Die folgende Bachelorarbeit versucht in dem ihr möglichen Umfang, unter Berücksichtigung der relevanten Aspekte des Ligaverbandes der Volleyball Bundesliga (VBL), den Entwicklungsprozess und im Ergebnis auch eine BSC selbst für Bundesliga-Aufsteiger darzustellen. Die Konzeption und die Umsetzung eines strategischen Steuerungsinstrumentes, das den Übergang vom Amateur- zum Bundesligaverein aufzeigt, wird somit geleistet. Das Neue an diesem Instrument stellt die branchenspezifische Funktionserweiterung der Sportart Volleyball dar. Das Ziel ist die Ableitung einer sogenannten Projekt-BSC aus dem Grundmodell von Kaplan/Norton, die sich auf die Gegebenheiten und Anforderungen der VBL beruft. Gleichzeitig soll damit der Spagat zwischen der Erfüllung der jeweiligen Satzungs- und Organisationsziele, sowie einer möglichst profitablen Denkweise erreicht werden.
Innerhalb der letzten zwanzig Jahre haben sich die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für Non-Profit-Organisationen (NPO) signifikant verändert. Mit der fortschreitenden Professionalisierung im Sport haben im Speziellen auch die Anforderungen an Sportvereine, die immer weiter zu wirtschaftlichen Unternehmen heranwachsen, stark zugenommen.
Um einen ganzheitlichen Managementprozess zu betreuen und die Zielsetzungen der Organisation zu kontrollieren ist nur mit Hilfe eines geeigneten Steuerungsinstruments möglich. Ein Management-Instrument, das dem notwendigen strategischen Controlling gerecht wird, ist die von Kaplan/Norton entwickelte Balanced Scorecard (BSC). Da die BSC sowohl die strategische, als auch die operative Strategieumsetzung umfasst, kann sie unter Berücksichtigung und Modifikation der grundlegenden Perspektiven eine individuelle, aber ganzheitliche Steuerung des Unternehmens und in Zukunft ggf. auch von Vereinen unterstützen.
Inhaltsverzeichnis
1.Einleitung
1.1 Erkenntnisziel und Relevanz
1.2 Methodisches Vorgehen
2. Balanced Scorecard
2.1 Ziele und Funktion
2.2 Aufbau und Elemente einer BSC
2.3 Umsetzung und Implementierung
2.4 Verwendung in der Sportbranche
3. Ableitung Projekt-BSC für Bundesliga-Aufsteiger im Volleyball
3.1 Voraussetzungen
3.1.1 Besonderheiten Verein (e.V.)
3.1.2 Anforderungen der Volleyball Bundesliga (VBL)
3.2 Transformation der Projekt-BSC
3.2.1 Ableitung von Vision und Strategie
3.2.2 Wahl der Perspektiven
3.2.3 Formulierung strategischer Ziele und Kennzahlen
3.2.4 Ursache-Wirkungsbeziehungen
3.3 Zwischenfazit
4. Business-Case: RC Sorpesee
4.1 Kurzvorstellung des Vereins
4.2 Anwendung der Projekt-BSC
4.3 Bewertung und Hinweise für die Praxis
5. Fazit
5.1. Zusammenfassung der Ergebnisse
5.2. Kritische Reflexion
5.3. Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht, wie ein Balanced Scorecard-Modell für Volleyballvereine, die in die 2. Bundesliga aufsteigen, adaptiert werden kann, um den Übergang zum professionellen Sportbetrieb strategisch zu steuern und die Anforderungen des Ligaverbandes effizient zu erfüllen.
- Anwendung der Balanced Scorecard (BSC) im gemeinnützigen Sportsektor.
- Ableitung einer branchenspezifischen "Projekt-BSC" für den Volleyballsport.
- Integration der Lizenzanforderungen der Volleyball Bundesliga (VBL) in ein strategisches Zielsystem.
- Praktische Erprobung am Business-Case des Ruderclub Sorpesee 1956 e.V.
- Herausforderungen der Professionalisierung in ehrenamtlich geführten Vereinen.
Auszug aus dem Buch
3.2.3 Formulierung strategischer Ziele und Kennzahlen
Das strategische Zielsystem der BSC beschreibt die Dokumentation ausgewählter Erfolgsfaktoren, die zur Erreichung der Vision führen. Diese strategischen Ziele werden nachhaltig aus den Unternehmensstratgien (Kapitel 3.2.1) abgeleitet und spezifisch als Handlungsleitlinien anhand der Fragen der Perspektiven formuliert. Die abgeleiteten Ziele müssen erklärbar sein, um verstanden und anschließend durch eine konkret definierte Kennzahl beschrieben zu werden. Die Kennzahlen sind demnach Soll-Werte, die zur Erreichung der Bundesligalizenz zu Ist-Werten umgewandelt werden sollen. Die Verwendung von Kennzahlen prägt zudem die Aufmerksamkeit und das Verhalten hinsichtlich der Zielerreichung. Horvath und Partners verweisen jedoch nach ihrem Leitsatz: „Twenty is plenty“ auf die Konzentration und Steuerbarkeit einer BSC, d.h. für die Überschaubarkeit des Modells nicht mehr als maximal 25 Ziele aufzunehmen.
