königs und spielte eine wichtige für die Verwaltung und der Gerichtbarkeit. Das folgende Schema weist die politische Organisation.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Diese politische Organisation war also dezentralisiert. Durch die Machtteilung konnte die Bevölkerung jedes Viertels ihre Autonomie genießen.

1.4 Die Gerichtsbarkeit

Wie alle anderen Völker stützten sich die Kameruner auf einen Gerichtshof, der dafür verantwortlich war, die Streitigkeiten zu schlichten. Es war häufig, dass Streitigkeiten zwischen den Lignagen oder Mitgliedern derselben Lignagen vorkamen. Angesichts dieser Lage wurde ein Gerichtshof namens Ngondo20 gegründet. Er hatte als Aufgabe, die Konflikte friedlich zu schlichten, damit der Frieden und Harmonie herrschten. Vor der Souveränitätsübertragung oblag dieser Institution alle Streitigkeiten, über Ngondo schreibt Dounbe Moulongo :

Son rôle (Ngondo) devait fondamentalement se borner, singulièrement avant sa mise en veilleuse par les Allemands à trancher en premier et dernier ressort sans appel, les affaires graves de pratigues de sorcellerie, de trahison ou d'atteinte à l'union des Camerounais de la côte. A l'origine, c'était une espèce de cour suprême en matière criminelle exclusive21.

Um die Konflikte objektiv nicht nur zu schlichten, sondern auch alle Eingeborenen gleich vor dem Gericht ohne Rücksichtnahme auf die Sozialschichte, Sozialstellung und den Reichtum gleichzustellen, wurde das Gesetz „Zahn für Zahn, Augen für Augen" angewandt22. Es war also offensichtlich, dass jeglicher Kameruner sich trotz seiner Sozialstellung nicht erlauben konnte, seine Macht zu missbrauchen. Ngondo stützte sich auf die Werte der Ahnen, nämlich: die Brüderlichkeit, die Nächstenliebe, die Gleichheit und die allgemeine Zufriedenheit23. Ngondo war ein Gerichtshof, der darin bestand, die Macht der Stärkeren auf die Schwächeren zu beschränken, und damit alle Einwohner der Küste, dem Gesetz zu unterwerfen. InNgondo waren alle Clans zu finden, die zusammen einen Bund bildeten - Sie waren durch Würdenträger, nämlich Könige, Häuptlinge, und angesehene Persönlichkeiten vertreten - , die zusammentagten. Ngondo symbolisierte die Einigung der verschiedenen Clans, die aufgrund ihrer kulturellen Affinitäten freiwillig akzeptierten, Eines zu bilden. Dieses Gericht spielte eine wichtige Rolle für die Einigkeit, den Frieden und die Harmonie.

1.5 Die Wirtschaft

Als Wirtschaft bezeichnet man eine planmäßige Tätigkeit, sowie damit alle verbundenen Einrichtungen zur Erzeugung, Verteilung und Verwendung von Gütern24. Im Allgemeinen hatte die Wirtschaft eine wichtige Stelle in den afrikanischen Gesellschaften. Jegliche wirtschaftliche Aktivität, die getrieben wird, bestand darin, nicht nur Bedarf an Nahrungsmittel zu decken, sondern auch Profit aus Handel zu ziehen. InDuala wurden Landwirtschaft, Handel und Viehzucht getrieben.

1.5.1 Die Landwirtschaft

Die Landwirtschaft bezeichnet man ein planmäßiger Betrieb von Ackerbau und Viehzucht. Spricht man von Ackerbau, denkt man direkt an den Boden.

Bei den Afrikanern wird öfters gesagt, dass der Boden ein Reichtum sei. Wie bei anderen kamerunischen Stämmen galt der Boden für die Einwohner der Küste als die eigentliche wesentliche Produktions- und Lebensgrundlage. Um die Landwirtschaft in dem Bezirksamt Duala zu verstehen, sollte man sich fragen, wer den Boden bestellt, wie und wann bestellt wird.

