Schriftlicher Spracherwerb. Analyse und Vergleich von 3 Schulbüchern


Seminararbeit, 2013
14 Seiten, Note: 3

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung
1.1 Das Schulbuch

2. Allgemeine Konzeption der Schulbücher

3. Das Rechtschreibphänomen im Detail
3.1 Umfang
3.2 Aufbau und Gliederung
3.3 Strategievermittlung
3.4 Übungsangebot

4. Layout
4.1 Graphische Gestaltung und Illustrationen
4.2 Übersichtlichkeit

5. Bewertung der Schulbücher
5.1 Gelungene Aspekte
5.2. Kritikpunkte und Verbesserungsvorschläge

6. Quellenverzeichnis

1. Einleitung

Bereits bei der Geburt beginnt der Mensch seine ersten Laut von sich zu geben. Der Geburtsschrei ist die erste Lautäußerung eines jeden Kindes. In den nächsten Wochen und Monaten ist zunächst noch kein bewusstes Nachahmen von Lauten gegeben. Einzig das Schreien der Kleinkinder kann als ein Ausdruck von Emotionen oder beispielsweise Hunger angesehen werden. Nach und nach erkennt das Baby die kommunikative Funktion der Sprache und beginnt das Schreien zu differenzieren. Im ersten halben Jahr und in den darauffolgenden Monaten beginnt bereits das gezielte Nachahmen von Lauten. Eine gewisse Grammatik ist bis dato noch nicht vorhanden und auch das Vokabular enthält noch einen sehr kleinen Wortschatz. Dennoch können Kleinkinder innerhalb des ersten Lebensjahres Namen von Personen und Gegenständen verstehen und Einwortsätze bilden. Im zweiten Lebensjahr beträgt der aktive Wortschatz eines Kindes dann bereits ungefähr 50 Wörter. Die Benennung von Gegenständen fällt den Kindern immer leichter. In der Phase bis zum Kindergarten erfolgt dann auch das Erlernen von Liedern. Im passiven Wortschatz befinden sich bis zu dieser Zeit bereits um die 1500 Vokabeln. Auch das Mitteilen von Gedanken und Gefühlen kommt jetzt zur Geltung.[1] [2] Kurz vor dem Kindergarten ist somit die Sprache zwar erworben und einige Grundfähigkeiten stehen den Kleinkindern zur Verfügung, eine schriftliche Fixierung von Sprache ist zu diesem Zeitpunkt dennoch noch nicht möglich. Im Kindergarten selbst wird man von verschiedenen Seiten an die deutsche Sprache herangeführt. Das Sprechen, die Kommunikation, das Unterhalten mit anderen Kindern und Betreuern sowie das soziale Verhalten stehen hier noch im Vordergrund.

Die Lautbildung an sich ist im 5. Lebensjahr weitesgehend abgeschlossen- Auch der Grundwortschatz ist zu diesem Zeitpunkt abgeschlossen.[3] Artikulationsprobleme werden in dieser Phase von den Verantwortlichen im Kindergarten in dieser Lebensphase entdeckt. Hier ist es wichtig, dass gewisse Fördermaßnahmen getroffen werden, damit die Kleinkinder ihre Probleme schnell beheben können und keine Schwierigkeiten mehr bestehen. Bis zum Zeitpunkt der Einschulung kann ein Kind dann ganze Sätze bilden, kleine Geschichten erzählen und auch Witze verstehen. Man kann also sagen, dass der Spracherwerb bis zur Grundschule schon sehr Fortgeschritten ist. Die Hauptaufgabe der nächsten Bildungsstätte sollte den schriftlichen Spracherwerb im Fokus haben, denn die Notwendigkeit der Rechtschreibung ist unabdingbar. Wenige Kinder können zu dieser Zeit schon lesen oder schreiben. Wobei man sich eingestehen muss, das bereits einige lese-interessierte Kindergartenkinder bereits im frühen Vorschulalter die ersten Erfahrungen mit Büchern machen und das Lesen lernen. Meiner Meinung nach ist dies aber noch nicht der Regelfall. Erst in der Grundschule oder in der späten Phase der Vorschule lernen die Kinder das Lesen. Nachdem man in der Grundschule in der ersten Klasse das Schreiben der Buchstaben erlernt, beginnt für die Kinder die Einführung in den schriftlichen Spracherwerb. Mehrere Modelle und Stufen von schriftlichen Spracherwerb wurden in letzten Jahrzehnten veröffentlicht, doch diese sind zu umfangreich um sie hier alle darzustellen und außerdem nicht eigentliches Thema dieser Hausarbeit. Vielmehr liegt der Schwerpunkt auf den Lehrkräften und deren Unterrichtshilfen, wie sie es schaffen den Kindern den schriftlichen Spracherwerb näher zu bringen. Wie sind die gängigen Rechtschreibphänomene die den Schülern von Beginn an Schwierigkeiten bereiten in deren Schulbüchern dargestellt? Im Folgenden werden nun drei Schulbücher eines Verlages für aufeinanderfolgende Jahrgangsstufen analysiert. Das Hauptaugenmerk liegt hierbei vor allem auf dem Rechtschreibphänomen der Groß- und Kleinschreibung.