Sobald ein Ziel mit seinen Kennzahlen definiert ist muss überlegt werden, wie bzw. durch welche Maßnahmen das Zielsystem erreicht werden kann. Die strategischen Maßnahmen dienen als zentraler Begriff für die Projekte, Initiativen und Aktivitäten, die zu der Umsetzung der zuvor benannten Ziele getätigt werden.
Nachfolgend sind Beispielwerte bzw. Angaben für die beschriebenen strategischen Ziele der Projekt-BSC formuliert. Sowohl die Ziele, als auch die Kennzahlen sind lediglich mögliche Beispiele für Bundeliga-Aufsteiger und können je nach Vereinsstruktur und den notwendigen Entwicklungsparametern flexibel erweitert oder auch ersetzt werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1.Einleitung: Diese Einleitung führt in die zunehmende Professionalisierung von Sportvereinen ein und stellt das Ziel der Arbeit vor, ein BSC-Modell als Steuerungsinstrument für Aufsteiger in die Volleyball Bundesliga zu entwickeln.
2. Balanced Scorecard: Das Kapitel erläutert die Grundlagen, Funktionen und Elemente der Balanced Scorecard von Kaplan und Norton sowie deren Eignung und Anwendung im Sportsektor.
3. Ableitung Projekt-BSC für Bundesliga-Aufsteiger im Volleyball: Hier erfolgt die theoretische Entwicklung einer branchenspezifischen Projekt-BSC unter Berücksichtigung der Besonderheiten von eingetragenen Vereinen und der spezifischen VBL-Lizenzanforderungen.
4. Business-Case: RC Sorpesee: Dieses Kapitel veranschaulicht die praktische Anwendung der entwickelten Projekt-BSC am Beispiel des Ruderclub Sorpesee und bewertet die Eignung des Modells für die Praxis.
5. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse der Arbeit zusammen, reflektiert kritisch die Anwendbarkeit des Modells und gibt einen Ausblick auf notwendige zukünftige Forschungsschritte.
Schlüsselwörter
Balanced Scorecard, Sportmanagement, Volleyball Bundesliga, Vereinsführung, Professionalisierung, Strategische Steuerung, Projekt-BSC, Lizenzierung, NPO, Controlling, Vereinsorganisation, Nachwuchsförderung, RC Sorpesee, Strategieumsetzung, Zielsystem.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der strategischen Steuerung von Amateurvereinen im Volleyball, die in die 2. Bundesliga aufsteigen. Sie zeigt auf, wie man professionelle Management-Strukturen aufbaut.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Zentrale Themen sind die Balanced Scorecard, das Vereinsmanagement im Profisport, die Lizenzierungsanforderungen der Volleyball Bundesliga (VBL) sowie die strategische Planung in eingetragenen Vereinen (e.V.).
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das primäre Ziel ist die Entwicklung einer sogenannten "Projekt-BSC", die Sportvereinen als Handlungsleitfaden bei der strategischen Umstrukturierung für den Aufstieg in die Bundesliga dienen soll.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Arbeit nutzt die theoretische Ableitung eines Balanced Scorecard-Modells von Kaplan/Norton und wendet diese durch einen Anwendungsversuch (Business Case) am Beispiel des RC Sorpesee an.
Was deckt der Hauptteil der Arbeit ab?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Herleitung der Projekt-BSC, die Berücksichtigung von Vereinsbesonderheiten, die Analyse von VBL-Vorgaben sowie die Transformation der BSC-Perspektiven und die Erstellung der Strategy-Map.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?
Zu den wichtigsten Begriffen zählen Balanced Scorecard, Sportmanagement, Bundesliga-Aufstieg, Vereins-Controlling, VBL-Lizenzierung und strategische Steuerung.
Warum ist der RC Sorpesee als Business Case gewählt worden?
Der RC Sorpesee dient als praxisnahes Beispiel eines kleinen Vereins aus dem Sauerland, der den Aufstieg in die 2. Bundesliga geschafft hat und vor der Herausforderung steht, professionelle Strukturen unter ehrenamtlicher Führung zu etablieren.
Welche Bedeutung hat das "Nebenzweckprivileg" für die Arbeit?
Das Nebenzweckprivileg erklärt, dass gemeinnützige Vereine zwar wirtschaftliche Gewinne erzielen dürfen, diese aber zur Erfüllung ihrer Satzungszwecke einsetzen müssen, statt sie als Einkommen Einzelner auszuschütten.
- Quote paper
- Nora Anders (Author), 2015, Steuerung des Übergangs einer Amateurmannschaft zum Bundesligisten im Volleyball, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/367241