Es wird sehr oft gesagt, dass die Frau vor der Kolonisation kein Recht an das Land hatte. Aber in Duala bekam jede verheiratete Frau ein Stück Land als Geschenk von ihrer Familie oder Schwiegerfamillie nach der Tradition25. Die verheiratete Frau hatte als Aufgabe, die Bedürfnisse der Familie an Nahrung zu decken. Diese Aufgabe, die ihr zugewiesen wurde, zwang sie dazu, den Ackerbau von Getreiden und weiteren Vorräten zu treiben. Die Landwirtschaft war eine weibliche Aktivität, die nur darin bestand, die Bedürfnisse an Nahrung zu decken: Avant la pénétration allemande, la femme jouait un rôle important dans la société : elle fournissait la quantité de nourriture nécessaire à l'alimentation des ménages.26

Es kann klar festgestellt werden, dass die Frauen, die sich aufgrund dieser Aufgabe der Landwirtschaft widmen sollten, spielten eine wichtige Rolle in der Subsistenzwirtschaft. Sie waren dabei von den Sklaven27 geholfen, die Busch urbar machten und ihnen verpachteten. Dabei gewannen die Sklaven das Recht auf den Boden28.

Die Landwirtschaft war ausschließlich die Sache der Frauen, während der freie Duala Mann sich dem Nichtstun im günstigeren Falle dem Handel oder Fischfang widmete. Das Fällen und Brennen des Urwaldes wird von Sklaven besorgt. Die Frauen trieben die Hugelkultur während bestimmter Jahrzeiten, wie es in der folgenden Tabelle29 dargestellt wird:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Es ist zu bemerken, dass die Farmen von November-Dezember bis zum März- April bestellt waren. Vom Juni bis Oktober lagen sie brach. Die Landwirtschaft war also nicht intensiv getrieben. Sie war eine Subsistenz- Landwirtschaft, da sie nur für die Deckung von Bedürfnissen der ganzen Gemeinschaft bestimmt war. Die weiteren Nahrungsmittel wie Palmöl konnten sie sich während des Tages von Markt durch Tausch mit den Produkten von Nachbarstammen schaffen. Zu diesem Tausch waren die Frauen auch zuständig. Neben der Landwirtschaft widmeten sich die Frauen der Viehzucht von Ziegen, Schafen, Kühen, und Schweinen.

Die Frau spielte also eine wichtige Rolle für die Produktion der Nahrungsmittel und stand damit im Dienst der ganzen Gemeinschaft. Vor der kolonialen Periode war die Landwirtschaft für die Befriedigungen Nahrungsbedürfnissen bestimmt30. Indieser Subsistenzwirtschaft, in der die Frau eine wichtige Rolle spielte, betraf die landwirtschaftliche Produktion nicht die Produkte für die Ausfuhr. Es kann also gesagt werden, dass die landwirtschaftliche Tätigkeit in Duala vor der deutschen Kolonialzeit nur auf den Anbau von Getreiden und Wurzelknollen beschränkte.

1.5.2 Der Handel

Der Handel in Duala datierte von dem Sklavenhandel und ging über die Souveränitätsübertragung bis zur Zerstörung des Handelsmonopols durch die Deutschen. Aber wir wollen uns mit dem Zeitpunkt beschäftigen, an dem die Europäer Handel mit den Einwohnern der Küste trieben.

Man kann zweifellos behaupten, dass der geographische Wohnort der Einwohner der Küste ihre Aktivität bestimmt habe. Die Wuri Ästuar galt als das wichtigste Eingangstor Dualas ab der Bucht von Biafra betrachtet. Es lag auf der Hand, dass die Eingeborenen sich als Händler zwischen den Europäern und Binnenstämmen ausgaben. Die Wuri Ästuar war ein günstiger Ort, wo die europäischen Produkte und eingeborenen Produkte ausgetauscht werden könnten. Von dieser Lage profitierten sie, um als Zwischenhändler zu spielen. Diese günstige Lage beschreibt Gouellain:

La côte aux environs de ľestuaire du Wouri comporte un arrière-pays qui joue pendant la traite un double rôle. Premièrement, celui de la production de l'ivoire, du palmiste (...). Deuxièmement celui d'intermédiaire entre d'une part les douala qui détiennent le monopole du commerce direct avec les commerçants européens ,d'autre part les Ewondo ou toutes ces populations du centre , du sud du Cameroun qui participaient aux échanges31.