1.1 Das Schulbuch

Das Schulbuch an sich erfährt im Unterricht eine sehr große Bedeutung. Und auch außerhalb der Klassenzimmer findet es seine Relevanz. Ohne Zweifel ist es ein Bildungsmedium, dass sowohl Lehrern als auch den Schülern und Eltern den Weg durch die Schule erleichtert oder manchmal sogar erschwert. „Und Schulbücher sind in der Tat besondere Produkte: Sie entstehen im Spannungsfeld von Bildungspolitik und Schulpraxis – also unter völlig anderen Bedingungen als Romane oder Sachbücher“.[4]

Bereits der Blick auf die allererste Seite im Buch deutet daraufhin, dass Schulbücher keinen falls Produkte eines einzelnen Autoren sind. In meinem Beispiel findet sich auf der ersten Seite eine Liste von sieben Autoren, die das Buch gemeinsam erarbeitet haben. Dazu kommen noch weitere zwei Personen die eine beratende Funktion bei der Erstellung geleitet haben. Meist handelt es sich hierbei um qualifizierte oder erfahrene Lehrkräfte, die neben ihrer Tätigkeit als Lehrer bei einer Erstellung eines Schulbuchs mitwirken. Die Gemeinsamkeit, die alle Bücher im Bundesland gemeinsam haben ist, dass sie sich nach dem Lehrplan des Kultusministeriums richten. Somit kann man schon sagen, dass es Ähnlichkeiten zwischen verschiedenen Verlägen und Auflagen geben muss und soll. „ Durch das Zusammenspiel von Schulbuchexperten entstehen maßgeschneiderte Lehrwerke“.[5] Dadurch ist natürlich auch klar, dass sowohl der Aufwand einer Schulbucherstellung als auch die Kosten dafür sehr hoch sind. „In einem „funktionierenden“ Schulbuch müssen Inhalt, Gestaltung und didaktisches Konzept eine Einheit bilden: Von der ersten Idee bis zum Erscheinen des Titels zieht sich die Entwicklung eines Schulbuches oft über drei Jahre hin“.[6]