Dieses Zitat zeigt, dass Duala aufgrund seiner strategischen Lage ein günstiger Ort für den Handel war. Die Beschlagnahme von Duala durch die Einwohner der Küste Eingeborenen erlaubte, den Doppelaustausch, auf einer Seite mit den Europäern und auf der anderen Seite mit den Binnenstämmen zu trieben. Als Zwischenhändler gaben die Einwohner der Küste sich als Diplomaten aus, deren Arbeit darin bestand, aus kommerziellen Gründen die Erwartungen von beiden Seiten zu befriedigen. Dafür mussten sie nicht nur an der Küste, sondern auch in den Binnenmärkten verhandeln und feilschen. Sie waren wie eine Brücke zwischen der Küste und dem Inneren Kameruns. Eine Brücke, die die Europäer und die Einwohner des Inneren Kameruns nicht überqueren durften. Eine Brücke, ohne die die kommerziellen Beziehungen zwischen Europa und dem Inneren Kameruns unmöglich wären. Dazu meint Gouellain:

Les populations Bassa et Douala en particulier avaient été douées pour le commerce d'intermédiaire. Placés entre les commerçants européens et les producteurs de l'intérieur, แS avaient l'obligation de satisfaire les demandes des uns et des autres32.

Der Zwischenhandel der Einwohner der Küste ermöglichte den Europäern, mit den Binnenstämmen in direkten Kontakt zu treten33. Der indirekten Handel zwischen den Europäern und den Binnenstämmen war ein großer Verlust für die europäischen Handelshäuser. Der Zwischenhandel bestand also darin, dass die Einwohner der Küste die Dienste von den beiden Seiten - an der Küste und auf den Binnenmärkten- erwiesen, von denen sie einen persönlichen Gewinn hatten. Aus dem Zwischenhandel zogen sie Profit, das als Belohnung angesehen werden konnte. Dazu meint Gouellain:

En retour de tous ces services, แS ne manguaient pas une seule occasion de tirer bénéfices de tout ce gue les européens pouvaient importer ou exporter du Cameroun (...). Grenfell observa gue le commerce était la principale occupation des populations de la côte et leur importante source de revenu et gu'elles n'avaient le choix entre s'y consacrer de façon à tirer un profit maximum, soit le cas échéant la l'oisivité34.

Als Zwischenhändler hatten die Einwohner der Küste zwei Arten von Kunden. Die erste Art der Kunden war die Europäer, die auf der Suche nach Rohstoffe für ihre Industrien waren. Die zweite Art der Kunden war die Binnenstämme, die produzierten, was die europäischen Industrien brauchten. Es war offensichtlich, dass die Handelsaustausche nicht nur an der Küste, sondern auch auf den Binnenmärkten stattfanden.

1.5.2.1 Der Handel an der Küste

Wie schon gesagt, war der Handel die Sache von Männern. Die Einwohner Dualas betrachteten die Europäer als Handelspartner, bei denen sie sich nicht nur Einführprodukte schaffen könnten, sondern auch einheimische Produkte lieferten. Sie verboten den Europäern, ihren Boden zu betreten. Dieses Verbot ließ sich damit rechtfertigen, dass das Handelsmonopol behalten werden musste. Die direkten Handelsbeziehungen zwischen den Europäern und den Binnenstämmen musste ein Hindernis zu Handelsaufschwung der Einwohner Dualas. Sie waren dessen bewusst, dass sie ohne dieses Monopol Handel nicht treiben konnten. Die Europäer blieben in ihren Hulks35,und die Einwohner der Küste kamen zu ihnen durch Wasserwege mit einheimischen Produkten. Da es keine gemeinsame Währung gab, ging man durch den Tausch von Waren. Das bedeutet, einheimische Waren wurden gegen europäische Waren ausgetauscht. Einheimische Produkte waren Palmkern, Palmöl, Kakao36, Kautschuk, Elfenbein, Ebenholz, exotische Früchte. Europäische Produkte waren Salz, Baustoffe, Pulver, Waffen, Zündhütchen, Metall-Eisenwaren, alkoholische Getränke, Tabak sowie verschiedene Gebrauchsgüter. Obwohl dieser Austausch von Waren gegen Waren war nicht äquivalent war37, fanden Europäer eine gute Kaufkraft für ihre Waren und zugleich Leute, die ihnen Rohrstoffe liefern könnten. Dazu meinten Rohrbach Paul und Rohrbach Juluis :

Die eigentliche Werte Afrikas liegen nicht an die Küste, sondern im Innern, das größte Kolonialwirtschaftliche Aktívum sind die Eingeborenen (...) und die Masse der Eingeborenen dort zum Anbau und zur Lieferung der Rohrstoffen zu bewegen und zugleich ihre Kaufkraft für (europäische) Waren zu entwickeln38.

Mit der Zeit ging der Handel anders aufgrund der scharfen Konkurrenz zwischen Europäern. Dies führte dazu, dass die deutschen Firmen Woermann und Jäntzen & Thormählen nicht mehr durch den Tausch, sondern den Trust vorgingen. Der Trust bestand darin, dass die deutschen Firmen den Einwohner Dualas auf kredit machten. Damit gewannen sie nicht nur ihr Vertrauen, sondern auch fanden auch guten Absatz. Dabei spielten die Einwohner Dualas eine wichtige Rolle, weil sie die europäischen Produkte in den Inneren Kameruns, in Umlauf brachten, wo die Binnenstämmen als guter Absatzmarkt galten. Der Trust war nichts Anderes als eine kommerzielle Strategie, die darin bestand, die Einwohner der Küste r zu treuen Handelspartnern zu machen. Der Trust führte auch dazu, dass die Kameruner nicht nur in Schuldfalle, sondern auch in ein Abhängigkeitsverhältnis unbewusst gerieten39, damit sie sich nicht von ihren Schulden befreien konnten. Wegen der Strategie glaubten die Einwohner der Küste, gute vertrauenswerte freigiebige ausländische Handelspartner gefunden zu haben. Inder Tat ignorierten sie aber, dass der Trust ihnen Schulden brachte, die sie nicht mehr zahlen konnten.

Man kann sagen, der Zwischenhandel musste auf die Nachfrage von deutschen Firmen antworten, und die Einwohner der Küste hatten zu kommerzieller Expansion von europäischen Produkten unbewusst beigetragen. Die Quantität der geborgenen Waren, die beträchtlich war, musste unbedingt in einer bestimmten Frist zurückgezahlt werden. Es ist auch nicht zu vergessen, dass die Einwohner Dualas Profit aus dem Kredit zogen und wussten, wie man beim Kaufen verhandelte. Carl Scholl, ein deutscher Handler äußerte sich darüber: Les marchands indigènes n'étaient pas dupes.

แS connaissaient la valeur des produits et des biens qu'ils vendaient ou achetaient. แS savaient négocier afin de tirer un profi personneŕ1.

Es kam häufig vor, dass die Einwohner Dualas nach dem Verbergen nicht mehr auftauchten. Dies war also ein Verlust für die deutschen Händler. Angesichts dieser Situation wurden Maßnahmen bei der am 17.Dezember 1850 stattfindende Konferenz getroffen.

1.5.2.2 Der Handel mit Binnenstämmen

Die Binnenstämme waren Nachbarn, bei denen die Einwohner Dualas sich einheimische Produkte schaffen konnten. Sie galten auch als Handelspartner, mit denen sie Hand in Hand arbeiteten, um die Bedürfnisse der europäischen Händler zu decken. Die Binnenstämme produzierten Palmöl, Palmkern, Kakao, Erdnüsse, Kaffee und Kautschuk. Diese Produkte waren gegen diese europäischen Produkte ausgetauscht. Es gab eine eingeborene Währung (Kruwährung), die sich in Einheiten einteilen ließ. Dies ermöglichte die Ware je nach Quantität und Qualität käuflich zu erwerben. Hier ist ein Überblick über die Währung.