2. Allgemeine Konzeption der Schulbücher

Die zur Analyse bereitstehenden Bücher sind vom Westermann-Verlag. Es handelt sich um drei Sprachbücher für die Jahrgangsstufen 7, 8 und 9 für die Realschule in Bayern. Die Bücher tragen den Titel „Mit eigenen Worten“. Das schülergerechte Layout sticht sofort ins Auge. In allen drei Büchern befinden sich sowohl Comic-Darstellungen, farbige Tabellen und Info-Kästchen, Bilder als auch übersichtlich gestellte Aufgaben. Die Titelbilder der drei Ausgaben sind in schlichten Farben gehalten und enthalten jeweils unterschiedliche Sprüche oder Sätze auf den Titelseiten. Im Band für die 7.Klasse findet man Satzteile wie „ich will“, „ich will nicht“, „so wie ihr“, wie ihr mich wollt“ auf der Vorderseite. Wohingegen man auf dem Band für die 9.Jahrgangsstufe „ist dafür ein überzeugendes Beispiel“, „meiner Meinung nach“, Pro Argument“ und „Kontra“ vorfindet. Da alle drei Bücher vom selben Verlag abstammen und in ihrer Reihenfolge aufeinander aufbauen ist das Design natürlich identisch. Ganz sicher kann man hier sagen, dass es sich um kein integratives Schulbuch handelt. Die Bücher sind nach Lernbereichen eingeteilt. Das erste Kapitel befasst sich mit „Fächerverbindenden Unterrichtsvorhaben“. In der siebten Klasse geht es hier hauptsächlich um die Themen Klassengemeinschaft, Konfliktlösungen, das Schullandheim und das Kennenlernen neuer Mitschüler. Im Deutschbuch der 8.Jahrgangsstufe hingegen ist dieses Kapitel eindeutig kürzer formuliert und behandelt nur noch zwei Themenblöcke, die sich mit „Ich-Du-Wir“ und das Leben Jugendlicher in anderen Teilen der Erde beschäftigen. In der 9.Jahrgangsstufe scheint dieses Themengebiet kaum noch Relevanz zu haben. Lediglich die ersten 14 Seiten behandeln „Lebensentwürfe und Berufswünsche“ sowie Regeln die der Höflichkeit und den korrekten Umgang mit den Mitmenschen dienen. Im Inhaltsverzeichnis der drei Bücher sind desweiteren auch noch folgende Themenblöcke enthalten: „Arbeitstechniken“, „Sprechen und Zuhören“, „Schreiben“, „Mit Texten und Medien umgehen“, „Einblick in die Literaturgeschichte gewinnen“, „Sprache untersuchen“, „Rechtschreiben“, „Grundwissen Literatur“, „Grundwissen Grammatik“ und ein „Stichwortverzeichnis“. Betrachtet man also das Inhaltsverzeichnis so lässt sich anhand von der Thematik und den vorhandenen Themenblöcken kein Unterschied zwischen den Jahrgangsstufen feststellen. Klar erkennbar sind auch die verschiedenen Lernbereiche, die aufzeigen, wo genau der Schwerpunkt in den einzelnen Gebieten liegt. Der Grundwissenteil am Ende der Bücher soll die Schüler zum selbstständigen Wissenserwerb heranführen und als ein Nachschlagewerk bei Unklarheiten oder Problemen dienen. Zur Konzeption dieser Bücher ist außerdem noch zu sagen, dass sowohl Dialoge und Konversationen als auch kleinere Geschichten für das Textverständnis verwendet werden. Die Grammatik selbst wird in diesen drei Werken unter der Verwendung von vielen Übungsaufgaben den Schülern näher gebracht. Meist findet sich bei einem Rechtschreibphänomen eine kleine Textquelle wieder, zu der dann im unteren Abschnitt des Buches schriftliche Aufgaben erledigt werden sollen. In orange eingefärbte Info-Kästchen verdeutlichen nochmals die wichtigsten Regeln und geben eine kleine Zusammenfassung über den behandelten Stoff in den Aufgaben. Dies Info-Kästchen sind im Grammatikteil der Rechtschreibphänomene wie Getrennt- und Zusammenschreibung oder Groß- und Kleinschreibung auf jeder einzelnen Seite vorzufinden.

3. Das Rechtschreibphänomen im Detail

Ich werde mich im Folgenden vor allem mit dem Rechtschreibphänomen der Groß- und Kleinschreibung auseinander setzen. Meine Erfahrungen im Fach Deutsch sowohl aus meiner eigenen Schulzeit, wie auch aus meiner Zeit als Praktikant an den Schulen haben mir gezeigt, dass dieses Problem vielen Schülern von Beginn ihrer Schulzeit bis in die höheren Klassen Schwierigkeiten bereitet. Der Bereich der Rechtschreibphänomene befindet sich in den „Mit eigenen Worten“ - Werken ziemlich am Ende der Bücher. Das Phänomen der Groß- und Kleinschreibung ist in allen drei Büchern im Kapitel „ Rechtschreiben“ wiederzufinden.

3.1 Umfang

Im Buch der 7.Jahrgangsstufe umfasst das Kapitel der Groß- und Kleinschreibung fünf Seiten. Das Kapitel befindet sich im Anschluss an das Rechtschreiphänomen „das oder dass“. Die Groß- und Kleinschreibung befindet sich auf den Seiten 193 bis einschließlich 198. Das folgende Kapitel ist hier, wie in allen drei Werken die Getrennt- und Zusammenschreibung. Insgesamt gibt es 16 Übungsaufgaben. In der 8.Jahrgangsstufe ist kaum ein merkenswerter Unterschied zu erkennen. Auch hier schließt die Groß- und Kleinschreibung an „das oder dass“ an. Von Seite 167 bis 173 soll den Schülern hierbei, unter Verwendung von 17 Aufgaben, die Problematik dieses Phänomens näher gebracht werden. Im Werk der 9. Klasse befindet sich das Themengebiet am Anfang des Kapitels und erstreckt sich lediglich noch über drei Seiten. Man sieht hierbei sehr schön, dass das Hauptaugenmerk wohl in den Jahrgangsstufen davor liegt und in der 9.Klasse das Themengebiet zwar noch erwähnenswert ist, jedoch keine allzu große Relevanz mehr erfährt. Auch die geringe Anzahl von nunmehr 9 Übungsaufgaben unterstreicht diese These.