1 Kru = 4 Keg 8 Piggin = 16 Bar42

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Man kann feststellen, dass die Bruchteile erlaubten, eine bestimmte Quantität von Waren käuflich zu erwerben. Die einheimische Währung spielte eine wichtige Rolle für den Handel in den Binnenmärkten. Sie erlaubte, einheimische Produkten, sowie europäische Produkte käuflich zu erwerben. Die eiheimische Währung erlaubte den Eingeborenen Handel in den Binnenmärkten zu treiben, ohne dass die Europäer Profit davon ziehen könnten. Die monetäre Unabhängigkeit konnte als ein Hindernis zu dem europäischen Handelsaufschwung sein, insofern die Bekehrung der eingeborenen Währung zu der Reichwährung, und umgekehrt nicht möglich sein konnte. Die Kruwährung erlaubte den Einwohnern Dualas, das Handelsmonopol zu behalten.

Aber man sollte sich fragen, wie die Einwohner der Küste vorgingen, um sie im Umlauf bringen zu lassen. Die Antwort auf diese Frage steht in dem folgenden Abschnitt.

Um eine vertrauenswürdige und treue Kundschaft finden zu können, gingen die Einwohner Dualas auf zwei Weisen vor. Entweder organisierten sie Märkte oder nahmen Frau bei den Nachbarnstämmen, um friedliche und freundliche Beziehungen zu pflegen. Die Könige konnten dreißig bis sechzig Frauen, die Häuptlinge bis fünfundzwanzig und einfache Händler zehn heiraten40.

Die Binnenstämme hatten einen großen Anreiz für importierte Produkte. Sie dachten mehr daran, europäische Produkte zu kaufen, anstatt Gebrauchsgegenstände herzustellen, die sie brauchten. Ein Überblick über den Handel in Kamerun entwarf die Missionslehrerin Rein-Wuhrmann:

Seife und Streichhölzer verdrängen die alte Gewöhnlichkeit. Billiger Schmucksticht InAugen, und der Armreif wie der Fingerring des Bamumschmiedes werden gering geachtet. Zwirn und Windfadener sparen die Zeit, die man sonst zur Herstellung der Raphiafaden und Aloeschnur verwendete. Ledergürtel und ,Imitationen' finden guten Absatz. Papiere Tinte, Feder und Bleistift ziehen in manchen Hütte ein, und das Windlicht macht dem offenen Herdfeuer und der

Palmrippenfackel Konkurrenz. Eiserne Feldgeräte werden gern gekauft, besonders vom Schmied, der sie umarbeitet zu Speer- und Pfeilspitzen und Messer und Schwert Emaille und Eisentöpfe trifft man heute in jedem Frauenhaus, und unter den beschneidenden Gefäßen aus Ton und Kürbisschale schreien die eisernen Teller, die Emaille Becher, die Flaschen und Gläser:,Made in Europa,41.

Unter diesen Umständen lag es auf der Hand, dass die europäischen Produkte in Konkurrenz mit eingeborenen Produkten traten. Dadurch gerieten die Binnenstämme in ein Abhängigkeitsverhältnis, das zur progressiven Zerstörung der einheimischen Industrieproduktion führte.

1.4 Die Erziehung

Vor der Kolonialzeit variierte die Erziehung in Kamerun aufgrund der traditionellen Werte, Sitten, Bräuche und Weltanschauung. Diese Werte wurden von Generation zu Generation, von dem Vater zu dem Sohn übermittelt, um die soziale Kohäsion zu behalten. Bei den Einwohnern der Küste war es auch der Fall. Der Vater war für die Erziehung des Sohnes verantwortlich. Inden afrikanischen Gesellschaften war der Vater dazu verpflichtet, bei seinem Sohn - auch wenn der Sohn geheiratet oder nicht war - die Verantwortlichkeit und Anständigkeit zu entwickeln. Dazu meinte Gouellain: L'on sait gue le père, dans le contexte segmentaire à dominance prétullinaire, a toujours le fils à sa charge et gue le fils lui-même marié à son tour est jusgu'à dans le moindre des faits de la vie guotidiennes sous la tutelle de son père42.

Dieses Zitat zeigt, dass es ein Abhängigkeitsverhältnis zwischen dem Vater und seinem Sohn gibt. Ein Verhältnis, das sich durch die Autorität auf der Seite des Vaters und durch das Gehorchen und die Unterwerfung auf der Seite des Sohnes gekennzeichnete.

[...]


1 Zwar gab es manche vorkoloniale Bezirke Kameruns, in denen die Steuer vor der deutschen Kolonialherrschaft erhoben wurde. Zum Beispiel in Rey Bouba wurde die Tributsteuer durch Lamido Rey Boubas eingeführt. Aber diese steuerform wurde nicht durch den Lamido eingeführt und durch seine Untertanen erhoben.

2 Die Raubpolitik verwies auf eine Politik, die darin bestand die natürlichen Quellen der Überseeischen Besitzungen auszubeuten. Diese Politik ging zusammen mit den Interessen der deutschen Kapitalisten im Rahmen der der Kolonialpolitik.

3

4 Leonard Berstein, Das große Handbuch der Zitate A bis B, Hans Horst Skupy, Verlag in Verlagsgruppe Random House, München, 2004, S 896.

5 Aldolf Rüger, Die Auswanderungsbeschränkungen und die direkten Steuer, in Helmut stoecker (Hrgb), Band 1,Berlin Ruten und Leoning, S 206-208, 1906.

6 Etoga Eily, F, Sur les chemeins du développement, Centre d'édition et de production de Manuels et d'Auxiliaire de l'enseignement, Yaoundé, 1989, S 259..

7 GOMSU, Joseph, Colonisation et organisation sociale. Les chefs traditionnels du Sud- Cameroun pendant la période coloniale allemande (1884 -1914), Thèse de Doctorat de 3e cycle, Saarbrücken, 1982, S 198- 206.

8 Vor der Kolonialzeit verwies der Terminus Duala nicht nur auf einen Küstenstamm, sondern auch auf das Herrschaftsgebiet, das dieser Küstenstamm genannt Duala-Leute bewohnten. Aber die Europäer nannten diesen Bezirk Kamerun. Nach der Verordnung vom 1901 wurde Duala als Hauptstadt Kameruns erklärt, während der Terminus Kamerun auf eine Nation verwies.

9 Vgl Walter Hubatsch (Hrgb), Die Schutzgebiete des deutschen Reiches(1884-1920).Auszug aus Grundriss zur deutschen Verwaltungsgeschichtef 1815 - 1945),Bd 2 Herder Institut Verlag Marburg, Lahn ,1984.

10 Helmut stoecker, Kamerun unter deutscher Kolonialherrschaft, Band 2. Berlin, Rutten und Leonlng, 1906, S 11.

11 ? Austen. ,Ralph, and Derrick Jonathan, Middlemen of the Cameroon : The Duala and their Hinterland c. 1600-1960, University Cambridge, 1923, S 23.

12 Die in Duala wohnenden Ethnien migrierten von einem Ort nach anderen, bevor sie sich endgültig an der Küste einrichteten. Indem Buch „Douala, un siècle d'images" haben wir erfahren, dass sie aus Kongo kamen. Inanderen Büchern wie „ Douala, Ville et Histoire" von Gouellain Réné und das Buch" Duala und die Kolonialmächte" erfahren wir, dass sie aus Pitti kamen.

13 René Gouellain, Douala, ville et histoire, Paris, 1975, S 21.

14 Nach der kaiserlichen Verordnung von 1901 wurde Duala als Hauptstadt Kameruns bezeichnet.

15 Walter Hubatsch (Hrgb), Die Schutzgebiete das deutschen Reiches ( 1884-1920).Auszug aus Grundriss zur deutschen Verwaltungsgeschichtef 1815 - 1945),Bd 2,J.C Herder Institut Verlag, Marburg ,Lahn ,1984.

16 Réné Gouellain zitiert nach den Jahrberichten von 1901.

17 Réné Gouellain, S 79.

18 Lgnage verwies auf die Leute, die derselber Nachkommenschaft gehörten.

19 Gomsu joseph zitiert nach Buchner Max in: Colonisation et organisation sociale : Problématique de collaboration : les chefs traditionnels du Sud- Cameroun dans l'administration coloniale allemande (1884-1914). Thèse de doctorat de 3ème cycle. S 59.

20 Der Terminus „Bona" bedeutet in der Sprache der Duala : die Kinder von. So hat man Bonamussadi, das bedeutet die Kinder von Mussadi, Bonaberi bedeutet die Kinder von Beri, Bonajo bedeutet die Kinder von NJo.