3.2 Aufbau und Gliederung

Auffällig ist, dass alle drei Werke vom Aufbau der Seiten identisch sind. Das Themengebiet der Groß- und Kleinschreibung beginnt mit einem Textausschnitt, der von Jahrgangsstufe zu Jahrgangsstufe vom Umfang her variiert. In der 7.Klasse sind es nur 10 Sätze, in der 8. Klasse bereits eine halbe Seite voller Satzglieder ehe man in der 9.Klasse einen großen Textausschnitt sieht, der beinahe die ganze Seite bedeckt. Im Anschluss daran erfolgen zwei Aufgaben, die die Schüler zu meistern haben. Das Rechtschreibphänomen der Seite wird in allen drei Unterrichtswerken durch ein Info-Kästchen den Schülern näher gebracht. Im fünfseitigen Kapitel der 7. Klasse werden vor allem Themen wie „ Nomen schreibt man groß“, „Wenn Verben als Nomen gebraucht werden“, „Wenn Adjektive als Nomen gebraucht werden“ und „Zeitangaben“ behandelt. Für jedes Themengebiet, das erste und letzte jedoch ausgenommen, werden eine Doppelseite im Buch verwendet. Bei solchen doppelseitigen Themenblöcken sind mehrere Übungsaufgaben enthalten, die vor allem darauf abzielen selbst zu schreiben oder die Schreibung und Verschriftlichung von diversen Wörtern zu überprüfen. Auch ein Info-Kästchen mit den nötigen wissen fehlt auf keiner Seite. In der 8.Klasse sieht die Gliederung grundlegend ein wenig anders aus. Hier werden Themen wie „Nomen und Nominalisierungen“, „Numeralien“, „Aufgepasst“, „Zeitangaben“, „Farbbeizeichnungen“, „Sprachbezeichnungen“ und „Eigennamen“ genauer unter die Lupe genommen. Anders als beim Vorjahresbuch erfolgt hier keine doppelseitige Bearbeitung der Themen mehr. Jedes einzelne Unterkapitel finden auf einer einzigen Seite Platz. Folglich ist die Art der Übungsaufgaben ziemlich zentriert auf das Thema abgestimmt. Hervorzuheben sind auch hier die Info-Kästchen, die wiederum auf jeder Seite vorhanden sind und ideale zum Lernen und Wiederholen angebracht sind. In der 9.Jahrgangsstufe sind vor allem „Nomen und Nominalisierung“, „Besonderheiten der Großschreibung“ sowie „Eigennamen und feste Verbindungen“ als Kapitel festgelegt. Erstaunlich ist hier, dass das Rechtschreibphänomen auf nur noch drei Seiten komprimiert ist und im Großen und Ganzen als abgeschlossen angesehen wird. Auch hier sticht sofort die Aufgabenstellung der Übungen ins Auge, die vor allem wiederum darauf abzielt den Schüler selbst agieren zu lassen und mit einem Stift in der Hand tätig zu werden. Die Vermittlung der Rechtschreibung erfolgt auch hier nach dem Prinzip der schriftlichen Fixierung und der Wiederholung der komplexeren Themenbereiche.

[...]


[1] Vgl. Internetquelle A

[2] Vgl. Internetquelle B

[3] Vgl. Internetquelle C

[4] Vgl. Internetquelle D

[5] Vgl. Internetquelle D

[6] Vgl. Internetquelle D

Ende der Leseprobe aus 14 Seiten

Details

Titel
Schriftlicher Spracherwerb. Analyse und Vergleich von 3 Schulbüchern
Hochschule
Universität Regensburg
Veranstaltung
Rechtschreiben lernen in der Sekundarstufe
Note
3
Autor
Jahr
2013
Seiten
14
Katalognummer
V367233
ISBN (eBook)
9783668459359
ISBN (Buch)
9783668459366
Dateigröße
515 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Schulbuch, Rechtschreibung, Spracherwerb, Rechtschreibregeln, Schüler
Arbeit zitieren
Peter Rackl (Autor), 2013, Schriftlicher Spracherwerb. Analyse und Vergleich von 3 Schulbüchern, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/367233

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