21 Bei der Auffassung der Duala verwies der Terminus Ngondo auf die Nabelschnur, die Neugeborenen mit dem Mutter nach der Entbindung verbindet. Er symbolisiert die Angehörigkeit zu demselben Vorfahren.

22 www. Sawa.org, Dounbe Moulongo, le Ngondo, 12 Février 1999.

23 Ebd.

24 www.Sawa .org, Ekoka Ewande, Sam, Le Ngando; un héritage culturel et traditionnel, 26 octobre 2004.

25 Taschenwörterbuch Deutsch Langenscheidt.

26 Njeuma, Histoire du Cameroun (début XX es), Harmattan, 1989, S 128.

27 ebd ,S 107.

28 Sklaven verwiesen auf Leute, die die Kameruner während des Sklavenhandels bei Nachbarstämmen käuflich erwarben. Sie halfen bei der Landwirtschaft, dem Tragen.

29 ANY, FA 1/775 Versuchsanstalt für Landeskultur bei den Duala.

30 ebd

31 Zahn (1886), zitiert nach Harold Paul in" Landwirtschaftlichen Interessen bei Gründung der deutschen Kolonien Togo und Kamerun unter besonderer Berücksichtigung Branntweinhandels, Hausarbeit zu dem Fernstudienkurs 15, August in http, Harold Paul. com/Load/Pdf/Togo,SÍ.

32 Réné Gouellain, S 26.

33 Ebd, S 19.

34 Berger, Heinrich, Mission und Kolonialpolitik: die katholische Mission in Kamerun während deutscher Kolonialherrschaft, Immensee, S 153.

35 Rene, Gouellain, S 27.

36 Hulks waren kleine Wohnortschiffe mit Dächern an der Flussmündung, die von europäischen Händlern bewohnt waren.

37 Innerhalb des deutschen Kolonialreiches war Kamerun der Hauptkakaoproduzent. Von 1898 bis zu 1905 ging die Ausfuhr von Kakao aus Kamerun von 313 115 bis zu 1 280 940 Mark.

38 Helmut stoecker (Hrgb), Hans Peter Jaeck, Kamerun vor der deutschen Annexion, Kamerun unter deutscher Kolonialherrschaft, Bd 1, Berlin, Ruten und Leoning, 1906,S 34.

39 Vgl, Rohrbach Paul, Rohrbach Juluis, Afrika, heute und Morgen: Grundlinien europäischer Kolonialpolitik in Afrika, Berlin, S 99.

40 ebd, 35.

41 Njeuma zitiert nach Ardener in, Histoire du Cameroun, S 28.

42 Vgl, Kum'a Ndumbe III, Das deutsche Kaiserreich in Kamerun, Duala, Africavenir,2005, S 96.

43 René Gouellain, S 102.

44 Vgl. Aldolf Rüger zitiert nach Rein-Wuhrmann, Kolonialunternehmen und Arbeitsfrage in Helmut [Hrgb], Kamerun unter deutscher Kolonialherrschaft, Bd 1, Berlin, Ruten und Leoning, 1906.S 161.

45 Réné Gouellain, S 96.

Ende der Leseprobe aus 89 Seiten

Details

Titel
Die Besteuerung unter deutscher Kolonialherrschaft in Kamerun im Bezirksamt Duala (1903-1913)
Hochschule
École Normale Supérieure de Yaounde  (Ecole Normale Supérieure de Yaounde)
Veranstaltung
Histoire
Note
13
Autor
Jahr
2017
Seiten
89
Katalognummer
V367166
ISBN (eBook)
9783668460713
ISBN (Buch)
9783668460720
Dateigröße
1790 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Der Autor dieser Arbeit ist kein Deutsch-Muttersprachler. Bitte haben Sie Verständnis für grammatikalische Fehler und Uneinheitlichkeiten im Ausdruck.
Schlagworte
Besteuerung
Arbeit zitieren
Steve Wilfried Tassegmo Mouafo (Autor), 2017, Die Besteuerung unter deutscher Kolonialherrschaft in Kamerun im Bezirksamt Duala (1903-1913), München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/367166

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